Sportscheck ändert Markenauftritt
Der Sportartikelhändler SportScheck hat seinen Markenauftritt überarbeitet. Im Zuge des Roll-Outs, der sich mittlerweile über viele Monate erstreckt und im Hinblick auf das Store Design noch lange nicht abgeschlossen ist, erhält SportScheck zudem eine komplett neu gestaltete Bildmarke. Flankiert wird das Rebranding von einem Ende letzten Jahres lancierten Image-Spot.
SportScheck ist ein deutscher Sportartikelhändler mit Sitz in München, der 1946 von Otto Scheck gegründet wurde. Das Unternehmen entwickelte sich vom stationären Fachgeschäft zu einem Omnichannel-Händler mit Filialen und Online-Shop in der DACH-Region. Nach Eigentümerwechseln und der Insolvenz 2023 wurde SportScheck 2024 vom italienischen Sporthändler Cisalfa übernommen und als Teil der Cisalfa-Tochter Sport Voswinkel weitergeführt, verbunden mit Filialschließungen und Stellenabbau. Das Familienunternehmen Cisalfa, Italiens größter Sportfachhändler, betreibt in Italien mehr als 150 Filialen. Über die Töchter Sport Voswinkel (mehr als 50 Filialen) und SportScheck (rund 25 Stores) betreibt Cisalfa in Deutschland etwa 75 Filialen.
Grundlegend modifiziert wurde der Markenauftritt von Sportscheck zuletzt im Jahr 2017 im Rahmen einer strategischen Neupositionierung – damals unter der Beteiligung der Agentur Strichpunkt. 2023 wurde das Markendesign in einem evolutionären Schritt nochmals angepasst. Nun wurde das Markendesign vor dem Hintergrund des Eigentümerwechseln ein weiteres Mal modifiziert.

Das Logo von SportScheck, eine reine Wortmarke, ist in einer anderen Schriftart gesetzt. Anstelle der breit laufendenden geometrischen Serifenlosen mit Eurostile-Anleihen kommt nunmehr die ES Klarheit Grotesk (Extraset Typefoundry) zum Einsatz, der neuen Hausschrift von SportScheck. Die Laufweite der neu gesetzten Wortmarke ist geringer. Die Gemischtschreibweise samt groß geschriebenen Binnen-„S“ „SportScheck“ bleibt erhalten, ebenso wie Orange als Primärfarbe. Statt vor anthrazitfarbenen Fond ist das Logo nun standardmäßig auf schwarzem Untergrund platziert. So wie auch beim Store Design der Filiale in Dortmund, die Ende letzten Jahren nach Umbauarbeiten wiedereröffnet hat. Die Dortmunder Filiale ist die erste Filiale, bei der das veränderte Markendesign zum Tragen kommt.

Seit Kurzem nutzt SportScheck als visuellen Absender zudem eine völlig neue Bildmarke: ein mittig zerschnittenes „S“, deren Segmente in vertikaler Achse versetzt sind. Die Bildmarke dient als App-Symbol und Favicon. In der Vergangenheit hatte die Marke für beide Anwendungen unterschiedliche Zeichen/Grafiken verwendet. Als Favicon wurde ein Standort-Marker genutzt, als App-Symbol schlicht der Anfangsbuchstabe der bisherigen Wortmarke.
Kommuniziert wurde die Umstellung auf das neue Markendesign weder seitens Sportscheck, noch seitens des dahinter stehenden italienischen Unternehmens Cisalfa. Cisalfa hatte im Rahmen der Übernahmeankündigung lediglich erklärt, in die Marke SportScheck und in Deutschland investieren zu wollen.
Inwieweit die Umbeflaggung aller in Deutschland verbliebenen Filialen auf das veränderte Markendesign erfolgen soll, bleibt offen. Die Umstellung aller Filialen wäre in jedem Fall ein Kosten-intensiver Schritt, der sich über viele Monate, womöglich über mehrere Jahre erstrecken dürfte.
