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Sporting CP erneuert Markenauftritt zum 120-jährigen Bestehen

Sporting Clube de Portugal Brand Design Visual, Quelle: Sporting Clube de Portugal
Sporting Clube de Portugal Brand Design Visual, Quelle: Sporting Clube de Portugal

Zum 120. Gründungsjubiläum hat der Sporting Clube de Portugal seine Markenidentität grundlegend überarbeitet. Im Zentrum des Rebrandings steht ein weiterentwickeltes Vereinslogo, das historische Gestaltungselemente neu interpretiert und in ein umfassendes visuelles Identitätssystem integriert.

Der Sporting Clube de Portugal (Sporting CP) wurde am 1. Juli 1906 in Lissabon gegründet. Der traditionsreiche Multisportverein ist insbesondere für seine erfolgreiche Fußballabteilung und seine weltweit renommierte Nachwuchsakademie bekannt, aus der unter anderem Cristiano Ronaldo und Luís Figo hervorgingen. Zu den größten Erfolgen des Klubs im Fußball zählen der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger im Jahr 1964 sowie zahlreiche nationale Titel, darunter über 20 portugiesische Meisterschaften und mehr als 17 Pokalsiege (Taça de Portugal). Der letzte große Erfolg war der Gewinn der portugiesischen Fußballmeisterschaft (Primeira Liga) in der Saison 2023/24.

Anlässlich seines 120-jährigen Bestehens hat der Club eine umfassende Erneuerung seiner visuellen Identität vorgestellt.

Auszug der Pressemeldung

„Die neue Identität vereint fünf Symbole – Schild, Krone, Löwe, Streifen und Porta 10 A – in perfekter Symbiose zu einem System, das mit einer Stimme spricht. Sie ist ein Spiegel unserer Identität und unseres Wertekodex. Aus dem Vermächtnis entstanden, schafft sie die Zukunft.“

Sporting Clube de Portugal Brand Design Visual, Quelle: Sporting Clube de Portugal
Sporting Clube de Portugal Brand Design Visual, Quelle: Sporting Clube de Portugal
Sporting Clube de Portugal Brand Design Visual, Quelle: Sporting Clube de Portugal
Sporting Clube de Portugal Brand Design Visual, Quelle: Sporting Clube de Portugal
Sporting Clube de Portugal Brand Design Visual, Quelle: Sporting Clube de Portugal
Sporting Clube de Portugal Brand Design Visual, Quelle: Sporting Clube de Portugal
Sporting Clube de Portugal Brand Design Visual, Quelle: Sporting Clube de PortugalSporting Clube de Portugal Brand Design Visual, Quelle: Sporting Clube de PortugalSporting Clube de Portugal Brand Design Visual, Quelle: Sporting Clube de PortugalSporting Clube de Portugal Brand Design Visual, Quelle: Sporting Clube de PortugalSporting Clube de Portugal Brand Design Visual, Quelle: Sporting Clube de Portugal

Das neue Design basiert auf einem vereinheitlichten visuellen System, das fünf Kernelemente integriert: das Wappenschild, die Krone, den Löwen, die grün-weißen Streifen sowie das Stadiontor „Porta 10 A“. Ergänzt wird die Identität durch die eigens entwickelte Hausschrift „Sporting Sans“, deren Formen auf dem Kürzel „SCP“ basieren. Ziel ist eine markante, flexibel einsetzbare Designsprache, die Tradition und Zukunft miteinander verbindet. Das überarbeitete Wappenschild greift die Silhouette des historischen Emblems von 1945 auf.

Sporting Lissabon Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Sporting Lissabon, Bildmontage: dt
Sporting Lissabon Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Sporting Lissabon, Bildmontage: dt

Das Rebranding entstand in Zusammenarbeit mit JKR (Jones Knowles Ritchie). Laut JKR entstand die neue Identität nicht als radikaler Neuanfang, sondern als Weiterentwicklung der bestehenden Markenwerte. Der Club versteht das Rebranding als Teil seiner langfristigen Strategie und als Ausdruck seines Selbstverständnisses, bei dem die Entwicklung des Menschen vor der Entwicklung des Athleten steht.

