Pfeffersack & Soehne – Inszenierung einer Gewürzmarke

Pfeffersack & Soehne

„Pfeffersack & Soehne“ – hinter diesem ungewöhnlich klingenden Namen steckt kein Familienunternehmen, das bereits in der fünften Generation Waren produziert, sondern eine junge Lebensmittelmarke, die mit viel Leidenschaft und Einsatz in den vergangenen 8 Monaten von einem vierköpfigen Team entwickelt wurde und heute nun exklusiv im dt erstmalig und ausführlich vorgestellt werden soll.

Ich sprach mit Christian Ganser, der zusammen mit seinen Partnern die Gewürzmarke zum Leben erweckt hat, über die Idee zu diesem Projekt, ihrer Motivation, den Zielen und was es mit dem Namen auf sich hat. Designer, Designinteressierte und Liebhaber feiner Gewürze kommen dabei gleichermaßen auf ihre Kosten, denn neben der Entstehungsgeschichte von Pfeffersack & Soehne dürfen sich dt-Leser auf wunderbare Gewürzsets freuen.

Die Marke Pfeffersack & Soehne

Pfeffersack & Soehne verschreibt sich voll und ganz der Welt der Gewürze; ein Markt, der zwar hierzulande von vielen Anbietern bedient wird, der jedoch bislang in Bezug auf hochwertiges Design noch kaum in Erscheinung getreten ist. Gewürzregale in Supermärkten gleichen bunten Setzkästen, in dem die Auswahl reich, die Gestaltung jedoch eher „geschmacksneutral“ ist. Das Design von Pfeffersack & Soehne ist hingegen sehenswert, und auch sonst unterscheiden sich die P&S-Produkte von Waren wie man sie im Supermarkt findet.

Pfeffersack & Soehne Produktfoto

Die Etiketten sind schlicht gehalten, was wiederum dem Behältnis, einer von Hand hergestellten Keramikdose, zu gute kommt. Das reduzierte Design, die zylindrische Form sowie der Korkenverschluss machen jede Dose zu einem kleinen Unikat. Gewisse Unregelmäßigkeiten, wie etwa die nicht immer perfekt ausgerichteten Etiketten, werden dabei in Kauf genommen, denn schließlich „entstehen die Keramikdosen im Westerwald in Handarbeit – und einige von ihnen sind nicht 100% zylindrisch, sondern werden nach oben minimal breiter“,  so Christian Ganser, der ergänzend anmerkt, dass ihm dies immer noch lieber sei, „als exakt gleich aussehende Industrieware aus China zu importieren“. Mehr zur Entstehungsgeschichte nun in einem Gespräch mit Christian, der Einblick in die Arbeit zu diesem Markenstart gibt, die Produktentwicklung, Package Design, Einkauf, Abfüllung, Text, Fotografie, Vertrieb, Marketing, Verkostung, Produktion und vieles mehr beinhaltet.

Pfeffersack & Soehne Gewürze

Die Entstehungsgeschichte von Pfeffersack & Soehne

Wie kamt Ihr auf die Idee, mit Pfeffersack & Soehne eine völlig neue Premium-Gewürzmarke auf den deutschsprachigen Markt zu bringen?

Die Idee ist Ende letzten Jahres entstanden – aus reinem Ärger – als wir für einen Kochabend eine schöne Creme Bruleé zubereiten wollten. Aber wir waren zu geizig, im Supermarkt für eine winzige, schrumpelige Vanille-Schote 
€ 2,39 auszugeben. Nach kurzer Recherche im Internet war uns schnell klar, mit welch unglaublichen Margen die großen Gewürzanbieter fragwürdige Qualitäten unters Volk bringen. Wir dachten uns: Das können wir besser – und zwar so, dass alle mehr davon haben!

Wie seid Ihr konkret vorgegangen und welche Schritte waren bis zur Einführung der Marke verbunden? Ihr habt unter anderem eine GbR gegründet.

Gewerbe gründen, Genehmigungen einholen und Auflagen erfüllen sind lästige Angelegenheiten, die aber doch erledigt werden müssen. Da wir alle branchenfremd waren, war das schon ein steiniger Weg. Wir haben aber viel gefragt, viel nachgelesen und uns viel Mühe gegeben. Spannender war da schon das Entwickeln des eigentlichen Produktsortiments. Wir haben von unzähligen Großhändlern und Importeuren Ware bestellt und getestet, immer wieder. Die Unterschiede bei der Qualität sind enorm! Übrig geblieben ist nur eine Handvoll von Lieferanten, die uns mit Güte und Zuverlässigkeit wirklich überzeugt haben.

