Stern wirbt mit Tsunami-Collage

Stern Anzeige Tsunami

Was will einem die in der VIEW geschaltete Doppelseite für den „Stern“ mitteilen? Der Tsunami, der im März dieses Jahres Japan überflutete, war menschengemacht? Sportlicher Ehrgeiz resultiert stets in einer Katastrophe? Wie es scheint, hat man beim Erstellen dieser Collage die Grenzen des guten Geschmacks ein wenig aus den Augen verloren. Idee und Anzeige sind arg konstruiert. Die Bildaussage ergibt keinen Sinn. Nur weil sich alles in Photoshop wunderbar zusammenschieben lässt, sollte man dies nicht immer tun.

50 Kommentare zu “Stern wirbt mit Tsunami-Collage

  1. Naja der Stern halt…. sie hätten auch schreiben können: „in 98,5% aller Printausgaben schaffen wir es auf unserer Titelseite beliebige Headlinethemen mit nackten Frauen zu kombinieren!“

    Wenn ich Niveau erwarte würde ich nicht wirklich zuerst zum Stern greifen…

  2. Also so daneben ist das Ganze gar nicht. Wenn man den Text daneben nicht liest, dann mit Sicherheit. Aber dort steht nun mal ein Werbetext … und der hat eine klare Aussage:

    WIR ZEIGEN MENSCHEN, DIE AN IHRE GRENZEN GEHEN
    UND KATASTROHEN, DIE ALLE GRENZEN SPRENGEN.

    Und genau das tut der STERN. Er berichtet über Katastrophen genau so mit Bildern wie auch über freudige Ereignisse. Das Bild erregt dabei Aufmerksamkeit hat aber in diesem Zusammenhang meiner Meinung nach keine Grenze überschritten.

  3. Erinnert mich doch stark an diesen Affront :


    In diesem Fall hat sich allerdings die herausgebende Zeitung für das Missgeschick entschuldigt und nicht wie der STERN bewusst mit den Schicksalsschlägen der Menschen geworben.

  4. Ich finde, eine Kontroverse kann man nur mit etwas lostreten, das gleichermaßen fasziniert und schockiert. Wenn es also die gewählte Themenverknüpfung sein sollte, bitte! Nur bleibt die Faszination auf der Strecke, denn eine solche ruft die seltsame Collage wahrlich nicht hervor. Eigenartige Größenverhältnisse der Motive und unausgeglichene Anteile von Foto- und Weißflächen wirken nicht gerade harmonisch miteinander. Hätten die Grafiker hier bessere Arbeit geleistet, hätte ich der Werbezeile womöglich eine zweite Chance gegeben. In der vorliegenden Aufmachung hat sie keine verdient.

  5. Schlecht. Einfach schlecht. Ich kann auch denjenigen, die hier sagen der Anzeigentext reißt es raus nicht verstehen. Für mich ist das keine Werbeaussage, sondern ein Alibi, die Bildmontage bringen zu können. Die, wie schon mehrfach erwähnt, auch sehr dürftig ist. Ich halte das ganze Anzeigenkonzept nicht für sehr kreativ und werblich stark. Die Aussage ist doch banal: Wir berichten von guten und schlechten Ereignissen. Ja, super, Danke! Das wusste ich gar nicht. Das ist ja starker Journalismus. Alle anderen Magazine und Zeitung berichten immer nur von einer Seite.

    Dazu sind die Motive merkwürdig künstlich. Der Schockeffekt (wenn denn beabsichtigt) trifft bei mir da jedenfalls nicht ein. Künstlich halt. Wie: künstlich ein tolle Kampagne erdacht, aber keine Idee gehabt. Na, die Bildabteilung kann sicher mit PS was zusammenbasteln ….

  6. Im Gegensatz zur Anzeige mit den „Boatpeople“ ist diese hier tatsächlich stümperhaft gemacht und beweist, dass es dem Stern in dieser Kampagne nur um den Aufmerksamkeitswert von Leid und Elend in der Welt geht. Der Claim ist unwahrscheinlich weit hergeholt und unzusammenhängend getextet – auf Krampf in beiden gegenübergestellten Aussagen das Wort „Grenzen“ unterzubringen, reicht da nicht aus.

    Dass Werbung durchaus mit den Grenzen des guten Geschmacks spielen und diese auch ruhig übertreten darf, liegt in der Natur der Sache. Wenn Benetton AIDS-Kranke oder Shirts mit Schusswunden abbildet, mag man darüber streiten, was letztlich auch Sinn der Sache ist.

    Aber platt mit der Not und dem Elend zu spielen nur um Aufmerksamkeit für sich selbst zu erregen – das ist nicht geschmacklos, sondern dummdreist. Und wie wusste schon Napoleon: Dumm und dreist – das ist eine schlechte Verbindung.

  7. Kein Wunder, dass überall so viel schlechte Werbung zu sehen ist, wenn solch‘ gute Ideen für geschmacklos, dummdreist und sonstwas angesehen werden.

    Zukünftig schweigen wir Katastrophen einfach tot und tun so, als gäbe es sie nicht.

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