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Neues Unternehmenslogo für Anheuser-Busch

Anheuser-Busch Logo / Eagle
Anheuser-Busch Logo / Eagle, Quelle: Anheuser-Busch

Wenige Tage nachdem die Konzernmutter ihr neues visuelles Erscheinungsbild vorgestellt hat, zieht auch die US-Tochter Anheuser-Busch nach und präsentiert sich mit neuem Unternehmenslogo.

Anheuser-Busch mit Hauptsitz in St. Louis, Missouri, ist seit 2008 Teil des Anheuser-Busch-InBev-Konzerns. In den USA betreibt Anheuser-Busch zwölf Braustätten. Zu den bekanntesten von Anheuser-Busch vertriebenen Marken zählen Budweiser, Bud Light und Steall Artois.

Aufbauend auf dem von der Konzernmutter vor Kurzem präsentierten neuen Leitbild – Futures with more cheers – habe das Unternehmen die Chance genutzt, um auch die visuelle Identität weiterzuentwickeln. In den letzten vier Jahren sei bei Anheuser-Busch eine konsequente verbraucherorientierte Geschäftsstrategie umgesetzt worden – diese gelte es nun auch nach außen hin sichtbar zu machen, wie es in der offiziellen Pressemeldung heißt. Die Corporate-Farben, die Typographie wie auch das Unternehmenslogo wurden modifiziert.

Auszug der Pressemeldung

„Wir schreiben das nächste Kapitel für Anheuser-Busch, das auf dem Fundament der Verbraucherorientierung und der Verpflichtung zur Innovation aufbaut. Für uns geht es bei Innovation um das „Was“ und das „Wie“ – nicht nur in Bezug auf Produkte und Marken, sondern auch hinsichtlich Fähigkeiten, Technologie, Partnerschaften und Auswirkungen auf die Gemeinschaft“, so Brendan Whitworth, CEO von Anheuser-Busch. „Wir haben die Möglichkeit unsere Dynamik zu beschleunigen und noch mehr Menschen positiv zu beeinflussen. Und die Weiterentwicklung unserer visuellen Identität trägt dazu bei, die laufende Transformation dieses großartigen Unternehmens widerzuspiegeln.“

Anheuser-Busch Logo – vorher und nachher
Anheuser-Busch Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Anheuser-Busch, Bildmontage: dt

So wurde vor dem Hintergrund der strategischen Neujustierung auch das traditionelle Markenzeichen von Anheuser-Busch, der sogenannte „A&Eagle“, überarbeitet. Im Laufe der Jahrzehnte hat das aus dem Großbuchstaben „A“ und einem Seeadler bestehende Signet zahlreiche Redesigns erfahren (siehe Evolution). Erstmals in der langen Unternehmensgeschichte wurde das Signet nun dahingehend angelegt, dass es lediglich in einer Farbe abgebildet werden kann. Darüber hinaus kann das Signet nunmehr entweder in Gelb/Gold oder ganz in Schwarz dargestellt werden. Das Redesign sorgt also für mehr Flexiblitität.

Im Zuge der Überarbeitung wurde die Form des Adlers vereinfacht. Der Adler ist jetzt nach rechts gerichtet – statt auf einem Buch stehend schwebt er nun im Binnenraum des „A“, wo er dessen Querstrich bildet. Für das Unternehmen ist die schwebende/fliegende Darstellung ein Ausdruck von „kühn in die Zukunft blickend“. Nach rechts gerichte Zeichen gelten gemeinhin als Bildmetapher für Fortschritt bzw. eine positive Weiterentwicklung.

Kommentar

Ein interessantes Redesign und eine eigenwillige/eigenständige visuelle Identität. Die Darstellung des mit einer Versalserife verwobenen Adlers könnte man als archetypisch bezeichnen, als ein Symbol us-amerikanischer Kultur. Eine Bildmarke, wie sie als Absender beispielsweise eines europäischen Unternehmens kaum vorstellbar wäre.

