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Otto Group erhält neues Corporate Design

Otto Group Logo / Bildmarke
Otto Group Logo / Bildmarke, Quelle: Otto Group

Der Handels- und Dienstleistungskonzern Otto Group präsentiert sich mit neuem Corporate Design. Das gesamte visuelle Erscheinungsbild wurde von Grund auf überarbeitet und an die neuen, digitalen Konsumgewohnheiten angepasst, so das Unternehmen. Die Anpassung sei ein klares Bekenntnis zur digitalen Transformation, das der Otto Group erlaube, ihren Markenkern – die Vision „Responsible commerce that inspires“ – noch deutlicher zu kommunizieren.

Im Rahmen eines umfangreichen Redesigns hat die Otto Group ihre Website, Schrift und das Unternehmenslogo modifiziert. Das neue Corporate Design reflektiere die Werte der Otto Group: Vielfalt, Verantwortung, Innovation, Performance. „Über die neue Website werden Geschichten erzählt, die zeigen, wie diese Werte gelebt werden. Beides wird die Otto Group auf ihrem Weg der digitalen Transformation in die Zukunft begleiten“, wie es in der Pressemeldung heißt. „Als Familienunternehmen sind Werte wie Nachhaltigkeit und Menschlichkeit entscheidend für uns, damit unterscheiden wir uns von Mitbewerbern. Das wollen wir in Zukunft noch stärker kommunizieren. Zugleich sind wir eine durch und durch digitale Unternehmensgruppe, die für Transformationskraft und Agilität steht – beides zeigt sich in unserem neuen Auftritt“, erklärt CEO Alexander Birken.

Otto Group Logo – vorher und nachher
Otto Group Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Otto Group, Bildmontage: dt

Während das Logo der Marke Otto zuletzt 2015 modifiziert wurde, erfährt nun, erstmals seit 20 Jahren, das Logo des Unternehmens ein Redesign. Die bisherige kursiv gesetzte Wortmarke wurde im Zuge der Umfirmierung 2002 der Otto Versand GmbH in Otto GmbH (Otto Group) eingeführt. Auch weiterhin ist die Wortmarke der Otto Group rein in Minuskeln gesetzt. Die Schrägstellung der Lettern wurde aufgelöst, und auch der Rotton wurde zugunsten eines helleren Wertes modifiziert.

Die beiden Buchstaben „o“ und „g“ der Otto-Group-Wortmarke  wurden zu einem Zeichen verschmolzen, das fortan im Sinne einer Bildmarke vom Unternehmen verwendet wird, etwa als Profilbild im Umfeld von Social Media. Das neue „Superzeichen“ sei einfach, klar, sympathisch und einprägsam.

Darüber hinaus setzt das Unternehmen nunmehr als Hausschrift auf den eigenes entwickelten Corporate Font „Optimist“. Entstanden ist das neue Corporate Design in Zusammenarbeit mit der Designagentur Strichpunk.

Kommentar

Klar, einfach und sympathisch ist das als „Superzeichen“ vom Unternehmen bezeichnete o/g-Signet schon – nur einzigartig ist es nicht. Der Computerzubehör-Hersteller Logitech verwendet seit 2015 ein ganz ähnliches Zeichen, das wie ein Emoticon respektive Smiley wirkt. Gewisse Parallelen bestehen im Kontext Handel zudem mit dem Markenzeichen, wie es Galeria seit gut einem Jahr nutzt: Kleinbuchstabe g, Betonung des g-Bogens im Untergeschoss, geometrischer Aufbau. Anders als die zuvor genannten Marken ist die Kommunikation der Otto Group in erster Linie an B2B ausgerichtet, nicht an B2C. Alle genannten Marken und Unternehmen bewegen sich in jeweils unterschiedlichen Märkten respektive Umfeldern. Würde die Otto Group, ähnlich wie Galeria, Filialen betreiben, wäre die Ähnlichkeit der Logos ein Manko. Würde die Otto Group gar (als Marke) Computerzubehör verkaufen, wäre die Ähnlichkeit mit dem Logitech-Logo ein grober Schnitzer und vermutlich Anlass für einen Markenrechtsstreit. Der Umstand, dass zwischen den aufgezählten Entitäten keine unmittelbare Konkurrenz besteht, relativiert die Ähnlichkeit der Form des Minuskel-g’s. Verwechslungsgefahr besteht meines Erachtens nicht.

