Reporter ohne Grenzen – Beijing 2008

RSF Beijing

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF Reporters sans frontières) hat bei der Zeremonie zur Entzündung des olympischen Feuers heute eine neue Kampagne samt Keyvisual gezündet. Das Motiv zeigt die Olympischen Ringe in Form von Handschellen. Mit der Kampagne kritisiert die Organisation die eingeschränkte Pressefreiheit und den Umstand, dass China keine ausländischen Journalisten nach Tibet reisen lasse.

Das Ganze ist natürlich mehr ein politisches, als ein gestalterisches Thema, was aber nicht heißt, dass man nicht auch hierzu eine Meinung haben darf, vielleicht sogar sollte. Nachdem ich die Nachrichten am Montag Abend verfolgt habe, glaube ich ein Boykott der Spiele, und bereits der Aufruf dazu, würde die Fronten nur verhärten.

Klar wird das IOC unglaubwürdig, wenn es sich einerseits immer als Organisation von Weltverbesserern verkauft und just in dem Moment, in dem es drauf ankommt Rückgrat zu zeigen, beschwichtigend verkündet, man dürfe den Sport nicht instrumentalisieren und als Druckmittel missbrauchen. Vielleicht ist es ja naiv von mir zu glauben, der Austausch vieler tausend Sportler, Trainer und Funktionäre würde mehr Steine ins Rollen bringen können, als jeder von Außen erzeugte Druck auf die chinesische Regierung. In jedem Fall liegt schon jetzt ein sehr dunkler Schatten auf den bevorstehenden Sommerspielen. Das in schwarz gehaltene oben abgebildete Motiv hat das Zeug das „Anti-Keyvisual“ der Sommerspiele zu werden.

33 Kommentare zu “Reporter ohne Grenzen – Beijing 2008

  1. Ich finde es falsch den ganzen Chinesen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Es ist die Partei die dafür verantwortlich ist und nicht die Menschen.
    Nur weil der keinen Macht verlieren will gibt es keine Freiheiten und wer dennoch spricht wird mundtod gemacht

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