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On-Air folgt App. Das Erste im neuen Design

Quelle: ARD
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Seit dem vergangenen Wochenende sendet Das Erste im neuen Design. Was im Frühjahr 2013 mit dem Launch der „Das Erste App“ seinen Anfang nahm, wird nun On-Air vervollständigt. Bemerkenswert ist das vergleichsweise unspektakuläre, durchweg schlichte Design deshalb, weil es die Ablösung des Fernsehens als Leitmedium eindrucksvoll dokumentiert.

Der ein oder andere wird den neuen „Touchbutton“ schon in Aktion gesehen haben: eine impulsartige Animation, die das Senderlogo des Ersten seit kurzem nun vollzieht. Der Touchbutton reflektiere das Selbstverständnis des Senders, „nah dran zu sein an den Zuschauern, Kommunikation und Dialog zu pflegen“, wie es in der vor wenigen Tagen veröffentlichten Pressemeldung heißt. „Die Impuls-Animation der ’1’ ist dabei sowohl dem Druck auf den ersten Knopf der Fernbedienung wie auch dem ’touch’ auf die Das Erste App gleichzusetzen. Das Logo wird zum haptischen Erlebnis für den Zuschauer und verdeutlicht dabei die multimedialen Nutzungsmöglichkeiten, die Das Erste bietet.“, so die Erläuterung.

Erstmals zum Einsatz kam das neue Senderlogo, bei dem die Eins in den Mittelpunkt rückt, bereits im vergangenen November im Rahmen des Relaunchs von DasErste.de (siehe Tweet von mir). Die Eins stehe laut Sender für Qualität, Angebotsbreite und Führungsanspruch. Sie unterstützt als prägnantes Bildzeichen die Wortmarke „Das Erste“. Genau genommen ist das On-Air-Design das Ergebnis eines Prozesses, der vor vielen Monaten im Web, in den digitalen Medien seinen Anfang genommen hat. Noch vor wenigen Jahren verlief dieser Prozess in exakt umgekehrter Richtung, wurde im Web in aller Regel lediglich bestehendes On-Air-Design adaptiert. Insofern dokumentiert das Redesign beim Ersten den Medienwandel der vergangenen Jahre.

Das Internet hat das Fernsehen als Leitmedium abgelöst. Vor allem junge Menschen lassen sich angesichts der Fülle an Angeboten und an Interaktionsmöglichkeiten, die das Web bietet, immer weniger für statisch-lineare Fernsehangebote begeistern. Das On-Air-Design des Ersten, das ausgehend auch von der gleichnamigen App über gut zwei Jahre entstanden ist, belegt die Führungsrolle des Internets, weil es dessen Interaktionsfähigkeit simuliert, sie in Form des Touchbuttons nachahmt. Damit ist das Design gleichzeitig Wunsch wie auch Auftrag. Denn nun muss die Marke Das Erste das im Design kommunizierte Versprechen auch halten. Dafür braucht es mehr als den Fernsehkanal, wo die reine Distribution stattfindet, wo Nachrichten gesendet werden, die man schon 5 Stunden zuvor auf Twitter und anderswo im Netz gesehen und gelesen hat. Dafür braucht es eine deutlich breiter aufgestellte Medienmarke.

In der Abkehr vom 2008 eingeführten Wellendesign als identitätsstiftendes Gestaltungselement beschreitet das Erste den Weg von der Fernseh- zur Medienmarke, zumindest visuell. Die Welle hat als „altes Symbol für einseitige TV-Übertragung“, wie man es beim Ersten formuliert, ausgedient. Abgeschlossen ist der Redesign-Prozess noch bei weitem nicht, wie etwa auch anhand von ard-design.de ersichtlich wird, wo derzeit noch das alte Design beschrieben und erklärt wird. Ein erstes CD-Manual liegt bereits vor. Ende März, so wurde mir auf Nachfrage zugesagt, wird es auch in der CD-Manual-Sammlung zum Abruf bereitstehen.

Noch weniger vollendet ist der Transformationsprozess von einer terrestrische Wellen sendenden Fernsehanstalt hin zu einer Marke, die digitale Medienkompetenz sowie Interaktionsfähigkeit nicht nur signalisiert, sondern diese auch verkörpert. Mit pulsierendem Touchbutton und einem neuem Soundlogo bewegt sich das Erste weiter in diese Richtung.

Mit dem neuen Design hält auch ein neues Soundlogo Einzug. Komponiert hat die von einem tiefen Bass unterlegte G-C-Tonfolge Florian Riedl. Der neue Klang vermag den digitalen Markenanspruch besser zu transportieren als der bisherige Sound aus dem – digitale Einspielung hin oder her – hölzernen Xylophon.

Verantwortlich für die Kreation des Redesigns des Ersten zeichnen die Münchner Agenturen Perfect Accident Creative Services (Leadagentur) und Velvet Mediendesign.

Corporate Background

Schlicht: Der neue Corporate Background.

Quelle: ARD
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Corporate Farben | Auszeichnungsfarben

Mediterran: Die Namen der neuen Auszeichnungsfarben.

Quelle: ARD
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Das Erste Logoanimation

Das Erste Ident | 2015


Hier noch einmal zum Vergleich der bisherige Ident
https://youtu.be/bfE7ELO41R8

Das Erste Trailer | 2015

Mediengalerie

Weiterführende Links

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

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