„Wir wollten ein Produkt, dass wir so gut und schön finden, dass wir es selbst haben wollen.“

Während wir beim Thema Gewürze Neuland betreten mussten, haben wir uns bei der Entwicklung des Erscheinungsbildes und des Verpackungsdesigns auf absolut vertrautem Terrain bewegt. Dementsprechend lief dieser Teil der Arbeit beinahe zu perfekt, um wahr zu sein. Namensfindung, Logo und die wesentlichen Charakteristika der Marke sind in nur einer Woche entstanden.

Und dann waren da noch so Kleinigkeiten wie Räumlichkeiten finden, Bereiche für Lager und Produktion abgrenzen und einrichten, Marke anmelden und und und. Wir haben jetzt beinahe 8 Monate von der Idee bis zum Markenlaunch und weit über tausend Stunden Arbeit hinter uns. Und stehen immer noch ganz am Anfang.

Pfeffersack & Soehne Logo

Einer Marke erstmals Leben einzuhauchen ist sicher spannend, vor allem auch aus Gestaltersicht. Welche Anforderungen habt Ihr an das Design von Pfeffersack & Soehne gestellt? Was soll die Marke kommunizieren?

Da Pfeffersack & Soehne als Nebenprojekt nur aus der Motivation Leidenschaft heraus entstanden ist, war unsere Anforderung an das Design vor allem ein Anspruch an Selbstverwirklichung: Wir wollten etwas erschaffen, das uns stolz, glücklich und zufrieden macht. Eine Marke, die wir nicht aus der Hand geben müssen um dabei zuzusehen, wie sie Stück für Stück von ihren Inhabern wieder aufgeweicht wird. (dt-Anmerkung: seit Mai 2011 besteht Markenschutz beim DPMA)

Wir wollten ein Produkt, dass wir so gut und schön finden, dass wir es selbst haben wollen. Jetzt stehen die 50 Dosen in meiner Küche, und ich habe echt ein Platzproblem. Was soll die Marke kommunizieren? Wichtige Frage. Aus Marketing- und Vertriebssicht vorrangig Einzigartigkeit, Qualität und Vertrauen. Das Übliche. Also vergessen wir das :)

Ich fange mal anders an. Wer hat als Kind nicht von den Fuggern gehört, von den Handelsreisen des Marco Polo gelesen oder eine Wirtschaftssimulation auf dem C64 gezockt? Der Handel mit Kolonialwaren war viele Jahrhunderte lang eine faszinierender Teil der Geschichte, der in Zeiten von selbstverständlichem globalem Handel natürlich etwas verloren gegangen ist. Wir wollten gerne diese Aura in der Marke einfangen, ein bisschen Nostalgie wecken, sie aber mit einem Schuss Humor, Leichtigkeit und Menschlichkeit versehen, so dass sie auch zu uns passt. Da ging es auch um den Spagat, nostalgisch anmutende Attribute wie die verwendeten Materialien und das darauf getrimmte Zeichen mit einer unaufgeregten und zeitgemäßen Gestaltung zu verbinden.

Wir haben gemerkt: Pfeffersack & Soehne ist für unser Vorhaben der perfekte Name, denn jeder versteht direkt, worum es geht – und hat dabei ein Lächeln auf dem Gesicht. Das war und ist uns wichtig.

Pfeffersack & Soehne Gewürzmischung

Wie empfindest Du es, sein eigener Kunde zu sein? Beflügeln einen die Freiheiten, die man zunächst einmal genießt, oder fehlt einem die kritische Rückmeldung von Kundenseite? Habt Ihr das Erscheinungsbild, etwa in Befragungen, testen lassen?

Unterm Strich kann ich sagen, dass es eine großartige Erfahrung ist. Natürlich genießt man die Freiheit, alles so machen zu können, wie man will. Aber auch wenn kein Kunde da ist, der uns mit seinen Ängsten, Befürchtungen und subjektivem Geschmacksempfinden einschränkt, so haben wir selbst im Laufe der Entwicklung diese Eigenschaften an uns festgestellt. Klar – vier Menschen, vier Meinungen. Mit dem Vorteil, dass wir von Anfang an eine sehr ähnliche Vision von der Sache hatten. Aber auch Freunde, Familie und Bekannte waren uns im gesamten Prozess kritische Ratgeber.

