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Sparta Prag gibt sich ein neues visuelles Erscheinungsbild

Sparta Prag – Logo, Quelle: Sparta Prag
Sparta Prag – Logo, Quelle: Sparta Prag

Sparta Prag – Logo, Quelle: Sparta Prag

Sparta Prag präsentiert sich zukünftig mit einem neuen visuellen Erscheinungsbild. Erstmals seit 27 Jahren ändert der tschechische Traditionsclub sein Vereinsemblem. Premiere feiert das modernisierte Clublogo zum Start der Saison 2021/2022.

AC Sparta Praha“, so der offizielle Name des 1893 gegründeten Fußballvereins, war zuletzt in der Saison 2013/2014 tschechischer Meister. Das aktuelle Vereinslogo stammt noch aus den 1990er-Jahren, als Sparta Prag sieben Mal in Folge die Meisterschaft gewann und drei Mal Pokalsieger wurde. Nach mehreren Jahren interner Diskussionen sei im Club nun die Erkenntnis gereift, dass man nach fast drei Jahrzehnten eine neue Entwicklung einleiten und die Identität des Clubs schärfen müsse. In Zusammenarbeit der Clubvertreter mit Experten aus den Bereichen Grafik/Design und Sportmarketing wurde eine visuelle Identität erarbeitet, die, so der Club, einen AC Sparta Praha im 21. Jahrhundert reflektiere.

Auszug der Pressemeldung

„The direction that we have chosen after long discussions represents a natural development and moves us graphically from the past to the present. We try to respect modern trends, yet in our opinion this is not a hurried revolution. That is why we believe that the result will be close to the fans‘ hearts. Although we know that our supporters will discuss this step a lot. But we don’t mind that at all,“ says František Čupr, CEO of AC Sparta Praha, about the change of Sparta’s visual identity.

Sparta Prag – Logo (Visual), Quelle: Sparta Prag
Sparta Prag – Logo (Visual), Quelle: Sparta Prag

In Bezug auf den visuellen Stil habe man viel Wert darauf gelegt, dass dieser selbstbewusst und unverwechselbar aussehe. Deshalb setzten die Verantwortlichen des Clubs auf eine auffällige Typografie und auf die Kombination der Sparta-Farben Schwarz und Rot. Hierzu sei angemerkt: die traditionellen Vereinsfarben des Clubs sind Blau, Gelb, Rot. Allerdings laufen die Mannschaften seit mehreren Jahren im eigenen Stadion mit roten Trikots, weißen Shorts und schwarzen Stutzen auf.

Sparta Prag Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Sparta Prag, Bildmontage: dt
Sparta Prag Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Sparta Prag, Bildmontage: dt

Das Vereinsemblem wurde von Grund auf neu angelegt. Die Grundform bestehend aus einem im Kreis eingebetteten „S“ blieb erhalten, ebenso die im unteren Kreisbogen eingefasste Trikolore. Statt in rot ist die Kreisfläche nun in schwarz angelegt. In der Standardversion, so wie das Emblem dann auf den Trikots zu sehen sein wird, sind keinerlei Schriftzüge enthalten. Bei der Überarbeitung des Logos habe man das Ziel verfolgt, „kreativ mit dem Club-Emblem zu arbeiten und gleichzeitig die Tradition zu respektieren“, wie es im Rahmen der Vorstellung heißt. Gleichzeitig diene das Redesign dem Vorhaben, alle vom Verein verwendeten Logovarianten zu vereinheitlichen.

Bestandteil der neuen visuellen Identität ist auch eine eigene Hausschrift namens Železná (zu deutsch: Eisen), die dazu beitragen solle, dem Verein ein eigenständiges und unverkennbares visuelles Profil zu verschaffen. Entstanden ist das visuelle Konzept in Kooperation mit dem Grafikdesigner Alan Záruba (Beratung) und der Agentur Go4Gold (Prag). Go4Gold hatte sich in einem Auswahlverfahren gegen Mitbewerber durchgesetzt.