Der Webauftritt unter sportscheck.com wurde bereits vor einem Jahr auf das neue Design umgestellt. Auch innerhalb des Ende letzten Jahres veröffentlichten Image-Spots, einer Fortsetzung der bestehenden „MADE FOR MORE“-Kampagne, kommt das modifizierte Markendesign erstmals zum Tragen. Auf Facebook hingegen wird derzeit noch das alte Logo verwendet. Der Umstellungsprozess ist demnach noch lange nicht abgeschlossen.
Mediengalerie
- Sportscheck Logo / Bildmarke, Quelle: Sportscheck
- Sportscheck Logo, Quelle: Sportscheck
- Sportscheck Kampagne – „Made for more“, Quelle: Sportscheck
- Sportscheck Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Sportscheck, Bildmontage: dt










Puh, die alte Schrift (die übrigens keine Eurostile-Merkmale besitzt) mit der nun etwas frischeren Farbe hätten es, meiner Meinung nach, auch getan. Es wirkt jetzt sehr beliebig. Im Moment sieht ja alles so aus. Schade. :(
Da die stilistischen Gemeinsamkeiten der alten Sportscheck-Wortmarke mit der Schriftart Eurostile im Kommentar negiert werden, will ich gerne einige Merkmale benennen:
Es gibt auch Unterschiede – doch das sind einige Gemeinsamkeiten.
Ja, die neue Schrift mit Circular-Anleihen ist nicht nur beliebig sondern irgendwie auch durch mittlerweile. Statt Trends hinterher zu hinken und eine inzwischen gelernte Optik abzuwerfen hätte man jetzt vielleicht einfach auch noch warten können, bis der humanistischere Stil wieder angesagt ist. Dauert vielleicht gar nicht mehr so lange. 😅
Im Direktvergleich sehe ich ebenfalls keine offensichtliche Verbesserung. Die neue Schrift ist sehr beliebig. Das etwas Kantigere passte m.M.n. besser zum Sport-Thema. Auch der hellere Hintergrund hatte noch etwas Charakter, der nun bei 100% schwarz einfach fehlt. Der Gedanke mit dem Doppel-S als kurze Bildmarke gefällt mir grundsätzlich. Hier hätte ich etwas mehr Mut in dessen Konstruktion gesteckt und dabei beide S evtl. etwas fließender ineinander übergehen lassen, statt nur vertikal zu schneiden, zudem ggf. dessen Bögen und Schnittkanten angepasst. Daran angelehnt hätte man die beiden “überarbeiteten” S wieder zurück in die Wortmarke führen können, was dieser wiederum etwas mehr Eigenständigkeit verliehen hätte.
100% Zustimmung von mir…
Ich sehe im Favicon ein nach links gekipptes / aufsteigendes S, das unten links und oben rechts von Bögen gehalten wird. Ich habe erst später gesehen, dass es eigentlich nur ein zerschnittenes S sein soll. Ob beabsichtigt oder nicht, das schiefe S hat eine tolle Dynamik und ausreichende Selbstständigkeit, um mir auch jetzt Tage später noch im Gedächtnis zu bleiben.
Davon bin ich leider gar kein Fan.
Ich bin wirklich erstaunt darüber, dass seit vielen Jahren eine “Markenmodernisierung” in 90% der Fällen vor allem darin besteht alles in eine noch geometrischere Sans umzumünzen. Bald haben das wirklich alle etablierten Marken geschafft und dann kommt die nächste Welle und alle redesignen innerhalb von 20 Jahren wieder zu einem anderen Stil.
Das hat irgendwie mit einem individuellen Markencharakter nichts mehr zu tun. Digitalisierung hin oder her.
Da gebe ich Dir recht. Doch es hat sehr viel damit zu tun, dass auch Kommunikationsdesign Moden und Trends unterliegt. Entwicklungen vollziehen sich auch hier teils in Pendelbewegungen – ein fortwährendes Hin und her. Mal ist, vereinfacht gesagt, alles glossy und 3D, mal flat, dann wieder glänzend und in Glas-Optik, künftig wieder einfarbig schlicht …
skalpiertes Paragraphenzeichen als Bildmarke & Einfallslos-Ausdruckslose
Wortmarke = Halbwertszeit 12 Mon. –
hätte man auch gleich im Intersport-
Bademantel ‘Neu’ posieren können.