Pfeffersack & Soehne Verpackungsdesign

Pfeffersack & Soehne

Pfeffersack & Soehne Keramikdosen

Das Thema Nachhaltigkeit genießt bei Pfeffersack & Soehne offenbar einen großen Stellenwert. Ist die Ausrichtung auf regionale Anbieter und ökologisch hergestellte Produkte mehr als nur eine Marketingidee?

Definitiv ist es mehr! Wir verstehen Pfeffersack & Soehne nicht als eine Bio- oder Ökomarke. Bei uns steht Genuss und Design absolut im Vordergrund. Wir schreiben uns “Bio” nicht groß auf die Fahne, weil wir eben an der ein oder anderen Stelle Kompromisse eingehen müssen – es ist viel mehr eine Grundhaltung und ein gesetztes Ziel, alles so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Eine Selbstverständlichkeit, die wir eher als Randinformation betrachten. Es ist ja nunmal auch so, dass nebenan in der Eifel leider kein Pfeffer wächst.

„Unser Konzept verbindet – wo immer es möglich ist – Nachhaltigkeit mit Funktionalität und Qualität.“

Nur ein Beispiel: Die Keramikdosen werden im Westerwald von Hand gefertigt, mit Ton aus örtlichen Gruben und gebrannt in energiesparenden Öfen. Klingt wie ein Werbemärchen. Gleichzeitig sollte man aber wissen, dass die Dosen licht- und luftdicht sind, was extrem wichtig für die Haltbarkeit der Gewürze ist. Keramik ist aus unserer Sicht das perfekte Material – und es wundert uns, dass sonst niemand diese Verpackungsart nutzt. Unsere Dosen kann man 3 Jahre lang draußen überwintern lassen, abwaschen und wieder verwenden. Sie werden in 30 Jahren noch toll aussehen.

Der Online-Shop befindet sich, wie die Markenlancierung insgesamt, noch in einer sehr frühen Phase. Wie geht es mit Pfeffersack & Soehne weiter? Welche Schritte sind geplant?

Wir wissen, dass man eine Marke nicht aus dem Boden stampfen kann und alles ist perfekt. Schon gar nicht, wenn man das alles „nebenbei“ macht. Wir haben unsere Freunde und Bekannten relativ früh mit auf die Reise genommen, Fotos der Produktion auf Facebook veröffentlicht und kleine Updates geschrieben. Einfach jeden, den es interessiert, auf dem Laufenden gehalten, auch wenn noch lange nicht alles fertig war. Genau so werden wir auch weiter machen. Der Shop ist jetzt online, kann aber noch viel besser werden. Und wir sind dran: Infos über uns, die Herstellung und die Gewürze, die Produktbeschreibungen ausbauen und viele Anregungen zur Verwendung geben …

Auch im Bereich der Produktentwicklung und des ganzen Drumherum gibt es noch viele Möglichkeiten, die Welt der Gewürze ist groß! Mischungen, Kräutersalze, aromatisierte Öle, Geschenk-Sets… alles Dinge, die wir noch vorhaben. Als nächstes wird es aber Refill-Packungen geben. Und dann geht es Schritt für Schritt weiter. Wenn wir ein Jahr nach vorne schauen, hoffen wir ohnehin, dass der Shop nur einer von vielen Wegen sein wird, unsere Produkte zu kaufen. Wir führen gerade erste Gespräche mit Feinkost-Händlern, die uns in ihr Sortiment aufnehmen möchten. Drückt uns die Daumen.

