Personalausweis erhält Logo

Personalausweis Logo

Mit der Einführung des neuen Personalausweises zum 01. November 2010, kommt erstmals auch ein eigens hierfür entwickeltes Logo zum Einsatz. Die oben abgebildete Bildmarke wird auf der Rückseite der Karte, auf Lesegeräten sowie an Automaten zu sehen sein. Erstmals gibt es für den offiziellen Identitätsnachweis, der zukünftig im Scheckkartenformat ausgegeben werden wird, auch eine visuelle Identität.

Die Form des Logos wird von offizieller Seite her wie folgt beschrieben: „Die beiden sich ergänzenden Halbkreise symbolisieren die Verwendung des Ausweises in der Online- und der Offline-Welt, stehen aber auch für das Prinzip des gegenseitigen Ausweisens zwischen Nutzer und Anbieter.“

Die Bildmarke soll die neuartige Doppelfunktionalität des Personalausweises visualisieren. „Als Identitätsnachweis ist der neue Ausweis eine Art digitales Spiegelbild. Die blaue Hälfte steht dabei für den eher technischen Bereich „online“, die grüne Hälfte symbolisiert die reale Welt“, so heißt es in einer Beschreibung des neuen Logos. Gezielt wurde nach einer einfachen und merkfähigen Form Ausschau gehalten. Fündig wurde Serviceplan Public Opinion, die das Signet gestaltet haben, wie mir das verantwortliche Referat im Bundesministerium des Innern auf Nachfrage hin mitteilte.

Mit dem neuen Ausweis soll man unter anderem auch Online-Transaktionen durchführen. So soll man etwa die notwendigen Informationen zum Abschluss von Versicherungen und Verträgen fehlerfrei übertragen können. Mit Hilfe sogenannter Berechtigungszertifikate wird die Identität des Gegenübers, z. B. eines Internetshops, sichergestellt. Eine PIN wird zusätzlich bei der Eingabe benötigt. Im Gegenzug soll sich auch der Online-Anbieter auf die Identität seines Kunden verlassen können. Auch E-Government-Dienstleistungen sollen mit Hilfe des neuen Ausweises abrufbar sein.

Benötigt wird für diese Form des Identifikationsverfahren allerdings ein externes Lesegerät sowie die sogenannte Ausweis-App. Auf dem Personalausweisportal heißt es dazu lapidar: „Lesegeräte erhalten Sie im Handel.“ Nur gestaltet sich die Suche nach einem passenden Lesegerät aufgrund der Fülle an Kartentypen recht schwierig. Auch die FAQ können da nicht wirklich weiterhelfen. Hier ist für das Personalausweisportal sicherlich noch etwas Luft nach oben.

28,80 Euro kostet übrigens der neue Ausweis im Scheckkartenformat. Schlanker werden Portmonees mit ihm sicher nicht.

46 Kommentare zu “Personalausweis erhält Logo

  1. Ob das nötig war/ist?
    ich persönlich finde, dass der Perso schon von sich aus eine Identität und auch visuelle Autorität hatte und diese wird durch das neue Logo leider nicht ganz aufgegriffen (meine Meinung).

    Den neuen Personalausweis an sich finde ich schöner.

  2. Das Logo hat mich spontan an das von Sanifair erinnert:

    Es wirkt eher beliebig, die Farben unverbindlich – alles in allem nichts, dem ich meine Identität anvertrauen würde. Aber gut, da bleibt mir ja nichts anderes übrig. Und ein Lesegerät besorge ich mir auch nicht, bis die Sicherheitsbedenken restlos geklärt wurden.

    Vielleicht wäre eine seriösere Serifenschrift und Farbgebung sinnvoller gewesen. Oder man hätte es gleich ganz beim Status Quo belassen und gar nichts gestaltet.

  3. Scheinbar ist dieses Logo nur für Deutschland und den deutschen Perso. Wie sieht es in anderen EU-Staaten aus? Kocht da wieder jeder sein eigenes Süppchen?

  4. Tolle Pastellfarben, wie erzeugt man Pastellfarben? Man verwässert die ursprüngliche Farbe nur lang genug, bis der Aufstrich mit dem Pinsel pastellig wirkt. Verwässern ist also der Slogan, den sich der neue Pero auf die Fahne schreibt. Ich bin von so viel Ehrlichkeit und Mut völlig überwältigt, beschreibt sie unsere heutige Politik doch sehr gut und ich bin froh, daß dies nun auch konsequenterweise in der Gestaltung dargestellt wird. ;o)

  5. Geht es hier um den neuen Personalausweis, oder um einen neuen Waschmaschinenhersteller? Ist mir jedenfalls als erstes in den Sinn gekommen. Als ich mir dann die offizielle Erklärung des Logos durchgelesen habe, wurde es schon alles etwas plausibler. Auf jeden Fall ein Logo, welches einen guten Spagat zwischen “unauffällig” und “total auffällig, absoluter Wiedererkennungswert!” findet. Hat durchaus Potenzial, sich einzubürgern und in den Köpfen festzusetzen. Hoffen wir nur, der neue Perso schafft das auch…

    Fazit: angenehmes, merkbares Logo, welches sich zwar nicht selbst erklärt, aber durchaus Sinn macht.

  6. Ich bin ja prinzipiell skeptisch, was einen elektronischen Perso betrifft. Aber dieses Logo schafft kein bisschen Mehrwert an Vertrauen.

