„True York City“ – Neue Werbekampagne für New York soll Reisende anlocken, keine Touristen

True York City

In New York wurde am vergangenen Montag eine Werbekampagne vorgestellt, die in den kommenden Tagen und Wochen in insgesamt 17 Ländern zu sehen sein wird. Die Typographie innerhalb der Kampagnenmotive ist unkonventionell, wild und laut, ganz wie die Stadt.

Unter dem Motto „Famous Original New York City“ sollen mit Hilfe der Kampagne Besucher dazu ermutigt werden, die Stadt nicht nur aus der Selfie-Perspektive zu betrachten. „True York City“ versteht sich als Einladung an Reisende, tiefer in das vielfältige Angebot der Metropole einzutauchen, abseits der TOP-Sehenswürdigkeiten. Je stärker Besucher in die lokale Kultur eintauchten, umso größer sei der positive Effekt für die Stadt und ihre Bürger, wie es im Rahmen der Vorstellung der Kampagne heißt (siehe PM). Die für die Kampagne verantwortliche Tourismusbehörde möchte in Touristen die Lust am Entdecken wecken, um diesen ein authentisches Reiseerlebnis zu bieten. Im vergangenen Jahr habe New York City mit 60,5 Millionen Besuchern, die 43 Milliarden US-Dollar an Ausgaben getätigt haben, ein neuen Rekord erzielt. Ebenso sei die Anzahl von 383.000 Arbeitsplätzen im Tourismussektor ein Höchstwert für die Stadt.

Die stark von der Typographie bestimmten Kampagnenmotive werden in insgesamt 17 Ländern zu sehen sein, darunter in Kanada, Schweden, Großbritannien, Spanien, Japan und seit wenigen Tagen auch in Deutschland. Auf der Kampagnen-Website nycgo.com/discover-famous-original-nyc werden Fotos, Videos und Geschichte eingebunden, die User auf Instagram oder Twitter unter dem Hashtag #TrueYorkCity veröffentlicht haben.

Entwickelt wurde die Kampagne, die mit einem Budget in Höhe von 1,5 Millionen US-Dollar ausgestattet ist, von der städtischen Tourismusargentur NYC & Company. Seit Juli 2017 verantwortet Creative Director Elan Cole die Marketing-Aktivitäten der Stadt.

True York City Campaign (Germany)

True York City Campaign (Germany)

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9 Kommentare zu “„True York City“ – Neue Werbekampagne für New York soll Reisende anlocken, keine Touristen

  1. »Die für die Kampagne verantwortliche Tourismusbehörde möchte in Touristen die Lust am Entdecken wecken, um diesen ein authentisches Reiseerlebnis zu bieten.«

    Ähm… und was ist jetzt genau ein Reisender? Ein ehemaliger ›unauthentischer‹ Tourist? Und der benötigt also genau diese Typo (und weiß das auch?). Ahhhh…man lernt nie aus.

    • Denkbare Unterscheidungsangebote:

      Ein Reisender ist einer, der mit Genuss und bewusst reist, eine Stadt oder ein Land wirklich kennenlernen will. Ein Connaisseur.
      ?

      Ein Tourist ist einer, der schnell abgrast, tourt (seine fremd-vorgefertigten Touren macht, z. B. Irland in 3 Tagen… mrrmpf). Ein Durchlauferhitzer.
      ?

  2. Ich muss zugeben, ich weiß nicht, welche Schriftart hier für den Schriftzug „Famous Original“ verwendet wird, doch allein die Nähe zu „Brush Script“ und seiner buckligen Verwandtschaft stößt mich ab. Habe das Gefühl, das ist jetzt plötzlich „salonfähig“.

    Ganz spontan lässt mich die Aufmachung an ein Weihnachtssonderangebot einer Bar oder eines Clubs denken: „Zwei Eierpunsch zum Preis von einem“ oder so …

    Was allerdings außer Frage steht, ist der Adler in der oberen, linken Ecke. Der reißt‘s raus. Ziemlich funky.