Auffällig ist, wie sehr das neue Corporate Design der Otto Group durch illustrative Gestaltungselemente bestimmt ist, insbesondere durch die vom Londoner Grafiker Toby Neilan gezeichneten Illustrationen* (Beispiel). Illustrationen, die einen erkennbar eigenständigen Stil haben, können Attribute wie Persönlichkeit und Menschlichkeit besonders gut transportieren, zumal in einer hochästhetisierten Medienwelt rein auf „Appealing“ ausgerichtet Fotografien/Videos, wie wir sie im Umfeld von Instagram & Co und in Werbespots konsumieren, oftmals austauschbar erscheinen. Vielfach wird erst ganz am Ende eines Spots klar, welche Marke und welche Produkte eigentlich beworben werden. Ein auf Illustrationen ausgerichtetes visuelles Profil erlaubt hingegen Differenzierung, schafft unmittelbaren Markenbezug und erleichtert die Wiedererkennung. Dies gilt nicht nur in Bezug auf B2C-Marken (siehe Congstar, Red Bull, RSB, u.a.), auch im Bereich B2B-Kommunikation legen Konzerne/Unternehmen in der Außendarstellung zunehmend Wert darf, das Attribut Menschlichkeit / Nahbarkeit zu betonen. Der Konsumgüterkonzern Unilever hat seit 2004 ein Logo, das aus unzähligen kleinen Illustrationen besteht. So wird auf der visuellen Ebene deutlich: hinter jeder Marke stehen nicht nur viele Produkte, sondern auch viele Menschen, die sie vorantreiben. Auf diese Art des StoryTellings setzt nun auch die Otto Group.

* Auch die Gestalter Pavel Popov (Turin) und Lea Dohle (Stuttgart) zeichnen im Rahmen des neuen Corporate Designs der Otto Group für Illustrationen verantwortlich.

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Dieser Beitrag hat 15 Kommentare

  1. Also das Logo ist ja nahezu fast identisch mit dem Grnkh-Shop Logo des Streamers/YouTubers Gronkh, welches seit paar Jahren benutzt wird, interessant…

  2. Ließt man sich die anderen Kommentare durch, sieht das Logo wie allerhand andere Logos aus – ich habe es mit keinem assoziiert, konnte aber jede Ähnlichkeit sofort erkennen.

    Was mich viel mehr stört: ich seh kein „O“ – ich meine klar – es ist eindeutig da und auch der einzige tatsächlich abgebildete Buchstabe. Aber nach Verarbeitung der Informationen will mein Hirn nur ein „g“ lesen und das passt für mich dann eben nicht als Logo für die „Otto group“, bei der das „group“ ja das deutlich unwichtigere Wort ist, weil generisch.

    Vllt hätte man da was über Farbe machen können.

    Gruß,
    Gerrit

  3. Leider muss ich mich anschließen, das Logo ist eines von vielen, das bildzeichen „g“ gibt es oft, zu oft. Gerade logitech wird sich da schütteln. Man merkt jede B2B faser und das rettet das ganz wieder etwas, da es den endverbraucher kaum treffen wird. Schade das es so unselbstständig ist das neue logo.

    1. Stimmt so nicht ganz, Logitech hat keinen eigenständigen Punkt als „Serife“, sondern ein kleines Fähnchen, auch die Geometrie und Strichstärke ist eine andere. Aber ja, sehr sehr ähnlich. :)

  4. Leute: eine geometrische Grotesk als Wortmarke mit einem kleinen Twist – wieso schreien alle direkt: „Dreiste Kopie!”, „DAS IST LOGITECH!”, „Kaufhof, oder?” und „Gronkh hat doch auch so ein Logo”?

    Eine komplett neue, noch die dagewesene Wortmarke, zu erschaffen, die gut funktioniert ist kaum möglich. Auch Logitech waren nicht die ersten, die einen Kreis und einen Halbkreis als g genutzt haben.

    Hier im Designtagebuch gibt’s fast nur noch „Designer“, die sich und ihre Arbeit für etwas Besseres halten und überall draufhauen müssen. Diese Szene wird immer toxischer, ungönnerhafter und immer mehr von Leuten durchzogen, die eigentlich keine Ahnung von Gestaltung haben. Jede*r sieht in jedem Logo immer fachliche Mängel und eine dreiste Kopie. Und Jede*r auch noch von woanders :D Na, von wem haben sie es jetzt geklaut? Kaufhof? Logitech oder Gronkh? Vielleicht einfach mal ein paar Design-Bücher zur Hand nehmen, weniger rumpöbeln und nicht alle anderen Designer*innen schlecht reden.

