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Neues Design für Instagram

Instagram legt sich erstmals ein neues Logo zu. Im Oktober 2010 wurde die Foto- und Video-App gelauncht. Mittlerweile nutzen über 400 Millionen Menschen Instagram. Im Rahmen des Redesigns der App wurde auch das App-Symbol erneuert.

Der charmante Retro-Look macht Platz für eine simplifizierte, vergleichsweise generische Form. Nachdem bereits vor geraumer Zeit die App auf Flat Design umgestellt wurde, zieht nun auch das App-Symbol nach. Wie zu erwarten war, gibt es auf Twitter wieder reichlich Spott.

Instagram App-Symbol-Familie

Instagram App Icon Family

Anhand der Profilbilder auf Vimeo und Twitter sowie dem auf der Website verwendeten Logo lässt sich ablesen, dass Instagram hinsichtlich der Verwendung des Logos keine starre Linie verfolgt. Neben dem App-Symbol gibt …

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 41 Kommentare

  1. Der Entstehungsfilm stellt das Ergebnis jedenfalls schwer in den Schatten und beinhaltet direkt mal ein Dutzend wesentlich bessere Alternativen.

    Beim neuen Icon ist auch gar nicht das hier immer wieder (meiner Meinung nach sehr zu unrecht) verschriene “Flat Design” das Problem, sondern die komplette Abkehr vom mittlerweile sehr ikonisch gewordenen, wenn auch nicht besonders schicken alten hin zur totalen Beliebigkeit und mit diesen starken Rundungen und dem nicht wirklich gelungenen Verlauf irgendwie zur Hässlichkeit. Ein Ergebnis, das der Film auch nicht ansatzweise überzeugend begründen kann.

  2. Wenn ich die Kommentare hier so lese, »schäm« ich mich manchmal ein bisschen Designer zu sein.
    Kaum jemand zweifelt so sehr an der Richtigkeit getroffener Entscheidungen – Fotografen sind übrigens nicht besser.
    Wie der Prozess genau ablief, was alles hineingespielt hat und was schlußendlich die Gründe waren, all das ist uns unbekannt – das kann auch das Video nicht deutlich machen, das hat eher Marketingcharakter. Aber urteilen tut man schnell, meist zu schnell und voreilig.
    Wie oben schon geschrieben wurde, ios 6 sieht aus heutiger Sicht steinalt aus und jmd musste den den Schritt »hin zum Neuem« tun.
    Ich bin ja dafür es wirken zu lassen, und mal sehn, was die Zeit bringt. Auf meinem Homescreen fällt das Icon jetzt wesentlich mehr auf, an der Stelle also schonmal alles richtig gemacht. Und das eine Community bei veränderungen immer auf die Barrikaden geht, sieht man derzeit super schön and der fotocommunity, was da geflucht wird – ein Segen.

    1. Auf meinem Homescreen fällt das Icon jetzt wesentlich mehr auf, an der Stelle also schonmal alles richtig gemacht.

      Das alleine sagt sicherlich wenig über die Qualität eines Designs aus. Wenn wir wissen, dass etwas neu ist, ist die Aufmerksamkeit diesbezüglich fokussiert, sodass unser Auge gezielt auf das Neue schaut, Stichwort selektive Wahrnehmung. Hätte Instagram anstelle des flachen Icons den Retro-Look eingeführt, wäre der gleiche Effekt zu beobachten gewesen, nur mit der umgekehrten, gleichfalls fehleranfälligen Schlussfolgerung, nämlich dass Icons im Retro-Stil scheinbar wesentlich mehr auffallen.

      Dass im Rückblick das iOS-6-Interface altbacken aussieht, hängt zudem schlicht und ergreifend damit zusammen, dass wir uns an das Neue meist schnell gewöhnen. Eine Aussage hinsichtlich der Qualität lässt sich daraus kaum ableiten. Wir haben uns beispielsweise auch daran gewöhnt, unser Smartphone alle 24-48 Stunden aufladen zu müssen. Wo hingegen das alte Mobiltelefon von Siemens/Nokia manchmal 14 Tage lang Saft hatte. Wenn wir das Neue trotz anfänglicher Skepsis oder gar Ablehnung schätzen lernen, muss dies nicht unmittelbar mit der Form, der Hülle, dem Aussehen zu tun haben, sondern, was wohl eher die treibende Kraft dahinter sein dürfte, mit dem Nutzwert, den das Neue mit sich bringt; wenn etwa mit einem neuen Design auch ebenso neue Funktionalitäten Einzug halten (Telefon mit Kamera). Es ist der Nutzwert, den wir mit der Zeit zu schätzen wissen und den wir mit der neuen Form in einer Weise verknüpfen, die womöglich im Nachhinein den Eindruck entstehen lässt, die neue Form wäre die aus gestalterischer Sicht bessere.

