OSC Lille bekommt neue visuelle Identität

LOSC Logo

Der Fußballverein OSC Lille (LOSC), zuletzt 2011 französischer Meister, hat sich eine neue visuelle Identität zugelegt. Das veränderte Erscheinungsbild, zu dem auch ein von Grund auf erneuertes Vereinslogo gehört, verkörpere die Ambition des Clubs, an der Spitze der französischen und internationalen Fußballszene zu glänzen.

Seit wenigen Tagen präsentiert sich der OSC Lille im neuen Gewand. Die Umstellung auf ein neues Design erfolge vor dem Hintergrund des strategischen Entwicklungsplans, mit dem der Verein weiter vorangebracht werden soll. Nicht weniger als die „Wiedererlangung der Führung“ hat sich der LOSC zum Ziel gesetzt. Die neue visuelle Identität, die aus Sicht des Vereins muskulöser, sportlicher und moderner ist, soll dazu beitragen, diesen Anspruch zu untermauern.

Das Redesign umfasst die gesamte Markenkommunikation. Neben dem Vereinslogo wurden unter anderem die Bildsprache, der Illustrationsstil, die Typographie wie auch das Farbkonzept verändert. Rot und Blau bleiben als Vereinsfarben zwar grundsätzlich erhalten, allerdings wurden die Farbwerte neu justiert sowie die bislang verwendeten Farbtöne vereinheitlicht. Die Farbe Blau, fortan nahezu gleichwertig mit der Primärfarbe Rot, erfährt in diesem Zuge eine Aufwertung.

Bei der Entwicklung des visuellen Konzeptes habe man sich von den Kernwerten des Clubs – Respekt für das Erbe, Kampfgeist, Leidenschaft, Innovation – leiten lassen. Dieses Verständnis verkörpere auch das neue Vereinslogo, das als ein Bekenntnis zu den lokalen Wurzeln verstanden werden könne.

LOSC Dogue

LOSC Dogue

Im Mittelpunkt des Logos stehen zwei Schlüsselelemente. Die Dogge – seit 1920 werden die Spieler des OSC Lille mit dem Spitznamen „Doggen“ bezeichnet; seit den 1980er-Jahren ist die Dogge auch im Vereinslogo enthalten – wurde komplett neu gestaltet. Erstmals in der Geschichte des Clubs besteht die Grundform des Logos aus einem Pentagon. Auf diese Weise wird ein unmittelbarer Bezug zur Stadt und der Zitadelle von Lille herstellt.

Auch innerhalb der Typographie hat man versucht diesen lokalen Bezug herzustellen. Jeder Buchstabe der LOSC-Headline-Schrift, bei der Ecken, Schnittkanten und Diagonalen betont werden, ist von der Form und der Architektur der Zitadelle inspiriert. Diesem Gestaltungsansatz folgend wurde ein Raster entwickelt, der bei allen Medienanwendungen greift.

LOSC Branding

LOSC Branding

Die eigenen Fans äußern sich im Umfeld von Social Media ganz unterschiedlich zum neuen, ungewöhnlichen Look ihres Vereins. Während einige das Logo für unpassend halten, da es eher zu einem E-Sport-Team passe, empfinden andere den visuellen Ansatz als interessant und als einen richtigen Schritt, der den Verein moderner und attraktiver erscheinen lasse.

Am 03. Juli wird der Verein die neue Kollektion präsentieren, bei der das neue Design erstmals zu sehen sein wird. Das erste Ligaspiel mit neuem Vereinslogo auf der Brust wird der LOSC am 11. August 2018 bestreiten, wenn in der Ligue 1, der höchsten Spielklasse im französischen Männerfußball, die Saison 2018/2019 beginnt.

Kommentar

Ein für Frankreich wie auch für den Fußballsport ungewöhnliches Vereinslogo. Welche ein Kontrast beispielsweise zum überbordenden Emblem des Amiens SC oder des OGC Nizza. Ein wie ich finde kraftvolles Design, das dem OSC Lille zu einem zeitgemäßen und modernen Erscheinungsbild verhilft.