    Zumal alle Leute, die hier immer bezeugen wie schlecht und kacke die gezeigten Entwürfe sind, noch nie mit echten Kunden zusammengearbeitet haben scheinen, schon gar nicht mit so großen. Sonst würde man verstehen, wie viele Leute an dem Prozess beteiligt sind, reinreden oder absurde Dinge wegen irgendwelchen Gründen ausschlagen. Die meisten von Euch entwerfen wahrscheinlich super tolle CDs für den Elektriker-Einmannbetrieb Müller von der anderen Straßenseite gegenüber und sehen aber nur Repliken und Besserungspotential in CDs von den renommiertesten Agenturen.

    Kommt erstmal in den „Genuss” mit Kunden solchen Kalibers zu arbeiten – dann merkt ihr vielleicht, dass ihr wahnsinnig viel Stuss redet.

    1. Der Dampf musste wohl raus ;-)

      Hier im Designtagebuch gibt’s fast nur noch „Designer“, die sich und ihre Arbeit für etwas Besseres halten und überall draufhauen müssen. Diese Szene wird immer toxischer

      Beides möchte ich verneinen. Hier im dt gibt es sehr viele, sehr engagiert, fair und konstruktiv kommentierende Leser. Man sollte nicht den Fehler machen einen einzelnen Thread als Maßstab für die Qualität der hier im Blog von Lesern formulierten Kritik anzusetzen. Ich kann zudem nicht erkennen, und ich führe das dt seit 2006, dass die Szene immer toxischer wird, wie Du schreibst lieber Max. Ich sehe diesbezüglich keinen Trend.

      Kritik an Design, hier im dt und auch anderswo, ist durchweg immer eher negativer Natur als positiver. Das liegt einerseits daran, dass wir als Designer meist eher die Dinge sehen und ansprechen, die wir vielleicht noch besser machen würden, als jene, die uns gefallen. Andererseits liegt es daran, dass es Menschen prinzipiell leichter fällt ein Tadel aussprechen als ein Lob (Eltern-Kind-Beziehung, Arbeitgeber-Angestellter-Beziehung, u.a.). Es liegt schlichtweg in unserer Natur. Dagegen gilt es anzuarbeiten und anzuschreiben :-) Gute, fundierte Kritik bezieht nach meiner Auffassung stets beide Seiten ein, die negative UND die positive.

      Worin ich völlig dacore gehe: ein ähnlich ausschauendes Zeichen ist nicht automatisch eine Kopie, oder gar eine Raubkopie. Wer weiß, wie Designprozesse ablaufen, versteht, dass zwei ähnlich ausschauende Zeichen völlig unabhängig von einander entstehen können. Das gilt auch für Ideen generell, Beispiel Canton / Erco. Der Automatismus besteht vielmehr darin: je simpler und geometrischer die Form, umso wahrscheinlicher ist, dass eine ähnliche Form irgendwo auf der Welt bereits existiert.

    1. Besten Dank.
      Zur Ergänzung: Mit Shutterstock hat das recht wenig zu tun, dafür mit dem kanadischen Theme-Produzenten Minimog Ltd., in dessen Logo tatsächlich ein sehr ähnliches „g“ zum Einsatz kommt. Der Bogen sitzt dort etwas tiefer und der Punkt ist oval und größer – der Aufbau hingegen ist identisch.

  5. Does it matters?
    Funktionales, klares Layout, ein irgendwie süß abstraktes Logo mit Grinsegesicht, dicker Nase und Knopfauge (Ein grinsender Bär? Schade das in „Steiff“ kein G ist!). Alles irgendwie gut. Passt doch zur Firmenstrategie. Nicht ground up innovativ, aber auf der Höhe der Zeit (mitschwimmend).
    Ob das die Arbeit (und das Honorar) einer „Edel-Designschmiede“ rechtfertigt muss Otto entscheiden. Mit Stockbildern, Mock-Ups und Templates bekommt das Gezeigt jeder gute Mediengestalter, dem man eine studierte Grafikerin hinter die Schulter stellt, in einer Woche hin.
    Ob das Design, mit Raster für Print (haha) und allem anderen dann funktioiert wird sich zeigen. Und würde dann zumindest die ausgezeichnete Handwerklichkeit der Agentur beweisen.

    Ich hoffe für Strichpunkt allerdings, dass das Design bereits komplett (oder zumindest in Teilen) durch eine AI generiert wurde. Denn dahin geht die Reise ja.
    Und ich freue mich schon jetzt auf AI Designlösungen, die ähnlich überraschen wie Spielzüge von Alpha-Go den geneigten Profi-Go-Spieler.

    Dann sehen wir endlich wieder einmal etwas Überraschendes!

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