      1. Deiner Erläuterung folgend könnte ich irgendwann auch mit einem Android Smartphone glücklich sein. Schließlich ist der Nutzwert der beiden Systeme quasi gleich. In der Tat ist es sicherlich erklärungsbedürftig wieso man für ein iPhone mehr Geld ausgeben sollte, wo doch beide das Gleiche bieten. Der Emotionale Faktor, die Bindung an die Marke, Werbung… ach worauf wollte ich hinaus?

        Mir geht es wie Tom. Das Logo scheint durch seine Farbgebung stärker ins Auge zu fallen. Das geht mir genauso. Das mit der selektiven Wahrnehmung mag stimmen, aber wenn etwas so stark auffällt, dann wird es mehr beachtet, als ein zurückhaltendes Logo.

        Allgemein finde ich den Schritt hin zur simplifizierten Variante vollkommen richtig. Es sah sehr altbacken aus. Dass die Wortmarke nicht gleich mit umgestellt wurde ist nicht verständlich. Die Trennlinie trennt 2 Dinge, die eigentlich zusammengehören. Vlt. finden die beiden zukünftig wieder zusammen.

        Man sieht in dem Video deutlich, dass das alte Logo schon weitergeführt wird. Ich habe mal eben in iTunes alle meine Foto-Apps durchgeschaut und die Logos verglichen. Interessanterweise ist die Art der Umsetzung bei keiner anderen Foto-App in meinen Repertoire wiederzufinden.

        Manche brauchen immer ein wenig bis sie sich umgewöhnt haben. Ich denke insbesondere als Webdesigner versteht man wieso Flat-Design nicht nur ein Trend ist, sondern notwendig war. Skalierbarkeit, Performance und klare Flächen. Das Design nimmt sich mehr und mehr zurück, um dem Content die Bühne zu überlassen. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es schwierig ist, dass ein reduziertes Layout auch schick ausschaut. Das Zusammenspiel von Ordnung, Freiraum, Typo und Farben in Einklang zu bringen ist heutzutage die große Kunst.

        Insgesamt ist das in meinen Augen ein großer Schritt vorwärts.

      2. natürlich gewöhnt man sich an dinge, und natürlich heißt es nicht, dass diese immer »besser« sind. (allein darüber, ob etwas besser ist, nur weil wir als designer das nicht so sehen, kann man bücher füllen – gut dass nicht nur designer in der nutzergruppe sind). aber dein vergleich hinkt, wenn wir ein altes telefon, mit dessen möglichkeiten, genauso häufig laden müssten, wie heut ein smartphone, würde jeder das mit der besseren akkuleistung benutzen. aber die neuen möglichkeiten überwiegen und deshalb haben wir uns daran gewöhnt, jeden tag laden zu müssen – als notwendiges übel. die frage ist doch eher, warum wir dieses übel auf uns nehmen, nicht das es ein übel ist oder es dieses vorher in der form nicht gab. und das ios 6 heut alt aussieht, liegt nicht daran, dass wir uns dran gewöhnt haben, sondern das es aus heutiger sicht albacken aussieht. der trend ist weitergegangen, gestaltung allgemein hat völlig neue aufgabengebiete und ausformungen bekommen, die möglichkeiten wurden erweitert und forderten veränderungen – das macht es alt. wenn das beispiel zu nah dran ist, gibt es 1000 anderes beispiele

        1. und das ios 6 heut alt aussieht, liegt nicht daran, dass wir uns dran gewöhnt haben, sondern das es aus heutiger sicht albacken aussieht.

          iOS 6 sieht also alt aus, weil es altbacken aussieht. Dagegen ist freilich kein Argument gewachsen ;-)

  3. Zum gezeigten Video-Screenshot:

    Da war das Logo ohne Schlagschatten auf weißem Hintergrund wohl doch zu langweilig, weshalb man hier noch schnell einen hinzugefügt hat.

    Geht insgesamt gar nicht.

  4. Mir hat das neue Icon direkt gut gefallen. Die Farbkombination im verspielten Verlauf spiegelt super die Farbstimmung vom Großteil der im Netzwerk geteilten Fotos wieder; warme Sonnenaufgänge in kitschigen Filtern. Ne, mal ehrlich, das alte Icon war doch schon bisschen angestaubt und eines der letzten Überbleibsel des Skeuomorphismus. Den meisten hätte ein bisschen mehr Materialdesign mit hartem oder sanften Schatten und gedeckten Farben (so wie am Beginn des Videos) wohl besser gefallen aber der Apple Stil bringt das Icon mehr zum leuchten und die drastische Änderung sorgt schließlich auch für mehr Medienaufmerksamkeit.

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