Neues Corporate Design für Saffron

Die Agentur Saffron, 2001 von Jacobo Benbunan und Wally Olins (1930-2014) gegründet, hat sich anlässlich ihres 15-jährigen Bestehens ein neues Corporate Design zugelegt. Das aufgefrischte Erscheinungsbild solle die seitdem vollzogene Weiterentwicklung auch nach außen hin dokumentieren.

Auszug der Pressemeldung

„Our identity has evolved in accordance with our new spirit. We were born as a company with a strong consulting component, with a formal, serious posture/attitude and an equally plain and discrete identity, but we have evolved into a much more creative, disruptive, innovative and digital consulting company and we want to reflect all of this in our new image“, so Saffron’s Executive Creative Director, Gabor Schreier.

Neben den Farben und dem Schriftenkonzept wurde auch das Agenturlogo samt Monogramm im Sinne der inhaltlichen Neupositionierung überarbeitet. Die Förmlichkeit, die bislang über die aus Serifen bestehende Wortmarke vermittelt wurde, sei nun eliminiert, wie es heißt. Darüber hinaus wurde ein grafisches System implementiert, das Illustrationen in isometrischer Perspektive beinhaltet. Mit Hilfe der Illustrationen ließen sich abstrakte Konzepte, wie ein Brand-Definition-Prozess, auf einfache, leicht verständliche Weise darstellen.

Saffron zeichnet unter anderem für die Markenauftritte von A1 (Österreich) und der Tourismusmarke Türkei verantwortlich.

Saffron Logo – vorher und nachher

Kommentar

Immer wieder interessant zu beobachten, wie sich Firmen nach außen hin darstellen, deren Aufgabe es ist, Außendarstellungen/Erscheinungsbilder für andere Firmen zu entwickeln. Wie werden welche Farben eingesetzt? Wie geht die Agentur mit Typographie um? Wie wichtig nimmt sich das Design? Agenturen neigen dazu im Rahmen ihrer Selbstdarstellung besonders groß aufzufahren. Nur weniges ist anspruchsvoller als für sich selbst eine eigene visuelle Identität zu kreieren. Agenturen zeigen gerne jede Menge Fotos, die den Bildschirm füllen und Videos, die sofort nach Laden einer Seite abgespielt werden, zuweilen auch in Kombination mit Sound, schließlich möchte man zeigen, dass man einen Haufen kreativer Köpfe im Team hat, mit deren Hilfe man die gesamte Medien-Kalviatur spielt.

Vergleichsweise leise präsentiert sich hingegen Saffron. Am besten gefällt mir eigentlich der Umgang mit Typographie, insbesondere, wenn die Headline-Type „Saffronbeta outline“ mit im Spiel ist. Dieser Outline-Typo-Look passt nicht nur sehr gut zum gewählten Illustrations-Stil, ich empfinde ihn zudem, im Gegensatz zur Farbgebung, als eigenständig, wiedererkennbar und somit identitätsstiftend.

Mediengalerie

37 Kommentare zu “Neues Corporate Design für Saffron

  1. Tut mir leid, wenn ich gleich mit der Tür ins Haus falle, aber das FF hat bei mir sofort Assoziationen mit einem Hakenkreuz hervorgerufen und ich habe gleich einen entsprechenden Kommentar hier erwartet. Nun habe ich wohl polarisiert, aber das war nun mal sofort mein erster Gedanke.

  2. Ich bin begeistert. Ich mag Pastelltöne nicht so, die Schrift ist mir eigentlich zu modisch. Aber das Ergebnis ist rundherum überzeugend, in sich schlüssig und geschlossen und medienübergreifend. Und die komprimierten Aussagen, was Design inklusive Beratung ist und kann und für die Auftraggeberinnen tut – da können sich viele, sehr viele eine dicke Schiebe abschneiden. Beispielsweise das Briefpapier, wie es in aller Zurückhaltung sagt: »Wir kümmern uns rundherum um Sie.«
    Ich bin begeistert. Trotz der Hakenkreuzassoziationen. Meine waren sofort wieder weg, weil das Initial viel zu komplex ist. Aber sonst, der Exkurs muss sein, hoffe ich, dass diese Assoziationen auch bei Äußerungen von Politikern aller Parteien erscheinen. Wenn zum Beispiel ein Regierungsparteifunktionär vor einer freien Gesellschaft warnt, weil die keine vollkommene Sicherheit gewähren kann, er also einen autoritären Staat fordert.

  3. Typografisch gefällt es mir sehr gut, aber ich persönlich kann mit den Farben nichts anfangen. Die Kombi passt irgendwie nicht. Dadurch wirkt alles sehr nüchtern, kalt und distanziert.

  4. Also ich hab da jedenfalls in keinster Weise an ein Hakenkreuz gedacht. Dafür ist das Konstrukt zu sehr von der Leserichtung her eher automatisch irgnedwie nach rechts führend (höhö), statt in mehrere Richtung wie das Hakenkreuz.
    Nicht alles, was eckige Linien hat, sieht automatisch nach Hakenkreuz aus.

  5. Ich muss gestehen das ich auch an die mar­ti­a­lischen Logos aus dem dritten Reich denken musste.
    Ansonsten gefällt mir die restliche Gestaltung sehr gut.

  6. Ich verstehe es und ich mag es – ich bleibe aber ständig an dem »S« im Logo hängen,
    das ragt links irgendwie zuweit nach oben aus und erscheint kippelig und unausgewogen …

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