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Paypal vollzieht Brand-Refresh

Paypal Logo, Quelle: Paypal/Pentagram (Trabucco-Campos)
Paypal Logo, Quelle: Paypal/Pentagram (Trabucco-Campos)

Zehn Jahre nach dem letzten Rebranding vollzieht der Bezahldienst Paypal ein Brand-Refresh. Der aufgefrischte Markenauftritt markiere das nächste Kapitel im Leben von Paypal-Kunden und signalisiere eine neue Richtung für das Unternehmen und die Marke: einfacher, klarer, moderner und optimistischer, wie es in einer begleitenden Pressemeldung heißt.

PayPal ist ein Online-Zahlungssystem, das es ermöglicht, Geld über das Internet zu senden und zu empfangen. Das Unternehmen wurde in den späten 1990er Jahren gegründet und war anfänglich eine eigenständige Firma, bis Paypal im Jahr 2002 von Ebay übernommen wurde. 2015 wurde Paypal wieder als eigenständiges Unternehmen aus Ebay ausgegliedert. Dan Schulman, seit 2015 CEO von Paypal, gab vor drei Jahren das ehrgeizige Ziel aus, die Nutzerzahlen (von damals 375 Mio.) bis zum Jahr 2025 zu verdoppeln. Nach zuletzt stagnierenden, teils sinkenden Nutzerzahlen hat Paypal heute rund 429 Millionen Nutzer.

Nun plant PayPal das Einkaufen und Bezahlen für seine Kunden attraktiver, einfacher und auch lohnender zu machen. Das Unternehmen hat ein Prämienprogramm …

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 24 Kommentare

  1. Vor langer Zeit habe ich hier im dt mal was darüber gelesen, dass manche Marken ganz bewusst eine generischere Wortmarke wählen, weil sie damit attraktiver für Investoren wirken, die anders als die Konsumenten auf die Marke schauen. Das Ganze soll somit also weniger auf das Produkt sondern mehr auf das Wachstumspotenzial schließen lassen. Und da wird’s halt ‘weniger verspielt’.

    Wort- und Bildmarke harmonieren nun gar nicht mehr miteinander und wirken wie von zwei unterschiedlichen Firmen (vergleiche auch hier Volkswagen und die Volkswagen-Aktiengesellschaft).

    Achims Kritik an dem mittigen “y” kann ich leider nicht nachvollziehen. Klar, da enstehen unharmonische Zwischenräume. Die Schuld sehe ich aber mehr an der Anatomie der Lettern, weniger am Handwerklichen der Designer. Wie hätte man es anders machen können?

    Bei sooo vielen Nutzern finde ich es nur auch riskant, ein Rebranding zu vollziehen. Ich würde damit rechnen, dass einige der Nutzer, die aus Schwellen- und Entwicklungsländern kommen, noch nicht so viel Erfahrung mit Rebrandings von Alltagsmarken haben, und dass die optische Veränderung zu Skepsis, Unbehagen und Meidung führt.

    1. Danke Worn.
      Ich habe geschrieben, dass das „y“ aufgrund der unterschiedlichen Buchstabenzwischenräume und der größeren Unterlänge nun hervorsticht. Da dies keine Kritik, sondern eine Beschreibung ist, verstehe ich Deinen Einwurf diesbezüglich nicht so recht. So habe ich etwa auch in keiner Weise das Fehlen handwerklicher Qualität bemängelt. Im Kommentar habe ich sowohl positive als auch negative Kritikpunkte ausgesprochen.

      Und um auf Deine Frage einzugehen: wie hätte man es anders machen können? Stark unterschiedliche Buchstabenzwischenräume können auf vielfältige Weise angeglichen werden. Kerning ist zunächst das Mittel der Wahl. Etwa auch, wie in der bisherigen Wortmarke zu sehen, durch kursive Lettern. Auch eine Schrift, deren Buchstaben über eine schmale Dickte verfügen, eine schmale Breite also mit eher kurzen horizontalen Strichen (Fedex), kann derlei unausgewogenen Zwischenräume nivellieren. Bei Buchstaben mit ausgeprägten Serifen (Rolex) und/oder einem ausgeprägten Strichstärkenkontrast fallen unterschiedlich große Zwischenräume ebenfalls weniger auf.
      Wie wir allerdings zuletzt insbesondere am Beispiel Iitalla gesehen haben, können ungleich große / a-rhythmische Buchstabenzwischenräume auch ganz gezielt als Stilmittel eingesetzt werden.

  2. Am Anfang habe ich die gleichen Einwände gehabt. Langweilig, generisch und so weiter. Aber im Kontext aller Kommunikationskanäle (und hier besonders wenn Text und Farbe ins Spiel kommt), ist das neue Logs, der Einsatz von Hausfarben und der Hausschrift, sowie deren Gesamtgestaltung für mich stimmig und sogar unique.
    Es zeigt sich hier für mich mal wieder, das erst das Gesamtkonzept die Tragweite eines Rebrandings offenbart.