Why ???
Ich finde es interessant zu sehen, wie mit der vorbelasteten Buchstabenkombination “SS” umgegangen wurde. Die kann einem als Gestalter durchaus mal begegnen und dann ist Fingerspitzengefühl gefragt. Ich denke, das ist hier gut gelöst worden.
Guter Punkt! Volle Zustimmung.
Ich denke es hätte sich noch eine elegantere Lösung finden lassen. Das zerschnittene S wirkt sehr wie eine spontane Entscheidung.
Ob die Entscheidung, die S-Bildmarke einzuführen, spontan getroffen wurde, oder von längerer Hand geplant gewesen ist, wird sich wohl nicht klären lassen. Aber vielleicht meinst Du, lieber Marius, mit „spontan“ auch, dass für die Entwurfsarbeit am S wenig Zeit aufgewendet wurde. Dem würde ich beipflichten.
(Auch) aus meiner Sicht ist die neue Sportscheck-Bildmarke ein Schnellschuss. Man nehme das S der neuen Hausschrift ES Klarheit Grotesk im Schriftschnitt Extrabold, teile es mittig und verschiebe die Segmente in der Vertikalen. Voilà. Die Idee ist gut! Nur die Ausführung ist es nicht.
Mein Kritikpunkt daran: Der durch den Versatz neu entstandene Zwischenraum wurde in keinster Weise mitbedacht und mitgestaltet. Denn natürlich wollen auch Zwischenräume und Binnenflächen gestaltet werden, nicht nur Linien und Striche. Aufgrund des Strichstärkenkontrasts, die die Schriftzeichen der ES Klarheit Grotesk aufweisen, sind die Abstände zwischen den Segmenten unterschiedlich groß, ebenso die jeweiligen Zwischenräume. In dieser Hinsicht wären natürlich auch Lösungen mit einheitlichen Abständen, harmonisierten Zwischenräumen und somit symmetrischen Aufbau möglich (gewesen), etwa wie im folgenden Entwurfsansatz von mir dargestellt.
Ob sich die Segmente berühren, oder ob diese leicht von einander abgesetzt sind, wäre noch zu klären. Dies erfordert Zeit. Zeit, die man bei Cisalfa womöglich nicht investieren mochte.
Auf Basis eines linearen S, das über eine einheitliche Strichstärke verfügt, beziehungsweise mit Hilfe von geometrischen Grundformen wie Halbkreisen und Viertelkreisen, wie im Beispiel oben, ließe sich ein bis ins Detail durchdachtes Zeichen kreieren. Ein Zeichen, das eine kohärente und schlüssige Markenbotschaft artikuliert, indem Striche (positiv) und Zwischenräume (negativ) in Bezug zu einander stehen, und so ein durchdachtes Formenspiel erkennbar wird. Ein solches Zeichen ist die neue Sportscheck-Bildmarke nicht.
Den ins Blau gehenden, dunklen Anthrazitton hätte ich übrigens beibehalten, da dieser gut zu einer Sportmarke passt und zudem ein Differenzierungsmerkmal darstellt.
Auch wenn mir dein Entwurf besser gefällt (Mich stören beim Original ebenfalls die entstehenden Ecken und Lücken der Zwischenräume): Ich hätte eine simplere Lösung favorisiert, beispielsweise eine Einseite Outline am “S”, dass ein weiteres S andeutet.
Alternativ könnte man den Schnitt des Doppel-S auch dynamischer anbringen, indem man ihn dreht (diagonal oder gar horizontal) So wird zumindest vermieden, dass aus einem Buchstaben eine so zerstückelte Ansammlung von Flächen entsteht. Vielleicht overthinke ich das aber auch…