Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hat in den letzten Tagen ein neues Logo erhalten. Die Wabenform wurde vereinfacht, bleibt jedoch als grundlegendes gestalterisches Element erhalten. Gelb wurde als Farbkomponente entfernt. Dadurch distanziert sich das Signet von der Farbigkeit her vom Haltestellen-Schild (Verkehrszeichen 224).
Auch wenn die neue reduzierte Form mehr einem zeitgenössischen Erscheinungsbild entspricht, sieht man dem alten Logo viel eher an, dass es sich um ein Verkehrsunternehmen handeln muss, nicht nur der Farbigkeit wegen, sondern auch aufgrund des Strahlenkranzes ähnlichen Aufbaus.
Während das alte Logo noch kommunizierte: “Wir fahren in alle Richtungen”, könnte man annehmen, die VRR unterhielte fortan lediglich nur noch eine Strecke. Die so verkündete “Eingleisigkeit” lässt die Form zwar gefälliger erscheinen, die Fähigkeit zur Selbsterklärung wird ihr allerdings entzogen.
VRR Logo – vorher und nachher
Sicherlich…
Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hat in den letzten Tagen ein neues Logo erhalten. Die Wabenform wurde vereinfacht, bleibt jedoch als grundlegendes gestalterisches Element erhalten. Gelb wurde als Farbkomponente entfernt. Dadurch distanziert sich das Signet von der Farbigkeit her vom Haltestellen-Schild (Verkehrszeichen 224).
Auch wenn die neue reduzierte Form mehr einem zeitgenössischen Erscheinungsbild entspricht, sieht man dem alten Logo viel eher an, dass es sich um ein Verkehrsunternehmen handeln muss, nicht nur der Farbigkeit wegen, sondern auch aufgrund des Strahlenkranzes ähnlichen Aufbaus.
Während das alte Logo noch kommunizierte: “Wir fahren in alle Richtungen”, könnte man annehmen, die VRR unterhielte fortan lediglich nur noch eine Strecke. Die so verkündete “Eingleisigkeit” lässt die Form zwar gefälliger erscheinen, die Fähigkeit zur Selbsterklärung wird ihr allerdings entzogen.
Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.
Mit dem alten VRR Zeichen bin ich groß geworden. Es steht für mich derartig für Heimat, dass ich mir gar nicht vorstellen kann es nicht mehr zu sehen, wenn ich mal wieder in Essen an einer Bushaltestelle stehe. Hätte es nicht gereicht, das alte Zeichen und die Typo ein wenig aufzufrischen?
Also es ist schon interessant, wie sehr die Wabenform des deutschen Bio-Logos in den Köpfen verankert zu sein scheint, wenn man bei einem anderen Waben-Logo sofort an ebendieses denkt.
Grundsätzlich finde ich das neue Logo gelungener als das alte ohne dabei mit dem alten komplett zu brechen. Die Typografie ist gefälliger und besser gesetzt (nicht mehr so nach dem Motto “jeden Millimeter Freiraum in der Wabe ausnutzen”) – sie kann jetzt atmen, geht aber nicht verloren.
Ich kann meinen Vorrednern nur beipflichten, dass ich den Bezug zum Verkehr sowohl beim altem als auch beim neuen Logo nicht vermisse. Muss denn ein Logo immer mit Bedeutung überfrachtet werden? Ist es nicht viel mehr seine Aufgabe, das Unternehmen bzw. die Marke wiedererkennbar und unverwechselbar zu machen? Und da es sich bei der VRR um ein regionales Unternehmen handelt, sehe ich da gute Chancen, dass das Logo auch ohne konkreten Verkehrsbezug erkannt und zugeordnet werden kann. Hier mal zwei Beispiele aus meiner und meiner Heimat – und beide haben ebenfalls keinen direkten Verkehrs-Bezug:
Und alle beide werden trotzdem hier in Berlin sofort richtig zugeordnet.
Das erste erinnert mich an eine Sonnenblume, das zweite an ein Bio-Siegel. Ich finde beide Logos nicht sonderlich überragend. Bei beiden wird die Typo eingequetscht, sie nimmt gar keinen Bezug auf den Rest des Logos.
Ich weiß nicht, welches ich für besser halten sollte. Beim neuen sind die Balken im Vergleich zu Typo recht dick, und man assoziiert eben das Bio-Siegel (oder eine gewisse Versicherung). Beim alten stört mich die Farbgebung Grün auf Gelb. Trotzdem würde ich eher zu neuerem tendieren. Die Farben beißen sich nicht mehr, die Typo passt ein wenig mehr zur kantigen Form. Und dadurch, dass die Wabe sich bei den Fahrgästen eingeprägt hat, fällt es für sicherlich auch nicht schwer, den Bezug zum Transportunternehmen zu finden.
Als Außenstehender ist das natürlich nicht so leicht. Aber wenn ich mir das HAVAG-Logo anschaue, oder das BVG-Logo…
Ich bin mit dem alten VRR-Logo groß geworden, dieses neue “moderdenere” gefällt mir garnicht.
Mir gefiel gerade der Kontrast zwischen grün und gelb ganz gut, ohne das gelb siehts sehr trostlos und sehr nach Bio aus..
Auch finde ich die alte Typo besser und stimmiger.
Aber ich glaube so wirklich beurteilen kann ich das ganze nicht, wenn man ein Logo Tag für Tag vor Augen hat, dann ist glaub ich alles was anders dran ist ungewohnt.
Sieht zwar besser aus, aber doch eher wie ein Biosiegel.
