Open Design: Weiterentwicklung der Marke Firefox

Firefox Quantum Browser Icon, Quelle: Mozilla

Anfang 2017 hatte sich Mozilla ein neues Logo zulegt. Über den damit einhergehenden Open-Design-Prozess wurde im dt ausführlich berichtet. Nun starten die Macher des Firefox-Browsers einen weiteren Open-Design-Prozess, um auch die zukünftige Optik eben jenes Browsers gemeinsam mit der Community weiterzuentwickeln.

Vor dem Hintergrund einer sich nach wie vor rasch verändernden digitalen Welt sei man, wie es im Open-Design-Blog der Mozilla Foundation heißt, hinsichtlich des bestehenden Erscheinungsbildes von Firefox an gewisse Grenzen gestoßen. Das aktuelle Designsystem verfüge nicht über genug Tools, um die gesamte Produktfamilie repräsentieren zu können. Deshalb hat ein aus Designern und Produktentwicklern bestehendes Team nun damit begonnen, ein zukünftiges Designsystem zu konzipieren, mit dem alle Firefox-Produkte abgebildet werden können, auch die derzeit noch in der Pipeline befindlichen.

Im Open-Design-Blog von Mozilla werden zwei unterschiedliche Lösungsansätze vorgestellt, die von jedem Besucher der Website kommentiert werden können. Explizit wird einleitend darauf hingewiesen, dass der Beitrag keinesfalls ein Aufruf sei, eigene Designlösungen zu erarbeiten und einzureichen, schon gar nicht kostenlos. Mozilla erklärt weiterhin, dass der Aufruf nicht als Crowdsourcing-Aktion missverstanden werden solle. Es gehe den Machern vielmehr um Teilhabe und darum, die Anwender auf dem bevorstehenden Weg ein Stück weit mitzunehmen.

Zur Diskussion gestellt werden die folgenden beiden Designansätze:

Firefox Open Design, Quelle: Mozilla

Firefox Open Design – System 1, Quelle: Mozilla

Firefox Open Design – System 2, Quelle: Mozilla

Firefox Open Design – Systems, Quelle: Mozilla

Zwei Designsysteme, die durchaus signifikante Unterschiede in Sachen Formgebung aufweisen und über die sich vortrefflich diskutieren lässt. Im Gegensatz zum Blogbeitrag im Mozilla-Blog kann im dt auch abgestimmt werden.

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Kommentar

Teilhabe und die Einbindung der Kunden/Konsumenten im Rahmen eines Markenprozesses ist wichtiger denn je. Branding, das im stillen Kämmerlein ersonnen wird – das war einmal. Das Internet hat aus stillen Konsumenten mündige Anwender werden lassen, die, wenn es ums Branding „ihrer Marke“ geht, nach ihrer Meinung gefragt werden wollen. Die Mozilla-Foundation hat meines Erachtens einen sehr guten Weg gefunden, Anwender einzubinden. Statt einen unsäglichen Crowdsourcing-„Kreativwettbewerb“ ins Leben zu rufen, der allzu oft unannehmbare Teilnahmebedingungen beinhaltet, hat man sich bei der Mozilla-Foundation für ein Vorgehen entschieden, bei dem Transparenz im Mittelpunkt steht.

Der Aufruf, zwei unterschiedliche Entwürfe zu kommentieren, lässt, wie über 2.000 bisher eingegangene Kommentare belegen, einen echten Dialog zwischen Marke/Unternehmen (bzw. in diesem Fall Stiftung) und Anwender entstehen, ermöglicht einen Diskurs, von dem beide Seiten profitieren. Um einen solchen Dialog möglich zu machen, braucht es auf Seiten der Verantwortlichen fähiges Personal. Menschen, die einerseits Feuer und Flamme für die Marke sind und diese voranbringen wollen, die gleichwohl innehalten können, um offen für Feedback von Außen zu sein. Derlei Markenmacher sind, so mein Eindruck, derzeit noch rar gesät, auch mangels entsprechendem Ausbildungsangebot. Open-Design wird in Zukunft eine größere Rolle spielen. Darauf können sich Unternehmen wie auch Hochschulen einstellen.

8 Kommentare zu “Open Design: Weiterentwicklung der Marke Firefox

  1. Beides sieht jetzt nicht total Panne aus aber die Verläufe, 3D Effekt, usw. Ist mir alles irgendwie zu viel. Bei den meisten icons begreift man sowieso nicht auf den ersten Blick die inhaltliche Aussage. Auch weil es so viele sind. Bei Variante 2 fallen die Logos mit der Outline etwas aus dem Rahmen. Ist bei Variante 1 stimmiger. Da ist aber wiederum das Basilogo etwas zu weit weg vom Stand jetzt. Könnte auch eine Feder eines Füllers sein.

    • Stimmt, bei so manchen Sachen weiß ich gar nicht, was das genau sein soll. Noch weniger, obwohl sich die links und rechts sogar unterscheiden. Was soll z.b. das letzte Icon darstellen?
      V2 finde ich aber wegen der Outlines leichter zu erkennen als diesen Verlaufsklumpen bei V1.

  2. Bin hier sehr hin und her gerissen. Einerseits finde ich das Hauptlogo von V1 sehr interessant, hier gefallen mir aber die Browserlogos garnicht. Bei V2 gefallen mir die Browserlogos besser, aber die restlichen Logos wollen optisch nicht dazu passen. V2 wäre widerum besser zu erkennen. Das eine Flügel-Logo in V1 erinnert mich stark an Hermes. Meine Tendenz geht insgesamt einen hauch mehr zu V1, aber mit den Browserlogos von V2…

  3. Ich sehe hier kein „System“. Bunt zusammengewürfelte Icons die mit dem jeweiligen Haupt“logo“ nichts gemein haben. Design ist kein demokratischer Prozess. Viele Köche und so…

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    Mozilla erklärt weiterhin, dass der Aufruf nicht als Crowdsourcing-Aktion missverstanden werden solle. Es gehe den Machern vielmehr um Teilhabe und darum, die Anwender auf dem bevorstehenden Weg ein Stück weit mitzunehmen.

    Es geht eben nicht um einen demokratischen Prozess, sonder erstmal einfach um Transparenz.

  5. Beide Masterbrands haben meiner Ansicht nach interessante Ansätze. Die V1 ist etwas mutiger und weckt mehr „neue“ Assoziationen. Die oben genannte Füllfeder, aber auch ein aufgeschlagenes Buch, was wieder durchaus passend wäre. Leider ist es in beiden Fällen nicht gelungen aus dem Master eine Ikonografie abzuleiten. Es wäre hier spannend eine Varianzanalyse durchzuführen um die wahrnehmbaren Verwandtschaftsgrade der Zeichen zu evaluieren. Meine Befürchtung ist, würde man Nutzer bitten, die einzeln und vermischt vorgelegten Icons nach Ähnlichkeit in 2 Gruppen aufzuteilen, würde kein sinnvolles Ergebnis rauskommen. Allerdings lässt der offene Prozess hier natürlich immensen Spielraum für Optimierungen und es darf gespant beobachtet werden, in welchem Umfang Firefox Kritik in die weitere Bearbeitung einfliessen lässt.

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