Sex, Drogen und Gewalt in der LEGO-Werbung – Fake

Fake Lego Werbung

[ Update 17:56 Uhr: Die vorgestellte Kampagne ist eine Fälschung. LEGO hat sich davon distanziert und schrieb mir per E-Mail: “No, these images are not LEGO ads and the LEGO Group has in no way been involved in them. Furthermore, we also have confirmation from DDB that they did not make them”, so Simonsen, Head of Corporate Communications, LEGO Group. DDB ist also ebensowenig verantwortlich wie Jean-Yves Lemoigne, dem man dies, auch hier in den Kommentaren nachsagte. Ich warte noch auf einige E-Mails, die ich losgeschickt habe. Sobald ich den Urheber benennen kann, werde ich dies tun. Wichtig war mir im ersten Schritt zu sagen, dass LEGO mit den Motiven nichts zu tun hat und deren Erstellung nicht beauftragt hat. Es folgt, der Original-Artikel, den ich natürlich unangetastet lasse. ]

„Wen oder was reitet die Marketing-Abteilung von LEGO? Bereits im Jahr 2006 machte die Firma für Kinderspielzeug aus Dänemark Werbung, die kontrovers diskutiert wurde. Seinerzeit kamen Bilder von Naturkatastrophen und Terrorangriffen samt Slogan “Rebuild it” auf Plakaten zum Einsatz.

Auch in der kürzlich gestarteten Kampagne unter dem Namen: “Kids shouldn’t watch too much tv” griff man das Thema Gewalt auf. Eine Aussage, die sicherlich die meisten Eltern vorbehaltlos unterschreiben würden, aber muss man das ganze als Schockwerbung verpacken? Zuviel Fernsehkonsum soll einen also, so will es uns eines der Motive suggerieren, in den Selbstmord treiben? Die positiven Kindheitserinnerungen, die so manch einer von uns seit dem Spielen mit den bunten Bausteinen in sich tragen dürfte, wollen so überhaupt nicht mit der Marke zusammengehen, die in dieser Werbung präsentiert wird.

An die Adresse der Verantwortlichen bei DDB gerichtet, die diese Arbeit vermutlich für eine Kreativleistung halten: Indem Ihr das LEGO-Logo in solch einem Umfeld platziert, betreibt Ihr Missbrauch an der Marke. Anstatt mit einer Idee zu punkten, die einem die Lust am Spielen vermittelt, verhökert Ihr das LEGO-Emblem und offenbart Eure Hilflosigkeit, wenn es darum geht eine sympathische Marke auch dementsprechend sympathisch in Szene zu setzen. Das ist Euch – ebenso wie den LEGO-Strategen – offenbar zu gewöhnlich. Stattdessen wird provoziert, wo es überhaupt nicht von Nöten ist. Emotionen werden in völlig falsche Bahnen gelenkt, Sachverhalte verfälscht. Aufmerksamkeit um jeden Preis, bis hin zum Gesichtsverlust. Auch eine schöne Form der Selbstbefriedigung, die mich an den Film 39,90 erinnert, in dem alle Perversitäten, die man im Umfeld der Werbeindustrie vermuten mag, persifliert und karikiert werden. In der LEGO-Kampagne von DDB findet sich das Klischee von den durchgeknallten Koksnasen auf erschreckende Weise bestätigt.“

via meetinx (MX)

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  • Das ist einfach krank. LEGO verliert sein Gesicht. (55%, 457 Stimmen)
  • Wieso nicht? LEGO-Steine werden von Eltern gekauft, deswegen muss auch die Werbung Erwachsene ansprechen und das tut sie definitv. (22%, 186 Stimmen)
  • Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich davon halten soll. (22%, 184 Stimmen)

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62 Kommentare zu “Sex, Drogen und Gewalt in der LEGO-Werbung – Fake

  1. Aggressive Werbung, die aus Ideenlosigkeit die Vorzüge des eigenen Produktes anzupreisen lieber die “bösen Anderen” schlecht macht. Erinnert mich an die Europawahlkampagne der SPD – ging auch eher in die Hose. Dabei hätte es Lego so dringend nötig, sich durch ein seriöses und qualitatives Firmenbild von den vielen Nachahmern abzugrenzen. Da ist dieser Weg ein Rückschritt.

    Jedoch: ist das vielleicht auch nur ein “Loch in einer Werbeagentur”, wie bei den Naturkatastrophen anscheinend der Fall (siehe Kommentare im verlinkten Artikel von Peter Unruh)?

