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Neuer Markenauftritt für Wernesgrüner

Wernesgrüner Logo, Quelle: Carlsberg
Wernesgrüner Logo, Quelle: Carlsberg

Wernesgrüner, eine im sächsischen Vogtland ansässige Biermarke, präsentiert sich seit Kurzem mit neuem Markenauftritt. Verpackungen, Etiketten und auch das Markenlogo wurden umfassend modifiziert.

Nachdem im letzten Sommer unter dem Claim „Uns verbindet mehr“ eine neue Kampagne für Wernesgrüner lanciert wurde – statt professionelle Fotomodells wurden „echte Menschen aus der Region“ aus dem Umfeld der Brauerei in Szene gesetzt, folgt mit dem Redesign des Packaging-Designs nun ein nächster Schritt, um die Marke neu zu positionieren.

Die Geschichte der im Vogtland ansässigen Wernesgrüner Brauerei reicht bis in das Jahr 1436 zurück. Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung hatte sich die Bitburger Braugruppe Anfang 2021 von der Brauerei Wernesgrüner getrennt und diese an Carlsberg Deutschland verkauft. Für Carlsberg ist die Akquisition einer der traditionsreichsten deutschen Biermarken Teil einer Wachstumsstrategie. Wernesgrüner solle, wie aus dem anlässlich der im Sommer lancierten Kampagne veröffentlichten Pressetext hervorgeht, „die tiefe Verbundenheit der Marke mit ihrer Heimat und deren M…

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 26 Kommentare

  1. Zumal ich nicht verstehe, warum man beim Pils und Alkoholfreien den Mittelpunkt des W‘s oben mit einem weißen Abschluss einfärbt, die anderen Varianten aber nicht. Und wenn man pro Sorte mit unterschiedlicher Färbung geht, warum kommen bei zwei davon so unnötige Elemente wie eine Zitrone (dann MUSS es ein Radler sein) oder Gerste (was zünftiges, na klar!) dazu? Klingt alles etwas unausgegoren.

    1. Die unterschiedlichen Darstellungen kann ich auch nicht nachvollziehen. Das Objekt im „Mittelpunkt“ ist aber ein auf das W aufgesetztes Bierglas und oben die (teils hell dargestellte) Schaumkrone. ;-) Da – wie Achim ähnlich kommentierte – der Schriftzug rücksichtslos über das Logo gepappt wurde, ist die Trennung zwischen W und dem Glas beinahe nicht mehr zu erkennen, besonders wegen dem geringen Kontrast zwischen den Grüntönen.

      1. Ich habe gesehen das irgendwas komisch am W ist. Ohne deinen Kommentar hätte ich es aber nie erkannt.
        Hätte man dann auch ganz weglassen können. Finde auch diese Einkerbungen komisch, Irgendwie assoziiere ich damit nen pralles Kissen oder ne Wurst?! Das bekommt dadurch eine eigenartige Plastizität.

    2. Die andersfarbige Schaumkrone wurde dort gesetzt, wo kein anderes zusätzliches Element (Zitrone, Ähre) für den farbiger Akzent sorgt. Ich finde das aber auch nicht stringent. Komisch auch, dass beim “Landbier 1436” die Reihenfolge auf dem Etikett umgedreht wurde, nur weil bei den anderen Etiketten oben “Seit 1436” steht.

  2. Wichtig in diesem Zusammenhang:

    Wernesgrüner würde vor kurzem von Carlsberg übernommen und hatte eine neue Ausrichtung dringend nötig…

  3. Ein W auf grünem Grund ist bei mir stark mit Werder Bremen assoziiert. Ich kann mir vorstellen, dass das dem einen oder der anderen, Achtung, sauer aufstoßen wird. :)

  4. Grundsätzlich gefällt mir der neue Look. Hier von »Brutalism Design« zu sprechen, scheint mir auch zu weit hergeholt. Den Kontrast zwischen Schriftzug und Hintergrundfläche empfinde ich als ausreichend. In dem Kampagnen-Bildbeispiel, wo der Grünton etwas dunkler und entstättigter ausschaut, funktioniert es noch einmal einen Hauch besser.
    Unabhängig davon fällt mir aber auch die fehlende Stringenz in den Etiketten negativ auf: Die bereits erwähnte uneinheitliche Farbgebung des oberen Zapfhahn-Elements(?) und auch der Umgang mit dem Hinweis »Seit 1436«, der beim Landbier ohne erkennbaren Grund auf »1436« verkürzt wurde.
    Typografisch wäre sicherlich noch mehr drin gewesen: in den Anzeigen und im Markenfilm funktioniert die Futura noch ganz gut; auf den Etiketten wirkt sie jedoch eher plump – um nicht zu sagen billig.

