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Neues visuelles Erscheinungsbild für GEA Group

GEA Logo
GEA Logo, Quelle: GEA

Die GEA Group hat sich ein neues visuelles Erscheinungsbild zugelegt. Seit ihrer Bilanzpressekonferenz Anfang März tritt das Unternehmen mit neuem Logo und veränderten Farbschema in Erscheinung.

Laut Firmenangaben zählt die GEA Group zu den weltweit größten Systemanbietern im Bereich der Nahrungsmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie. Hervorgegangenen ist das 2005 umfirmierte Unternehmen (bis dahin „MG Technologies“) aus der 1881 in Frankfurt am Main gegründeten Metallgesellschaft.

Erstmals hat das Unternehmen, seitdem es als GEA Group auftritt, nun ein neues Konzernlogo erhalten. Die Hausfarben Blau und Grau wurden zugunsten eines Farbspektrums weiterentwickelt, bei dem Ultramarinblau als Primärfarbe und Grün und Lila bzw. ein Rotton als Sekundärfarben fungieren. Im Webauftritt unter gea.com, der Anfang März ein Relaunch erhalten hat, wurde das neue Corporate Design bereits implementiert.

Auszug der Pressemeldung

„GEA ist in vielen Märkten bereits als Premium-Marke gut positioniert und ist bekannt für sein hervorragendes technisches Knowhow. Es ist nun an der Zeit, den Bekanntheitsgrad des Unternehmens und der Marke auch in Bezug auf den Endverbraucher zu steigern,“ erklärt CEO Stefan Klebert. „Dabei bleibt unser Unternehmenszweck ‘Engineering for a better world’ Herzstück unserer Marke. […] Mit dem Brand Refresh möchte sich der Maschinen- und Anlagenbauer noch stärker vom Wettbewerb differenzieren und ein nachhaltiges, digitales und globales Markenerlebnis schaffen.

GEA Logo – vorher und nachher
GEA Logo – vorher und nachher, Bildquelle: GEA, Bildmontage: dt

Auch weiterhin wird der Konzernname in Großbuchstaben gesetzt. Die Schriftart ist jedoch eine andere, nämlich eine serifenlose geometrische Antiqua. Die drei Buchstaben werden nun nicht mehr durch einen zentrisch und horizontal verlaufenden Bogen verbunden, sondern mit Hilfe eine geraden Linie, die die Querstriche des G, E und A zu einer Einheit zusammenfasst. Harte Kanten und spitz zulaufende Endstriche verleihen der Wortmarke einen technischen Charakter und eine gewisse Strenge.

Entstanden ist das visuelle Erscheinungsbild in Zusammenarbeit mit Mutabor (Hamburg).

Kommentar

Ultramarin ist seit ein paar Jahren die „It-Color“ schlechthin. Wer die Medienpräsenz steigern und als Marke als attraktiv und sexy wahrgenommen werden möchte, greift zu Ultramarinblau, siehe Sony Music Publishing, Visa, France Judo, Mars, GLS, Radio France, etc.. Warum? Nun, weil diese kräftige und am Bildschirm stark leuchtende Farbe gleichermaßen Verlässlichkeit und Solidität kommuniziert, Werte, die gerade für Versicherungen und andere Dienstleistungsunternehmen von zentraler Bedeutung sind, und zugleich, im Gegensatz etwa zu einem dunkleren oder blasseren Blauton, über eine starke energetische Wirkung verfügt und emotionalisierend wirkt. Ratio und Emotion finden sich vergleichsweise ausgewogen in einem einzelnen Farbton vereint! Es kommt nicht von ungefähr, dass der französische Künstler Yves Klein seiner wohl bedeutendsten Schaffensphase dieser ambivalenten, komplexen und tiefgründigen Farbe gewidmet hat.

Das bisherige Logo deutete aufgrund der eingebetteten Parabel-ähnlichen Form eine gewisse Nähe zur Raumfahrt an, siehe Logos der Nasa, EUSPA, Astra, etc.. Offen gestanden empfand ich das Logo deshalb seit je her als irritierend. Die neue über die Formgebung des Logos transportierte Botschaft ist in dieser Hinsicht klarer, eindeutiger. Harte, zum Teil diagonal verlaufende spitze Kanten und ein statisch massiv wirkendes Logokonstrukt verdeutlichen den Bezug zur Branche, in dem die GEA Group aufgestellt ist, deutlich besser. Unabhängig von der Ästhetik also ein passenderes, adäquateres Design.

