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Rebranding der Modemarke MÄRZ

Die Modemarke MÄRZ legt sich einen neuen Markenauftritt zu. Das Münchner Unternehmen möchte das verstaubte Image abschütteln, wie es nach eigener Aussage heißt. Mit Hilfe des neuen Erscheinungsbild soll die Neupositionierung der Marke gelingen.

„Das Image unserer Marke gilt leider als leicht verstaubt und die Pullover waren bisher meist nur etwas für die ältere Generation. Das wird sich jetzt ändern. Wir wollen zukünftig einen klaren Fokus auf die Zielgruppe ab 35 Jahren legen“, so Geschäftsführerin Katja Beibl.

MÄRZ wurde im Jahr 1920 von Wolfgang März in München gegründet und war unter anderem 1956 offizieller Ausstatter der deutschen Olympia-Nationalmannschaft. Hans-Dietrich Genscher machte einen gelben Pullunder der Marke MÄRZ zu seinem Markeneichen. Nachdem sich das Unternehmen mehrere Jahre lang in der Insolvenz befand, wurde MÄRZ im Jahr 2010 von der Olymp Bezner GmbH & Co. KG übernommen.

Den Neuanfang und die Abkehr vom Spießer-Image soll visuell ein Schwarzweiß-Look einleiten, indem sowohl das Foto-Artwork wie auch das neue Markenlogo angelegt sind. Weniger gestrickte „Extravaganz“ mehr Saint Laurent Paris. An Models mit Vollbart führt offenbar auch in München kein Weg vorbei.

Der Namenszug wurde unter Verwendung von Kapitälchen neu gesetzt. Das „M“ tritt fortan nicht mehr als separates Monogramm in Erscheinung. Auf Umlaute wurde verzichtet, typographisch auffälliger ist das Logo deshalb keineswegs.

Einerseits betont das neue Markenlogo nun zwar, indem es den Stadtnamen aufnimmt, die Herkunft des Labels, andererseits verzichtet es auf die sowohl für die Marke wie auch für die deutsche Sprache so typischen Umlaute samt Punkte. Nachzuvollziehen ist dies nicht, weder strategisch noch typographisch, denn tatsächlich drängen sich die Buchstabenzwischenräume links und rechts des „A“ gerade zu auf, um die Umlautpunkte, wie beim Vorgänger, hier abzusenken.

Verantwortlich für die Kreation und die Markenführung zeichnet die auf Mode- und Lifestyle spezialisierte Agentur Inkcorporated aus München.

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 14 Kommentare

  1. Ne klar, da schreit mir die Innovation mal direkt ins Gesicht! (Achtung Polemik)

    Ich weiß nicht was an dem neuen Logo nun modern sein soll. Mir scheint da fehlt der Mut oder die Konsequenz. Mir hätte nämlich eine Überarbeitung des bestehenden Logos auch gereicht. Typo Überarbeitung und neue Farben wären dann auch okay gewesen, zumindest im Vergleich zu dem neuen Logo jetzt.

    Lustig, den gerade heute hab ich den Artikel über die Firma März vom 28.11.2012 aus der FTD gelesen. Wenns interessiert, das Printarchiv der FTD ist kostenlos downloadbar unter FTD.de (den Artikel gibts auf Seite 4).

  2. Kein wirklicher Fortschritt. Den umlaut zu ändern ist noch verständlich, aber warum das M also mega Initial?? Sicherlich sollte es an das alte Logo anlehnen und es mehr hervorheben, aber es stört nicht nur das Erscheinungsbild und den Schriftzug selbst, sondern ist unnütz und sieht nicht sonderlich gut aus. Sonderlich unique ist der gesamte Auftritt auch nicht wirklich! Von der Sorte gibt es schon 1000ende…. Schade …

  3. Soll das eine starke Marke sein, die mal eben ihren Namen ändert, um internationaler zu wirken? Konsequenterweise hätte die Agentur es gleich March Munich nennen können.

  4. Also wenn ich eine Email aus MUENCHEN erhalte oder mit einem Überweisungsformular Geld dorhin senden soll dann denke ich mir daß dort ein armer Mensch noch mit Computern aus dem finsteren Mittelalter der Informatik arbeiten muss, modern wirkt es auf mich bestimmt nicht.

    Die Fotomotive können mich auch nicht begeistern, Werbung mit Schafen mag fürs Wollsiegel funktionieren oder auch für Wollwaschmittel, aber Strickwaren würde ich damit nicht anpreisen lassen, schon gar nicht von nackten Models (Es sei denn man nimmt “Shaun” aus “Wallace und Gromit”) . Der Rest sieht jetzt vielleicht nicht mehr “wie alte Oma” aus, kommt mir aber trotzdem recht altbacken und spiessig vor, obwohl ich mit 37 ja zur Zielgruppe gehören sollte und auch schlichte Pullover mag.

  5. Ich finde es doch einigermaßen befremdlich, dass es hier nur Negativstimmen gibt.
    Die Schreibweise ohne Umlaute finde ich als angebracht und hilfreich für eine avisierte internationale Klientel. Die Schreibweise als Muenchen ist weiterhin als deutscher Name (und nicht englisch Munich) zu erkennen, nimmt aber Rücksicht auf die Personen, die mit den deutschen Umlauten nicht vertraut sind.
    Dass es in dieser Anordnung und diesem Erscheinungsbild bereits viele ähnliche (Mode-)Marken gibt, halte ich nicht für schädlich. Diese haben sich scheinbar bewährt und werden mit einer bestimmten Produktgruppe (i.e. hochwertige Mode) automatisch in Verbindung gebracht. Der Name März/Maerz dürfte hinreichend einmalig sein.
    Das Initial M greift zum einen das große M aus dem bisherigen Logo auf. Zum anderen würde das neue Logo ohne dieses Initial, nur aus Versalien bestehend, ziemlich monoton und langweilig wirken.

    Ich halte das neue Logo für eine deutliche Verbesserung gegenüber dem alten, mir zu extravaganten.

    Auch wenn ich die Schreibweise der Namen ohne Umlaute (in Hinsicht auf internationale Kunden) positiv finde, so fällt mir doch die Deutsch/Englisch-Mischung auf der Website extrem negativ auf. Damen, Herren, Sale, Storefinder, Company wirkt einfach nur konzeptlos. Eine Festlegung auf entweder deutsche oder englische Sprache wäre hier für einen professionellen Eindruck angebrachter.

    Die neuen Bildmotive finde ich vom Gesamteindruck her zwar besser als die bisherigen, ob die Auswahl von Models, die aussehen, als wären sie gerade einem Horrorfilm oder zehn Jahren Kerkerhaft entkommen, den Modestil von März passend vermitteln, weiß ich nicht. Mich sprechen sie jedenfalls, besonders die Frau, nicht an.

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