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Neues Markendesign von Lay’s im Rollout

Lay's Logo, Quelle: PepsiCo
Lay's Logo, Quelle: PepsiCo

Im vergangenen Herbst hatte der US-amerikanische Lebensmittelkonzern PepsiCo für die Kartoffelchips-Marke Lay’s ein umfassendes Rebranding angekündigt. Nachdem zunächst in den Vereinigten Staaten Verpackungen im neuen Design im Vorfeld zur FIFA Fußball-WM 2026 in den Handel eingeführt wurden, erreicht der globale Rollout sukzessive weitere Märkte. Hierzulande werden sich Konsumenten wohl noch etwas gedulden müssen.

Vom Entwurf bis zur Markteinführung vergehen oftmals Jahre, nicht nur im Produktdesign (z.B. Automobile, Möbel), wo ein langer Entwicklungs- und Designprozess üblich ist, auch im Packaging Design / Markendesign, wie das jüngste Beispiel Lay’s zeigt. Lay’s ist eine internationale Marke für Kartoffelchips und andere Snacks des US-Unternehmens Frito-Lay, einer Tochter von PepsiCo. Die Wurzeln der Marke gehen auf ein 1932 von Herman Lay gegründetes Snackunternehmen in Nashville zurück; seit 1965 gehört sie über Frito-Lay zu PepsiCo.

Bereits anderthalb Jahre bevor PepsiCo auf seinem Instagram-Account das Rebranding publik gemacht hat, hatte das Unternehmen für das neugestaltete Lay’s-Markenlogos Markenschutz beantragt (DPMA-Eintrag / TMview-Eintrag). Da die eigentliche Kreation der Anmeldung vorausgeht und mehrere Monate in Anspruch nimmt, ist davon ausgehen, dass das Markendesign, das in Deutschland, Österreich und der Schweiz bislang im Handel noch gar nicht angekommen ist, vor rund zweieinhalb Jahren entworfen worden ist. Was die Einführung des neuen Markendesigns von Lay’s betrifft, so scheint man es bei PepsiCo nicht eilig zu haben.

Lay's new Packaging Range, Quelle: PepsiCo
Lay’s new Packaging Range, Quelle: PepsiCo

Eingebunden ist das sichtlich veränderte Markendesign in ein Story Telling, bei dem die Herkunft und Qualität der Zutaten in den Mittelpunkt gestellt werden – von der Kartoffel bis in die Tüte, vom Kartoffelfeld bis zum Ort des Verzehrs.

Eine detailreiche Produktfotografie soll Konsumenten ein authentischeres Markenerlebnis bieten. In Nahaufnahmen werden die goldene Farbe der Chips, ihre knusprige Textur hervorgehoben. Ergänzt werden die Nahaufnahmen um Gewürze der jeweiligen Chips-Sorte – an diesen ist auch die verfeinerte Farbpalette angelehnt (Gurkengrün, Gewürzrot oder Hickorybraun).

Auszug der Pressemeldung

Mehr als nur ein Marken-Relaunch: Die neue visuelle Identität von Lay’s erzählt eine Geschichte, die die Tradition der Authentizität unterstreicht und den Weg der Kartoffeln vom Feld bis in die Tüte würdigt. Sie unterstreicht das Engagement für hochwertige Zutaten und den unvergleichlichen Geschmack, den die Menschen kennen und lieben. „Die neue visuelle Identität feiert die bescheidene, auf dem Bauernhof angebaute Kartoffel – aus der jeder Lay’s Kartoffelchip entsteht. Die Zutaten liefern den unvergleichlichen Geschmack, den die Verbraucher schon immer geliebt haben“, sagt Alexis Porter, Vizepräsidentin Marketing bei PepsiCo, Global Lay’s.

