PSI präsentiert sich mit neuem visuellen Erscheinungsbild
Das Software-Unternehmen PSI tritt seit kurzem mit neuem visuellen Erscheinungsbild auf. Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung wurde das Corporate Design modernisiert und das Unternehmenslogo grundlegend neugestaltet.
PSI Software SE ist ein börsennotiertes deutsches Softwareunternehmen mit Sitz in Berlin. Gegründet 1969, entwickelt es KI-basierte Lösungen für die Optimierung von Energie- und Materialflüssen in Versorgung und Industrie. Der Konzern beschäftigt rund 2.400 Mitarbeiter an 13 deutschen und 17 internationalen Standorten. In Europa ist PSI eigenen Angaben zufolge Marktführer bei Energieleitsystemen.
Ende 2024 hatte der PSI-Konzern eine strategische Neuausrichtung angekündigt („PSI Reloaded“), die auf eine Transformation hin zu einem modernen, integrierten Softwareunternehmen mit Fokus auf skalierbare, KI- und cloudbasierte Lösungen (SaaS) abzielt. Dementsprechend hat das Unternehmen nun das visuelle Erscheinungsbild angepasst.
Auszug der Pressemeldung
Das neue, moderne Erscheinungsbild unterstreicht die technologische Exzellenz, die tiefgreifenden Branchenkenntnisse und die höchste Kundenorientierung des Unternehmens. Damit bekräftigt PSI ihre Position als innovativer Technologieführer im Bereich skalierbarer, KI- und cloudbasierter Softwarelösungen für Versorger und Industrie. „Wir haben einen weiteren wichtigen Meilenstein in unserem Transformationsprozess erreicht. Unsere Softwarelösungen sind heute intelligenter, integrierter und zukunftsorientierter denn je. Unser neuer Brand vermittelt dies klar und spiegelt unser Engagement für Innovationen eindeutig wider“, erläutert Robert Klaffus, CEO der PSI Software SE.

Erstmals seit fast drei Jahrzehnten legt sich das Unternehmen ein neues Logo zu. Die im Zuge des Börsengangs im Jahr 1998 eingeführte Wortbildmarke, mit einer in Serifenschrift gesetzten Wortmarke und einer fotorealistischen Walnuss als Bildelement, macht Platz für ein grundlegend neu gestaltetes Logo.
Die Wortmarke ist weiterhin in Versalien und in der Farbe Schwarz gehalten – doch damit enden die Gemeinsamkeiten Die bisher in der Serifenschrift Goudy (Frederic W. Goudy, 1915) gesetzten Buchstaben sind nun in einer besonders breit laufenden Typo gehalten, die über eine durchgehend breite Strichstärke verfügt.
Statt in der Serifenschrift Goudy (Frederic W. Goudy, 1915) sind die Buchstaben „PSI“ nun in einer besonders breit laufenden Typo mit durchgehend breiter, linearer Strichstärke gehalten. Der ohnehin betont konstruierte, technische Ausdruck der Lettern wird durch eine Auslassung im „S“ verstärkt, die den Buchstabenkörper in zwei separate Segmente teilt.

Die so geschaffene quadratische, „Pixel-artige“ Negativform greift auch die weiterhin rechtsseitig platzierte Bildmarke auf. Das ovalförmige Zeichen, eine Kombination aus Globus und bisheriger Walnuss, spiegele den „internationalen Fokus und die Kernprozesskompetenz der PSI“ wider, so die offizielle Erklärung.
Als Corporate Farben fungieren fortan Dunkelgrau, Weiß, ein stark gesättigter Grün-Türkis („Aquamarin“) und Lila („Lilac“). Das Farbschema zeichne sich durch eine klare Erkennbarkeit, zeitlose Modernität sowie starke Anpassungsfähigkeit und Skalierbarkeit über alle Medien hinweg aus.
Entstanden ist das neue Markendesign in Zusammenarbeit mit dem Design- und Tech-Studio AN (Berlin).
Kommentar
Ungewöhnlich ist die bisherige Walnuss im Kontext Markendesign ob ihrer Machart schon. Da es sich hierbei um eine, mehr oder weniger, gewöhnliche fotorealistische Darstellung handelt, transportiert diese Walnuss für sich genommen allerdings keine beziehungsweise kaum Markenidentität (je nach Anwendungskontext). Was für sich genommen bereits ein Defizit und ein Problem darstellt. Zumal auch das Namenskürzel „PSI“ kein Alleinstellungsmerkmal darstellt (siehe Paul Scherrer Institut PSI, u.a.).
