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Spüre den typographischen Unterschied bei Ford

Ford Feel The Difference

Ford Feel The Difference

In kleinen, leisen Schritten führt Ford ein neues Corporate Design ein, zumindest bis heute war es leise. Im Mittelpunkt einer veränderten Designlinie, die in den USA vom „Team Detroit“ gesteuert wird, steht eine neue Hausschrift, namens FordAntenna. Während die bisherige, auf der Helvetica basierende Type vorzugsweise in dünnen Schriftschnitten zum Einsatz kam und dadurch für ein eher neutrales, sachliches Schriftbild sorgte, schlägt Ford mit der neuen Hausschrift eine andere Richtung ein. Die FordAntenna ist nicht nur kräftiger und flächiger, sie ist auch technischer, was ja durchaus kein schlechter Charakterzug für eine automobile Marke darstellt.

Mit dem Redesign verfolgt Ford eine weltweit, stärkere Technologie-Ausprägung der Marke. „Der Ford-Auftritt soll den zeitgemäßen und modernen Charakter der Formensprache „Ford kinetic Design“ widerspiegeln. Neben der höheren Wertigkeit und Qualität ging es auch darum, einen weit mehr technologischen “Look” zu visualisieren als dies früher der Fall war“, so Ute Mundolf , Leiterin Lifestyle- und Markenkommunikation bei Ford. Im Design Tagebuch wird der fließende Wechsel des Erscheinungsbildes im Detail vorgestellt.

Ford Messestand CeBIT

Seit etwa Oktober letzten Jahres hält die neue Formensprache und die neue Corporate Schrift Einzug in den Markenauftritt von Ford. Sukzessive wurden und werden auch weiterhin Produkte, Print- und Online-Medien umgestellt; angesichts der Vielzahl an unterschiedlichen Medien ein langjähriger Prozess. Auf dem diesjährigen Auto Salon in Genf und auch auf der Computermesse CeBIT in Hannover (siehe Foto) war die neue Hausschrift rund um den Messestand von Ford zu sehen.

Neue Anordnung des Logos

Das Markenzeichen wird deutlich vergrößert abgebildet und sitzt zukünftig zentriert oberhalb der Tagline. Die vertikale schwarze Linie, die bislang den Produktnamen zur linken Seite und die Tagline zur rechten hielt, entfällt.

Ford Logo Tagline

Produktbroschüren

Eine der ersten Fahrzeugbroschüren, bei der die neue Hausschrift zum Einsatz kommt ist die zum neuen Ford Focus. Mit Einführung der neuen Schrift greifen hier auch andere Gestaltungsregeln. Während bislang die Produktbezeichnung, das Markenzeichen und die Tagline im Verbund auftraten und in nur einer Fläche zusammengefasst wurden, werden in der neuen Gestaltungslinie der Fahrzeugname und das Markenzeichen getrennt von einander platziert.

Ford Produktbroschüre

Modellauszeichnung

Der Produktname wird fortan in Großbuchstaben und in einem Grauton statt in Schwarz gesetzt. Waren Markennamen und Modellbezeichnung in der Vergangenheit zusammengeschrieben, besteht nun zwischen beiden ein Wortabstand. Das ist zwar anders, aber ist es besser? Die Markeneinführung des neuen Ford Focus erfolgt komplett im neuen Design.

Ford Focus Schrift

Schriftbild

Die FordAntenna findet sowohl als Überschrift wie auch als Fließtext Verwendung. Auf einigen Websites sieht man sie bereits als Webfont, etwa auf The Ford Story, wo sie an jeder einzelnen Stelle Systemschriften ersetzt. Auf Ford.de ist man noch nicht soweit, hier wurden, gewissermaßen im laufenden Betrieb, lediglich die Überschriften ausgetauscht. Charakteristisch für die FordAntenna ist ihre Schriftbreite, ihre Laufweite und Buchstaben, die weniger rund sind bzw. geringere Radien in den Bögen aufweisen. Sie geht in Richtung AudiType (siehe Artikel auf fontblog.de). Die FordAntenna respektive Antenna stammt aus dem Hause FontBureau und wurde von Cyrus Highsmith gezeichnet.

Ford-Antenna Schriftbild

Die Tagline

Ford Tagline Feel The Difference

Ford Drive | Anordnung und Farbgebung des US-amerikanischen Auftritts

Ford Drive

Derzeit kann man bei einem Besuch der deutschen Website beide Gestaltungslinien beobachten. Alte Hausschrift neben neuer, „in stiller Eintracht“ wohl eher weniger. Bei gleichbleibendem Tempo wird es wohl noch eine ganze Weile dauern, bis das Erscheinungsbild konsistent ist.

Dieser Beitrag hat 16 Kommentare

  1. Alles in allem gelungen finde ich, irgendwie hatte Ford auch ein Redesign nötig. Zusammen sieht es eigentlich recht hochwertig und zeitgemäß aus (mir gefällt auch, dass man nicht mehr Marke und Fahrzeugname zusammenschreibt, in Großbuchstaben wird FORDFOCUS dann doch glaube ich schwer lesbar). Trotzdem stören mich dann doch einige Sachen:

    Für sich allein gestellt ist das neue Logo ja ganz schick, aber auf der Webseite ist es irgendwie so stark verkleinert und die Buchstaben so dick, dass man es nicht mehr als gut lesbar bezeichnen kann. Und das Favicon ist ja wohl ein Witz ;)…

    Die Typo im Fließtext will mir auch nicht so richtig gefallen. Das ist ganauso wie im Toyota-Magazin; die Schriftart die bei Toyota zum Einsatz kommt (mir fällt der Name gerade nicht ein) ist da genauso ungeeignet im Fließtext wie die Antenna.

