Überspringen zu Hauptinhalt

Neues Logo für niederländische Stadt Hengelo

Hengelo Stadtlogo (seit 2020), Quelle: Hengelo.nl
Hengelo Stadtlogo (seit 2020), Quelle: Hengelo.nl

Hengelo Stadtlogo (seit 2020), Quelle: Hengelo.nl

Die niederländische Stadt Hengelo (Region Twente) hat sich erstmals nach 30 Jahren wieder ein neues Logo zugelegt. Im Hinblick auf das bisherige visuelle Erscheinungsbild, das jegliche Stringenz, Konsistenz und auch gestalterische Qualität vermissen ließ, wird es das erste Mal überhaupt sein, dass die Stadtverwaltung mit einem professionellen Corporate Design in Erscheinung tritt.

Der Entwicklung des neuen Corporate Designs vorausgegangen waren Befragungen der Bürger, die bereits in den Jahren 2017/2018 durchgeführt worden seinen. Man wollte wissen, wie die Bürger ihre Stadt sehen, was sie ausmacht und was ihre Besonderheiten sind. Auf Basis der darauf hin definierten „Hengelo-DNA“ wurde schließlich ein visuelles Konzept erarbeitet.

Auszug der Pressemeldung

Hengelo ist engagiert und lebenswert, einfallsreich und kompetent, idealistisch und praktisch. Um eine erkennbare Verbindung herzustellen, wurde das Hengelo-Wappen im neuen Logo in stilisierter Form hervorgehoben. Die Symbolik innerhalb des Wappens passt gut zu den Hengelo-Grundwerten. Es ist eine Mischung aus Landschaft (Getreide) und Stadt / Industrie (Bienenstock) mit dem Strom, der die beiden trennt.

Die Einführung des neuen Corporate Designs erfolgt wenige Wochen vor dem Umzug in das neue Rathaus, das ab Anfang Februar den rund 700 Mitarbeitern der Stadtverwaltung als neue Arbeitsstätte dient. Die Erstellung eines neuen Corporate Designs wurde 2019 als Auftrag ausgeschrieben. Als Gewinner der Ausschreibung, an der insgesamt neun Agenturen teilgenommen haben, ging schließlich die Agentur Creative Bastards (Enschede) hervor.

Hengelo Logo – vorher und nachher
Hengelo Logo – vorher und nachher

Die blauen und gelben Farben des neuen Erscheinungsbildes leiten sich vom Hengelo-Wappen ab, dessen gelbe Farbe Gold symbolisiert. Blau wurde zudem etwas dunkler angelegt, um so für mehr Kontrast zu sorgen.

Für die Entwicklung des Corporate Designs samt Logo und CD-Manual wurde ein Budget in Höhe von 30.000 Euro bereitgestellt. Für die Entwicklung einer neuen Website, die in den kommenden Wochen online gehen soll, seien noch einmal 25.000 Euro investiert worden. Sukzessive werde man nun alle Medien, angefangen beim Briefpapier, der Servicekleidung, den Fahrzeugen des Fuhrparks, Fahnen, zahlreichen Broschüren, Kommunalwerbung bis hin zur Website auf das neue Design umstellen.

Kommentar

Die Form der recht kantig geratenen Bildmarke wird sicherlich nicht jedem gefallen – muss es auch nicht. Abgesehen davon gibt es kein Design, das allen gefällt. Eine Bildmarke muss vor allem einprägsam und identitätsstiftend sein – beides trifft meines Erachtens auf das Logo von Hengelo zu.

Während die Getreideähre gut herausgearbeitet wurde, lässt sich in der Form auf der rechten Seite lediglich erahnen, dass die Darstellung ein Verweis auf (industrielle) Architektur verkörpern soll. Eine Bildmarke, die meiner Meinung nach noch Verbesserungspotenzial besitzt.