    Das Signet könnte genau so gut für eine neue Paybackkarte stehen oder wie o. g. Sanifair. Ich stelle mir gerade die Situation an einer Tankstelle vor: links neben der Kasse das Sanifair-Logo, rechts daneben das Perso-Logo.

    Und wozu überhaupt ein neues Logo: In den letzten 60 Jahren wurden genug gute Beispiele/Varianten mit dem Bundesadler (s. a. aktueller Perso) entwickelt. Und das CD der Bundesregierung finde auch sehr gelungen, da gibt es im Ausland kaum vergleichbare Gegenstücke.

    Das allerschlimmste ist aber diese Herleitung: „Die beiden sich ergänzenden Halbkreise symbolisieren die Verwendung des Ausweises in der Online- und der Offline-Welt, stehen aber auch für das Prinzip des gegenseitigen Ausweisens zwischen Nutzer und Anbieter.“
    Das ist wie der rosarote-pastellfarbene Elefant: “Ein Symbol, das gleichzeitig eine unbekümmerte Leichtigkeit und gewichtige Macht demostriert, blablabla…”

  7. Also ich finde das Logo sehr beliebig, die Herrleitung wirkt auch sehr komisch. Ich frage mich nur wieviele ihren Personalausweis im Internet nutzen wollen? Ein Signet das die Ausweisungsmöglichkeit kennzeichnet mag ja richtig sein, aber dafür wirkt das Logo sehr lustlos und lädt nicht wirklich dazu ein. Die Farben wirken auch sehr dezent, ein bischen mehr Mut hätte ich erwartet. Grün für die Außenwelt und Blau für die digitale Welt hmmm sehr konstruiert, frage mich gerade was der Staat dafür bezahlen durfte.

  8. Meines Erachtens sehr uninspiriert und die minimalistische Botschaft (ähm… welche? zwei unterschiedlich farbige Halbkreise?) im Signet ist extrem beliebig. Mir ist klar, dass es bei solchen Projekten Differenzen zwischen der ersten Empfehlung und dem finalen Resultat gibt, da wahrscheinlich sehr viele Abteilungen Mitspracherecht haben… wir kennen das. Aber hier scheint mir die erste Substanz schon auffällig mager.

  9. > 28,80 Euro kostet übrigens der neue Ausweis im Scheckkartenformat. Schlanker werden Portmonees mit ihm sicher nicht.

    Doch, schon – um genau 28,80 € …

  10. Nachtrag zu meinem Kommentar davor: Inzwischen habe ich mir auch die Webseite angeschaut. Konsequenterweise wurde diese dem Logo entsprechend gestaltet. Das Herausragen mancher Bildelemente aus dem Bildrahmen ist im Gesamtkonzept vielleicht etwas zu “progressiv”, spricht mich aber positiv an.

  11. An der Herleitung hatte ich doch gleich meine Zweifel!
    Aber jetzt hab ich´s – es handelt sich um den Nistkasten des Bundesadlers. Der ist aber gerade ausgeflogen – wohl in die Online-Welt oder er liegt grad drinnen und ist offline. Und seinen Kasten haben die ihm grün und blau geschlagen. Man muß halt die Geschichte nur verkaufen.
    Vielleicht haben wir bald für die unbekümmerte und aufzumunternde Bevölkerung die ComicSans drauf. Damit können wir dann die “HappyNation” auch bei der Grenzkontrolle kommunizieren und so die Aussendarstellung Deutschlands nachhaltig beeinflussen.

  12. Das Logo entspricht von der Form her zu 100% dem allgemein verwendetem Symbol für die mitten-betonte Belichtungsmessung an Kameras (aka Selektivmessung). Bei einigen Marken wie Canon, ist es nur um 90° gedreht (siehe rechtes Symbol). Die Verbindung der Themen Kamera und Personalausweis weckt bei mir sehr starke Assoziationen in Richtung Überwachung. Insofern finde ich das Logo unglücklich.

    Von 2 verschiedenen Kameraherstellern verwendetes Symbol für die Selektivmessung:

  13. Nunja, ich finde ja unsere ID in der Schweiz bedeutend stylischer. Die sollten sich mal überlegen etwas frischere Farbkombinationen zu benutzen und nicht nur ein kleines Logo, das, wenn man mal ehrlich ist, so aussieht, als ob es von einem Anfänger erstellt wurde. Aber gut is.

  14. Diesen Anwendungsbereich empfinde ich persönlich komplett fehl am Platz für jegliche Designerwägungen, tut mir leid wenn das so an mir vorbei geht. Es geht hier um kein Produkt oder Dienstleistung sondern um einen amtlichen Lichtbildausweis den wir nun einmal besitzen müssen. Der muss in der Gestaltung nur zwei Aspekten folgen, Fälschungssicherheit und leichte Handhabbarkeit im Alltag (Schriftgrößen, Lesbarkeit, Kontraste, etc.). Jede weitere Anforderungen kann IMHA prinzipiell nur in Konkurrenz zu den erstgenannten treten. Ich warte nur darauf dass sich in einem nächsten Schritt unser Föderalismus mal wieder zeigt und, analog zB zu den USA, jedes Bundesland sein eigenes Erscheinungsbild auflegt. Dann ist es mit der Funktionalität endgültig dahin – aber auch so: warum gibt es nicht endlich einen EU weit einheitlichen Ausweis? Das wäre mal etwas wo ich “Gleichmacherei” sinnvoll fände, im Gegenzug zu den meisten anderen Bereichen in denen die EU wildert. Viele verpasste Chancen, denn man entwirft ja nicht alle paar Jahre einen neuen Personalausweis.

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