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Rebranding für die Tourismusmarke Oberhausen

Oberhausen Tourismus Logo
Oberhausen Tourismus Logo, Quelle: OWT

Die Stadt Oberhausen soll zukünftig deutschlandweit wie auch international stärker als Reisedestination beworben werden. Mit einem speziell für die Tourismusdestination Oberhausen entwickelten neuen Markenauftritt will sich die Stadt als Reise- und Erlebnisziel positionieren.

Oberhausen richtet sich als Reisedestination neu aus. Mit der von Grund auf erneuerten Kommunikation und Außendarstellung reagiert die Stadt auf einen zunehmenden Wettbewerbsdruck, wie es im Rahmen der Vorstellung des Tourimus-Brandings heißt. Die Stadt bereite sich auf einen touristischen Neustart nach oder mit Corona vor und plane umfassende Anpassung ihres gesamten Auftritts in der Kommunikation nach außen. Ab sofort wird die Tourismusmarke Obberhausen mit dem Claim „Mehr erleben!“ beworben.

Das Design der neu augerichteten Tourismusmarke samt Logo wurde im Rahmen eines Wettbewerbs mit sieben örtlichen und regionalen Kreativen ermittelt, so die Oberhausener Wirtschafts- und Tourismusförderung GmbH (OWT), welche die touristische Außendarstellung der Stadt steuert und koordiniert.

Oberhausen Tourismus Broschüre – vorher und nachher
Oberhausen Tourismus Broschüre – vorher und nachher, Bildquelle: OWT, Bildmontage: dt

Entstanden ist der neue Markenaufritt von Oberhausen in Zusammenarbeit mit der Kommunikationsagentur Contact (Oberhausen). Erste Medien, in denen das neue Markendesign zu Anwendung kommt, wurde dieser Tage bereits veröffentlicht, so etwa das Reisemagzin 2022 (siehe Abb. oben).

Kommentar

Oberhausen Tourismuslogo Umriss
Oberhausen Tourismuslogo Umriss, Quelle Bild: OWT, Quelle Karte: GoogleMaps

Oberfranken hat eines, die Stadt Kevelaer, auch das „weltoffene Sachsen“, sowie viele weitere Regionen und Städte – ein Logo, das den kartografischen Umriss der jeweiligen Entität abbildet. Gekonnt umgesetzt, etwa wie bei der erstgenannten Tourismusmarke, kann trotz naheliegender Idee dennoch etwas Prägnantes, Kreatives und Eigenständiges entstehen. Bei der Tourismusmarke Oberhausen vermag ich allerdings nichts von alldem zu erkennen. Zu generisch und unspezifisch ist die im Marker-Look gezeichnete Schraffur, auch wenn diese die Stadtgrenze Oberhausens abbildet (siehe Abb. links).

Im direkten Vergleich mit der bisherigen, quasi nicht-existenten Identität als Tourismusmarke kann der neue visuelle Auftritt freilich punkten. Auch an Variabilität und Flexbilität mangelt es dem neuen Konzept nicht. Jedoch nicht nur die neue Wortbildmarke wirkt unfertig, insbesondere das Editorial Design des neuaufgelegten Reisemagazins 2022 ist aus gestalterischer Sicht – Achtung Wortspiel – nicht wirklich der „ober hammer“. Statt die Reisemarke von Grund auf neu zu denken, wurde in diesem Fall lediglich die neue Wortbildmarke mit dem alten, angestaubten Gestaltungskonzpt aus den Vorjahren zusammengewürftelt. Da fragt man sich schon: wozu eigentlich der ganze Aufwand mit Ausschreibung/Wettbewerb, Einladungen, Vorstellungs-, Beratungs- und Präsentationsrunden, wenn man dann doch auf dem Alten weiter rumkaut!?

Wenn Kreation und Umsetzung/Implementierung nicht in einer Hand liegen, kann vom Konzept viel verloren gehen. So geschehen in Oberhausen. Verzeihung, ober hausen. Den spielerischen Umgang mit dem Stadtnamen finde ich eigentlich ganz charmant („natur hausen“, „kultur hausen“), da allemal kreativer als das Motto: „Mehr erleben!“. Was fehlt, ist eine ebenso charmante und inspirerte gestalterische Umsetzung über alle Medienanwendungen hinweg. Aber klar, so etwas braucht Zeit.

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Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Ich bin ein wenig entsetzt – sowohl vom Logo als auch von der Broschüre bzw. der Strategie des Ganzen.

    Ich finde das Logo schlecht lesbar, verstehe die Schreibweise in Minuskeln nicht und auch nicht die Ausrichtung über das bh. Außerdem bin ich nicht überzeugt davon, eine Ruhrgebietsstadt durch seine Außengrenzen darzustellen. Oberhausen ist eine Stadt im Ruhrgebiet, die davon lebt, ein kleiner Teil in dieser riesigen Metropole zu sein. Niemand würde nur wegen den Oberhausener „Attraktionen“ nach Oberhausen fahren. Aktuell fährt man von weiter weg nach Oberhausen, um ins Centro zu gehen, bei Strauss einzukaufen oder eine Veranstaltung in der Arena zu besuchen.

    Das führt mich direkt zum Broschüre/Strategie. Hier kritisiere ich erst einmal nicht die Innengestaltung, dazu stimme ich dem Beitrag aber voll zu. Ich bin entsetzt, welche Raum das Westfield Centro einnimmt in dieser Broschüre. Das Einkaufszentrum, das jüngst das O (für Oberhausen) aus CentrO gestrichen hat und nun unter Westfield Centro firmiert. Das am Niedergang der wirklichen Innenstadt Schuld ist. Und das weiter versucht, den umliegenden Städte durch neue Attraktionen zu schaden.

