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Puky rollt neue Markenkommunikation aus

Puky Logo, Quelle: Puky
Puky Logo, Quelle: Puky

Der Kinder- und Jugendfahrrad-Hersteller Puky hat seine Markenkommunikation neu ausgerichtet. Aus Anlass des 75-jährigen Bestehens wurde unter dem Motto „Puky – Ready for Life“ ein Kampagne lanciert, die den Fokus auf Authentizität legt. Zum Jubiläum erfolgt zudem der Roll-out eines neuen Markenlogos.

Puky (Eigenschreibweise PUKY) produziert seit 1949 Kinderfahrzeuge, anfänglich unter dem Markennamen Puck. Zum Produktprogramm gehören unter anderem Laufräder, Dreiräder, Roller, Gokarts, Kinderfahrräder. 1960 erfolgte der Umzug vom Gründungsort Düsseldorf nach Wülfrath, wo seitdem der Sitz des Unternehmens ist. Unter der Submarke Eightshot werden bei Puky Mountainbikes für Kinder und Jugendliche zusammengefasst. Im Hinblick auf ein authentisches Markenbild wurde die Kommunikation überarbeitet, sprachlich wie im Visuellen.

Auszug der Pressemeldung

„Seit 1949 steht PUKY für Qualität und zuverlässige Performance, die Kinder von klein auf bei ihren ersten Fahrten auf dem Rad unterstützt. Mit unserer neuen Kampagne möchten wir unser Engagement für Sicherheit in jeder Lebensphase von Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern unterstreichen und uns deutlich als stabiler Begleiter im dynamischen Familienleben positionieren. Wir erkennen die Herausforderungen, mit denen Familien täglich konfrontiert sind und möchten deswegen sowohl die schönen als auch turbulenten Situationen des Alltags aufzeigen – und welche Rolle unsere Produkte hier einnehmen können“, erklärt Marc K. Thiel, Geschäftsführer von PUKY.

Puky Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Puky, Bildmontage: dt
Puky Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Puky, Bildmontage: dt

Seit den 1950er-Jahren fungiert ein vertikal verlaufender Schriftzug „PUKY“ (zuvor „PUCK“) als visuelle Absender der Marke Puky. Fortan setzt der Kinderfahrrad-Hersteller auf eine horizontal verlaufende Wortmarke. Schon seit längerem nutzt der Hersteller die Wortmarke im Sinne einer zusätzlichen grafischen Signatur, etwa an Rahmen und Lenkern. Nun wird die Wortmarke der offizielle Markenabsender. Im Webauftritt unter puky.de wie auch im Umfeld von Social Media wurde das neue Logo vor Kurzem eingepflegt.

Zeitgleich zur Umstellung des Logos hat Puky unter dem Motto „Puky – Ready for Life“ ein neue Kampagne vorgestellt. In einem Beitrag auf Facebook heißt es seitens des Unternehmens hierzu: „Wir möchten als Marke noch authentischer und mit unseren Produkten noch unterstützender für euch und eure Kinder da sein. Dabei wollen wir in unserer Marken- und Produkt-Kommunikation das “echte Leben” im Alltag von Familien zeigen – mit all den schönen, aber auch herausfordernden Momenten. Denn wir wissen, dass die heile Werbewelt nicht immer der Realität entspricht. Nehmt an unserer kurzen Umfrage teil und verratet uns, was euch im turbulenten Familienleben so alles bewegt.“

In Berlin hat der Kinderfahrrad-Hersteller zudem vor wenigen Tagen, als Teil der neu ausgerichteten Kommunikationsstrategie, seinen allerersten Marken-Store eröffnet. „Der Puky Brand & Concept Store unterstützt die Marke, die Produkte und Visibilität am Markt, um Puky heute wie früher wieder in das Gedächtnis zu bringen. Er wird das neue Aushängeschild der Marke mit innovativen, leichten Fahrzeugen und frischen Farben“, wie Puky-Geschäftsführer Marc K. Thiel erklärt.