Auch wenn die Herangehensweise bei Fortuna Düsseldorf, wie ich kürzlich im Rahmen der CXI erfahren durfte, eine ganz andere gewesen ist, lassen sich visuelle Parallelen erkennen, etwa in Bezug auf die Bildsprache oder die Typographie. Auch für den OSC Lille wurde ein spezieller Font entwickelt, der das visuelle Erscheinungsbild des Vereins entscheidend mitprägt.

Fußball und Design – was bis vor einigen Jahren noch unvereinbar erschien, findet zunehmend zueinander.

Sobald mir seitens des Vereins noch mitgeteilt wird, mir welcher Agentur der LOSC zusammengearbeitet hat, werde ich diese Info noch nachreichen.

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12 Kommentare zu “OSC Lille bekommt neue visuelle Identität

  1. Gefällt mir sehr gut, lediglich die angeschnittenen Buchstaben kann ich nicht nachvollziehen. Schade auch das es eine andere Typo ist als im restlichen CD. Gerade beim L, das im Logo und in der Hausschrift unterschiedlich angeschnitten ist. Spannend auch das es etwas „russich“ bzw. „Ost-Block-Haftiges“ hat, vor allem wenn es ohne Blau auftaucht (gerade im Video).

    Spannend. Mutig. Laut!

  2. Ein insgesamt stimmiges Ergebnis. Tolle Arbeit! Einzig bei der Vorgehensweise hätte man die Fans besser integrieren sollen, was dann auch bei der Akzeptanz geholfen hätte.

  3. Das die Schrift im Logo eine andere ist als im sonstigen Design ist schon etwas seltsam – ein anderer Schnitt o.Ä. sehr gerne aber warum Schrift A gerundete Ecken hat und Schrift B vollkommen eckig daherkommt – eine seltsame Entscheidung. Zumal das Design mMn auch funktioniert hätte, wenn man hier einheitlicher geblieben wäre.
    Was ich hier nun natürlich hoffe ist, dass der Trikotsponsor da mitgeht und z.B. der Flock auf den Trikots in der Hausschrift gelöst wird – oft verwenden die Hersteller ja ihre eigenen Schriftarten, wie man grade bei der WM auch sieht, Japan hat die gleiche Schrift auf dem Rücken wie der DFB z.B., dann hätten wir schon drei Schriften die sich munter mischen, das wäre natürlich schade.

    Ansonsten finde ich alles sehr, sehr gelungen, zumal man die Pentagon-Form des Wappens ja auch auf einen Fußball beziehen kann – war sogar mein erster Gedanke. Und dass es zu sehr nach eSport aussieht kann ich auch nur begrenzt so sehen – ja es ist modern, eigenständig und nicht typisch für Fußball – wenn dass dann heißt dass es wie eSport aussieht, dann sei dem so. In der Branche wird sich im Gegenzug nämlich gern an klassischen Sport-Gestaltungen, häufig in Richtung des US-Stils, orientiert.

  4. Eine grauenhafte, unästhetische und kurzlebige Gestaltung. Nach drei Minuten übersättigt und zusammengefegt aus unnötig vielen Stilelementen. Zudem in seiner Anmutung geklaut bei den US-Sportligen, verschlimmbessert durch das unästhetische Fünfeck. Wenn das eine Außenform mit Potential wäre, dann hätte sich diese schon längst etabliert. Wenn man es schon extravagant und doch irgendwie ikonisch will, dann hätte man bei Wolverhampton ein Emblem gefunden, welches tatsächlich funktioniert (und tatsächlich modern ist).

    Ja, es ist „eSport“. Ja, es ist vollkommen unnötig amerikanisiert („wegen Tesla und so“) und beinahe schon militarisiert. Die Dogge sieht zudem aus wie ein Pitbull mit Löwenmähne (dieser alberne Gesichtsausdruck…). Es ist aber vor allem würdelos und peinlich aggressiv – wie der Anspruch „Wiedererlangung der Führung“.

    Scheinbar ist die Identität doch sehr gut wiedergegeben, ist dann halt einfach einfältig und nervig. Go Lille.

    • Das einzige was noch aggressiver ist, ist dieser Kommentar.

      „Geklaut“ ist übrigens ein starkes Wort. Darf also niemand außer den Amerikanern diese Anmutung besitzen? Ist da ein Copyright drauf?

