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Polaroid mit neuem Markenauftritt

Polaroid Logo, Quelle: Polaroid

Die für Sofortbildkameras bekannte Marke Polaroid hat sich ein neues Logo zugelegt und den Verpackungen einem Makeover verpasst. Angedeutet hatte sich das Rebranding bereits im Herbst letzten Jahres als das Produkt-Portfolio um die Sparte Lautsprecher erweitert wurde.

Polaroid hat als Marke/Unternehmen eine lange und bewegte Vergangenheit. 1937 wurde Polaroid Corporation vom US-amerikanischen Physiker Edwin Land gegründet. Das von ihm entwickelte Schnellentwicklungsverfahren, welches wenige Sekunden/Minuten nach Auslösen ein fertiges Foto liefert, galt 1948 als revolutionäre Neuerung. Mitte der 1970er Jahre hatte Polaroid mehr als sechs Millionen Fotoapparate verkauft.

Dem technologischen Fortschritt der Digitalfotografie hinkte das Unternehmen in den 1990er-Jahren jedoch hinterher. 2001 meldete das Unternehmen erstmals Insolvenz an. Es folgten mehrere Eigentümerwechsel, bis schließlich 2008 die Produktion komplett eingestellt wurde. Die Rückkehr von Sofortbildkameras unter dem Namen Polaroid ist einer Firma aus Deutschland/Berlin zu verdanken. Zunächst unter dem Namen „The Impossible Project“ gestartet, erwarb der Haupt-Anteilseigner im Mai 2017 von Impossible die Markenrechte und damit das Lizenzgeschäft.

Neben Sofortbildkameras und den dafür notwendigen Fotopapieren werden seit September 2022 unter dem Namen Polaroid auch Bluetooth-Lautsprecher angeboten. Das im Zuge des Launchs dieser Produktsparte eigens kreierte Markenlogo wird seit wenigen Tagen nun als Absender für alle Produkte verwendet. Kommuniziert wurde das Rebranding seitens des Unternehmens bislang nicht.

Polaroid Color i-Type Film – vorher und nachher, Bildquelle: Polaroid, Bildmontage: dt
Polaroid Color i-Type Film – vorher und nachher, Bildquelle: Polaroid, Bildmontage: dt

Logo und Aufmachung sind neu, die Stilistik ist ähnlich, die Hausschrift und das Farbspektrum bleiben hingehen unverändert. Bereits seit vielen Jahren fungiert die Real (FontFont) als Hausschrift von Polaroid. Das Logo, nunmehr ein reine Wortmarke, besteht fortan rein aus Kleinbuchstaben.

Kommentar

Im Rahmen der CXI hatte ich 2013 das Vergnügen den Vortrag von Florian Kaps zu verfolgen, einem der drei Gründer von Impossible. Die Reaktivierung/-kultivierung der Marke Polaroid finde ich bemerkenswert. Für mich eine der spannendsten Markengeschichten der letzten zwanzig Jahre. Die Ausweitung des Produktportfolios auf Lautsprecher ist wieder so eine unvorhersehbare Wendung. Ich denke schon, dass die Markenelastizität hier gehörig auf die Probe gestellt wird. Man stelle sich vor JBL, Canton oder Bose würden plötzlich Kameras herstellen. Man darf gespannt sein, ob das Konzept aufgeht.

Zur Gestaltung: Beim „p“ und „d“ der „polaroid“-Wortmarke wurde richtig gemacht, was zuletzt im „b“ bei Bonprix misslang: der Übergang von Gerade in Bogen ist fließend und harmonisch. Die polaroid-Wortmarke ist sehr gut ausgerichtet und austariert. Der Wechsel aus Strichen und Zwischenräumen erzeugt ein sehr harmonisches Bild. Der Overshoot bei Lettern mit Rundungen ist gut gewählt. Die nunmehr aus Minuskeln gesetzte Wortmarke verfügt über eine spannende Rhythmik: die fünf nunmehr auf gleicher Höhe befindlichen nahezu(!) kreisförmigen Punzen bilden eine Art „pentatonischen Klang“. Der auf diese Weise erzeugte „visuelle Akkord“ prägt sich ein und bleibt in Erinnerung. Apropos. Was Polaroid nun noch fehlt, ist ein dazu passendes Soundlogo. Zumal man ja seit Kurzem im Segment Sound aktiv ist.

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Dieser Beitrag hat 9 Kommentare

  1. Ich finde das neue Logo sehr gut umgesetzt. Es sieht durch die erwähnte Rhythmik sehr ausgewogen und harmonisch aus, hat jetzt schon etwas von einem „Klassiker”. In Kombination mit dem Farbspektrum ein sehr gutes Erscheinungsbild.
    In den USA habe ich desöfteren Polaroid Fernseher gesehen, welches Lizenzkonstrukt dahinter steckt, kann ich auch nicht sagen.

        1. Ähnlichkeit? Ich sehe mehr Unterschiede als Ähnlichkeiten. Duktus, Ausdruck, Geometrie, Strichstärkenkontrast, last but not least die Qualität der Gestaltung – alles unterschiedlich. Gut … beide Wortmarken sind schwarz und in Minuskeln gesetzt. Das war es aber auch schon an Gemeinsamkeiten.

  2. Mir gefällt, wie nun der typische Rand eines »Sofortfotos« für die Verpackungen zitiert wird. Eine in sich schlüssige Gestaltung wie ich finde.
    Beim Spiegelspiel mit dem p/d fragte ich mich nur spontan ob das jetzt machen wird, der eine solche Buchstaben-Kombination in seinem Logo findet. Bei einer Marke mit Bezug zu Optik finde ich es aber mal ganz passend.

  3. Bei diesem p und d denke ich an musiknoten, also: Das gleiche würde auch beispielsweise für eine HiFi-marke funktionieren.

  4. Gefällt mir sehr gut. Wahrscheinlich das beste Rebranding, das ich je gesehen habe (bei dem die Basis ein bereits gutes Logo ist).

    Am Anfang habe ich sogar gedacht, dass es sich bei dem neuen Logo um das alte handelt. Wann hat das Rebranding stattgefunden? Für mich fühlt sich das neue Logo so natürlich und nativ zur Marke an, dass ich das Gefühl habe, dass es schon ewig im Einsatz ist.

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