  3. Drei Konzepte zum Preis von einem! Da sich die Verantwortlichen wohl nicht entscheiden konnten, ob sie jetzt das anspruchsvolle Typoplakat, das Zitat der New Yorker-Schaufenstertypo oder die sympathische Handillustrationscollage nun lieber mögen, wird einfach alles zusammengeschmissen (Stichwort: melting pot), durch den Grundstudiums-Photoshop-Grunge-Filter gejagt und als authentisch verkauft. Völlig ohne Bindung und ohne Bezug zum NYC-Design dann noch die übrige (typo)grafische Gestaltung draufgeklatscht und fertig – Bei all dem außerordentlichen Design, das New York der Welt gegeben hat, ist das ganz schön schwach. Oder Sad! wie ein berühmt berüchtigter New Yorker sagen würde.

  4. Als Happy Hour Werbung für irgendeine am Design sparende Bar vielleicht noch ertragbar, aber für ganz New York eher ziemlich „underwhelming“… „Unkonventionell, wild und laut“ kann offensichtlich auch ziemlich dilettantisch aussehen.

  5. Jou. Die Stadt mal anders sehen – hinter die Kulissen, und nicht nur Times Square und mal aufs ESB. Gefällt mir. Manche Cities mögen das ja nicht so gerne, aber NY schafft eben was Wildes, um zu locken. Ist doch okay. Und es ist unkonventionell. Ein bisschen ab von dem, was wir alle so von unseren Profs beigebracht bekommen haben. Und da haben wir es wieder: Macht mal einer etwas ganz anderes, ist es schwach, sad und dilettantisch. Komisch. Ich hätte es (z. B. die Schrift oben) vielleicht auch ein bisschen anders gemacht, aber was solls? Die Message stimmt, habe verstanden und habe fertig.

  6. SO sieht Tourismuswerbung aus. Es ist kaum ein größerer Kontrast zur seriösen Langeweile der kürzlichen Vorstellung „Zürich“ denkbar.

    Und im Gegensatz zum Zürich-Design können die New Yorker auch ein Quentchen Selbstironie. „Famous Original“ ist natürlich ein sprachlicher Overkill, dazu noch der american eagle, weiter unten sitzt dann aber doch die gemeine Straßentaube. Auch der „nod“ in Richtung der weltbekannten „I ‚heart‘ NY“ Kampagne ist in Form des Herzens eingepflegt. Dazu ein subtiler, erst auf den zweiten Blick erkennbarer, Schatten und die Optik eines „mit bisschen Kleister irgendwo halblegal dranplakatiert“-Werbeplakats wurde auch noch emuliert – Bilder der Großstadt drängen sich einem unwillkürlich auf. Man denkt an solche Plakatierungen für eine der zahllosen Shows am Broadway die man an vielen Ecken der Stadt sieht. Die Assoziationskette ist gigantisch. Da wird Design mit all seinen Möglichkeiten wirklich zum Leben erweckt. Spitze gemacht!

    • Die Optik „irgendwo halblegal dranplakatiert“ kann ja schon recht gut zum schön dreckig-urbanen NYC passen – warum wurde die Verzerrung des Papiers dann aber nicht konsequent in die Typo übernommen?

      Ähnlich bei der unsauberen Siebdruck-Optik. Es macht auf mich den Eindruck, als wäre hier der Versatz besonders akribisch und akkurat angelegt.

      Sehr gelungen finde ich dagegen das dynamische Spektrum, was sich in der Galerie zumindest vermuten lässt.

      Wir sind schon ein unzufriedener Haufen hier :D

  7. Sehr schön gemacht, nur die schwarzen Blöcke mit den Infos unten machen das Ganze immer etwas kaputt. Und wenn man schon knitteriges Papier simuliert sollte man das beim Motiv dann auch knitterig machen und keine sauberen Linien.

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