    Und ob man die marginalen Änderungen im Layout der Pruduktbroschüre unbedingt braucht, ist sicher ein Streitthema, aber ich könnte mich jetzt nicht klar für eines entscheiden, zumal der vertikale Strich (eigentlich ja ein Merkmal des alten Designs) auch in der neuen Broschüre zum Einsatz kommt.

    Insgesamt also ein gelungenes Redesign mit leichten Mängeln. Neben den o. g. Punkten finde ich auch, dass es irgendwie deutlich zu langsam vorwärts geht, so etwas wie das Drife save. in einem anderen Font darf einfach nicht passieren…

  2. So schön es ist, dass endlich mal eine Marke auch auf Webfonts setzt, und so schade es ist, dass sich dieser Prozess so zieht, gibt es dennoch ein nicht zu verachtendes, für den gemeinen Internetnutzer allerdings zu vernachlässigendes Problem: Wer weiß, wo er suchen muss – und das ist jetzt nicht so schwer zu finden – kann die FordAntenna herunterladen und benutzen. Just sayin’ … ich glaube nicht, dass das im Sinne des Erfinders ist.
    Ich hatte Ford über den Twitteraccount bereits angeschrieben, aber keine Reaktion erhalten, vielleicht liest man ja hier mit.

  3. Der Trend geht ja schon eine Weile zu den “Facebook-artigen”-Schriften. Passt hier IMHO aber ganz gut, da auch die dazu gehörenden Produkte immer dicker und schwerer werden und sich immer solider anfühlen (müssen vermutlich).

  4. Was mir besonders gut gefällt, ist die Umkehrung von fett-dünn beim Marken- und den Produktnamen, da so der Focus (ha!) aufs Produkt gesetzt wird. Auch generell ist die Type nun zunächst nicht mehr ganz so beliebig, wobei es schon auch stimmt, dass auf lange Sicht immer mehr “Facebook”-Artige Fonts an den Start kommen werden und das ganze wieder von Vorne beginnt. Merkwürdig, trotzdem die Helvetica und Ihre nahen Verwandten mit sehr gut gefallen und klassische Schönheiten sind, scheinen sie hier irgendwie gar nicht (mehr) gut zu passen und zu gefallen. Vielleicht kommts mir auch nur so vor, aber das ist bei ihr häufiger der Fall .. die Anwendungsmöglichkeiten sind gering, oder?
    Für Ford auf jeden Fall ein guter Schritt zur bessern Marken-Wahrnehmung, auch das Logo kommt viel ausgewogener daher.

  5. Die Schrift hat mich tatsächlich sofort an Facebook erinnert. Das Redesign an sich finde ich angenehm, aber noch nicht gut. Die Platzierung des Logos auf den Produkt-Brochuren wirkt für mich unruhig und die Farbe des Slogans unter dem Ford-Logo hapert auch ein bisschen.
    Zum Glück ist nun aber der Strich zwischen Logo und Produktname weggefallen. Denn der Stand im Konflikt mit dem Corporate Design von BMW.

    Cheers.

  6. Die neue Schrift ist mir auch zu nah an der Audi Type und in der Qualität schlechter, weil eirig und unruhig im Fließtext. Absicht?
    Irgendwie hat mich die Helvetica bei Ford nie gestört. Im Gegenteil. Ich hätte es besser gefunden, wenn Ford über einen Logorelaunch das Thema technische Innovation und Kinetic Design ausgedrückt hätte. Die Kombi von Markenzeichen/Typo wirkt eher neutralisierend. Die gewünschte Modernisierung durch die neue Schrift wird durch das sowohl ästhtetisch als auch fomal überholte Zeichen wieder entkräftet. Durch die Neutralität der Helvetica wurde das gar nicht erst zwingend zum Thema. Jetzt stößt es unangenehm auf.

    Das neue Titellayout ist komischerweise aufgrund der gleichwertigen Flächenverteilung noch spannungsloser als sein Vorgänger. Der Bildausschnitt wirkt durch den eigenartigen Anschnitt des Vorderrades ebenfalls unmotiviert ausgewählt. Also auch hier kein wirklicher Fortschritt erkennbar.

    Fazit: Gut gemeint, jedoch irgendwie noch nicht gut – aber vielleicht authentisch. Ford ist eben nicht Audi oder Mercedes. Wenn sie das selber so bejaen, ist das schon wieder sympathisch.

  7. @ Salatgurke: Die Toyota-Schrift heißt “Toyota” :-) … als “Display” oder “Text” zu haben.

  8. Die wichtigste Information in Verbindung mit dem Redesign lautet richtigerweise „angesichts der Vielzahl an unterschiedlichen Medien ein langjähriger Prozess“. Mehr noch als die Zahl der Medien ist jedoch die globale Ausrichtung des Konzern die zentrale Herausforderung – die neuen Designrichtlinien gelten schließlich gleichermaßen in Amerika und Europa wie auch in Asien, Pazifik und Afrika.

    Überflüssig zu erwähnen, daß nationale Märkte und Verkaufsorganisationen oftmals eigene Ambitionen haben – wo ein Marketer wirkt, gibt es auch den Ehrgeiz, aus der Reihe zu treten und an individuellem Profil zu gewinnen. Bedenkt man, wie stark traditionelle außeramerikanische Märkte auftreten, weiß man, daß Team Detroit eine Herkulesaufgabe zu stemmen hat …

    Wünschen wir den Kollegen also allen erdenklichen Erfolg!

  9. Interessant: Die Antenna kommt bei der Schweizer Boulevard-Zeitung Blick als Condensed und ExtraCondensed als Titel-Schrift zum Einsatz.

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