Schlechte Noten für neues Stiftung-Warentest-Siegel
Brandmeyer Markenberatung hat die Neugestaltung bei Stiftung Warentest zum Anlass genommen, um in einer Studie 1.000 Bundesbürger zu befragen, ob sie das alte oder das neue Testsiegel für vertrauenswürdiger und seröser halten. Das Ergebnis ist für die Verantwortlichen sowie für die beteiligten Kreativen ernüchternd.
Gerade einmal 15% der Befragten finden den neuen Entwurf besser. Selbst Laien werden bemerken, dass in der alten Anordnung die wichtigste Information, nämlich die Note, im Mittelpunkt steht. Im Gegenzug dominiert im neuen Siegel das neu geschaffene rote Logo. Die Bewertung wird hier – nomen est omen – an den Rand gedrückt.

Ich bin sehr gespannt, ob man nachbessern wird. Bei W&V (Link archiviert) kann man abstimmen, welches Siegel einem besser gefällt.
- Download des Studien-Steckbriefs (Word 342KB) | Brandmeyer Markenberatung






Ihr habt wirklich keinerlei Ahnung von Corporate Design.
Stiftung Warentest wurde falsch beraten. Aber scheinbar findet sogar Erik Spiekermann das Redesign toll, wie ich auf Fontblog lesen konnte. Warum, weiß ich nicht. Seine Antwort ist so oberflächlich wie Eure. Warum auch immer.
Ich sag Euch warum ich das Siegel schlecht finde:
Bei einer deutschen Institution, wie es StiWa nunmal ist, muß man nicht mehr „redesignen“, weil das (alte) Logo so tief ins Bewußtsein der Menschen eingegraben wurde, daß allein nur ein flüchtiger Blick genügt um im Magazinregal die neue Ausgabe zu erblicken. Das ist ein Wert, den es zu erreichen gilt. Die Kernsubstanz von Branding. Besser gehts nicht.
Aber jetzt fängt Stiwa wieder von vorne an und es wundert mich überhaupt nicht, daß die meisten das neue Design ablehnen. Denn es ist häßlich. Ein Christenkreuz? Hat noch niemand davon gehört, daß wenn man einem kleinen t den Bogen abknipst ein solches Kreuz herausspringt? Wie man sieht: Nein.
Und dann Ihr hier: Diese Leute. die befragt wurden, und das sind ca. 1000, auch Leute die etwas klüger sind und mehr draufhaben als wir, als Laien zu deklarien. Nicht mal Kurt Weidemann maßt sich sowas an.
Das alte, einfache Siegel mit seiner simplen Symmetrieachse, wo das Gütesiegel, also das Testergebnis, mittig stand und man somit gleich sehen konnte, was das Produkt im Test erreicht hatte, ist in seltsames Doublet überführt worden: Zweispaltiger Aufbau, Logo viel zu groß linksseitig und das Testergebnis mit schwarzer Schrift auf grauem Grund (!) rechtsseitig. Welcher Honk hat das entworfen? Mein Auge springt permanent hin und her. Wenn das passiert, weiß ich, daß das Siegel versagt. Eine Testinfo muß auf EINEN BLICK gesehen werden.
Man muß auch wissen, wenn man nichts ändern darf. Und das schnallt keiner von Euch. Man kann auch dafür Geld verlangen, Jawohl. Das nennt sich »Beratung«.
@Fred: Da das hier ein DESIGNtagebuch ist, beurteilen wir vor allem genau DAS. Das Corporate spielt hier für uns weniger eine Rolle… (ist nurmal so) Wir wollen sehen: hat sich ein Design verbessert oder nicht.
In diesem Fall sage ich JEIN. (Die Note – das wichtigste Element bei so einem Siegel, kommt zu kurz)
Wenn wir hier über das Corporate Design sprechen, was wir aber nunmal hier kaum machen, dann stimme ich dir selbstverständlich zu und sage auch, dass man das Design nicht hätte verändern sollen, da es – wie es auch aussieht – sich in den Köpfen der Konsumenten schon fest verankert hat. Und das ist ja das Beste was einer Institution passieren kann.
Die Überzahl die hier über mir gepostet haben, sprechen aber hauptsächlich über das reine Aussehen. Ob die Strategie, ein neues Siegel und Logo einzuführen sinnvoll ist oder nicht, haben wir hier nicht näher beleuchtet.
Ich bin ja Redesigns immer sehr offen gegenüber eingestellt, muß in diesem Fall aber sagen, daß mir das alte Design deutlich besser gefällt. Und ich kann meinen Vorrednern (Vorschreibern) in Sachen seriösität nur zustimmen.
Ich finde es keine Verbesserung.
Das alte Erscheinungsbild war für mich eindeutig das zweckmäßigere. Die wesentliche Aussage befand sich im Zentrum des Testsiegels… und vor allem: Es ist eben nicht nur eine Frage der “Sehgewohnheit”, die sich mit der Zeit einstellt… das alte Siegel knüpft ja gerade an bestehende Sehgewohnheiten an, an Vorstellungen, die man traditionell mit einem Siegelbild verbindet oder als Formen etwa schon aus dem Büroalltag (zB Posteingangsstempel) kennt…
> Da das hier ein DESIGNtagebuch ist, beurteilen wir vor allem genau DAS. Das Corporate spielt hier für uns weniger eine Rolle… (ist nurmal so) Wir wollen sehen: hat sich ein Design verbessert oder nicht.
Eine skurrile Art der Interpretation. Wer eine Sache fachlich bewerten möchte, muss natürlich den Zusammenhang, in dem sie steht mitberücksichtigen. Andernfalls fällt jede Kritik in den Bereich des “Geschmäckles”, was durchaus auch seine Berechtigung hat aber natürlich jegliche Argumentationstiefe vermissen lässt. Wenn also das Design eines Logos oder einer Website bewertet werden soll, kommt man nicht umhin auch das Corporate Design mit einzubeziehen.
Man geht ja als Designer auch nicht hin und entwickelt für einen Kunden ein neues Logo ohne sich jemals mit der bestehenden Corporate Identity und dem Corporate Design auseinandergesetzt zu haben.
Übrigens ist einmal festzustellen, dass die durchgeführte Studie von Brandmeyer natürlich sehr “werbewirksam” angelegt wurde. Insgesamt drei Fragen sind wenig substanziell und eine Frage nach der Seriosität ist in sofern unfair, da man das alte Signet ja bereits seit 20 Jahren kennt und PERSE dem Betrachter seriöser erscheint, da er es ja im Vergleich zum neuen Siegel kennt! Richtig ist aber auch, dass das neue Siegel gestalterische Defizite aufweist. Kontrast, Positionierung der Bewertung und Dominanz des Logos. Insgesamt wäre sicherlich eine behutsamere Anpassung des Siegels nicht nur möglich, sondern auch empfehlenswert gewesen.
ich muss anred’s Ansicht unterstützen. Ich kann da auch nichts richtiges erkennen. Keine t, keine 1 eher würde das für mich schon wie ein zersägtes Fensterkreuz aussehen.
Gewöhnungssache. In ein paar Monaten schreit kein Hahn mehr danach.
Würde mich mal interessieren, wie das neue Logo mit der Note “befriedigend” statt “gut” aussieht… das Wort passt doch nie und nimmer in die dafür vorgesehene Zeile. Bricht das dann um? Wird das getrennt? Hat das schon jemand gesehen?