Auf allen Anwendungen, digital und analog (Website, Messestand, Werbeanzeige, Geschäftsbericht, Fahrzeug, etc.) musste in der Vergangenheit – notgedrungen – das PSI-Logo stets als Ganzes abgebildet werden. Aufgrund der fotorealistischen Stilistik war einerseits die Variabilität stark eingeschränkt. Eine Darstellung als Negativform – helle Walnuss auf dunklem Grund – war bislang nicht möglich. Zudem ist eine gewöhnliche fotorealistische Darstellung im Zusammenhang mit Logodesign kein geeignetes visuelles Mittel, um eine Verbindung zur Marke herzustellen. Es bedurfte stets weiterer Informationen und zusätzlichen Kontext (z.B. Besuch einer Technologie-Messe), um die Walnuss mit PSI in Verbindung bringen zu können. Würde die Walnuss solitär auf Werbebanden in einem Stadion gezeigt werden, wäre ihr Sinn, ihre Bedeutung für die allermeisten Zuschauer unklar. Mit einem abstrahierten Zeichen ist die Verbindung zur Marke stärker, und Sinn und Zweck leichter zu verstehen/erkennen (Apple, Mastercard, u.a.).
Dem alten Logo ist deutlich anzumerken, dass es vor fast 30 Jahren und damit vor der digitalen Revolution entwickelt worden ist. Das neue Designsystem mit vereinfachter Bildmarke entspricht viel besser den heutigen Anforderungen der digitalen Welt und gestattet eine größere Flexibilität.
Der Sprung zwischen bisheriger und neuer visueller Identität ist freilich riesig. Das, aus meiner Sicht, indifferente und auch inkonsistente visuelle Profil, mit dem das Unternehmen in der Vergangenheit aufgetreten ist, mag den Ausschlag dazu gegeben haben, das Markendesign umfassend und vollständig zu erneuern, und mehr als nur einen evolutionären Schritt zu gehen. Die gewählten Farben sind spezifisch, ihre Differenzierungsqualität im Umfeld ist hoch.
Es fällt mir jedoch schwer in der als „Kombination aus Globus und bisheriger Walnuss“ bezeichneten Bildmarke einen Globus auszumachen. Denn die Charakteristik einer grafischen Globusdarstellung ist eine andere: der Korpus ist rund, nicht oval; die Linien sind eher dünn, entsprechen eher einem Gitternetz, nicht einem Kreuz. In meiner Wahrnehmung steht bei der neuen PSI-Bildmarke eine Kreuzsymbolik (Vergleich Keltenkreuz) im Vordergrund – sie ist bestimmend, und artikuliert zuallererst eine christliche Botschaft, unfreiwillig.
Während das bisherige Logo mit schlanker Serife und goldbrauner Nussdarstellung Eleganz und Exzellenz vermittelt, wenngleich in einer nicht mehr zeitgemäßen Weise, transportiert die eckige, technisierte Typo in gedrungener Form im Zusammenspiel mit der in schwarz in fetten Linien angelegten Bildmarke im Ausdruck Robustheit, Dynamik und „boldness“. Wie eine aus Carbon gefertigte Karosserie eines Sportwagens mit Elektroantrieb. So jedenfalls mein Eindruck.
Mich würde interessieren wie Branchenkenner, insbesondere auch Mitarbeiter und Kunden des PSI-Konzerns die neue Bildmarke lesen und interpretieren, welche Assoziationen das neue Firmenlogo in B2B-Kreisen hervorruft. Dass das visuelle Erscheinungsbild nach fast 30 Jahren modernisiert werden musste, daran besteht kein Zweifel.
Mediengalerie
- PSI Logo / Bildmarke, Quelle: PSI, AN
- PSI Logo – vorher und nachher, Bildquelle: PSI, AN, Bildmontage: dt
- PSI Logo, Quelle: PSI, AN
- PSI Corporate Design Visual, Quelle: PSI, AN
- PSI Corporate Design Visual, Quelle: PSI, AN
- PSI Corporate Design Visual, Quelle: PSI, AN
- PSI Corporate Design Visual, Quelle: PSI, AN
- PSI Corporate Design Visual, Quelle: PSI, AN
- PSI Corporate Design Farben, Quelle: PSI, AN
- PSI Corporate Design Logo, Quelle: PSI, AN
- PSI Corporate Design Typo, Quelle: PSI, AN
Weiterführende Links


















Hat etwas Martialisches an sich. Weckt bei mir eher die Assoziation “Rüstungskonzern”. Das Zielkreuz verstärkt den Eindruck. Mangels Background hatte ich nicht in Richtung Christentum gedacht.
