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Neues Corporate Design für Neckarsulm

Neckarsulm Logo
Neckarsulm Logo, Quelle: Stadtverwaltung Neckarsulm

Neckarsulm, im Norden des Landes Baden-Württemberg gelegen, hat ein neues Corporate Design erhalten. Das im vergangenen Jahr begangene 1250. Stadtjubiläum nahm die Stadtverwaltung zum Anlass die Außendarstellung der knapp 27.000 Einwohnern zählenden Gemeinde zu modernisieren.

Im Rahmen eines umfassenden Redesigns wurden zentrale Elemente des Corporate Designs wie das Logo, die Farben und die Typographie modifiziert, darüber hinaus die städtische Website neu konzipiert und zeitgleich das Besucherleitsystem im Rathaus angepasst. Das Motto des jüngsten Stadtjubiläums aufgreifend präsentiert sich die Stadt vielfältig, modern und als „Stadt voller Leben“, wie es anlässlich der offiziellen Vorstellung der Neuerungen heißt.

Auszug der Pressemeldung

„Das Jubiläumsmotto ‚Stadt voller Leben‘ charakterisiert die Stadt Neckarsulm mit all ihren Stärken, ihrer Vielfalt und ihrem Selbstverständnis – und das nicht nur im Jubiläumsjahr, sondern darüber hinaus“, erläuterte Steffen Hertwig. „Das wollen wir auch in der Außendarstellung sichtbar machen. Daher geben wir uns als Stadtverwaltung ein neues, zeitgemäßes Gewand. Die Instrumente der Vergangenheit passen weder gestalterisch noch technisch zu dem neuen Schwung, den wir aus dem Jubiläumsjahr mitgenommen haben. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt für einen grundlegend neuen Designauftritt.“

Neckarsulm Logo – vorher und nachher
Neckarsulm Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Neckarsulm Stadtverwaltung, Bildmontage: dt

Das bisherige Stadtlogo war seit fast 25 Jahren im Einsatz. Die Welle als Hauptgestaltungselement bleibt erhalten, wird allerdings auf zwei übereinander angeordnete Wellenlinien reduziert. Die obere Welle ist etwas kürzer und etwas feiner gestaltet als die untere – auf diese Weise soll der Zusammenfluss des größeren Neckars und der kleineren Sulm symbolisch dargestellt werden. Als wiederkehrendes Gestaltungselement verkörpern die Wellen zudem „die Dynamik der Stadt, die reizvolle Landschaft der Region sowie große und kleine Veranstaltungen, die mal lautere und mal leisere Wellen schlagen“, so die Erläuterung.

Das Logo findet zudem Anwendung als hoheitlicher Absender (der städtischen Verwaltung), in diesem Fall ausgestattet mit dem traditionellen Stadtwappen.

Für das neue Corporate Design zeichnet die Agentur PROJEKT X Artwork(Heilbronn) verantwortlich. Die neue Website ist in Zusammenarbeit mit der Informationsdesignerin Daniela Vey entstanden. Die technische Umsetzung und das Hosting liegen in den Händen von Komm.ONE, der Nachfolgeorganisation der früheren kommunalen Rechenzentren.

Kommentar

Eine gute Weiterentwicklung, wie ich meine. Das Logo ist insgesamt kompakter, lässt sich nun sowohl einfarbig blau wie auch als Negativform abbilden. Und auch die neue Typo ist mehr im hier und jetzt. Die Thesis/The Sans (1994 von Lucas de Groot entworfen), wie sie in der Wortmarke des bisherigen Logos zum Einsatz kommt, ist eine auf Lesbarkeit von (längeren) Texten ausgerichtete/gebaute Schrift. Sie wurde zwar speziell für den Einsatz innerhalb von Corporate-Identity-Projekten entwickelt, allerdings ist sie aufgrund ihres Charakters für die Darstellung innerhalb von Logo-Wortmarken nach meiner Einschätzung sicherlich nicht die erste Wahl.

Logo-Wortmarken dürfen, insbesondere sofern sie einzeln und ohne Bildmarke auftreten, gerne prägnant sein und über die sprichwörtlichen Ecken und Kanten verfügen, um auf diese Weise heraus zu stechen (aus der Masse an Mitbewerbern). Herausstechen tut die nunmehr in Versalien gesetzte Wortmarke von Neckarsulm zwar nur bedingt, aber sie verkörpert stärker die Ausstrahlung einer Stadtmarke. Auf die beschreibende Bezeichnung „Stadt“ wurde verzichtet. An einigen Stellen wurde die Form der Lettern modifiziert.Auch daran ist abzulesen, dass man sich mit dem neuen Logo mehr Mühe gemacht hat als mit dem alten. Das visuelle Erscheinungsbild spiegelt ein verändertes Selbstverständnis wider.