Die Fragen stellte Achim Schaffrinna

Pfeffersack & Soehne

Verlosung

Design- und Gewürze-Liebhaber kommen nun gleichermaßen auf ihre Kosten. Im Rahmen der Markteinführung stehen für dt-Leser wunderbare Gewürzsets bereit. Unter allen Einsendern, die bis zum 26. August 2011, 22.00 Uhr eine E-Mail an pfeffersack {ät} designtagebuch.de senden, werden die folgenden Sets verlost:

  • 1 x Gewürzset bestehend aus 10 Gewürzen nach Wahl
  • 5 x Gewürzsets bestehend aus den Gewürzen Tellicherry-Pfeffer & Sel Gris

73 Kommentare zu “Pfeffersack & Soehne – Inszenierung einer Gewürzmarke

  1. Weil die Frage jetzt zwei mal gestellt wurde: Es ist doch klar, dass ich die Markenkreation überaus gelungen finde. Wäre es anders, wäre es zu der Vorstellung hier im dt doch gar nicht gekommen. Ich verfasse sicherlich keine „objektive Objektbeschreibung“, wie sie tadayou einfordert, von Marken, Produkten oder Unternehmen, von denen ich selbst nicht überzeugt bin. Und Ja! Wer will, kann den Artikel „Werbung“ nennen. In der hier dargestellten Form kann ich da überhaupt nichts verwerfliches finden, insbesondere, da ja durchaus auch kritische Aspekte Raum einnehmen. Mir geht es da wie den meisten Anderen, ich bin von der Markeninszenierung positiv beeindruckt, und das schlägt sich – selbstverständlich – auch im Artikel nieder. Das Projekt ist es wert, vorgestellt zu werden. Für ein solches Engagement und auch für die Qualität des Designs MUSS meiner Ansicht nach GEWORBEN werden, denn Markenstarts in diesem Stil gibt es in unserem Land einfach zu wenige, so jedenfalls mein Eindruck.

  2. Also rein vom Design würde ich mir diese Gefäße in die Küche stellen, sehr hochwertig. Ob es jetzt unbedingt Keramik sein muss, was sicherlich einen guten Teil des Preises ausmacht, weiß ich nicht, man kann auch mit anderen Materialien einen hochwertigen Eindruck erzeugen.

    Bzgl. des Marktes möchte ich ergänzen, dass sich die Marke „Herbaria“ ( http://www.herbaria.com ) ebenfalls im hochqualitativen Gewürzbereich sich einen Namen gemacht hat mit gelungenen Gewürzmischungen und einem sehr farbenfrohen Design der Dosen, die jeweils den Geschmack versuchen nach außen darzustellen. Preislich auch weit oben aber geschmacklich bisher unübertroffen. Es ist also durchaus möglich über die Gestaltung der Verpackung den Inhalt zu kommunizieren und unterscheidbar zu machen ohne das es wie ein Fuchs-Gewürzregal aussieht…

  3. Da kann ich Achim nur Recht geben. Ich verstehe auch die Kritik nicht wirklich. Dieses Forum hier ist doch dazu da, Designs vorzustellen. Und natürlich werden da auch solche Sachen vorgestellt, die man selber gut findet oder als gestalterisch gut bewertet. Und für solche Produkte kann man doch auch werben.

    Dass hier nicht ein grottenschlechter Auftritt ausführlich vorgestellt wird, inklusive Unternehemensgeschichte, ist doch wohl klar. Dafür würde ich auch nicht werben.

  4. Großartiges Design – keine Frage. Persönlich stimme ich aber meinem Vorredner „Consigliere“ dahingehend zu, dass der Markenname etwas „unglücklich“ gewählt ist.

    Abgesehen davon, dass der Begriff „Pfeffersack“ hier in Hamburg wirklich nicht positiv besetzt ist – der Verbraucher soll hier schon ganz bewusst auf eine bestimmte Fährte gelockt werden. Augenzwinkern hin oder her. Ob er das erkennt oder diesen Weg mitgeht? Ich wünsche es den „Söhnen“. Ich persönlich finde es allerdings mutig, gerade bei einer Traditionsbranche wie den Gewürzhandel, als Start-up diesen Weg der erfundenen Markenhistorie einzuschlagen – auch wenn es andere Unternehmen genau so machen (Warum hat man nicht eine „vergessene“ Marke als Hülle gekauft und reaktiviert?)

    Und sich einen originellen Namen oder eine Marke mit Augenzwinkern auszudenken – das riecht ein bisschen nach Diplomarbeit.

    Davor steht die Frage, ob die Positionierung der Marke „Pfeffersack & Söhne“ in Richtung „hippe Gewürzmarke“ oder „individuelles Premiumprodukt“ gehen soll.

    Trotz der Kritik und unterm Strich – ein toller Markenauftritt!