Beim Versuch, der Wortmarke Einzigartigkeit zu verleihen, scheint zudem der ästhetische Aspekt ein wenig auf der Strecke geblieben zu sein, denn die zahlreichen diagonalen Einkerbungen wirken auf mich ein wenig affektiert, ein wenig zu viel des Guten. Nichtsdestotrotz gewinnt das Profil der Stadt aufgrund des neuen Designs enorm an Qualität. Das Geld ist gut investiert. Angesichts des Umfangs der Leistungen ein ziemlich kleines Budget, möchte man sagen.

Mediengalerie

Weiterführende Links

Teilen

Dieser Beitrag hat 12 Kommentare

  1. „Während die Getreideähre gut herausgearbeitet wurde, lässt sich in der Form auf der rechten Seite lediglich erahnen, dass die Darstellung ein Verweis auf (industrielle) Architektur verkörpern soll.“

    Wenn ich das Video dazu richtig interpretiere, stellt die Bildmarke ein sehr stilisiertes Stadtwappen dar. Dann wäre die Abbildung auf der rechten Seite kein Verweis auf industrielle Architektur, sondern auf „natürliche Bienenarchitektur“, also ein Bienenstock. Siehe im Video bei Min. 0:47 – 1:11, wo für Sekundenbruchteile auch Bildmarke und Stadtwappen übereinander liegen.

    1. Guter Einwand mit dem Bienenstock im Logo – allerdings muss man das Wappen dann auch schon kennen um darin einen Bienenstock zu erkennen.

      Wobei man nicht vergessen darf wieviele Leute bei Verwaltungen an solchen „Entscheidungssitzungen“ teilnehmen und wieviel diese dann eigene Ideen einbringen. Meiner Erfahrung nach toppt das viele Kunden im Bezug auf „Kreativität“ und „Verbesserungsvorschläge“.

    2. Mein Auge war zuerst geneigt, das ganze dreidimensional zu betrachten, um einen Körper (aufrecht stehender Quader) zu bilden. Das funktioniert nicht so recht. Erst jetzt nach diesem Kommentar fällt mir auf, dass das eigentlich ein zweidimensionales Logo ist. Und dann erkennt man auch Ähre, Trennbalken und Bienenstock wie beim Stadtwappen. Vorausgesetzt, man weiß, dass das ein Bienenstock sein soll.

      Sollte ich jetzt zum Augenarzt gehen oder ist so ein Effekt gewollt?

    3. Herzlichen Dank Dennis. Dass die Darstellung auf der rechten Seite ein Bienenstock sein soll, hatte ich im Video tatsächlich übersehen. Im Zuge der Sichtung habe ich in erster Linie dem Pressetext Beachtung geschenkt. Dank Dir für den Hinweis!

  2. Insgesamt finde ich die Arbeit wirklich überzeugend. Auch die Diagonalen im Logo finde ich nicht so schlimm. Lediglich die Bildmarke ist tatsächlich etwas kleinteilig, da hätte man das Stadtwappen eventuell anders stilisieren können.

    Gespannt bin ich schon auf die Website. Die Screenshots und das Video lassen auf ein tolles Ergebnis hoffen.

  3. Ich frage mich bei dem H, warum dort der Einschnitt an der inneren Kante gemacht wurde, obwohl dort weniger Platz ist und das dadurch leicht kaputt wirkt. Alle anderen Einschnitte sind jeweils links am Buchstaben. Trotzdem mag ich die Typo schon sehr gern, und es darf auch mal viel sein. Die haben halt verdammt viele e.

  4. Ich finde das l (kleine L) sieht einem t zuähnlich. Im direkten Vergleich zum t in der ersten Zeile wird es klar, aber das sollte so nicht sein.

  5. Ich finde auch, dass das L einem t sehr ähnlich sieht. Bei dem Wappen hab ich als Erstes an ein Kunstwerk von Vasarely gedacht. Ansonsten gefällt es mir, nur die Einschnitte sind ungünstig.

  6. In dem Video münzt alles auf die Form einer Bienenwabe. Warum wird diese Form dann nicht als Grundform für die Bildmarke genommen? Hätte sich doch angeboten…bei der großen Rolle die die Form im Video spielt. Das Video selber ist stylisch gemacht, die Musik gefällt mir!

Kommentare sind geschlossen.

An den Anfang scrollen