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Stadt Oldenburg hat ein neues Logo

Stadt Oldenburg Logo

Oldenburg darf in diesem Jahr den Titel “Stadt der Wissenschaft” tragen. Verliehen wurde diese Auszeichnung vom Stifterverband für Deutsche Wissenschaft im Februar letzten Jahres. Dies zum Anlass nehmend hat nun die Verantwortlichen der Stadt offenbar dazu bewogen der niedersächsischen 160.000 Einwohner zählenden Universitätsstadt ein neues Erscheinungsbild zu geben.

Oldenburg Übermorgenstadt

Stockwerk2 ist für das Artwork rund um die Bewerbung (PDF, 1,5MB) zur “Stadt der Wissenschaft” verantwortlich. Derzeit liegt noch keine entsprechende Pressemeldung vor aber ich vermute die Agentur durfte nach der erfolgreichen Zusammenarbeit auch die Neugestaltung des Stadtsignets ausführen.

Im Stil des Logos zur “Übermorgenstadt” ist seit wenigen Tagen nun also das offizielle Logo der Stadt angelegt. Die Bildmarke generiert sich aus mehreren übereinander liegenden Kreisflächen, die ein Farbspektrum von Gelb zu Zinnoberrot erzeugen, wodurch eine Brücke zum Vorgängerlogo geschlagen wird, welches knapp 7 Jahre im Einsatz war.

Stadt Oldenburg Logo

Jeder Kreis steht dabei für einen Leitgedanken bzw. ein Ziel, das sich die Städter gesetzt haben. In der Wortmarke kommt die von Robert Slimbach im Auftrag von Adobe gestaltete Serife Minion zum Einsatz. Im Wechselspiel mit der wolkenähnlichen Anmutung der Bildmarke eine tolle Kombination.

Neben dem neuen Design hat man sich gar an der Erstellung eines Sounddesigns gewagt, um der Stadt ein modernes Image zu verpassen. Groove Addicts aus Los Angeles hat eine “Dance-” und eine “Technovariante” erstellt.

Dieser Beitrag hat 57 Kommentare

  1. Ich möchte mich speziell Frank/37 anschließen.
    Mal ganz konventionell gedacht: Ich finde, eine Stadt sollte ein historisches Wappen haben und dies auch mit sich führen. Damit ist man a priori nicht altmodisch. Die gezeigte Lösung hat den Charakter einer Kampagne, und wenn es ausschließlich eine wäre, wäre sie mehr als gefällig, macht an, Kompliment. Dennoch: Für ein Städtezeichen taugt sie nicht, denn sie verzichtet – abgesehen von der Farbigkeit – auf jeglichen Hinweis zur historischen Herkunft und damit zur Identität. Aber insbesondere Gemeinwesen, Körperschaften (Corporate) haben Eigenheiten, Unverwechselbarkeiten durch Lage, Gewerke, Handel, Sprache, Erleben und dies viel mehr als manche Unternehmen, die in Ergänzung ihrer sachlichen Arbeitsebenen gerne eine unverwechselbare (Corporate) Identity hätten und sich gegen Honorar auch eine anfertigen lassen, sei’s drum… Verkehrte Welt?

  2. Aber insbesondere Gemeinwesen, Körperschaften (Corporate) haben Eigenheiten, Unverwechselbarkeiten durch Lage, Gewerke, Handel, Sprache, Erleben…

    … für die es heute in einer sich stetig verändernden Gesellschaft Entsprechungen, Antworten und Lösungen geben muss, die nicht durch Konformität sondern durch eine individuelle (Formen)Sprache geprägt sind.

    Die von Dir angesprochen Unverwechselbarkeiten stellen sich in der Praxis doch als eher problematisch dar. Wieviele Städte liegen an einem Fluss, eingebettet in eine hügelige Landschaft mit langer Tradition im Handwerk oder dem Handel und verfügen über einen Turm, einem Dom oder ein Tor. Das diese Merkmale kein Garant für Unverwechselbarkeit sind, zeigen doch die zahlreichen “Stadt-Land-Fluss”-Logos. Design hilft dabei “wirklich anders” zu sein.

    Und Frank… dass eine Serifenschrift einen anderen Stil verkörpert und dadurch andere Werte transportiert, als eine Groteske entzieht sich auch “Ottonormalinvestor” nicht. Er kennt vielleicht den Unterschied der Schriftklassen nicht, aber auch beim Laien kommt die beabsichtigte Botschaft an.