Auf der anderen Seite sieht es auch aus wie eine besser gelungene Version des VGN-Logos (VGN = Verkehrsverbund Großraum Nürnberg), das jedoch schon deutlich älter ist: https://www.vgn.de/
Das neue Logo gefällt mir überhaupt nicht. Das alte mit der offenen Wabe, dem gelben Kreis und der Schrift sieht einfach freundlicher, einladender aus als das neue Logo. Das neue eher kalt, unpersönlich und ausladend. Außerdem hat man sich sehr an das alte Logo gewöhnt und es sieht nicht alt oder unmodern aus.
Zum Thema Nachhaltigkeit: Ich finde es lächerlich, dass Unternehmen angeblich aus “Nachhaltigkeit” ihr Logo umstellen, wie gesehen bei McDonalds. Ein grünes Logo wird der Umwelt auch nicht helfen.
Das neue Logo sieht aus wie das eines Gartenmarkts oder eines Gartenprodukts wie Blumenerde o.ä.
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Oh, schade.
Mit dem alten VRR Zeichen bin ich groß geworden. Es steht für mich derartig für Heimat, dass ich mir gar nicht vorstellen kann es nicht mehr zu sehen, wenn ich mal wieder in Essen an einer Bushaltestelle stehe. Hätte es nicht gereicht, das alte Zeichen und die Typo ein wenig aufzufrischen?
@Rocksurf: Die Symbolik der Wabe geht nicht verloren. Nur der Gelbton.
Also es ist schon interessant, wie sehr die Wabenform des deutschen Bio-Logos in den Köpfen verankert zu sein scheint, wenn man bei einem anderen Waben-Logo sofort an ebendieses denkt.
Grundsätzlich finde ich das neue Logo gelungener als das alte ohne dabei mit dem alten komplett zu brechen. Die Typografie ist gefälliger und besser gesetzt (nicht mehr so nach dem Motto “jeden Millimeter Freiraum in der Wabe ausnutzen”) – sie kann jetzt atmen, geht aber nicht verloren.
Ich kann meinen Vorrednern nur beipflichten, dass ich den Bezug zum Verkehr sowohl beim altem als auch beim neuen Logo nicht vermisse. Muss denn ein Logo immer mit Bedeutung überfrachtet werden? Ist es nicht viel mehr seine Aufgabe, das Unternehmen bzw. die Marke wiedererkennbar und unverwechselbar zu machen? Und da es sich bei der VRR um ein regionales Unternehmen handelt, sehe ich da gute Chancen, dass das Logo auch ohne konkreten Verkehrsbezug erkannt und zugeordnet werden kann. Hier mal zwei Beispiele aus meiner und meiner Heimat – und beide haben ebenfalls keinen direkten Verkehrs-Bezug:

Und alle beide werden trotzdem hier in Berlin sofort richtig zugeordnet.
Das erste erinnert mich an eine Sonnenblume, das zweite an ein Bio-Siegel. Ich finde beide Logos nicht sonderlich überragend. Bei beiden wird die Typo eingequetscht, sie nimmt gar keinen Bezug auf den Rest des Logos.
Ich weiß nicht, welches ich für besser halten sollte. Beim neuen sind die Balken im Vergleich zu Typo recht dick, und man assoziiert eben das Bio-Siegel (oder eine gewisse Versicherung). Beim alten stört mich die Farbgebung Grün auf Gelb. Trotzdem würde ich eher zu neuerem tendieren. Die Farben beißen sich nicht mehr, die Typo passt ein wenig mehr zur kantigen Form. Und dadurch, dass die Wabe sich bei den Fahrgästen eingeprägt hat, fällt es für sicherlich auch nicht schwer, den Bezug zum Transportunternehmen zu finden.
Als Außenstehender ist das natürlich nicht so leicht. Aber wenn ich mir das HAVAG-Logo anschaue, oder das BVG-Logo…
Ich bin mit dem alten VRR-Logo groß geworden, dieses neue “moderdenere” gefällt mir garnicht.
Mir gefiel gerade der Kontrast zwischen grün und gelb ganz gut, ohne das gelb siehts sehr trostlos und sehr nach Bio aus..
Auch finde ich die alte Typo besser und stimmiger.
Aber ich glaube so wirklich beurteilen kann ich das ganze nicht, wenn man ein Logo Tag für Tag vor Augen hat, dann ist glaub ich alles was anders dran ist ungewohnt.
späte renovierung für den 80er altbau,
scheint mir gelungen – zeitgemäß, wie
VBB…
schön wäre zukünftig auch die case
studies oder styleguides zu sehen.
Sieht zwar besser aus, aber doch eher wie ein Biosiegel.
Auf der anderen Seite sieht es auch aus wie eine besser gelungene Version des VGN-Logos (VGN = Verkehrsverbund Großraum Nürnberg), das jedoch schon deutlich älter ist: https://www.vgn.de/
Das neue Logo gefällt mir überhaupt nicht. Das alte mit der offenen Wabe, dem gelben Kreis und der Schrift sieht einfach freundlicher, einladender aus als das neue Logo. Das neue eher kalt, unpersönlich und ausladend. Außerdem hat man sich sehr an das alte Logo gewöhnt und es sieht nicht alt oder unmodern aus.
Zum Thema Nachhaltigkeit: Ich finde es lächerlich, dass Unternehmen angeblich aus “Nachhaltigkeit” ihr Logo umstellen, wie gesehen bei McDonalds. Ein grünes Logo wird der Umwelt auch nicht helfen.
Das neue Logo sieht aus wie das eines Gartenmarkts oder eines Gartenprodukts wie Blumenerde o.ä.