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Dieser Beitrag hat 13 Kommentare

  1. Ja, eine gute Weiterentwicklung. Die mich aber dennoch stirnrunzeln lässt.

    Die Wellen – Ortsfremde könnten auch Hügel erkennen – wirken auf mich irgendwie noch unfertig, unausgewogen. Auch dass die rechte untere Welle etwas höher ist, aber nur minimal, irritiert mein Auge. (Welle ist für mich auch deutlicher mit Meer assoziiert und eher nicht mit Fluss, aber das ist vielleicht nur meine Wahrnehmung)

    Im Städtenamen ist der Abstand zwischen R und S höher als bei den anderen Buchstaben. Ist okay, weil ja dort etwas betont werden soll. Aber ein bisschen mehr Laufweite hätte dem ganzen Namen gut getan.

    Und: „Stadt voller Leben“ sehe ich bei diesem Logo überhaupt nicht. Ohne den Claim wäre es stimmiger.

  2. Sicherlich eine zeitgemäße Überarbeitung, aber warum musste das Wort durch unterschiedliche Strichbreiten zzgl. Abstand derart deutlich getrennt werden? Ich lese NECKAR SULM. Klar bezieht man sich auf den Fluss, aber (ohne die Historie studiert zu haben) sollte es doch als „Neckar’s Ulm“ verstanden und auch ausgesprochen werden, oder nicht?

    1. Die korrekte Aussprache ist tatsächlich Neckar-Sulm, angelegt an die beiden Flüsse.
      Ausgesprochen wird es aber von den meisten Neckars-Ulm, was wie oben beschrieben jedoch falsch ist.

      1. Vielen Dank für die Aufklärung! Dann hätte ich wohl im Vorfeld doch etwas nachforschen sollen, die Aussprache und der Fluss „Sulm“ waren mir tatsächlich nicht bekannt.

        In diesem Sinne hat die neue Marke auch etwas Lehrreiches, wenn man denn als Betrachter darauf eingeht und tatsächlich die visuelle Lücke auch an dieser Stelle akzeptiert und sprachlich umsetzt.

        1. ….dem kann ich mich nur anschließen, ich hätte gewettet, dass es Neckar´s Ulm hieße…
          von daher ist die Gestaltung sehr sehr gelungen, wenn die Diskussion dahingehend für Aufklärug sorgt…

    2. Bin auch erst drüber gestolpert. Auch wenn das ursprünglich auf zwei Flüssen beruht, die Stadt heißt nunmal Neckarsulm und sollte auch so geschrieben werden und nicht ne Hervorhebung bekommen, die den Namen aufbricht. Es geht halt im Logo primär um die Stadt, nicht um die zwei Flüsse, aus denen der Name hervorgeht.

    3. Hallo Paddy, nein, die Stadt heißt so, weil dort die Sulm in den Neckar fließt. Die Genitivkonstruktion als Ulm des Neckars ist also definitiv falsch.

  3. Und wieder konnten die Grafikdesigner nicht widerstehen, laienhaft an Schriftformen herumzudoktern. Was um Himmels willen ist mit dem S passiert? Ist ihm jemand auf den Fuß getreten und hat ihn gebrochen? Das sieht komplett falsch und unnatürlich aus. Klar gibt es auch Schriften wo die Bögen flach auslaufen, dann aber natürlich überall. Es muss einen einheitlichen Duktus haben. Hier sieht man ja aber oben noch die ursprüngliche Rundung. Für eine Variante hätte man sich entscheiden müssen.

    1. Dem schließe ich mich an. Ich finde das „S“ sieht sehr unnatürlich aus und sticht negativ hervor. Eventuell wollte man eine „Verbindung“ zwischen den beiden Teilen des Stadtnamens, in Anlehnung des Zusammenfluss der Flüsse, kreieren, anderes kann ich mir nicht vorstellen.

  4. Aus meiner Sicht ist sie Bild-Wortmarke durchaus gelungen. Die Strichstärke der Typo NECKAR und SULM greift die Dicken der beiden Flüsse oberhalb wieder auf und natürlich ist das S abgeflacht, um den Zusammenfluss mit dem R zu ermöglichen. Das R-Bein verjüngt sich dazu am Ende auf die Dicke des S. Konsequenterweise tut das auch das K-Bein. Ich finde, man hätte sogar über eine Ligatur vom R zum S nachdenken können…
    Der Claim wirkt in Verbindung mit dem Logo tatsächlich so, als hätte man ihn aus einem anderen Gestaltungskonzept ‚rübergerettet‘.

  5. Puh.
    Um ehrlich zu sein, ich mag´s nicht. Die unterschiedlichen Wellen – oder auch Stirnrunzel. Die unterschiedlichen Schriften- und Stärken und obendrein der generischen Claim. Ich gebe zu, die obenstehenden Infos und Hinweise bzgl Sulm und Neckar waren mir auch nicht geläufig, aber für den geneigten Betrachter ist dieser Wissenstransfer aber auch nicht vermittelbar.
    Natürlich kenne ich nicht die Vorgaben und das Korsett, was zu diesem Ergebnis führt, aber wie mein Vorredner schreibt – rübergerettetes Konzept ist wohl hier sehr angebracht.
    Ich hätte mir eine spannendere Lösung gewünscht…

  6. Zwei Dinge gefallen mir besonders:

    Dass das Logo eine Bedeutung hat (zwei Flüsse), die mit der Stadt zu tun hat.
    Dass die Typographie mir endlich beibringt, wie man die Stadt ausspricht!

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