    1. Edit: Wie oben schon erwähnt wurde, ist es wohl ein aufgesetztes Bierglas im W, kein Zapfhahn (wobei die Assoziation ja auch passen würde).
      Ich habe mir jetzt nochmal den Markenfilm angeschaut und wundere mich doch ein wenig, dass dort die Grüntöne deutlich dunkler und entsättigter sind als in den Packshots und Kampagnenanzeigen. Dadurch kommen das W und die illustrativen Elemente viel deutlicher zum Vorschein. Ist das beabsichtigt? Der Unterschied ist schon deutlich, sodass man nicht von einer produktionsbedingten minimalen Farbabweichung sprechen kann. Für mich geht das nicht so recht zusammen.

      1. Hallo StefanB, da ich hier nicht recherchiert habe, aber eindeutig ein solches Glas erkannt habe, hoffe ich, dass meine Aussage hier nicht falsch war. ;-)
        Die Farbabweichung zwischen dem offiziell dargestellten (Bildschirm-)Logo und dem realen, deutlich höheren Kontrast scheint mir eindeutig nicht auf den Druck zurückzuführen zu sein. Da ich seit vielen Jahren Drucksachen erstelle, weiß ich natürlich von solchen Abweichungen, aber definitiv nicht in diesem Maße. Es muss also definitiv mindestens 2 Versionen des Logos geben, für verschiedene Anwendungen. Dies ist in meinen Augen dann aber auch nicht ordentlich zuende gedacht. Ein Logo sollte (bis auf die üblichen Sondervarianten, wie s/w) schon so universell konstruiert werden, dass es nicht nur in einem Medium funktioniert.

  5. … was der neue Claim “uns verbindet mehr” eigentlich bedeutet und was das neue Design auf den Flaschen damit zu tun haben soll – bleibt verborgen. Laut Website möchte man mit dem Claim auch eine Haltung verbinden, das man sich an Verhaltensregeln hält. Das ist sicher löblich, aber hoffentlich kein Alleinstellungsmerkmal der Bierbrauereien! Die Wertigkeit des ursprünglichen Designs ging verloren – die Botschaft des neuen Designs unklar. Insgesamt ist die Farbgebung gewöhnungsbedürftig – was jedoch in erster Linie am rot liegt das sehr laut “schreit”. Insgesamt diffus und nicht auf dem Punkt.

  6. Ich finde das neue Design einfach schrecklich. Es sieht aus wie Carlsberg Bier. Hat mit Wernesgrün nicht mehr viel zutun. Kaufe seit über 20 Jahren das Wernesgrüner und nehme nun wegen des neuen Logos Abschied.

    1. Wo sieht das denn wie Carlsberg aus? Also Carlsberg schafft es bei seinen eigenen Flaschen durch Reduktion und modernes Flaschen- und Labeldesign wirklich modern zu wirken. Deren Design funktioniert sowohl im Restaurant, Club, Kneipe als auch im Supermarkt. Auf gleichem Niveau fällt mir spontan nur Heineken ein.

      Und wenn du das Bier wirklich seit 20 Jahren trinkst, dann vermutlich, weil es dir schmeckt. Da sollte eine Designänderung dann doch nicht zur Abkehr führen.

  7. Unter der Prämisse, dass man ein junges Publikum anspr … äh Moment mal.

    Im Redesign ist die Intention der Marke schon deutlich erkennbar. Scheinbar möchte man lieber dem hippen, jungen Neukunden gefallen, als dem Traditionalisten. Lieber das Bier an der Strandbar oder im Club ausschenken, als in der Kellerkneipe. Die Frage ist halt: Braucht es diesen Wandel bei einem Traditionsbier? Zumal ich die Notwendigkeit des Redesigns gar nicht sehe, wenn man sich das komplette (alte) Erscheinungsbild anschaut. Im Portfolio auf der Carlsberg Website sieht man noch die anderen alten Flaschen. Das “Traditionsgold” befindet sich lediglich auf der Pils Legende und dem Alkoholfreien. Die zeitgemäßigen Longneck-Flaschen hatte man ja auch da bereits. Altbacken wirkt eigentlich keine der Flaschen.

    Ich finde zudem, dass die ursprüngliche Banderole dynamischer wirkt als dieses Oval. Eine solche Labelform wirkt nämlich tatsächlich altbacken und irgendwie auch billig und uninspiriert. Auch wenn die Gestaltung auf der neuen Fläche “modernisiert” worden sein mag, so reißt es die Form des Labels für mich wieder ein. Zumal ich die Gestaltung mit den schwachen Kontrasten auch nicht gut empfinde. Gerade beim Siegel wäre ein weißes W dem dunkelroten vorzuziehen.

    Kompromissvorschlag: Macht doch ne “junge” Version von der “Pils Legende” und nennt es “Wernesgrüner Legendary”. Gleicher Inhalt anderes Label, andere Zielgruppe. Gern auch die Radler im neuen Design und die restlichen 3 Sorten dann im traditionsverbundenen Design. Und diese (hippen) Flaschen gibt’s dann im Club und der Szenebar. Bei anderen Getränken gibt es ja auch spezielle Versionen für den Gastro-Bereich. Warum sollte das bei Bier nicht auch klappen?

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