Im Rahmen der Weiterentwicklung der Markenkommunikation hat das Unternehmen mit der Kommunikations-Agentur Punkt PR zusammengearbeitet. [Update 21.06.2024, 17:50 Uhr] Die neue Positionierung inklusive Brand-Design, Marken-Kampagne samt Claim „READY FOR LIFE” wurde von der Agentur Drehmoment (Hamburg) entwickelt.[/]

Kommentar

Mehr Koga, Scott, Trek – weniger Scout, Haba, Lego. Das Redesign des Logos beschreibt die Loslösung vom Traditionellen, auch vom Kindlich-Verspielten, hin zur Technik-Affinität. Denn genau dies signalisiert die neue Wortmarke. Ein Logo, das vom Stil her auch der Absender eines Maschinenbau-Unternehmens sein könnte (Kuka, Nachi Robotics, u.a.).

Klar – das neue Typologo wirkt schmissiger, sportlicher, ist zudem in gewissen Anwendungskontexten praktikabler als das betagte Signet in seinem heutzutage gestalterisch rumpelig und unförmig wirkenden, schmalen Hochformat. Doch im Hinblick auf die intendierte Stärkung in Richtung Authentizität und eine damit einhergehende Betonung auf menschliche Beziehungen („Papa, Arm!“) ist die Loslösung vom traditionellen Signet nicht wirklich nachvollziehbar, zumal diese entgegen dem Trend erfolgt. Unzählige Unternehmen und Marken, darunter Citroën, Volkswagen, Beyerdynamic, Burberry, Rama, Pizza Hut, Reebok, Burger King, AC Florenz und zuletzt die New York Jets sind zu ihrem früheren, traditionellen Logo zurückgekehrt, um ihr Marken-Image im Hinblick auf Echtheit und Authentizität zu stärken.

Mit dem bisherigen Puky-Logo verbinden viele Menschen, mittlerweile über mehrere Generationen hinweg, Kindheitserinnerungen. Für Andere wiederum war/ist dieses Zeichen im Alltag als Eltern und/oder Großeltern ein täglicher Begleiter, zumindest für einige Jahre. Ein Zeichen also, das stark emotional aufgeladen ist und in vielfältiger Weise positive Assoziationen weckt. Ein visueller Ankerpunkt, an dem sich für die Marke Puky Werte wie Echtheit, Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit, Langlebigkeit festmachen lassen. Es braucht mitunter Jahrzehnte, bis eine Marke / ein Unternehmen mit diesen überaus wertvollen Attributen assoziiert werden kann. Ein solches Zeichen für eine im Kontext Radsport häufig propagierte Wortmarke mit technophilem Look aufzugeben, halte ich für einen Fehler. Eine Kommunikationslösung, die lediglich eine dezente gestalterische Auffrischung des Logos beinhaltet, und die, ähnlich wie bei der Spielwarenmarke Steiff (oder Emmaljunga), mit einem klassisch anmutenden Logo ein Wertversprechen artikuliert, hätte ich charmanter gefunden. Ein Logo im Sinne eines Qualitätsprädikats also. Davon ist das neue Typologo weit entfernt.

Mediengalerie

Update 21.06.2024, 13:00 Uhr

Wie mir die betreuende Agentur, Punkt PR, heute per Mail mitteilt, soll die von mir recherchierte Bildmarke (siehe Kommentar) zusätzlich zur neuen Wortmarke zum Einsatz kommen, und zwar am Produkt selbst. Hier das vollständige Statement:

Die Bildmarke, welche im Zuge der Re-Positionierung ebenfalls überarbeitet wurde, wird auch weiterhin vor allem auf dem Steuerkopf der Produkte von PUKY eingesetzt. Anbei eine Grafik zur Veranschaulichung. Dieses Signet wurde nicht nur reduzierter, kompakter und moderner gestaltet, sondern lässt sich aufgrund der einfarbigen und einfachen Outline auch überall, d.h. auf allen Produktfarben optimal verwenden. Zudem wurde auch hier im Zuge des Relaunchs die Ausrichtung der Schrift ins „Positive“ gedreht – diese zeigt nun nicht mehr nach unten, sondern nach oben, was neben einer besseren Lesbarkeit natürlich auch einen symbolischen Hintergrund hat.

