Redesign der BIG Krankenkasse

BIG Krankenkasse Logo

Die Direktkrankenkasse BIG hat sich ein neues Logo kreieren lassen und gleichzeitig den Webauftritt modifiziert. Bezweifelt werden dürfte, ob der neue „Look“ dazu beiträgt dem Markenauftritt mehr Schärfe und mehr Prägnanz zu verleihen, denn beim neuen Design setzt man vor allem bei der neuen Wortbildmarke doch allzu sehr auf gestalterische Einheitskost.

Bei der Schrift fiel die Wahl auf die Dax. Wer im dt mal eben nach Dax sucht, dem wird auffallen, dass die Dax bei der Gestaltung von Firmenlogos eine der am meisten verwendeten Schriften ist. Noch populärer ist sicherlich der Glossy-Effekt, den man der neuen Wortbildmarke angedeihen ließ. „Bewährte Gestaltungsmittel“ und geringere Kontraste lassen die neue Kreation deutlich hinter dem Vorgänger abfallen. Das Thema Vertrauen wurde im alten Firmensignet deutlich besser kommuniziert. Gerade für einen Versicherer zählen Zuverlässigkeit und Solididät. Genau diese Werte verkörperte das einfache schwarz-blaue Firmenzeichen – schnörkellos und vertrauenschenkend. Das neue Logo ist zwar sauber ausgearbeitet, allerdings drängt sich das gewählte Design zu sehr in den Vordergrund. Trendy und zeitgeistig ist es. Wer zu sehr auf die Mode setzt, darf wenige Jahre später erneut das Corporate Design anfassen.

BIG Krankenkasse Relaunch

Die Pressemeldung hilft nicht weiter, wenn es darum geht herauszufinden, weshalb der Relaunch der Website und das Redesign des Firmenzeichens durchgeführt wurden. „Barrierefreiheit“ und „Transparenz“ werden hier als Leitmotiv genannt. Ich selbst habe bislang die Marke als „stets auf der Höhe der Zeit“ wahrgenommen. Wer mit der Marke noch nicht in Berührung gekommen ist, der dürfte sich anhand der hier vorgestellten Darstellungen des Logos und der Website fragen, ob diese nicht vertauscht sind, denn prägnanter und eigenständiger waren jeweils die Vorgänger.

Ein Markenrelaunch, der einige Fragenzeichen aufwirft. Ich bin gespannt, ob die dt-Leser diesen Eindruck teilen oder ob der neue Look als gelungener Evolutionsschritt eingestuft wird. Schon interessant, dass immer noch einige Entscheider auf den Glossy-Look-Zug aufspringen, dem viele Designer doch nur allzu gern das Web 2.0-Etikett anheften.

Verantwortlich für den neuen Webauftritt zeichnen die Agenturen brainbits sowie CP/Compartner.

33 Kommentare zu “Redesign der BIG Krankenkasse

  1. Ich finde die neue Farbigkeit definitiv besser als die alte. Das Zeichen entspricht jetzt mehr der Branche und ist, wie bereits von mehreren erwähnt, vertrauenserweckend. Auch die Schrift im Signet passt besser ins Bild und ist nahbarer als die alte.

    Der Glanzeffekt muss nicht sein (bzw. geht eigentlich gar nicht) stört aber hier erstaunlicherweise fast überhaupt nicht. Jedoch fände ich es besser, wenn das Logo nicht einem Button glich, sondern eher in der neuen Form frei stehen würde.

    Dax ist hart. Claim im Zeichen ist auch sehr hart. Doch die Schrift entspricht einer Krankenkasse enorm. Ist aber genau deswegen eher schwierig.

    Fazit:
    Ist zwar putzig aber haarscharf am Ziel vorbei. Ungeachtet der guten Umsetzung ist es austauschbar, langweilig und unauffällig, obwohl einige Komponenten besser auf den Punkt gebracht worden sind. Muss nicht sein, das alte Logo hatte wenigstens Persönlichkeit.

  2. Immerhin stechen Sie bzgl. des Designs gegenüber den anderen Krankenkassen heraus, wenn man die Gestaltung mal mit zehn anderen großen Krankenkassen vergleicht – die kommen alle klassisch daher. Vielleicht liegt hier der Ansatz vom Glossy-Look.