      Und das Fünfeck… Mal Google Maps anschmeißen und sich Lille von oben anschauen. Tipp: Citadelle de Lille. Ist übrigens millitärisch in Gebrauch gewesen.

      Die „Mähne“, ja die ist in der Tat etwas unglücklich, da es ja auch gar keine Mähne sein soll, sondern eher ein Schatten am Hals der Dogge.

      Ich finde Lille hat hier was gewagt und etwas polarisierendes geschafft. Merkt man ja am Kommentar von Oliver.

    • Also wer behauptet dass die Dogge aussieht wie ein Pitbull kennt scheinbar weder Pitbull noch Dogge, Lefzen und gesamte Gesichtsform sind durchaus gut getroffen, ein aggressiver Gesichtsausdruck ist zudem bei einem Sportverein sehr passend – man will ja nunmal gewinnen und kein liebes Schoßhündchen sein.

      Und wo man da eine Mähne sieht… also a) ist das mMn eindeutig zu erkennen dass es Schatten/Modulation am Hals der Dogge ist um etwas Tiefe in die Illustration zu bekommen und b) hat ein Löwe seine Mähne doch nicht am Nacken sondern am/um seinen Kopf.

      • Nuja,
        an Pferdemähne kann man auf den ersten Blick schon denken.
        Das Profil einer Dogge stimmt.
        Wenn man jedoch weiß, das Doggen eine eher sanfte Hunderasse sind, dann mutet der energische wilde Blick jedoch seltsam an. Der Adlerblick ist zwar schön getroffen, bei dieser Rasse aber seltsam. (Bei Dobermännern könnte er passen, aber nur bei denen.)

        Und dann kommt dieser seltsame Moment, wo man sich – als Grafiker oder als Laie, egal – schon ernsthaft überlegt, warum der dargestellte Doggenkopf seltsamerweise eine Pferdemähne hat. Das Dilemma ist der zu abstrakt gewählte Ausschnitt.

        Auf der Illustration des vorigen Wappensiegels ist die Dogge ganz abgebildet, da kommt diese Frage gar nicht erst auf, weil sofort erkennbar ist, dass das Schatten/Tiefe sein soll.

      • gut ok,“Pferdemähne“ kann ich verstehen – ich hatte es nicht so gesehen aber ich kann es nachvollziehen. Oliver hatte von ’ner Löwenmähne gesprochen und die kann ich halt wirklich nicht sehen.

        Und das Problem mit der Dogge und dem aggressiven Blick ist schon vorhanden, hatte ich auch drüber nachgedacht.
        Aber der „Spitzname“ ist halt „historisch“, von daher war klar dass die Dogge eine Dogge bleiben muss. Dass die Mannschaft/der Gestalter sich nicht in sein Schicksal ergibt und halt sanft/trotzig/… guckt verstehe ich schon – etwas seltsam ist es aber mMn der beste Kompromiss aus Tradition und sportlichem Ehrgeiz.

        @violator: Find ich auch schwer zu sagen – es ist Sport, Modern und im Gegensatz zu vielen anderen Redesigns im Fußball „extrem“ und „neu“. Und ein Großteil der aktuell im Sport geschaffenen gänzlich neuen Marken sind halt eSports-Marken, ich denke daher denken viele daran – ist schon fast eine Adelung, dass eSport inzwischen so präsent ist …

  5. Die Frage, die man sich vor allem stellen sollte: warum braucht Lille schon wieder ein neues Logo? War das vorherige, das erst 2012 zur Eröffnung des neuen Stadions lanciert wurde, dermassen unbeliebt? Mir persönlich gefällt das Neue im direkten Vergleich etwas besser, jedoch ist es zu modern bzw. zu wenig zeitlos, um in 10 Jahren auch noch frisch zu wirken. Dann fängt das Ganze wieder von vorne an…

    Bezüglich der Diskussion um den Blick der Dogge: auch da muss man nur auf den US-Sport schauen, dort hat jedes Tier (Pferd, Delphin, Vogel etc.) diesen aggressiven Ausdruck in den Augen. Gehört wohl einfach dazu bei einem Sportverein.

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