Kommentar

Einen aufrecht stehenden Löwen haben viele Clubs in ihrem Logo*. Darunter etwa der Chelsea FC, der kürzlich sein Wappentier aus dem Logo herausgelöst hat und dieses künftig als eigenständigen Markenabsender verwendet. Ein Wappenschild mit dieser geschnörkelten Form hat jedoch nur Sporting CP. Die Schildform aus dem früheren Clublogo zu reaktivieren, ist eine gute Entscheidung, denn die Form verhilft zur Eigenständigkeit und Wiedererkennbarkeit.

Eigenständig ist unbedingt auch die neu gezeichnete Sporting Sans – einer im Kontext Sportclub ungewöhnlichen, ja eigenwilligen Schrift, die sehr deutlich eine (portugiesische) Typotradition von Sporting erkennen lässt und so maßgeblich die neue visuelle Identität des Clubs prägt. Auch ohne Vereinsemblem ist der Club schon anhand der Typo zu erkennen (Beispiel Sporting Sans in use). Sehr clever, wie ich finde, Schildform und Typo in dieser Weise zum prägenden Brand-Asset auszubauen. Klasse Rebranding.

* Allein in den fünf größten europäischen Ligen (Premier League, La Liga, Serie A, Bundesliga und Ligue 1) sind es acht: Chelsea F.C., Aston Villa F.C., Burnley F.C., Middlesbrough F.C., Bayer 04 Leverkusen, Venezia FC, Frosinone Calcio und Olympique Lyonnais.

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Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Das sind so gar nicht meine Farben und von der Sympathie her bevorzuge ich auch eher den Stadtrivalen, aber es ist, wie ich finde, gut umgesetzt. Würde mich mal interessieren, wie die Fans das aufnehmen? Ich würde mir sowas gerne mal von meiner Borussia aus Dortmund wünschen.

    1. Wäre mal interessant das bei Dortmund zu sehen. Historisch kann man da eigentlich auf nichts zurückgreifen. bis auf den kurzen Abstecher in den 70ern mit dem Löwen im Logo, war das Design immer völlig frei von Gestaltung. Im deutschen Fußball ja eher die Ausnahme. Da fällt mir eigentlich nur der Club aus Nürnberg ein. Die sind aber wenigstens farblich deutlich gefälliger unterwegs.

  2. Eine sehr gelungene Rückbesinnung und Neuinterpretation der 45er-Version, wie ich finde. Und, ja: herausragende Schriftart! Einziger Kritikpunkt von meiner Seite: Der Löwe funktioniert für mich nur hell auf dunkel (wie etwa auf dem Trikot). Dunkel auf hell (wie etwa in der Logohistorie) sieht er für mich aus wie ein Negativ. Vielleicht hätte man besser für beide Anwendungsfälle jeweils eine separate Version entwickelt – aber vielleicht hat man das ja sogar (siehe Vorschaubild des YouTube-Videos)?

    1. Danke für Deinen Kommentar s:mon.

      Ich habe auf Deinen Hinweis hin die Logohistorie aktualisiert. Zwar nutzt der Club eine invertierte Löwendarstellung, wie sie auch in der bisherigen Logohistorie zu sehen war, allerdings ist der Einsatz auf Anwendungsfälle begrenzt, in denen der Löwe solitär in Erscheinung tritt, wie in den folgenden Beispielen zu sehen: Jacke, Visual.
      Im Standardlogo kommt die invertierte Löwendarstellung offenbar gar nicht zum Einsatz, wenngleich im begleitenden Video der Eindruck entsteht, dass dem so ist.

      Sporting Clube de Portugal Brand Design Visual – Logo Sporting Sans, Quelle: Sporting Clube de Portugal Logo-Elemente, Quelle: Sporting CP

      Die Implementierung des neuen Designs ist noch lange nicht abgeschlossen. Im Zuge des noch bevorstehenden Relaunchs der Website wird man sehen, welche Variante als Standardlogo zum Einsatz kommt. Es zeichnet sich ab, dass Sporting, ähnlich wie man es auch von US-Sport-Franchises gewohnt ist, zusätzlich zum Standardlogo auch Zweit- und Drittversionen aktiv nutzt (Schild und SCP-Wortmarke).

      Dank Dir jedenfalls für den Hinweis!

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