Ich finde es nicht schlecht, vor allem eingebunden im Corporate Design. Und nach der langen Laufzeit des alten Logos ist eine komplette Neuentwicklung sicher vertretbar. Es ist klar, dass die Wiedererkennbarkeit leidet, aber diese Logo ist zeitgemäß, zukunftsorientiert und ich denke, dass es langfristig nutzbar bleibt. Es symbolisiert für mich schon Technik, aber in gewissen Sinn auch Materialfluss – durch die Verschiebung des Querbalken des Kreuzes.
Materialfluss?
schreibst du ja selber in deinem Artikel ;)
Keine Ahnung aber, wie das Logo sowas symbolisieren soll.
Eben drum frage ich nach wie es gemeint ist.
Ich finde, der ausgerückte Querbalken in Verbindung mit dem vertikalen Balken mit Biegung könnte eine vielleicht aus einem Rohr kommende, viskose Masse darstellen. Also ein Materialfluss…
Dank Dir. Interessante Sichtweise und Interpretation.
Dass ein neues Logo dringend angeraten war, sieht man auf den ersten Blick. Interessant finde ich, dass ich von einer deutschen Softwarefirma namens PSI (seit 1969! wtf) noch nie gehört habe. Ok, die sind wohl mehr B2B ausgerichtet – aber das ist SAP auch, und die “kenne” ich zumindest.
Jo. Erste Assoziation: Wäre das Logo violett, würde es gut für einen Kirchentag passen …
Aber in den Anwendungsbeispielen zeigt es für mich – vor allem die Bildmarke allein in Schwarz sowie in Weiß auf Schwarz – deutliche Anklänge an faschistisches Design. Stilisierte Kreuze, vor allem so blockartig Bold, werden ja gern in der Szene verwendet. Zumindest kann man den Eindruck als “martialisch” bezeichnen, wie DerSiedlee es formulierte (s.o.).
Vielleicht ist es ja ein Trend, siehe z.B. auch das Logo der spanischen Fußball-Liga, das an eine Wolfskralle erinnert:
https://www.designtagebuch.de/laliga-praesentiert-neue-markenidentitaet-und-richtet-sich-strategisch-neu-aus/
Geht es nur mir so? Ich wundere mich jedenfalls, dass diese recht naheliegende Assoziation bei der Logo-Entwicklung offenbar keine Rolle gespielt hat. Aber ich kenne auch die Betriebsblindheit in der Logoentwicklung noch gut. Wenn der Gestalter und/oder der Kunde sich erstmal in einen Entwurf “verliebt” haben, und eine einigermaßen schlüssige Herleitung gefunden haben, werden solche Bedenken gern kleingeredet oder wegdefiniert. Aber vielleicht hat es ja auch Marktforschung gegeben, die zu einem anderen Urteil kam (und ich bin tatsächlich zu empfindlich in der Hinsicht, das kann auch sein ^^).
Gestalterisch finde ich es gar nicht so schlecht. Die dezente Disruption durch die quadratischen Aussparungen hat was. Für mich sieht es ein bisschen so aus, als läge ein weißer Balken zwischen dem S und der Bildmarke (der hinter dem I verläuft). Wozu auch immer das gut sein soll – weiß nicht, ob es da eine Herleitung gibt – aber damit kann man bestimmt gut spielen; generell ein interessanter Ansatz. Aber die Bildmarke hätte ich gegenüber der Wortmarke ein wenig zurückgenommen in ihrer Boldness. Für mich ist die martialische Assoziation so zu stark.
Weiß jemand, wie die ursprünglich auf die Nuss gekommen sind? Software in a nutshell? Da fällt mir grad nix zu ein …
Fotos als Bildmarke sind wirklich schwierig, und in der Regel nicht zu empfehlen. Ich war mal an der RZ des Bostik-Logos beteiligt (https://duckduckgo.com/?t=ftsa&q=bostik+logo&ia=images&iax=images) (Hersteller von Klebstoffen), da ist der Gecko auch als Foto integriert. Das war in der Umsetzung schon spannend, rein technisch – aber die Dateien waren superfett (man konnte ja auch nicht beliebig skalieren, musste also mehrere Auflösungen vorhalten). Und die Umsetzungen für Siebdruck/Tampondruck, 2-, 3- oder vierfarbig (wurde auf den meisten Gebinden – Säcke, Eimer – so gedruckt) waren eine echte – spannende – Herausforderung. Der schönste Teil war aber die Sichtung der Gecko-Fotos ^^. Naja, ich komme ins Schwafeln … soweit erstmal … ;))
Vielen Dank für den (auch für Amateure) erhellenden und nachvollziehbaren Kommentar. Ist auch alles sehr schick, aber die fotorealistische Nuss hatte schon was, irgendwie.