Schauen wir einmal wie lange der damit Ultramarin-Farbtrend im Wirkungsbereich Corporate Design anhält. Als Freund der Vielfalt beginnt bei mir so langsam das Gefühl der Sättigkeit einzusetzen. Bereits die Versicherung CosmosDirekt hatte bei ihrem viel diskutierten Redesign auf ein ganz ähnliches Farbkonzept bestehend aus Ultramarinblau, Neongrün in Zusammenspiel mit einem Rotton als Akzentfarbe gesetzt. Problematisch wird es (erst), wenn auch Wettbewerber ähnlich auftreten und somit auf der visuellen Ebene Differenzierungsmerkmale fehlen.

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Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Hm.
    Wenn man diese Premiummarke nicht kennt und dann ihr neues, ultramarinblaues Signet sieht, und der in der Mitteilung kommunizierte Unternehmenszweck weiterhin sein soll: „Engineering for a better world“ (echt?) …

    … dann ist das neue Signet in meinen Augen nicht nur ein wenig strenger geraten, sondern es wirkt auf mich richtig aggressiv.

    Das G wie eine Gun, die dem E einen kompletten Durchschuss verpasst und das A mittenmang trifft. Diese unfeiwillige Symbolik soll for a better World sein? Halte das formal für misslungen.

    Und nein, bin weder Waffen-affin, noch Waffenhasser. Vielleicht liegt es jedoch an der aktuellen Kriegssituation, kann sein.

    Die Farbe Ultramarinblau ist mir in diesem Zusammenhang etwas egaler. Ja, sie fällt auf, ist straight, mehr wollte man damit wohl auch nicht erreichen. Sympathie löst sie bei mir jedoch nicht aus.

    Wenn man Logo Relaunches macht, ist es dann nicht sinnvoll, ein wenig auf die Identity zu achten? (nur rhetorische Frage, will da gar keine Antwort). Wenigstens nur ein wenig? Oder ist das egal geworden, und wer das anspricht, outet sich freiwillig als veralteter ok-Boomer …, kann ja sein …

  2. Eine schöne Farbwelt wird hier eingeführt, aber keine besonders exklusive oder individuelle. Der Zeitgeist ist getroffen, aber es macht sich eben auch ein wenig „das kenne ich doch schon“-Gefühl breit. Schön anzusehen, aber im Detail sieht man an den leuchtenden Mockup-Farben wieder, hier wurde einiges für den Monitor gestaltet, der Rest muss dann eben irgendwie mit Sonderfarben gelöst werden …

    Vermutlich kenne ich die Branche zu wenig, aber wenn ich die Beispiel-Motive sehe, dann wirkt das schon sehr auf eine sehr menschliche, emotionale Ebene ausgerichtet, von daher ist das Logo ein bisschen wie ein Fremdkörper mit seiner Härte. Nicht dass ich Kontraste per se nicht gut finde, aber irgendwie ergibt sich kein großes Ganzes. Selbst nicht durch die Headlines in Versalien, die typografisch sich offensichtlich am Logo orientieren.

    Vielleicht stört mich aber auch nur das Logo an sich, es ist für mich nicht harmonisch. Fehlende Harmonie kann durchaus gut sein, hier aber wirkt es auf mich störend. Speziell das A ruiniert das Gesamtbild für mich. Der sehr hoch sitzende Querstrich erzeugt einen sehr sehr großen Weißraum unten, der die Breite des A noch mehr hervorhebt – zu sehr wie ich finde. Dass man die Idee das alten Logos hier fortführt, ist charmant, aber die Probleme sind die gleichen geblieben. Hätte man den mittleren Arm des E etwas tiefer platziert (was durchaus möglich ist) würde das A weniger herausstechen. Vielleicht würde der obere E-Arm auch weniger zu lang, bzw. der obere E-Teil nicht mehr so stark nach links ziehen, was auf mich optisch so wirkt. Das fände ich dann deutlich besser, denn so wirkt das Logo auf mich, als wäre es nicht zu Ende gebracht worden.

    1. Bitte gerne etwas mehr Tinte auf den Füller. Nur „meh“ finde ich für einen Kommentar in einem Fachblog wie diesem eher enttäuschend. Designkritik ≠ Agentur-Bashing. Was konkret hätte man Deiner Ansicht nach besser lösen können?

  3. Ich schließe mich dem anderen Moritz hinsichtlich der Form an. Vorher hatte das Logo mit dem Ring eine gewisse Tiefe und Verbindung, jetzt sieht es so als würden sich die Buchstaben bekämpfen.

    Blau und Lila sind auch wirklich schon reichlich am Markt vertreten; für mich bedeutet die Farbwahl eher Assimilation als Aufbruch.

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