Lay's Logo – vorher und nachher, Bildquelle: PepsiCo., Bildmontage: dt
Lay’s Logo – vorher und nachher, Bildquelle: PepsiCo., Bildmontage: dt

Anders als noch beim zuletzt durchgeführten Marken-Refresh im Jahr 2021 wurden das Markendesign und das Packaging dieses Mal signifikant verändert. Die Buchstaben des Markenschriftzugs sind nun nicht mehr nach rechts geneigt (kursiv), vielmehr sind diese, nun mit senkrechtem Stamm ausgestattet, an der Grundlinie der roten Banderolen-ähnlichen Grafik ausgerichtet, welche diagonal über die darunter befindliche gelbe Kreisfläche gelegt ist. Laut PepsiCo stelle die rote Grafik eine Art Qualitätssiegel dar.

Alle Farbverläufe, die dem bisherigen Markenlogo eine plastische Anmutung verleihen, wurden im Zuge des Redesigns entfernt. Gleiches gilt für den Schattenwurf beim Schriftzug. Weiße Linien, die innerhalb der gelben Kreisfläche radial verlaufen, sollen den Ausdruck als Sonne verstärken. Die als „Lay’s Rays“ (Sonnenstrahlen) bezeichneten Linien lasse das Logo nun leuchten, so PepsiCo. Die neue Darstellung sei wärmer und markanter.

Lay's Redesign Promo, Quelle: Walmart
Lay’s Redesign Promo, Quelle: Walmart

In den USA sind Verpackungen von Lay’s im neuen Design bereits seit letztem Herbst im Handel verfügbar. Etwas später, im Dezember 2025, erfolgte auch die Umstellung der digitalen Präsenz einschließlich Social Media. Zu diesem Zeitpunkt wurde das neue Markendesign auch erstmals in Europa ausgerollt. Premiere feierte der veränderte Markenauftritt in Frankreich. Schon im Dezember wurde der Webauftritt unter lays.fr auf den neuen Look umgestellt. In Kanada erfolgte die Einführung des Packagings / Markendesigns im Februar 2026.

Wann Verpackungen im neuen Design auch hierzulande in den Handel kommen, dazu hat PepsiCo Deutschland bislang keine Angaben gemacht, auch nicht auf dt-Anfrage. Es wäre denkbar, dass das neue Design in weiteren europäischen Ländern, so auch in Deutschland, im Laufe des Jahres 2026 flächendeckend zu sehen sein könnte.

Im Rahmen der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft, die vom 11. Juni bis zum 19. Juli in in Kanada, Mexiko und den USA ausgetragen wird, ist das neue Lay’s-Logo jedenfalls im Einsatz. Lay’s ist offizieller Partner der FIFA WM 2026. Im offiziellen FIFA-WM-Spielplan (PDF) ist das mit Strahlen versehene Logo ebenso integriert wie in begleitenden Promotionen, wie laysfwc26.com (in Deutschland derzeit nur via VPN erreichbar; Screenshot).

In Mexico ist die Marke übrigens nicht als „Lay’s“ präsent und bekannt, sondern unter dem Namen „Sabritas“ (sabritas.com.mx) im Markt aktiv. Im Jahr 1966 übernahm PepsiCo den mexikanischen Hersteller Sabritas. Sabritas war seit den 1940er‑Jahren als eigenständige mexikanische Marke erfolgreich, sodass PepsiCo zwar Logo und Produktportfolio an Lay’s angleichte, aber aus Markenstrategien und wegen der gewachsenen Markenloyalität den Namen Sabritas weiter nutzt.

Entwickelt wurde das neue Packaging Design samt Markenlogo vom Design- und Innovationsteam von PepsiCo.

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Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare

  1. Wenn man Sabritas in Mexiko erwähnt, sollte man auch Walkers in Großbritanien miterwähnen. Auch hier eine ursprünglich eigenständige Firma, und das Walkers-Logo wurde ebenfalls bereits an das neue Design angepasst.

  2. Für mich ist das neue Logo keine Verbesserung, sondern ein Rückschritt. Die vorherige kursive Schrift hat sich besser eingefügt, die dahinterliegende Banderole wirkte etwas ausgeglichener. Die neue Komposition wirkt auf mich unharmonisch, als würde sie nach links kippen. Vielleicht hätte man nur die Typo etwas anpassen können.