  2. Hat LEGO jetzt ne neue Führung?
    Neue Werbeverantwortliche, oder einen dringenden Drang sich zu beweisen?

    Die Kampagne ist unterirdisch. Selbstverständlich ist es wichtig zu polarisieren, aber LEGO sollte davon Abstand nehmen, denn LEGO ist überwiegend für Kinder, aber was rede ich hier… hängt doch einfach ein STOP Schild davor. Dann sieht man nicht, was dahinter vorgeht und wir sind gleich wieder beruhigt… (Ironie und so)

  3. Es geht um Kinderspielzeug. Zielgruppe sind Kinder und deren Eltern. Hier wird eine Marke in einem Milieu “eingebunden”, die so gar nichts mit den positiven Attributen zu tun hat, von denen sich junge Eltern und deren Sprösslinge vermutlich angesprochen fühlen. Aufmerksamkeit der Aufmerksamkeit wegen nennt man auch ADS, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Und das sollte man nicht mit einem Werbeetat sondern mit Baldriandropfen kurieren.

    Die Steigerungsform wäre dann das hier:

  4. Man will hier offenbar auf Eltern als Zielgruppe abzielen. Meiner Meinung nach geht das gehörig in die Hose. Die neue Kampagne hat irgendwie überhaupt nichts mit Lego zu tun. Und das sind auch nicht unbedingt Bilder die Kinder unbedingt vor die Nase gesetzt werden müssen. Sollte Lego-Werbung nicht auch die Kinder ansprechen? Sie sind es doch die sich das Zeug dann zu Weihnachten wünschen.

  5. Also mich sprich die Werbung an.
    Hier wird eindeutig Lego als Alternative zum Fernsehen platziert, um Kinder vor den dargestellten Inhalten zu schützen.
    Damit richtet Sie sich an die Eltern, die Lego-Werbung für Kinder ist ganz anders, viel Produkt-spezifischer, dafür müssten die vorherigen Kommentatoren einfach mal tagsüber SuperRTL anschauen.

  6. ich frag mich immer wieder, ob es nicht irgendwo in diesen firmen leute gibt, die einen mal bremsen und sagen: hey leute, auch wenn ihr kreativ seid (was sie in dem fall ja nicht mal ansatzweise sind) DAS IST KACKE WAS IHR DA MACHT!
    da verweis ich nur all zu gerne an einen meiner lieblings-blogs: http://photoshopdisasters.blogspot.com/ wie können denn bitte solche fehler passieren? in einer medien- und kreativwelt die vorgibt so perfekt und so toll zu sein?!
    ich mein logisch, wir sind alles nur menschen und menschen fabrizieren ab und an auch mal ein bisschen mist. aber so eine kampagne wie LEGO da ernsthaft durchzieht ist einfach nur zum kopfschütteln!
    da fragt man sich doch ernsthaft für was die leute bezahlt werden und was die dann den ganzen tag so treiben. (wahrscheinlich fernsehen xD)

  7. Letztlich macht’s schon Sinn, das dargestellte ist ja nicht die potentielle Zukunft der Kindern, sondern TV-Inhalte, die verpixelt werden und die Pixel wiederum sind eine Referenz zu Lego.

    Man hätte allerdings klarer machen können, dass es sich um TV-Inhalte handelt.

    Zur Marke passt das aber natürlich definitiv nicht.

  8. Absolut daneben. Ist wahrscheinlich so ein Rejected-Projekt, aus der Schublade gezogen. Ich finde die Zeiten der so platt provozierenden Werbung sind passé. Damit kriegt man kein Fisch mehr mit vom Tisch gezogen… oder besser gesagt Kundenetats an Land.

  9. Leude, ich bin da ja ein wenig skeptisch, ob diese und die verlinkte Werbung von 2006 tatsächlich offiziell sind:

    1. Schon in den Kommentaren zu der verlinkten Werbung von 2006 steht, dass das laut Lego Deutschland nicht autorisiert war.

    2. Von der “too much t.v.”-Kampagne gibt es kein Bild zu finden, das die Anzeige von einem Magazin abfotografiert zeigt. Schon merkwürdig für eine schockierende Print-Werbung…

    3. Auf der Homepage der angeblich dafür verantwortlichen Agentur DDB Malaysia ist die Lego Group nicht als Kunde aufgeführt. (In anderen Berichten wird nicht von DDB, sondern von DDB Malaysia gesprochen)

    Zudem frage ich mich, ob es würfelförmige Lego-Bausteine gibt. Immerhin sind Pistole, Nadel etc. aus würfelförmigen Bausteinen zusammengesetzt…

  10. Wenn ich die Ausführungen in diesem Artikel (http://www.ibelieveinadv.com/2009/09/lego-drugs-sex-violence/ ) richtig lese, dann wird hier kein Jugendlicher gezeigt, der sich wegen zu hohen TV-Konsums die Pistole an den Kopf hält, sondern ein Filmausschnitt, der für Kinder ungeeignet ist (und also mit Lego-Steinen zensiert ist). Das wäre zumindest eine nachvollziehbare Aussage, allerdings finde ich das Motiv auch sehr missverständlich und halte die Kampagne nicht unbedingt für gelungen.