  3. “Als Betrachter (und Gestalter) kann man die Zeichenfolge als unharmonisch und unruhig empfinden. Man kann diese allerdings auch als Ausdruck von Individualität und Eigenheit deuten. #Diskussion”

    Deswegen wäre ich manchmal gern Mathe-Lehrer: 2+2 war, ist und bleibt =4
    Bei gestalterischen Dingen sind sich ja sogar die Fachleute selten einig. Wenn dann Außenstehende Mitsprache einfordern (zurecht wie bei Sportvereinen; oft aber auch zu unrecht aus einem falsch verstandenem Demokratieverständnis heraus), nimmt es oft die Kraft und Frische von Neuentwicklungen…

    PS: Dieser Beitrag ist mit einem gewissen Augenzwinkern zu betrachten…

  4. Ich finde es nicht schlecht, dass man die Rundungen abgelegt hat. Das wirkt aus meiner Sicht tatsächlich etwas moderner. Aber das Kursive hätte ich beibehalten, gerade weil es in der Bildmarke noch enthalten ist.

    Würde die neue Wortmarke von PayPal auf rosafarbenem Hintergrund stehen, könnte es auch Klarna sein. Eigentlich würde man ja vermuten, dass man sich gerade im gleichen Segment der Zahlungsdienste eher von den Mitstreitern abheben möchte. Aber vielleicht ist das ja auch wirklich nicht gewollt.

  5. Es ist doch bezeichnend, dass es hier fast immer nur noch um Buchstaben und deren Abstand zueinander geht. Weil Redesign heute fast immer heißt: Name in irgendeiner Farbe in irgendeiner Schrift.

    Das mag für Font-Fetischisten taugen, normale Nutzer ödet das an.

    Na ja, aber es ist auch egal, ich zahl via PayPal, weil es bequem ist und nicht, weil das Logo schick ist.

  6. Für mich das größte Ärgernis bei diesem Redesign: größere Inkonsistenz als vorher. Das “PP”-Logo, welches für die App und die Internetseite als Absender fungiert, ist kein fester Bestandteil des eigentlichen Logos mehr. Dieses findet sich wiederum aber auch so ziemlich nirgends, wenn du PayPal nutzt. Das ganz unabhängig von der ohnehin völlig einfallslosen Überarbeitung.

    1. Besten Dank Axel. Gutes Auge.

      Zur besseren Veranschaulichung nachfolgend eine Grafik. Die magentafarbenen Kreise sind gleich groß. Die Abstände zwischen den beiden „Pa“ sind, wie richtig von Dir angemerkt, unterschiedlich groß. Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund, der dafür spräche, die Abstände in diesem Fall unterschiedlich groß anzulegen. Denn sowohl die Zeichenfolge „Pa“ als auch die Form der Lettern sind identisch.

      Paypal Logo – Visualisierung Kerning, Bildquelle: Paypal, Bildmontage: dtPaypal Logo – Visualisierung Kerning, Bildquelle: Paypal, Bildmontage: dt

      Und zur Info: Das in dem Beitrag verwendete Bildmaterial wurde pentagram.com entnommen. Auch in den von Paypal genutzten Medienanwendungen, etwa auf https://www.facebook.com/paypalcareers, sind die Abstände in der Wortmarke, wie beschriebenen, unterschiedlich groß.

      1. Vielleicht ist der Abstand im Pal zwischen den Buchstaben generell größer, um das Pal nicht zu klein im Vergleich zum Pay wirken zu lassen? Auch der Abstand a – l ist größer als a – y.

      2. Danke für die Visualisierung, Achim.

        @Florian
        Ich denke, es fällt eher negativ auf, wenn in zwei identischen Zeichenfolgen unterschiedliche Abstände verwendet werden, als dass es dem Gleichgewicht der Wortbreiten hilft. Dennoch eine interessante Theorie.

        Dass sich die Abstände zwischen a – l und a – y deutlich unterscheiden finde ich nachvollziehbar. Das y muss relativ nah an das a gesetzt werden, da es ohnehin viel Weißraum liefert … so erkläre ich mir das zumindest.

  7. Was die im Artikeltext genannte vom Unternehmen angesprochene Optimierung/Verbesserung von Grafiken/Animationen im Rahmen des täglichen Zahlungsverkehrs anbelangt:

    Eine Grafik wie die nachfolgende, die während bzw. zum Abschluss einer Transaktion eingeblendet wird, kommuniziert kaum bis gar keine Paypal-Markenidentität. Nach Umstellung auf kantiges Design passt die Grafik noch weniger. Das muss so nicht sein.

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