Puky Logo – Emblem am Rad, Quelle: Puky / Punkt Gesellschaft für Public Relations mbHPuky Logo – Emblem am Rad, Quelle: Puky / Punkt Gesellschaft für Public Relations mbH

Dieser Beitrag hat 16 Kommentare

  1. Gefällt mir nicht.

    Ich musste auf den ersten Blick an das Penny Logo denken …

    Man hätte eine solch starke und emotionale Marke auch “einfach” sauber überarbeiten können und eine Brücke schlagen von der Vergangenheit in die Gegenwart.

  2. Hallo, ich glaube, auch wenn gestalterisch nicht so gut aussieht, der Schritt von Puky wichtig ist. Die Marke fällt zu sehr im Vergleich zu Woom ab. Jede Familie, die was auf sich hält, kauft Woom, den anderen denen es egal ist irgendwelche Billigräder. Und Puky als Mittelmarke kommt da eher unter die Räder. Jetzt wollen sie sich halt sexy geben und weg vom Opa-und-Oma-Image. Es kommt zur Zeit gerade nicht so gut an, dass schon die Großeltern auf dem Puky-Rad fahren gelernt haben.

  3. Gestalterisch ist der neue Schriftzug kein Meisterwerk, solide.
    Doch freut mich sehr, dass endlich dieser herablassende, herabsteigende Schriftzug verschwindet, der die Kinder optisch aus ihrer Kraft herausholt und sie zu Boden bringt und so begrüße ich das neue Design und wünsche dem Unternehmen alles Gute.

  4. Die Version am Rad selber, wo das Logo halb ins Negative gesetzt wird, gefällt mir deutlich besser als die eigentlich vorgestellte Variante. Schade, dass sie das nicht gänzlich genommen haben.

    Wenigstens keine Comic-Sans-Annäherung bei einem neuen Logo einer Marke mit Kindheitsbezug. Pseudo-Fingerfarben-Schriftzüge sind das Allerletzte. Trotzdem sieht man sie häufig.

    Der Name ist meiner Meinung nach schon Assoziation für Kinder-Ausstattung genug (sprecht ihn mal schnell dreimal hintereinander). Ich finde es daher nicht so verkehrt, dass das Logo selber eher “erwachsen” rüberkommt.

    Pastellfarben bei Kinderausstattung sind wohl seit einem instagram-Hype total super mega im Trend. Da solche Trends extrem schnelllebig sind, wird in ein paar Jahren wohl keiner mehr diese Räder gebraucht haben wollen. Ich wäre daher nicht auf dem Trend aufgesprungen. Langlebigkeit sieht anders aus.

  5. Ich finde das Redesign gelungen.
    PUKY hat den Trend der leichten & hochwertigen Kinderräder zu lange verschlafen.

    Kein Fahrrad Verrückter Papi hat eine gute Assoziation mit den seit gefühlten 20 Jahre gleichgebliebenen 11kg schweren Spielfahrrädern aus Stahl.

    Und Eightshot als Premium Linie von Puky fand ich vom Namen her überhaupt nicht gelungen.

    Ich wünsche Puky viel Erfolg mit dem Neustart!

  6. “Papa, Arm!”

    Volltreffer. Kenne ich als Zielgruppenpapa. Das erste Plakat, wo ich seit Ewigkeiten wieder schmunzeln musste. Aber leider bei mir zu zu spät. WOOM hat den Markt für Kinderräder total umgekrempelt, zumindest im höhreren Preissegment. Es ist höchste Eisenbahn für Puky, sich neu, moderner zu positionieren. Ja, vielleicht hätte man jedoch wirklich etwas behutsamer sein können, um die positiven “Werte wie Echtheit, Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit, Langlebigkeit” mitzunehmen. Allerdings transporte für mich das alte Logo aber auch das Verschlafen von Innovationen und Festklammern am Bekannten. ..

  7. Wie kann man denn so ein tolles, ikonisches und individuelles Logo durch sowas austauschbares ersetzten, das aussieht wie jede andere Bike-Brand? Damit geht man doch komplett unter. Uff

  8. schade, war irgendwie ein ikone der PUKYaner kinderwelt:

    verschwindet jedoch nicht ganz, sondern taucht nunmehr dankenswerter weise
    in abstrahierter form als reine bildmarke an steuerköpfen und helmen durchaus
    (zusätzlich) wieder auf.

    die neue wortmarke an sich wirkt ja eher: als hätte sie einen ski-unfall gehabt.

