Skip to content

Neues visuelles Erscheinungsbild: das Thalia Theater wird bunter, diverser

Thalia Theater Logo, Quelle: Thalia Theater, Facebook
Thalia Theater Logo, Quelle: Thalia Theater, Facebook

Das Thalia Theater in Hamburg befindet sich inmitten einer Phase des Wandels und der Erneuerung. Unter der neuen künstlerischen Leitung – zur Spielzeit 2025/26 übernimmt Sonja Anders die Intendanz – positioniert sich das Theater stärker als politischer Ort für gesellschaftliche Debatten und setzt auf Diversität in Regie und Autorenschaft. Im Visuellen wird der Neustart durch ein neues Corporate Design unterstrichen.

Das Thalia Theater ist eines der drei staatlichen Sprechtheater in Hamburg. 1843 gegründet, zählt es heute zu den renommiertesten Bühnen Deutschlands. Erstmals in seiner 182-jährigen Geschichte wird das Thalia Theater nun von einer Frau geleitet. Sonja Anders, die neue Intendantin, bringt ein neues künstlerisches Leitungsteam mit, bestehend aus der Chefdramaturgin Nora Khuon und der Regisseurin Anne Lenk.

„Das Thalia Theater wird sich in vieler Hinsicht verwandeln“, wie es seitens des Theaters anlässlich der Vorstellung der neuen Spielzeit heißt. Programmatisch setzt man auf eine Mischung aus Kontinuität und Innovation, mit einem klaren Fokus auf Diversität, gesellschaftspolitische Themen und künstlerische Experimente. Auch das visuelle Erscheinungsbild vollzieht einen Wandel.

Auszug der Pressemeldung

„Gerade jetzt, in einer Zeit des Falschsprechens, der Angstmacherei und Abgrenzungsreflexe, ist der direkte Kontakt zwischen Mens…

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 17 Kommentare

  1. Dass Thalia diese syntaktisch wie semantische Unart des Genderns zu betätigen, sagt viel über dieses Unternehmen aus. Absolut schrecklich. Das Rebranding finde ich gelungen, sehe darin aber nur ein Buch, mit aufgeschlagenen Seiten.

    Dass sich ein Unternehmen in ihrem Statement anmaßt, politische Spitzen zu geben, empfinde ich als anmaßend. Aber ich, obwohl ca. 8-10 Jahre lang treuer Kunde, wundere mich über Thalia nicht mehr. Ich habe dort viel Negatives erlebt, seit deren Sinneswandel.

    1. „Unternehmen“, „Buch“, „Kunde“? Offenbar besteht eine Verwechselung zwischen dem Thalia Theater und dem Thalia Verlag.

      Sollte die Kritik tatsächlich das Theater betreffen, ist mir zudem ein Rätsel, inwieweit eine Positionierung und Äußerung der künstlerischen Leitung eines Theaters zu gesellschaftlich relevanten Themen anmaßend sein soll. Dass sich die Kunst in den politischen Diskurs einmischt, halte ich für essenziell und zwingend erforderlich.

  2. Einmalig war’s. Jetzt ist’s beliebig.

    Früher war das Thalia Theater ein visuelles Ausrufezeichen: Die kantige Typo, das markante Schwarz-Weiß – ein Design, das selbst neben der lautesten Litfaßsäule nicht flüsterte, sondern deutlich Theater! sagte. Es war eigenständig, unverwechselbar, fast schon trotzig im besten Sinne. Man erkannte es auf den ersten Blick – kein Zweifel: Das ist Thalia.

    Heute? Eine abgerundete Schrift, ein Logo, das ebenso gut für eine Craft-Beer-Bar oder ein Start-up für vegane Hundekekse stehen könnte. Austauschbarkeit, wohin das Auge blickt. Ist das noch Theater oder schon Happy Hour?

    Auch die neue Farbigkeit überzeugt nicht. Bunt ist das Plakatumfeld ohnehin – große Bilder, viele Reize. Gerade deshalb war das alte Design so wirkungsvoll: reduziert, fokussiert, stark. Selbst in Schwarz-Weiß hatte es mehr Ausdruck als so manches Farbfeuerwerk. Und: Theater ist Sprache. Warum also die Typografie entthronen, wenn sie doch die Essenz so elegant trug?

    Für mich ist das kein Fortschritt, sondern ein Abschied von Charakter. Ein Design mit Ecken und Kanten wurde weichgespült – und damit leider auch das visuelle Profil eines großen Hauses.

  3. Das CI unter Lux mit der Kalligraphie-Typo und den Zeilenumbrüchen hat mir vor allem zu Beginn ästhetisch nicht gefallen. Dem muss man gegenüberstellen, dass es in der Markenlandschaft, die in den 2010er Jahren wenig individuell und einfallsreich daherkam (gerne Schriftmarken einfarbig in sans-serif) durchaus herausstach und über die Jahre einen ausgesprochenen Wiedererkennungswert gewinnen konnte. Die neue Marke wird sich da schwerer tun, auch wenn sie mich persönlich ästhetisch sehr viel mehr anspricht.

  4. Das (achtung, etwas pathetisch) fast ikonische Design des Thalia Theaters gehört irgendwie zum Stadtbild von Hamburg dazu. Die klare, reduzierte Gestaltung und das omnipräsente Spiel mit ungewohnten Umbrechungen von Wörtern ist aufmerksamkeitsstark und formte mit nur wenigen Mitteln eine vielschichtige Identität.

    Wie so oft bei Theatern hätte ich mir persönlich eine behutsamere Weiterentwicklung des Erscheinungsbildes gewünscht, aber mit dem Wechsel der Intendanz scheint bei Theatern ein Umstossen desselben meist unumgänglich.

    Das Logo und vor allem die Farbgebung sind nun ein Opfer der zunehmenden Spotify- und Ebay-isierung des modernen Brandings geworden: flächige Farben mit unzähligen zweifarbigen Kombinationsmöglichkeiten.

    Gerne wird angeführt, dadurch Diversität und Vielfalt besonders gut visuell zu übersetzen.
    Was daraus jedoch meist eher folgt, ist der Verlust einer klaren eigenständigen Visualität und einer Identität, die die Marke erkennbar und tatsächlich einzigartig macht.
    Denn nun, so sehen eben momentan eben sehr viele aus.

    Etwas schade, dass dieses Schicksal nun auch das Thalia Theater ereilt, das zwar moderner und bunter auftritt, aber auch ordentlich an (gestalterischem) Profil einbüßt.

  5. Ich finde das vorherige Corporate Design , charakteristischer für das Thalia Theater. Das Logo steht fest auf dem Boden , wie ein Fels in der kulturellen Vielfalt, es ist eine glaubwürdige Persönlichkeit. Die Typografie hat etwas rührend Einfaches, mit einen interessanten, typischen Umbruch. Ich werde weiter gerne ins Thalia Theater gehen. Ich wünsche viel Erfolg mit dem Neuen Design.

Schreibe einen Kommentar

Die Netiquette ist zu beachten. Vor dem Hintergrund einer transparenten, sachlich-fairen Debatte wird die Nutzung eines Klarnamens empfohlen.

Folgende HTML-Elemente können verwendet werden: <b> <i> <img src="bildurl"> <a> <blockquote>

An den Anfang scrollen