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Stadt Würzburg führt neues Logo ein

Stadt Würzburg Logo
Stadt Würzburg Logo, Quelle: Stadtverwaltung Würzburg

Die Stadt Würzburg präsentierte vor kurzem ihr neues Stadtlogo. Das neue Logo löst das seit 20 Jahren genutzte Stadtlogo ab, nicht jedoch das Stadtwappen, die rot-goldene Sturmfahne. Die Stadtverwaltung war dabei im Designprozess um Transparenz bemüht.

Zunächst ließ man im städtischen Intranet die eigenen Mitarbeiter über die entwickelten Logos abstimmen. Fünf Entwürfe standen zur Auswahl. Anschließend ging man mit den letzten drei Vorschläge in die Öffentlichkeit und ließ die Bürger abstimmen. Die Frage ist: führte das Verfahren zum bestmöglichen Ergebnis?

Der offiziellen Beschreibung kann man folgendes entnehmen: „Das Logo zeigt den linksbündig, in den versalen Lettern der Schriftart Finnegan gesetzten Schriftzug „Stadt Würzburg“. Die Schrift Finnegan wurde von Jürgen Weltin entworfen, der in Würzburg Grafik Design studiert hat. Links davon, durch eine senkrechte Haarlinie abgetrennt, ist die scherenschnitt-artige Silhouette der Würzburger Innenstadt (Neumünster, Marienkapelle, Grafeneckart und Dom) zu sehen.

Darunter befindet sich, mit zur Mitte hin dünner werdenden Linien dargestellt, eine zweite Form, die an eine Spiegelung der Innenstadt im Wasser des Mains erinnert. Bei genauerem Hinsehen erkennt man darin allerdin…

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 58 Kommentare

  1. Die Typografie ist mir zu anspruchslos, der Versalsatz laienhaft. Der Name hängt nach unten durch, wirkt wie noch nicht ausgerichtet. Mit Wohlwollen kann man davon ausgehen, daß »Stadt« und die Silhouette auf der selben Grundlinine liegen. Das bringt nur visuell nicht viel, es wirkt trotzdem unausgerichtet.

    Der Trennstrich klebt zu weit oben, überragt das S, ist aber bestenfalls mit dem W auf einer gemeinsamen Grundlinie – wirkt jedoch so als würde er weiter oben beginnen.

    Warum der Trennstrich schwarz, der Text jedoch blaugrau ist, erschliesst sich mir auch nicht so recht. Und durch die Ausführung der »Spiegelung« werden Darstellungsprobleme in kleineren Größen am Screen regelrecht erzwungen.

    Alles in allem nicht nur geschmacklich zumindest diskussionswürdig, sondern handwerklich auch einfach sehr schlecht gemacht.

  2. Mein erster Gedanke war: Da hat jemand vergessen, die Spiegelung nach der Erstellung im Pathfinder noch um 180° zu drehen. Mein zweiter Gedanke war: Hat Würzburg eine türkische Partnerstadt? Solche Insider-Gags sollte man in Logos bitteschön vermeiden.

    Die senkrechte Linie wird ja normalerweise gesetzt, um eine Bildmarke, die keine gerade Kante besitzt, doch irgendwie mit dem Schriftzug zu verbinden. Da die Silhouette hier jedoch sehr wohl eine gerade Kante besitzt, ist die Senkrechte quasi ein Detail zuviel.

    In diesem Falle wäre weniger sicherlich mehr gewesen:

    Sonntagmorgens zwischen 08:09 und 08:14 Uhr zusammengefummelt

  3. Bin bei der Kritik dabei. Die Spiegelung finde ich aber nicht so schlecht. Sie ist das einzige unerwartete am Logo. Da bin ich tatsächlich kurz hängengeblieben. Da die untere Silhouette nicht der oberen entspricht frage ich mich natürlich: Sind das die Gebäude der anderen Mainseite? Das wäre eine schöne inhaltliche Erweiterung. Man hätte das ganze auch gut nutzen können, um zum Beispiel das moderne Würzburg zu spiegeln.

  4. So sehe ich das auch. Die “Spiegelung”, die auf den zweiten Blick die Festung zeigt, ist doch ein interessanter grafischer Effekt. Leider wird das durch die turmüberladene Stadtsilhouette zunichte gemacht. Dieser Senkrechtstrich ist wirklich nichts fürs Auge. Und die Typo erst … ich kann mir die Logoentwicklungsunddabeivernichtungskommission lebhaft vorstellen :-)

  5. Es ist doch klar, wenn so viele, nicht über den nötigen Sachverstand verfügende Leute über einen Entwurf zu entscheiden haben, mehrfach nachgebessert werden muss. Ich bin mir sicher, dass das vorliegende Logo der langweiligste und schlechteste Entwurf von allen ist.

  6. Hätte man sich beschränkt auf die Silhouette der Marienfestung wäre es gut geworden.
    Die Ansammlung von Türmen aus der Stadt wirkt jetzt wie die Hagia Sofia in Istanbul.
    NewsShit! hat es bereits illustriert: weniger wäre mehr.

  7. Kann man eigentlich den Prozess der Entscheidungsfindung irgendwo nachlesen? Zum Beispiel die letzten fünf Logoentwürfe, die zur “Abstimmung” anstanden?
    Diese Geschichte entfacht doch sehr des Designers Neugier….

    Als ich das Logo gerade zum ersten Mal (hier im dt) sah, war ich sehr erleichert., Endlich wieder einmal etwas, das eine Grundlage für eine Diskussion über Gestaltung liefert. Ja, der senkrechte Strich sitzt etwas unentschlossen und die graue Schrift ist wahrscheinlich nicht praxistauglich, weil zu hell im Kontrast zum Rot, aber die Idee mit der nicht ganz korrekten Spiegelung finde ich nett. (Der Vorschlag, den Spiegelungseffekt einfach wegzulassen, überzeugt mich nicht. Damit wäre der Entwurf kein ernstzunehmender mehr)

    Dass am Ende Laien “ohne Sachverstand” über ein Logo entscheiden, das ist wohl die Realität. Mich wundert, dass sich darüber ernsthaft jemand erbost. Diese Tatsache und der Umgang damit ist Teil des Jobs.

  8. Selbst wenn man die schlussendliche Entscheidung den Laien zugesteht, und dafür den Gestalter nicht zur Verantwortung ziehen kann, bleiben die peinlichen handwerklichen Fehler, die nicht den Entscheidern angelastet werden können.
    Über Geschmack lässt sich – teilweise – streiten, über die Güte der handwerklichen Umsetzung nicht. Da wurde gepfuscht, kann man drehen und wenden wie man will.

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