  9. Interessant ist zudem, und damit nehme ich auch Bezug auf das von Manfred beschriebene auf Helmen abgebildete Signet, dass das Unternehmen am 29.02.2024 folgendes Markenzeichen hat anmelden lassen.

    Puky – eingetragenes Markenzeichen (DPMA 3020241039953), Quelle: DPMA
    Puky – eingetragenes Markenzeichen (DPMA 3020241039953), Quelle: DPMA

    Es gab also nicht nur Überlegungen den ursprünglichen hochformatigen Aufbau zu erhalten und das Logo evolutionär weiterzuentwickeln, es gibt hierzu auch eine entsprechende, sehr konkrete Entwurfslösung.

  10. Ein Logo, das vom Stil her auch der Absender eines Maschinenbau-Unternehmens sein könnte (Kuka, Nachi Robotics, u.a.).

    Nein.
    Es ist deutlich der Typo-Stil von jugendlichen Sport-Bikes: https://www.yt-industries.com/de/

    Es sieht für mich so aus, wie wenn diese vordem “brave” Kinderrad-Firma in andere Gefilde nicht nur vehement aufschließen will, sondern bald komplett dorthin “umkrempeln” wird.

    Denn Familien-Wellness-Kindergemüt wie bei woom spricht die neue kantig-aggressive Typografie ja nicht mit an. War mit Sicherheit Absicht und kein Typo-Unfall.

    1. Die stilistischen Gemeinsamkeiten der Puky-Wortmarke mit Logos von Maschinenbau-Unternehmen sind schon sehr deutlich und ausgeprägt:
      Edginess, Sharpness, Dekonstruktion/Neukonstruktion, Einschnitte, ausgeprägte typographische Unterschneidung (Kerning), Betonung von Diagonalen – alles Stilmerkmale, die sich wirklich zuhauf bei Unternehmenslogos in der Maschinenbau- oder Robotics-Branche finden. Zeichen, die vor allem Technik-Affinität vermitteln. Hier eine Gegenüberstellung zwecks Veranschaulichung.

    2. Sicher geht das Design weg vom kindlichen – aber ob es sinnvoll wäre, die Firma komplett in Richtung sportorientierter Mountainbikes umzuorientieren, und den Namen beizubehalten, bezweifle ich. Wenn ich als Jugendlicher die Wahl hätte, entweder ein Puky oder z.B. ein Specialized, YT, Canyon oder ähnliches zu fahren, würde ich mich vermutlich eher nicht für die Dreiradmarke entscheiden. Zum einen wegen des Image, zum anderen, weil ich da wenig Expertise im MTB-Bereich unterstelle.

  11. Puh, bei dem tu ich mich schwer, als “Betroffener”

    Der Schriftzug von PUKY war ja schon länger an den Seiten der Räder dran, tatsächlich war das “Siegel” nur vorne am Lenker. So ein krasses “Redesign” ist es per se nicht mal.

    Wenn man in dem Thema der Kinderräder drin ist, dann ist der Schritt vor allen Dingen eines – eine Woomification auf Kosten der eigenen Identität.

    Das alte Siegel war nicht schön, aber es war halt PUKY. Eine Überarbeitung, wie von Achim in den Kommentaren erwähnt, wäre viel besser gewesen als eines DER Erkennungszeichen zu verbannen.

    Klar, PUKY ist ein wenig angestaubt im Vergleich zu Woom, aber die Produkte sind nicht schlecht, grade wenn man den Preisvergleich zu Woom anstrebt.

    Meiner Meinung nach ist das Design hier zu sehr der Konkurrenz in die Arme gelaufen.

  12. Schade, das alte zeichen empfand ich als deutlich aufgeladener, individueller, wertiger…

    Als wir uns im fahrradladen unseres vertrauens nach einem Kinderrad umsahen und sagten, „so ein puky oder so“ sagte die verkäuferin sehr ernst „wir sind ein fahrradgeschäft, spielwaren gibts gegenüber“. Wir haben dann ein Fahrrad gekauft ;-) (aber vielleicht ist dass ein Markenklischee, dass Puky hinter sich lassen will?)

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