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Radio France: neue Kampagne, neuer Markenauftritt

Radio France Logo Bildmarke
Radio France Logo Bildmarke, Quelle: Radio France

Radio France, der öffentlich-rechtliche Hörfunksender Frankreichs, enthüllt anlässlich des Starts einer landesweiten Kampagne einen neuen Markenauftritt sowie neue Logos für die zugehörigen Marken und Programme.

Der französische Hörfunksender Radio France baut derzeit sein digitales Angebot aus und bewirbt dieses mit einer Kampagne. Unter dem Motto „Entrez libre“ (zu dt. „freier Zugang“) plant der Sender unter radiofrance.fr eine Alternative zu den in den letzten Jahren gewachsenen globalen Medienplattformen schaffen, wie es in der offiziellen Pressemeldung heißt. „Entrez libre“ ist eine Einladung an die Hörer, „die quirligen Universen seiner 7 Radiokanäle und 4 Musikgruppen zu entdecken“, so Radio France. Die Werbekampagne wurde am 3. Januar gelauncht und ist seitdem in U-Bahnen von Paris, Lille, Marseille, Lyon, Toulouse und Nizza sowie digital in Form von Video-Pre-Rolls und Bannern im Einsatz.

Vor diesem Hintergrund hat der Sender seinen Markenauftritt umfassend überarbeitet. Alle zum Sender zugehörigen Marken und Programme erhalten neue Logos. Auch das Logo von Radio France selbst erfährt ein Redesign.

Radio France Logo – vorher und nachher
Radio France Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Radio France, Bildmontage: dt

Das bisherige Logo wurde 2017 eingeführt; in seiner Darstellung unterscheidet sich das lediglich aus einem einzeiligen Schriftzug bestehende Vorgängerlogo stark von den übrigen quadratischen Marken- und Senderlogos. Mit dem nun angekündigten Rebranding bekommt Radio France eine dem Schriftzug vorgestellte Bildmarke zurück. Dabei wurde die Bildmarke, vom Sender als „Öffnung“ bzw. „Luke“ bezeichnet, grundlegend erneuert. Schon vor zwanzig Jahren setzte Radio France auf dieses Zeichen, welches für den Sender ein geöffnetes Fenster symbolisiert oder auch eine Einladung darstellt, in die Welt von Radio France einzutreten. Die einzelnen Senderlogos wurden vereinfacht, behalten jedoch ihre grundsätzliche Form, die einen quadratischen Korpus beinhaltet.

Entstanden ist der neue Markenauftritt und die Kampagne in Zusammenarbeit mit der Agentur Yuma (Paris).

Kommentar

Schon eine ungewöhnliche, erklärungsbedürftige Bildmarke, dieses Zeichen. Ungewöhnlich ist im Kontext Branding eine ausgesprochen wertvolle Eigenschaft. Selbsterklärend muss ein Logo zudem nicht sein, sondern memorierfähig, und das ist diese „Luke“-Bildmarke zweifelsohne. In Form gebracht und nun auch im Stile einer Schablone/Maske fungierend und somit auf Variabilität getrimmt, bringt es alles mit, was ein Logo heutzutage benötigt.

Im Zuge der Überarbeitung hätte man die Konstruktion der Bildmarke, wie ich meine, geometrisch sauber anlegen können, vielleicht sollen. Denn die gewählte Bogenform weicht von einer korrekten Kreisdarstellung ab (siehe Abb. links). Ein bisschen weh tut das schon beim Draufschauen, allerdings erklärt sich (vermutlich) diese Unregelmäßigkeit in einer dadurch erreichten stärkeren Anlehnung an das Ursprungslogo, bei dem die Bögen noch eigenwiliger angelegt sind.

Mit der neuen Farbgebung, Ultramarinblau, liegt Radio France voll im Trend, siehe Fédération Française de Judo, GLS. Weitere Unternehmen und Marken werden dem Trend folgen und ihre Corporate Farben bis zur maximalen Leuchtkraft steigern.

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Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Kurzer Hinweis:
    Wenn man sich bei der Konstruktion des Logos vom Kreisgedanken verabschiedet und von einer Ellipse ausgeht, ist das Logo sehr wohl sauber konstruiert…

    1. Da hast Du natürlich recht Erik. Die Form ist durchaus „sauber“ entlang von Ellipsen aufgebaut. Es stellt sich nur die Frage, weshalb in diesem Fall, da die Streckung der Ellipse nur minimal ist, nicht gleich ein Kreis als Basis für die Konstruktion verwendet worden ist. Einerseits sind symmetrische Formen tendenziell leichter zu memorieren, anderseits würde eine kreisrunde Form besser der Herleitung entsprechen -> Luke („l’écoutille“).

      1. Da könnte die Unsauberkeit auftauchen: Die Ellipse entspricht in den Abmessungen dem o im Logo radiofrance, nur um 90° gedreht. Allerdings ist das o natürlich keine konstruierte Ellipse, aber so könnte ich mir die Idee herleiten.

  2. Vielleicht noch wertvoll zu erwähnen ist, dass das Symbol inspiriert ist vom Maison de la Radio, dem Sitz von Radio France in Paris. Dass l’écoutille mit einer Ellipse statt einem Kreis arbeitet, könnte ein Zitat der perspektivischen Ansicht des Bauwerks sein. So verstand ich es jedenfalls bis anhin.

  3. O la la … stimmt. Besten Dank Christophe! Zur besseren Nachvollziehbarkeit nachfolgend ein entsprechendes Foto der Architektur, welches ich in der Mediathek bei Radio France recherchiert habe.

    Maison de Radio FranceMaison de Radio France – Vue aérienne ©Radio France/Christophe Abramowitz

    Da das Gebäude allerdings kreisförmig ist, stellt sich (für mich) nach wie vor die Frage: ja warum wählt man dann nicht konsequenterweise auch beim Logo eine Kreisform? Aber gut. Ist doch schön, dass es im Corporate Design nicht nur die eine Lösung gibt ;-)

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