  3. Ich mag diese „Pommes-Sonne“ als neues Leitmotiv. Daran angelehnt hätte man auch das Logo und die Fonts etwas spröder, knackiger formen können. Das wäre näher am Produkt, insgesamt harmonischer, mutiger und eigenständiger gewesen. Es sei denn diese stehen für den Dipp. Dann passt es. 😉😅😏

    1. Bezeichnend für kursive Buchstaben ist nach meinem Verständnis, dass ihre Stämme schräg sind, ausgehend von der Grundlinie. Anders als bei einer Normalschrift, bei der Buchstaben aufrecht sind und die Stämme senkrecht zur Grundlinie verlaufen.

      Dreht man das Logo um 11 Grad, wie bei dem Logo oben rechts zu sehen, verlaufen die Stämme freilich in einer Schrägen. Hier ist der Eindruck der eines kursiven Schriftzugs. „Kursiv“ leitet sich übrigens vom lateinischen „cursare“ ab, was „immer weiterlaufen“ bedeutet. Der Ursprung ist die Handschrift. Bedingt durch die fließende handschriftliche Bewegung sind Buchstaben nicht aufrecht, sondern leicht geneigt, kursiv, laufen nach rechts weiter.

      Letztlich ist weniger entscheidend, wie etwas definiert ist, als vielmehr wie es wirkt.

      Interessant zu sehen, auch überraschend, dass sich das Lay’s-Logo mal eben um 11 Grad drehen lässt, und man als Betrachter dennoch nicht den Eindruck gewinnt, es wirke nun aus der Achse respektive der Balance geraten. Mit dem Funny-Frisch-Logo und 99,99… Prozent aller Wortbildmarken funktioniert dies jedenfalls nicht. In der Regel wäre das Ergebnis dann sehr speziell.

      1. Ich würde mich hier auch der Interpretation von Florian anschließen. Die Buchstaben stehen – zumindest theoretisch – auf der Banderole, die selbst als ganzes innerhalb des Logos etwas gedreht ist. Daher ist entscheidend, wie die Buchstaben relativ zur Banderole stehen, und das tun sie, wie schon im bisherigen Logo, eindeutig kursiv. Nur dadurch, dass die Banderole relativ zum Logo exakt im gleichen Winkel gedreht ist wie der Schaft der Buchstaben zur Banderole, wirkt der Schaft relativ zum Gesamtlogo gerade.

        Oder, anders ausgedrückt: würde man bei einem Logo, indem die Banderole, wie hier, aufsteigend geneigt ist, aber die Buchstaben relativ zur Banderole aufrecht stehen, behaupten, die Buchstaben seien gegenkursiv geneigt?

  4. Egal, wie man das neue Logo und Design bewertet: die Logos der 60er und 80er Jahre finde ich viel eigenständiger und interessanter als dieses lustig-fluffige sonnenfröhliche Dings, das man für meine Begriffe von allen möglichen Produkten her zu kennen meint.

  5. Alles in allem ein gelungenes Redesign. Bin ich aber der einzige, dem das ®-Zeichen seltsam deplatziert vorkommt? So quasi überall wär’s besser, nur genau nicht dort, wo es sich nun befindet.

    1. Nein damit bist Du definitiv nicht allein. Ich finde es gut, dass es größer geworden ist als bisher, aber jetzt ist es zu präsent und die Positionierung ist tatsächlich vollkommen off.

  6. Ansich gefällt mir das neue Design, insbesondere y und s sehen viel stimmiger aus.

    Was mir garnicht gefällt ist die Form des roten Banners. Zu spitz und ohne Verbindung zum darunter liegenden gelben Kreis, der nun, dank der Streifen, auf mich irgendwie nach aufgeschnittener Kiwi aussieht.

    Beim Verpackungsdesign wirkt alles viel zu eng und geclustert, der „Party Size“ Banner kolidiert fast mit dem roten Banner und warum der auch noch einen Schlagschatten erhalten hat verstehe ich auch nicht.

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