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Piratenpartei Niedersachsen kopiert Werbeideen

8 Wochen vor der Landtagswahl in Niedersachsen am 20. Januar 2013 präsentierte die Piratenpartei Niedersachsen gestern ihre Wahlkampagne, mit der erstmalig der Einzug in den Niedersächsischen Landtag gelingen soll. Auf Plakaten und in Wahlwerbespots wirbt die Partei dafür, Werbung zu hinterfragen, da diese ihrer Ansicht nach keine Inhalte vermittele. Dabei bedient sich die Kampagne gestalterischer Mittel, die nun die Rechtsabteilungen der in der Kampagne plagiierten Unternehmen beschäftigen werden dürfte.

Auf (unter anderem) das Urheberrecht aufmerksam machen, indem man dasselbige mit Füßen tritt. Aha. Ein interessanter Ansatz. „Visuelle Raubkopien“ als Vorgeschmack darauf, was Bürger zu erwarten haben, sobald die Piratenpartei an der Macht ist, oder wie darf man das verstehen? Tausche in Heimarbeit gebauten Volkswagen gegen liebevoll kopierten Apple Rechner. Wo kann ich eben noch auf Markenanwalt umschulen?

Aber mal im Ernst. Was ist das für eine seltsame Kampagne! Geht es darum, aufzufallen? Sicherlich auch. Möchte man witzig und kreativ sein? Vielleicht. Offenkundig geht es auch darum, große Unternehmen und Konzerne zu provozieren, was die Initiatoren der Kampagne allerdings ganz anders sehen, sind sie doch der Ansicht, die Aktion würde unisono mit Humor aufgenommen werden. Ich bin mir da nicht ganz so sicher.

Der Umstand, dass die Platzhirsche der Unterhaltungsindustrie Warner, Universal und Sony nicht als Motiv auftauchen, liegt allein daran, dass sie in der Endkunden-Werbung nicht stattfinden. So müs…

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 97 Kommentare

  1. ICH VERSTEHE ZWAR ECHT NICHTS VON POLITIK, ABER NACH MEINEM STUDIUM ALS KOMMUNIKATIONSDESIGNER HABE ICH DOCH NE GEWISSE AHNUNG VON DER WERBUNG.

    ICH FINDE DIESE KAPAGNE GROßARTIG!!!*

    DIE PARATEN WERDEN ENDLICH MAL AUFFÄLLIG.
    KEINER VON UNS SCHAUT MEHR AUF DIE GESICHTER DER POLITIKER DIE UM DIE STRAßENLATERNE GEBUNDEN SIND. UND DIE PIRATEN HABEN ES GESCHAFT DEN WEG ZUM BUS LUSTIG ZU GESTALTEN, DER VORTEIL DES GANZEM IST AUCH EIN GESPRÄCHSTOFF UNTER FREUNDEN, WER WÜRDE DENN NICHT GERN SAGEN WAS ER TOTAL LUSTIGES HEUT MORGEN ENTDECKT HAT?
    DAS FÜHRT ZU DEM GESPRÄCH ÜBER DIE PARTEI, UND VIELLEICHT ENTSCHEIDET SICH DANN JA DER EINE ODER ANDERE DIE PIRATEN ZU WÄHLEN!

    DIESE KAPAGNE HAT 10 VON 10 STERNEN VERDIENT.

  2. @ Christoph (90)

    Das BGE, eine Postwachstums-Wirtschaft, uneingeschränkter lebenslanger Zugang zu Bildung, tranzparente politische Prozesse und neue formen der Bürgerbeteiligung mit Liquid Democracy sind für dich also Inhaltsleer. Interessant.

  3. Naja, da sieht man mal wieder wo die Piraten eigentlich herkommen. Sie sind eben keine Marketingstrategen, sondern eher ein paar Studenten die mal im AstA saßen und vielleicht mal ein paar Flugblätter gestaltet haben (ja ich weiß, dass das jetzt stark verallgemeinert ist). Das ist ja auch das Schöne an ihnen, nämlich dass sie nicht aus der politischen Kaste kommen sondern aus der Durchschnittsbevölkerung. Dass die Probleme damit haben sich zu präsentieren, ist völlig klar. Ich finde, das sollte man ihnen nicht zu übel nehmen.

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