Neues Erscheinungsbild für das Deutsche Nationaltheater Weimar

DNT Logo

Mit der aktuellen Spielzeit 2013/2014 erhalten das Deutsche Nationaltheater und die Staatskapelle Weimar ein neues  Erscheinungsbild. Eines der Ziele des neuen Generalintendanten Hasko Weber ist es, die drei Sparten des Hauses besser zu vernetzen. Orchester, Oper und Schauspiel sollen verstärkt als eine geschlossene Künstlergruppe zusammenwirken, die gemeinsame Projekte und Ziele verfolge, so Weber bei seinem Amtsantritt im vergangenen Sommer.

deutsches-nationaltheater-weimar-logo

Ein gelber Strahlenkreis bildet gemeinsam mit den Lettern „DNT“, der üblichen Abkürzung für das Theater, das neue Logo und darüber hinaus das zentrale Gestaltungselement innerhalb des Erscheinungsbildes. „Der gedankliche Hintergrund ist, dass wir mit Ausstrahlung im Sinne von Sendung agieren möchten”, wie Weber gegenüber SpiegelOnline sagt. Die Kreisform steht für Zusammenhalt. „Das neue Logo hat etwas Offenes, Einladendes, und ich hoffe, dass das Signal in der Stadt ankommt.“

Anders als bislang kommen nun ausschließlich Schwarzweißfotos zum Einsatz, die dabei mit der Primärfarbe Gelb kontrastieren. Für typographische Akzente sorgt die Bodoni Poster, die sowohl im Logo wie auch innerhalb Headlines Verwendung findet und sich damit deutlich von der bisherigen, von grotesken Schriftarten geprägten Typographie unterscheidet.

Verantwortlich für das neue Erscheinungsbild zeichnet heutemorgen (Berlin).

Aus dem Nationatheater heraus gebloggt wird nun offensichtlich nicht mehr – die entsprechende Website unter nationaltheaterblog.de wurde vor kurzem vom Netz genommen. Der reguläre Webauftritt des Hauses (nationaltheater-weimar.de) wurde von bgp e.media realisiert.

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34 Kommentare zu “Neues Erscheinungsbild für das Deutsche Nationaltheater Weimar

  1. @ Jeff Vader
    Der Kombi Weimar SED ist der bessere, inhaltlich peinlichere Brüller, glauben Sie mir einfach. Faust auf Auge.

    Weimarer Marketingverantwortliche: diesbezüglich einen blinden Fleck?

  2. Nur noch kurz ein Beitrag, weil mich das Thema sehr interessiert und ein Link, der eindrucksvoll darstellt, um was es meiner Meinung nach eigentlich geht:
    http://www.drama-berlin.de
    Ob nun Berlin, Weimar oder Wuppe – im Theater steht doch wohl schlicht noch der Mensch im Vordergrund (€5 fürs Phrasenschwein gehen klar, stecke ich allerdings in den Klingelbeutel). Ich sehe in dieser Ausstattung – Schrift, Farbe, Strahlen alles zusammen – jedenfalls überhaupt nix, was diesen Inhalt irgendwie kommuniziert. Und die, es nimmt mir hoffentlich niemand übel, gewisse Hilflosigkeit (auch meine) auf der Suche nach Anworten auf dieses Erscheinungsbild, wo dies alles her- und vorkommt, welche Bedeutung dahinter steckt, die sich einem nicht erschließen will, wird ja in den meisten Kommentaren deutlich. Also, meinetwegen Trash, und obwohl es natürlich aktivere, impressivere, zwingendere, geistvollere Erscheinungsbilder in der Theaterlandschaft gibt: Bonn, das genannte Beispiel, liegt wesentlich näher am Thema.

  3. Die Assoziation mit Freimaurerei und Weimar ist nicht abwegig (wenn wohl kaum beabsichtigt), siehe good old Goethe: http://www.internetloge.de/arst/goethe.htm

    Ansonsten kommt die Diskussion teilweise nicht besonders weit über den Strahlenkranz hinaus. Wer sich so derart darauf einschießt, tut sein eigenes beschränktes Sichtfeld kund. Über die Komplexität von Design-Prozessen, die Kommunikation mit dem Kunden, oder generell das Standing, das Theater und Staatskapelle besitzen, sagt das gar nichts aus. Wenn Design häufig auf ein „gutes“ oder „schlechtes“ Logo reduziert wird, dann spiegelt sich das in einigen der kurzsichtigen Kommentare.

    Sätze wie „Offenheit und Zusammenhalt kann man nicht mit einer Form gleichzeitig visualisieren“ oder „Völlig an der Zielgruppe (im eher gesetzten Alter) vorbei“ sind reine Behauptungen.