Krass nur, dass 1998 mittlerweile “vor fast 30 Jahren” ist. Schockiert. ^^
Als Feedback noch für Achim: Als der Artikel hinter der Paywall war, wurde er genau im Zitat der Pressemitteilung abgeschnitten. Das hat das ganze Blog-Layout zerschossen, weil alles darunter kommende (Paywall-Info, Achims Profil etc.) in die Zitate-Box gepackt wurde :)
Also ich kenne die Marke null, obwohl mir die IT-Branche nicht völlig fremd ist. Ich habe, nicht das ich wüsste, das Logo mit der Wallnuss jemals wahr genommen.
Dass das Logo, gerade für ein börsennotiertes IT-Unternehmen, so lange unangetastet blieb, lässt sich für mich überhaupt nicht erklären. Gerade wenn ein Logo nicht durch eine enorme Weltbekanntheit strotzt, wäre es doch schon längst möglich gewesen – seis es drum.
Ich empfinde das neue Desgin (das alte ist mir ja wie gesagt völlig unbekannt) tatsächlich als sehr gelungen. Typo find ich ausgesprochen schick und genaus passend wie die Farbgebung (gemessen an dem Webauftritt). Insgessamt ein Auftritt, der in die IT passt.
Was ich nicht verstehe, ist die Umdeutung der Bildmarke. Für mich ist das immernoch eine, wenn auch abstahierte, Wallnuss. Der versetzte horizontale Strich, ahmt ziemlich gut die Naht nach, sodass im Oval eine Spize und ein Boden (sagt man das dazu?) angedeutet werden. Die Zweideutung eines Globuses hätte ich jetzt nicht gebraucht und seh ich auch nicht. Eine Kreuzsymbolik möchte ich hier aber ebeso wenig reindeuten. Freilig, ohne Bezug zur alten Bildmarke wird es schwierig mit der Herleitung. Aber so oft tritt es ja offensichtlich nicht in Erscheinung für Unwissende ;)
💚
Hallo zusammen
Ich breche eine kleine Lanze für das “alte” Design. Ich erinnerte spontan, dass ich dieses Logo irgendwo in Berlin (Hackescher Markt?) gesehen habe. Und das ist über 20 Jahre her! Das finde ich aus meiner Sicht bemerkenswert.
Das “neue” Logo ist schon ein großer Schritt und aus meiner Sicht mutig, radikal und bemerkenswert. Sie werden schon Gründe haben, diesen Bruch mit dem alten Design zu vollziehen.
Die Ästhetik des alten Logos erinnert mich an die Apple-Garamond-Zeit während dem Übergang von MacOS 9 zu MacOS 10. Mit der neuen Übermacht digitaler Kanäle macht so eine fotorealistische »Bildmarke« wie diese Walnuss angesichts angesprochenen Herausforderungen in der Darstellung wenn überhaupt eigentlich erst heute Sinn.
Das neue Logo ist ohne Zweifel zeitgemäß, handwerklich sauber umgesetzt (vielleicht hätte auch im P und I ein Pixel fehlen können und statt der Manrope lieber die Space wenn schon unbedingt ein Freefont) und das dazugehörige Asset-Set mehr als solide. Auch den Globus kann man erkennen, wenn man möchte.
Allerdings auch irgendwie Standard und nichts besonderes mehr. So etwas sieht man inzwischen überall – zumindest im globalen Wettbewerb. Insofern bleibt die Frage ob ein leichter Feinschliff des alten, eingetragenen, heute eigenständigeren und damit herausragenderen Erscheinungsbildes der klügere Ansatz gewesen wäre.
Spannender Sprung von der fotorealistischen Walnuss zu einem klaren, technisierten Zeichensystem. Gerade die Auslassung im »S« und die daraus abgeleitete Pixel-Formensprache schaffen eine eigenständige visuelle Klammer, die digital wie analog funktioniert.
Die Farbwelt mit Aquamarin und Lilac hebt sich im eher konservativen Enterprise-Software-Umfeld wohltuend ab, ohne beliebig zu wirken. Insgesamt ein mutiger, aber stimmiger Schritt für ein Unternehmen, das sich gerade grundlegend neu aufstellt.