    Erkennbar ist auch, dass der größte Teil der Broschüre von den umliegenden Attraktionen handelt – eigentlich währe diese Broschüre besser als Werbung für das Centro geeignet: Besuchen sie das Westfield Centro und unseren Wirt, die Stadt Oberhausen.

    Ich erkenne nicht, dass Oberhausener Attraktionen neu vermarktet werden geschweige denn ein Konzept dahinter steht. Viele dieser Attraktionen sind lokal sehr beliebt bei Oberhausenern sowie Menschen aus den umliegenden Städten, aber Tourismuspotential erkenne ich da nicht weiter. Gerade Oberhausen hat – im Gegensatz zu vielen anderen Ruhrgebietsstädten – wenig Potential als Tourismusdestination, es sei denn man geht gerne in eine Mall.

    Die Chance sehe ich in diesem Fall weniger bei Abgrenzung (wie im neuen Logo) als in der Verknüpfung der Städte in dieser Region. Das Ruhrgebiet muss frei von Kirchturmdenken vermarktet werde. Alte politische Gedanken waren auch der Ruf nach einer Ruhrstadt, in der Zentral viele Dinge verwaltet und optimiert werden (z.B. Nahverkehr), aber dieses Konstrukt wurde von jeher aus Angst vor den Folgen für die eigene Stadt von Düsseldorf verhindert. Sorry für das Abschweifen.

  2. Über das Design wurde hier von Achim das wichtigste erwähnt, sehe ich ähnlich.

    Den Ansatz von Erik will ich aber nochmal hervorheben: Quasi jede Ruhrgebietsstadt, die eine eigene Markenidentität zum Thema Tourismus aufbaut, schadet dem Tourismus in der Region. Erstaunlicherweise in beiden Richtungen: Gute Lösungen schwächen die Umgebung, schlechte strahlen negativ auf sie ab.

    Losgelößt von den handwerklich und gestalterisch nicht durchgezogenen Linie ist hier also die Existenz der Marke selbst der größte Designfehler.

    Verteidigend möchte ich für das (Westfield) Centro in die Bresche springen. Die machen viel richtig und sind deshalb nicht der Grund, warum die Innenstädte untergehen. Klar kann man stadtplanerisch aufpassen, solche Effekte abzuschwächen. Aber das Argument stinkt so, wie „Wegen den Bayern ist die Bundesliga schlecht“ (und das sage ich als Kind des Ruhrgebiets und BVB Fan). Das Centro ist eine tolle Mal mit zusätzlichen kundenziehenden Attraktionen und andere Städte – wie meine Heimat Bottrop – sind selbst schuld, wenn Sie dem nichts entgegen wirken können.

  3. „Viele dieser Attraktionen sind lokal sehr beliebt bei Oberhausenern sowie Menschen aus den umliegenden Städten, aber Tourismuspotential erkenne ich da nicht weiter. “

    Ich liebe meine Stadt heiß und innig, würde sie jederzeit jedem mit niemals abebbender Begeisterung zeigen – aber ja, es stimmt, kein klassische Tourismusziel. Die Stadt funktioniert touristisch nur über die recht zahlreichen „künstlich“ entstandenden Attraktionen – und kann dann als Ausgleich dazu durchaus noch ein bisschen Kulisse bieten. Auch wenn das Klischee vom „grünen“ Ruhrgebiet reichlich ausgelutscht ist: Ich wüsste in der Tat die eine oder andere nette Wanderung oder Radtour. Und ein bisschen alte Industriekultur sieht der einer oder andere auch gerne.

    Was ich nicht verstehe: Oberhausen hat die eine oder andere Attraktion, die halt in Oberhausen steht und nicht in den Nachbarstädten. Warum sollte man dann nicht sich selbst vermarkten? Warum muss „das Ruhrgebiet“ eine gemeinsame Marke sein? Oberhausen ist, aus meiner ganz und gar parteiischen Sicht, eher eine Reise wert als Gelsenkirchen und Bochum, und eher als Herne, Gladbeck und Castrop-Rauxel. Essen, Dortmund, Duisburg sind, je nach Sichtweise, Konkurrenten oder Partner im Wettbewerb um Ruhrgebietstouristen.

    Ehrlich: Ich trau den Menschen zu, selbst zu entscheiden, ob sie sich „nur“ Oberhausen oder das ganze Ruhrgebiet anschauen, und sehe das Ruhrgebiet keinesfalls als diesen Monolithen aus ineinander verlaufenden Städten. Bzw. sehe in der gemeinsamen Vermarktung einer derart großen, eng mit Sehenswertem gespickten Region keinen Vorteil. Zumindest keinen für Oberhausen.

    Was die Gestaltung angeht: Ich bin kein Gestalter, finde es nichtssagend, fände ich, dass für Tourismuszwecke ein irgendwie gearteter „Schauwert“ schön gewesen wäre. Oberhausen kann man doof finden oder toll, am ehesten toll findet man es, wenn man den Gasometer am Kanal stehen sieht, das ist Oberhausen, nicht die Form der Stadtgrenze. Aber das liefe wahrscheinlich Gefahr, zu konkret und somit kitschig zu sein. So ist es aber nichts.

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