  11. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das KEINE Lego-Werbung ist. Die Fotografien stammen aus einem Magazin, bei denen die entsprechenden Stellen zensiert wurden. Irgend ein Spaßvogel hat dann wohl die charakteristischen Lego-Noppen drauf gesetzt und eine “Werbung” daraus gemacht.

  12. krank ist es ganz sicher nicht. eher unlustig. müsste nicht sein. ginge auch anders. abgehobene designer machen gerne abgehoben dinge und die müssen ihrer meinung nach immer provozieren. der punkt ist aber, dass man etwas erreichen soll ohne mit brachial-provokation vorzugehen. darin liegt das können. das ist einfach schlecht hier.

  13. weiß nicht genau wie man jetzt die brücke zur werbung schlägt, aber nur mal als beispiel wie es funktionieren kann: ice age 1!

    ice age 1 war ein film absolut für kinder geeignet. aber auch für die eltern, die mit im kino waren total super, da zwischendurch einfach ein paar originelle witze eingestreut waren, die kinder ganicht verstehen können und definitiv für die erwachsenen waren… so kann es eben auch funktionieren! alle hatten spaß am will und bei den erwachsenen war das gefühl, dass der film auch gut fürs kind ist… geht sicher auch in der werbung.

  14. Dass Werbung kontrovers diskutiert wird, verstehe ich – die Agentur auch. Wenn wir den neusten Erguss der LEGO-Kreativabteilung unter die Lupe nehmen, haben wir im Grunde schon etwas richtig gemacht: Eine Botschaft reflektiert. Man bedenke: Die angeprochene Zielgruppe sind wir und nicht etwa unsere Kinder – schliesslich sind diese finanziell auf uns Erwachsenen angewiesen. Die Werbung greift mit diesem Hintergrund, schliesslich möchte kein verwantwortungsbewusster Elternteil, dass seine Sprösslinge … Gewalt sehen (Link: Verpixelte Waffe/Gewalt = Gut/LEGO).
    Ob eine Tradtitionsfirma aber eine derartige Negativkampagne fahren muss sei dahingestellt. ;-)

  15. Erinnert mich an die Benetton-Plakate vor einigen Jahren: Die kontroverse Diskussion zu einem Motiv bringt einfach mehr Publicity als ein Werbeplakat, das durch Austauschbarkeit in der Masse untergeht.

    Auch wenn die Motive hier nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss sind, hat die Kampagne ansich doch schon einiges an Interesse gebracht…

  16. Ich hab mit meinen LEGO Männchen Kriege geführt, Polizisten abgeknallt und mich ständig geprügelt, diese Steine sind gefährlich!!! Gott sei dank haben meine Eltern mir die Dinger damals weggenommen und mich vor den Fernseher gesetzt.

  17. Ich finde die Kampagne gut … warum die Wahrheit schönen, sie fliegt uns so jeden Tag in den Medien um die Ohren.

    Ob man nun als Spielzeughersteller mit den Ängsten der Eltern um das Wohl der Kinder werben sollte, ist moralisch sicher eine Diskussion wert aber Aufmerksamkeit erregt die Kampagne auf jeden Fall … was ja per Definition für Werbung nicht “schlecht” ist. Ich denke, hier verliert niemand sein Gesicht und das Lego von Kindern aufgrund von Plakaten und Anzeigen gekauft wird halte ich für ein Gerücht … letzten Endes sind es immer die Erwachsenen, die das Geld locker machen, und die können—Dank täglicher Berieselung mit allem Elend in den Medien—sicher mehr ab als das hier.

    Liebe Ela … also wenn das in Deinen Augen nicht kreativ ist, dann frage ich mich was da wohl für Dich kommen muss. Das es nicht Deinem kreativen Geschmack entspricht oder auf Deinem Mist gewachsen wäre ist eine ganz andere Sache.

    Ich mag das DT als stiller Leser eigentlich sehr gerne, stelle aber immer wieder mit erschrecken fest, wie schnell und wie sehr hier über die Arbeit von Kollegen gelästert oder diese abgewertet wird. Wenn Die ganzen Berufskritiker und selbsternannten Werbeexperten, die hier immer so schnell mit den Fingern auf der Tastatur sind, selber nur halb so innovativ wären, wie sie es von anderen erwarten, wäre unsere Werbelandschaft um einiges an guten Ideen reicher.

    Also, nicht immer nur maulen, besser machen!

  18. Die Kampage ist eine klare Kampfansage gegen eine Kinheit vor der Glotze und ein Playdoyer für das Lego spielen. Da sie gezielt an Erwachsene gerichtet ist, hinkt auch das Argument, dass die Motive nicht kindgerecht sind. In der Kampagne stattdessen “positive Kindheitserinnerungen” aufzuwärmen, wie hier in einigen Kommentaren gefordert wird, stelle ich mir ziemlich seicht vor. Das kritische Statement zum Thema Medienkonsum von Kindern hat auf jeden Fall mehr Relevanz und positioniert Lego als verantwortungvolle Marke mit Haltung. Ich finde das sympathisch.

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