Kommentar

Juventus Turin, das zeigt sich nach nunmehr vier Jahren immer deutlicher, hat Fußballvereine in ganz Europa dazu inspiriert, über ihre eigene visuelle Identität nachzudenken. Immer mehr Vereine schärfen ihr visuelles Profil, ändern ihr Logo und legen sich dabei eine eigene Hausschrift zu. Ein Trend, der auch die Bundesliga erfasst hat, siehe Fortuna DNA, M05, Hertha. Wie wunderbar! Hardcore-Traditionalisten werden das freilich anders sehen. Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung (Heraklit). Und die Veränderung bringt neue Technologien hervor, lässt neue Disziplinen wie E-Sport entstehen und bewirkt einen von Grund auf veränderten Medienkonsum. Das Festhalten am Bewährten, so nachvollziehbar dieser Wunsch ist, kann jedoch nicht die Antwort auf einen so umwälzende Wandel sein. Es ist richtig, dass Vereine diese Herausforderungen verstärkt annehmen und ihr Erscheinungsbild entsprechend weiterentwickeln und auf Zukunftsfähigkeit ausrichten.

Das Redesign hat ein deutlich vereinfachtes Logo hervorgebracht. Selbst in sehr kleinen Größen ist die neu gestaltete „S“-Bildmarke gut zu erkennen (siehe unten Vorschaubild der Logohistorie). Im direkten Vergleich wirkt das Vorgängerlogo diffus. Das neue Logo ist deutlich prägnanter, allerdings auch weniger originär. Da auch Schwarz-Rot in diesem Kontext nicht wirklich ein Alleinstellungsmerkmal sind, braucht es umso mehr eine einzigartige Typo und eigenständige Bildsprache. Sparta Prag ist jedoch nicht der einzige Verein, der seine Bilder mit Zweifarbeneffekt (Duplex) ausstattet, das machen u.a. auch Mainz 05, Fortuna Düsseldorf, Stade de Reims oder der AC Mailand. Hier zeigt sich die Problematik des lediglich aus wenigen Grundfarben bestehenden Farbspektrums, aus dem sich die Erscheinungsbilder der meisten Sportvereine bedienen: Schwarz-gelb, Rot-Weiß, Grün-Weiß, Schwarz-Rot und so weiter. Viel bleibt in diesem Fall also an der Železná hängen, um Sparta Prag zu einem wirklich eigenständigen visuellen Profil zu verhelfen. Die Club-eigene neue Hausschrift kommt sowohl in Headlines wie auch in langen Texten zum Einsatz. Beides funktioniert recht gut, da sie weniger extravagante Zeichen enthält als etwa die Schriften der beiden genannten Bundesligaclubs. Im Zusammenspiel aller Elemente entsteht letztlich ein modernes Erscheinungsbild und erkennbar Eigenständiges.

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Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Schlicht und seriös. Gefällt mir.

    Die Farbfelder unten finde ich etwas schmal geraten, in kleiner Darstellung gehen die fast unter.
    Das blaue Feld säuft im Schwarz ab, was dem ganzen ein Ungleichgewicht verleiht. Ich hätte ein etwas helleres Blau (und evtl. Rot) genommen. Und das S scheint mir einen winzigen Tick zu niedrig zu sitzen. Aber das ist Kleinkram, insgesamt finde ich es sehr gelungen.

  2. Sieht ganz nett aus. Kleinigkeiten sind noch zu bemängeln. Allem voran das „S“. Es optisch nicht mittig, also zu weit unten. Zudem ist die Form technisch symmetrisch – der obere und der untere Bogen sind gleich groß. Darum wirkt es so, als wäre der Bogen oben zu groß oder das S stünde auf dem Kopf.
    Revolutionärer wäre es wahrscheinlich gewesen, das ultramoderne „S“ der Trikos von 1896 (!) zu verwenden: https://de.wikipedia.org/wiki/Sparta_Prag#/media/Datei:Sparta_1896.jpg

  3. Das grosse Manko des neuen Logos ist die falsche Farbgebung. Die Hauptfarbe, die man mit diesem Club verbindet, ist nun mal rot, jetzt dominiert schwarz, was mir unpassend erscheint. Dann muss man sich auch nicht wundern, wenn die Fans unzufrieden sind.

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