    Ich mags aber auch lieber reduziert/klassisch, könnte mir aber dennoch vorstellen, dass das Design beim Kunden funktioniert und das ist schließlich worum es geht – zumindest für den Kunden :-)

    Grüße
    Till

  3. Ich verstehe bei vielen Krankenkassen nicht, warum das Wort „gesund“ so in den Vordergrund rückt. Mit einer Krankenkasse hat man primär dann zu tun, wenn man krank ist. Wenn man gesund ist, ist man froh nichts mit denen zu tun zu haben (abgesehen vom Krankenkassenbeitrag). Klar, das Motto lautet „positiv formulieren“ und keine schlechten Assoziationen wecken. Aber ich erwarte von meiner Krankenkasse (übrigens die BIG…), dass sie sich um mich im KRANKheitsfall kümmert, damit ich dann wieder gesund werde. Na gut, das will man wohl mit „direkt gesund“ sagen, das „werden“ muss man sich dann eben dazu denken. Die AOK nennt sich sogard „Gesundheitskasse“.
    Dennoch, Leute, die regelmäßig mit Krankenkassen zu tun haben, sind i.d.R. chronisch krank. Und gerade diese Leute brauchen ein gutes Vertrauensverhältnis zu ihrer Krankenkasse, das sich für mich durch diese weichspül-Optik nicht aufdrängt.
    *** Stammtischmodus an ***
    Außerdem sollen die ihr Geld lieber für die ordentliche Versorgung ihrer Versicherten ausgeben statt teure, missglückte Relaunches zu finanzieren
    *** Stammtischmodus aus ***

  4. Vielleicht sollte langsam mal jemand neue „thumbs up ladies“ in den Stockarchiven zur Verfügung stellen. Die Dame (Website oben rechts) sieht man, wenn auch in verschiedenen Variationen, einfach viel zu oft. So große Unternehmen könnten sich im übrigen auch einfach mal einen Fotografen leisten…

  5. wenn ich mir vorher und nacher anschaue,
    sehe ich dort keinen eingriff ins design, sondern es ist lediglich styling.
    wer sich mit grafik design beschäftigt, weiss das styling was komplett anderes wie design ist.

    styling ist was der friseur macht, es muss meist modisch, cool aussehen.
    man greift dabei an trends die derzeit gefragt und im umlauf sind.
    design ist visuelle kommunikation.

    das da oben ist für mich reines styling, bis auf den claim, worauf ich nicht eingehen
    möchte, weil ich es schon heuchlerisch und unehrlich finde.
    dieses styling macht das logo auch unötig „schwer“.
    das auge kann sich nicht an eine prägnanz, von wort und bild fixieren, weil es sehr viele visuelle informatiosquellen besitzt.

    daher möchte ich an diesem punkt sagen, das die nichts anderes verdient haben,
    als in dem markt der grafik, auf irgendein zug springen, wie skinns und interface designs noch
    vor apple aussah und keine zeitlosigkeit, kein prägnanz, noch den einfachsten prinzipien eines logos vervollständigt.

    praktisch ein kandidat für das „DSDS Web2.0“ der logos in deutschland nachdem praktisch keiner schreit, weil es keine ehrlichkeit bestizt und einfach nur kommerziell krampfhaft versucht wird in szene gesetzt zu werden.

    ohne photoshop hätten diese „gestalter“ warhaftig keinen beruf.

    gruß

  6. So richtig kann und will ich mich für das neue Logo nicht begeistern, auch nach mehrfachem hingucken, ist das alte Logo irgendwie durchdachter. Auch wenn das alte Logo sicher nicht mehr ganz zeitgemäß ist, so hat man das Gefühl, dass sich hier jemand was bei gedacht hat.
    Der Relaunch erinnert mich irgendwie mehr an ein Bioprodukt, auch wenn die Farbe natürlich nciht dafür sprechen würde, so geht das Look&Feel bei mir deutlich in diese Richtung.
    Was die Typo angeht schliess ich mich meinen Vorgängern an: Einheitstypo mit der man sicher keine Chance hat sich vom MArkt abzugrenzen.
    Man versucht hier den aktuellen Trend aufzugreifen ohne zu bedenken, dass es sich hierbei nur um einen Trend handelt und keineswegs um ein zeitloses Design. Wenn man also vorhatte in einem Jahr das CD wieder zu relaunchen, so ist dieses Logo sicherlich der richtige Weg.

  7. Ich fand die Dax zu Beginn ganz schön, aber seit sie von einfallslosen Grafikern als neue Helvetica missbraucht wird – gääääähn.

    Was den pseudo-3d-Glossy-Effekt angeht – die Zeit heilt alle Wunden. In zwei Jahren wird „flach“ das neue „3D“. Das wird dann als neuer evolutionärer Schritt in die Zukunft des Designs verkauft. Kennt man doch schon.

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