  3. Was ich noch vergaß. Ich habe grundsätzlich nichts gegen Wappen. Von Fall zu Fall können sie durchaus gut aussehen, passend sein oder sogar die beste Wahl darstellen. Womit ich nur Bauschmerzen habe ist der Wunsch: alle Städte sollen mit Blick auf die Tradition ausschließlich ein Wappen als Erkennungszeichen haben. Das funktioniert schon alleine deshalb nicht, da einige Städte kaum Geschichte haben. Oder aber die Wappen sind so schrullig, dass sich damit wirklich keiner schmücken möchte.

  4. Stimmt Achim, wo es passt und auch gelebt wird oder die Geschichte der Stadt auch in der Stadt sichtbar ist, da ist es angemessen.
    Ich habe in Schwäbisch Hall studiert. Dort ist die Innenstadt von mittelalterlichen Fachwerkhäusern und engen Gassen geprägt. Die Traditionellen Feste und die Stadtgeschichte werden lebendig erhalten. Hier würde ein modernes Logo der Sache einfach nicht gerecht werden.

  5. Für mich wieder ein klarer Fall von: Thema verfehlt.
    Das Logo ist schön und auch der Einsatz der Antiqua ist erfrischend im Gegensatz zu all den modernen Grotesk Schriften die heute für Städte verwendet werden um Modernität und Innovation zu transportieren. Doch für einen außenstehenden Betrachter der das Design Manual nicht gelesen hat, sind es Seifenblasen im Sonnenuntergang und nicht Oldenburg. Es sieht danach aus, als wenn mal wieder ehrgeizige Politiker auf Selbstverwirklichungs-Trip sind. Der Trend scheint dahin zu gehen, dass ähnlich wie bei den Bühnen, jeder Oberhansel sein eigenes Logo kreieren muss. Der Nachfolger lässt dann wieder ein neues gestalten. Und so weiter und so weiter …..

    Dieses Jahr sieht Oldenburg aus als wenn dort die Expo stattfindet und in zwei Jahren bekommt es dann wieder sein Stadtwappen zurück. Der Lauf der Dinge…

  6. sehr frisch und neu und viel besser
    echt gelungen.
    der hintergrund der filosofie der kreise ist simple und auch ohne dass man ihn kennt schoen

    ps… wegen der transparenz… hier noch ein ähnliches. auch cool… nur die farben sehen zu mindest en meinem bildschirm net so glungen aus wie bei oldenburg

  7. Nachdem ich nun viele weitere Beiträge gelesen habe, muss ich meinem vorherigen Kommentar noch etwas hinzufügen.

    Sicher ist das Logo handwerklich schön, aber ein Problem ist wirklich die Austauschbarkeit, sprich ich könnte an das Logo auch »Stadt Koblenz« schreiben und es würde genauso funktionieren.

    Bei einem Stadtlogo sollte doch etwas im Logo benutzt werden was typisch für die Stadt ist, damit auch ein normaler Mensch sich damit identifizieren kann und nicht ein Designer es erst in einem Design-Manual erklären muss.

  8. @ Peter, timeout, Achim

    Mir fehlt auch etwas das Typische für Oldenburg in der Bildmarke. Zumal der Titel »Stadt der Wissenschaft« anscheinend nur für 2009 vergeben wurde. Wie schon angedeutet, stellt sich doch die Frage, ob es sinnvoll ist, die Bildmarke einer Stadt dann visuell ausschließlich auf diesen Titel auszurichten.

    Was ich aber total lässig finde, dass als Brücke zur Wissenschaft neben der Minion die Hausschrift der Uni Oldenburg (Adobe Myriad) Verwendung findet. Sauber gelöst!

  9. Ich lehne diese Städtelogos grundsätzlich ab (obwohl ich schon einige erstellt habe). Sie entwickeln zu lassen ist der übliche Mainstream-GA-GA, mit dem sich überbezahlte Marketing- und PR-Referenten selbst rechtfertigen. Hätten die bei ihrer Marketing -Vorlesung aufgepasst, wäre Ihnen sicher auch die Theorie von Markenbild und Markenguthaben über den Weg gelaufen, und Sie wüßten, dass sie mit einem Erscheinungsbild, das eh nur in Printmedien und Web zum tragen kommt nichts gegen 800, 900, 1000 Jahre Geschichte, die sich in jeder Kirche, in jedem Haus, in jeder Straße und eben auch in der Heraldik wiederspiegelt, ausrichten können. Schuster bleib bei deinen Leisten, Stadt bleib bei deinem Wappen.
    Grafisch finde ich das Logo gelungen. Aber die Versal-Typo. Mein Gott. Das ist doch nun wirklich Kommunikationsstudium Vorbereitungskurs. Leute … DAS IST NICHT LESBAR….

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