Die Umstellung der Wortmarke weg von einer Groteske hin zu einem Scriptfont erfolgt vollkommen entgegen aktueller Trends. Denn schon seit Jahren werden Wortmarken auf eine schlichte Formgebung hin ausgerichtet. Eine Entwicklung, die branchenübergreifend zu beobachten ist, in der Mode jedoch besonders ausgeprägt ist, siehe Boss, COS, und viele andere. Eine Art „Gegenbewegung“ also, die bei Anheuser-Busch zu beobachten ist. Schon deshalb ein spannendes und inspirierendes Redesign, wie ich finde. Die neue handschriftliche Wortmarke basiert auf einer Version, wie sie Anheuser-Busch seit Ende 2007 für einige Jahre verwendet hatte. Insofern könnte man die Neugestaltung zumindest der Wortmarke als eine Art Rückbesinnung werten.

Ob man die neue Bildmarke und Wortmarke in ihrer opulenten bis schwülstigen Gestaltung als optisch ansprechend empfindet, kann und wird jeder unterschiedlich beurteilen. Eigenständigkeit und Wiedererkennbarkeit wird man dem Design jedoch nicht absprechen können. Auch Handwerklichkeit sehe ich keinen Anlass zur Negativkritik. Natürlich ist auch die neue Bildmarke immer noch sehr komplex, allerdings könnte bei einer noch stärkeren Vereinfachung der Charakter verloren gehen, wie etwa das Beispiel Engelbert-Strauss zeigt. Die Idee, den Adler nun frei schwebend darzustellen, ist genial, denn das Zeichen gewinnt dadurch an Dynamik. Zugleich erfährt das Logo auf diese Weise eine passende visuelle Entsprechung hinsichtlich der geplanten zukünftigen Ausrichtung -> „wir bewegen uns weiter“.

Ein starkes Signal in Sachen Zugehörigkeit zum belgischen Mutterkonzern ist zudem die Angleichung des Farbschemas und der damit verbundene Verzicht auf die bisherige Corporate-Farbe Rot, immerhin eine der drei Nationalfarben der Vereinigten Staaten.

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Dieser Beitrag hat 7 Kommentare

  1. Ich finde es gerade sehr faszinierend, wie gefälliger das Logo wirkt, wenn man den Schriftzug dazu sieht.
    Die Bildmarke allein hatte bei mir im ersten Eindruck ein „uff, ist das viel“ hinterlassen.
    Interessant, wie sich das geändert hat, als ich im Nachgang dann die Wortmarke dazu sah.

  2. Das mit der Wortmarke ist ziemlich klar: Hier soll wohl der Bezug zu Marke „Bud“, die in den USA immer noch die größte Biermarke des Konzerns ist, hergestellt werden.

  3. Was mich IMMER ärgert, ist, wenn ein Logo bei der Platzierung auf dunklen Flächen plötzlich negativ dargestellt wird/werden muss.

    Der Weißkopf-Seeadler hat einen weißen Kopf (sic!) und einen dunklen Körper. Auf einer dunklen Fläche ist es dann aber eben andersrum bzw. negativ. Mag ich nicht.

    P.S.: Oder ist es nur meine unwichtige Meinung und Designer*innen haben da generell kein Problem damit? Das wäre vielleicht eine Frage für eine größere Runde…

  4. Es gibt ja immer wieder diese „Sieht doch aus wie…“ Posts in den dt-Kommentaren.
    In diesem Fall hat sich die „Sieht doch aus wie“-Firma selbst zu Wort gemeldet: Yuengling (auch ne alte Brauerei in Amerika) hat auf Twitter veröffentlicht, dass sie sich geschmeichelt fühlen wie AB ihr Logo nach Yuengling hin ausrichtet.
    Stimmt auch, wie ich finde. Die Ähnlichkeiten sind jetzt ziemlich stark, auch wenn das A&Eagle-Logo eigentlich sehr alt ist…
    https://www.pennlive.com/life/2022/01/yuengling-offers-congratulations-to-anheuser-busch-for-new-logo-cool-new-eagle-were-flattered.html

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