  4. was war jetzt eigentlich mit dem sternchen? uninspirierte lückenfüllung oder doch sozialistische anleihe? ich finde achims schutzwall für die strahlende zukunft doch etwas merkwürdig…

    grundsätzlich sollte man hier nicht alt + neu miteinander vergleichen, sondern die frage stellen, wie ein theater gut, oder besser, genial visuell kommuniziert. die letzten 130 jahre bieten da wirklich tollste KUNST. da “heutemorgen” auch andere institutionen (u.a. weitere theater) in schwarz/gelb kleidet(e), ist es mit “spezifischer identitätsstiftender gestaltung” scheinbar heutzutage doch einfacher, als ich bisher glaubte.

    das alte logo hat zumindest THEATER vs. STAATSKAPELLE visualisiert. und das logo war eben nur eine marke, flächen wurden durchaus spannend mit anderen grafischen lösungen “gefülllt”.

    dass es keine ausschreibung oder einen wettbewerb gab ist in kulturkreisen leider normal. sowas verlangt man von behörden und der freien wirtschaft…theater finanzieren sich bekanntermaßen ja völlig allein mit ausreichend gewinn ;-)

  5. Habe ich das jetzt richtig verstanden? Wie will man als Außenstehender etwas über den Designprozess sagen oder über die Kommunikation mit dem Kunden, wenn genau das immer die Unbekannte/Variable ist, über die kaum berichtet wird/werden kann.

    „Der gedankliche Hintergrund ist, dass wir mit Ausstrahlung im Sinne von Sendung agieren möchten” das ist halt der übliche PR-Blablubb, der dazu gesagt wird.

    Soll man als Leser zu solchen Sätzen was dazu hineinspekulieren/interpretieren, oder wie stellt man sich das vor, da wäre ich mal gespannt.

    Natürlich sieht man nur das Ergebnis: dieses Logo und sein Corporate Design. Und kann auch nur dazu Stellung nehmen. Außer man war Mäuschen bei den Besprechungen.
    Over and out.

  6. So schlecht ist die Grundgestaltung gar nicht.
    Sieht interessant aus, wirkt freundlich, lässt sich – wie man sieht – gut auf die einzelnen Werbemittel umbrechen. Und es werden in der laufenden Umsetzung wahrscheinlich auch nicht die Mega-Gestaltungskosten anlaufen, was für eine, von immer knapper werdenden Fördergeldern abhängige, Kultur-Institution immer von Vorteil ist.

    Für’s Logo fehlen mir allerdings die Pro-Argumente.
    Ich fand den Schriftblock beim alten Logo sehr interessant und schlüssig.
    Schade, dass der graue Text jetzt schwerer zu lesen ist und ich beim Schriftzug “DNT” (gepaart mit dem Sowjet-Stern) immer an eine Physik-Studenten-Rockband aus den 80ern denken muss. ;-)

    Mein persönliches Resümee:
    Grundgestaltung – Top
    Logodesign – Flop

  7. @ Achim: Vielleicht hast du Recht, und trash chic ist hier nicht so passend wie beim Bonner Theater; allerdings finde ich persönlich die Kombination von dem grellem Gelb mit den weißen Strahlen und den knallroten Auszeichnungen doch ziemlich trashig. Für mich ist die erste Assoziation: Discounter / billig.

  8. Was ich persönlich schade finde, dass das DNT mit dem Designauftrag nach Berlin gegangen ist. Die haben direkt vor der Tür eine Universität, die sich genau mit sowas auseinandersetzt.

  9. Das Logo ist nicht nur auf den ersten Blick „gruselig“. Es bleibt es, weil es eben grundlegende Anforderungen an ein Logo eben nicht erfüllt. es ist einfach ein zu beliebiges Sammelsurium beliebiger Elemente. Und selbiges kommt dann notgedrungen raus: Beliebigkeit. Da mag mancher eine gewisse „Theatralik“ hineinlesen und daraus eine paßende Rechtfertigung konstruieren. Mal abgesehen daß DIESE Theatralik eher in Richtung oberflächliche Show denn tiefgründige Kultur geht ist es auch nicht die Aufgabe des Logos hier ein Spektakel zu Lasten der Seriosität zu bieten. Dafür gibt es ja schließlich werbende Kommunikationsmittel die dann auch mal etwas lauter auftreten dürfen. Das Logo aber hat darüberhinaus natürlich auch identitätsstiftende Aufgaben nach innen wie nach außen. Wage zu bezweifeln, daß DIESES Werk der Beliebigkeit eine solche Identität widerspiegelt. So ein Logo hat darf auch mal ein wenig nachhaltig wirken und darf auch ein paar der immer kürzer werdenden Zyklen modischer Werbetrends sowie auch den ein oder anderen Intendantenwechsel überdauern. Dafür brauchts kein lauthalses Geschrei, dafür bräuchts das was ein gutes Logo eben ausmacht: Prägnanz, Unverwechslebarkeit(!), Klarheit … . Der Strahlenkranz, er taugt mal für eine saisonale Kampagne. Als Logo, noch dazu in Kombination mit weiteren Beliebigkeiten, ist das einfach zu billig.

  10. Ich persönlich fand das Logo direkt gut. Es erinnert mich an die 20er, Comedian Harmonists, große Bälle und Galas, Max Raabe, etc. Knallige Farben, dicke Schrift, willkommen in der Gründerzeit! Umso spannender, dass es ein Produkt des 21. Jahrhunderts ist. Eben dieses Jahrhunderts, das durch einfallslose “wir-machen-mal-die-1000ste-Frutiger-Wortmarke” zu trauriger Berühmtheit kam. Wo plötzlich alle Logos immer simpler wurden und oft nur noch aus bunten, langweiligen Buchstaben bestanden.

    Ein schöner Retro-Logo! Und der Vorgänger hatte – bis auf die geschickte Anordnung der Worte – den Charme einer Versicherung (wie einer meiner Vorrdener bereits sagte). Und die komischen blauen Formen sahen auch sehr gewollt aus. Aber das hier: Originell und wiedererkennbar. Toll.

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