    Gruß aus Hamburg

  5. Es ist doch toll, wie hier diskutiert wird, ganz ohne Häme, Neid und Besserwisserei.

    Vielen Dank dafür an Achim, dass er erstmal ganz subjektiv vorlegt und auch vielen Dank an die Macher von Pfefferkorn und Soehne, die hinter die Kulissen blicken lassen. Dadurch sind keine Mutmaßungen, Spekulationen und Pseudo-Wahrheiten nötig.

    Vielen Dank

  6. Wie ich weiter oben schon geschrieben habe, bin ich insgesamt begeistert von dem Auftritt der Pfeffersäcke. Wenn jetzt hier kritisiert wird, dass es Werbung sei, muss ich aber auch noch mal meinen Senf dazu geben. Der Achim hat völlig Recht, wenn er sagt, für einen solch gelungenen Auftritt MUSS geworben werden. Und hallo? Warum denn auch nicht? Hier geht es um Design und die Jungs haben ein ordentliches Solches auf die Beine gestellt. Und wenn man als Betreiber eines solchen Forums von dem Design angetan ist, warum sollte man dann nicht einen solchen Artikel veröffentlichen? Da finde ich die Kommentare zu der Preisgestaltung schon eher über, weil das nun wirklich nichts mit Design zu tun hat. Wenn ich das richtig gelesen habe, zeichnen die Jungs selber für das Design verantwortlich“ da fühlten wir uns schon eher heimisch“ o.ä. . Und hier zu unterstellen, der Achim hätte da private Anbandelungen, selbst wenn es so wäre, wen juckt das? Er hat hier ein neues Unternehmen vorgestellt, die sich vom Start weg mit einem guten Design präsentieren. FERTIG!

  7. Stimmt. Und vor allem passt das Unternehmen hier deshalb so gut hin, weil es NUR mit Design überzeugt. Zieht man das Design ab, bleiben überteuerte Produkte von branchenfremden Hobbyköchen.

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    dt-Anmerkung
    Bitte beim nächsten Kommentar den Echtnamen verwenden. Nur so ist die Diskussion fair. Anderen anonym ans Bein pinkeln „is so 90s“.
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  8. Tolles Design! Gefaellt auf Anhieb, sieht stimmig aus und macht an sich erstmal Lust auf das Produkt. Allerdings bleiben fuer mich ein paar deutliche Schwachpunkte.

    Ich habe den Eindruck, dass hier zum Teil Design um des Designs Willen gemacht wurde. Unterm Strich sieht das Ganze doch etwas arg gewollt aus. An sich ist nichts Verwerfliches dabei ein neues Produkt so zu gestalten, dass es eine (nicht vorhandene) lange Tradition und Geschichte suggeriert (…und Soehne, putzige Keramiktoepfchen, etc.), aber der Kunde der design-affin genug ist um die wirklich gute Gestaltung voll wertzuschaetzen, der ist wahrscheinlich auch klug und erfahren genug den ‚Fake‘ zu durchschauen. Man merkt sprichwoertlich die Absicht und ist verstoert. Hinzu kommt, dass hier zT Design ueber Funktion gestellt wurde. Sollte man Gewuerze nicht Luftdicht lagern? Haben Weinflaschen nicht Korkverschluesse weil Kork ‚atmen kann‘. Was soll ich ich Pfeffer in einem Toefchen? Der kommt (wenn ungemahlen) sowieso nach dem Kauf in einem Rutsch in die gute alte Peugeot-Muehle und lagert dann dort. Gemahlen (eine kulinarische Suende nebenbei) kommt er in den Streuer..

    Weiterer Schwachpunkt ist die Website, die doch teilweise sprachlich etwas fragwuerdige daher kommt – da gibt es zum Beispiel ‚echte‘ (sic) Menschen statt Maschinen etc..

    Da Kokettieren mit angeblichen Schwaechen auf der Website wirkt ausserdem etwas plump-vertraulich und mE. deplatziert (zB: Klar, kann es vorkommen, dass… als Beschreibung eines Effektes der sicherlich ausdruecklich gewollt ist.).

    Wenn ein Produkt mich mit ‚Du‘ anspricht und von mir in den FAQ auch den Kumpelton in den Mund legt, dann finde ich dass ausserdem unschoen und plump.

    Dennoch: insgesamt gibt es bei aller Detailkritik mehr Positives als Negatives zu sagen. Ein wenig Finetuning noch und dann … :-)

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