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Neuer Markenauftritt für Verbraucherzentrale

Verbraucherzentrale Logo (Bildmarke), Quelle: Verbraucherzentrale
Verbraucherzentrale Logo (Bildmarke), Quelle: Verbraucherzentrale

Der Verbraucherzentrale Bundesverband präsentiert sich seit wenigen Tagen mit neuem Markenauftritt. Mit seinem neuen Look unterstreiche der Verband seine Positionierung, Verbrauchern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und sich für deren Interessen einzusetzen, wie der Verband anlässlich der Vorstellung erklärt.

Die Verbraucherzentrale (VZBV) ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die Verbraucher bei Fragen rund um Konsum und Verbraucherrecht unterstützt und deren Interessen vertritt. Im Jahr 2000 gegründet ging der VZBV aus dem Zusammenschluss der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV), des Verbraucherschutzvereins (VSV) und der Stiftung Verbraucherinstitut hervor. In jedem der 16 Bundesländer ist eine eigene Verbraucherzentrale tätig – diese sind im Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) als Dachorganisation zusammengeschlossen.

Finanziert wird die Verbraucherzentrale überwiegend durch öffentliche Mittel, insbesondere durch institutionelle Förderungen und projektbezogene Mittel verschiedener Bundesministerien. Der Verband legt Wert auf Transparenz hinsichtlich seiner Finanzierung und verfolgt laut eigener Darstellung das Ziel, unabhängig und gemeinwohlorientiert zu arbeiten.

Das neue Corporate Design, das von allen dem Verband angeschlossenen Verbraucherzentralen seit kurzem verwendet wird, sei mehr als nur ein ästhetisches Update. Es spiegele die Haltung der Verbraucherzentrale wider, „nahbar, aktiv und immer im Interesse der Verbraucher:innen aufzutreten“.

Auszug der Pressemeldung

„Seit vielen Jahrzehnten ist die Verbraucherzentrale für die Menschen in Deutschland da. Sie berät und unterstützt in allen Fragen des privaten Konsums, vertritt die Interessen der Verbraucher:innen gegenüber der Politik und setzt Verbraucherrechte auch vor Gericht durch. Der Verbraucheralltag hat sich stark verändert in dieser langen Zeit, Konsumentscheidungen werden immer komplexer. Die neue Marke unterstreicht, dass die Verbraucherzentrale diese Entwicklungen im Blick hat und sich auch in Zukunft engagiert und leidenschaftlich für Verbraucherrechte stark macht“, sagt Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands.

Verbraucherzentrale Corporate Design Anwendungsbeispiele, Quelle: Verbraucherzentrale
Verbraucherzentrale Corporate Design Anwendungsbeispiele, Quelle: Verbraucherzentrale

Seit dem 17. Juli 2025 setzen die Verbraucherzentralen den neuen Look schrittweise um, beginnend mit den Websites. Nach und nach soll die Umstellung auch der Printmaterialien folgen. Für das kommenden Jahr ist zudem ein Relaunch der digitalen Präsenzen vorgesehen.

Verbraucherzentrale Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Verbraucherzentrale, Bildmontage: dt
Verbraucherzentrale Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Verbraucherzentrale, Bildmontage: dt

Das Logo wurde grundlegend neu gestaltet. Erstmals bekommt die Verbraucherzentrale eine separate, der Wortmarke vorgestellte Bildmarke: ein „v“, zentriert eingebunden in eine rote Kreisfläche. Rechtsseitig platziert die Wortmarke „Verbraucherzentrale Bundesverband“ – gesetzt nunmehr in nur einer Schriftart. Statt in der Kombination aus DIN plus handschriftlichem Font ist die weiterhin zweizeilige Wortmarke nun in der Nunito Sans gesetzt, wobei sich „Verbraucherzentrale“ sowohl farblich in rot wie auch durch einen fetten Schriftschnitt vom darunter in schwarz platzierten „Bundesverband“ absetzt.

Rot bleibt als Primärfarbe erhalten, allerdings ist der Farbton nun deutlich satter. Grau wird im Sinne einer Sekundärfarbe weiterhin verwendet, nunmehr in helleren Tönen. Stärker als bisher soll über eine einheitliche Farbgebung innerhalb der im Verband zusammengeschlossenen Verbraucherzentralen die Wiedererkennung erleichtert werden. Eine bessere Lesbarkeit und kontrastreiche Farben sorgten zudem für ein zeitgemäßes zudem barrierefreies Design, wie der Verband erklärt.

Als Marken-Claim setzt die Verbraucherzentrale bundesweit ab sofort auf „Stark für mich“.

Entstanden ist der neue Markenauftritt in Zusammenarbeit mit der Agentur Heimrich & Hannot (Köln, Leipzig)

Kommentar

Es ist natürlich herausfordernd, auf Basis von Rot – neben Blau die am meisten verwendete Farbe für Logos –, einem Kreis, und der Schrift Nunito Sans – bei GoogleFonts derzeit auf Platz 13 der am meisten verwendeten Schriften – ein visuelles Erscheinungsbild mit Wiedererkennungswert zu erschaffen. Davon abgesehen wirkt der neue Markenauftritt sehr klar. Im Kontext der digitalen Medien hinterlässt das neue Corporate Design einen professionellen Eindruck.

Innerhalb der Bevölkerung genießen die Verbraucherzentralen ein vergleichsweise hohes Vertrauen. Da ist es entscheidend, dass die Erwartungshaltung als vertrauenswürdige Institution über das Erscheinungsbild bestätigt wird, eben durch Klarheit, Übersichtlichkeit, Zugänglichkeit. Und das leistet das neue Design, wie ich meine. Grau ist in diesem Zusammenhang aus farbpsychologischer Sicht eine enorm wichtige Farbe mit vertrauensstiftender Qualität, denn sie vermittelt Sachlichkeit, Ernsthaftigkeit, Richtigkeit, Solidität, weshalb auch die Stiftung Warentest oder Wikipedia auf Grau setzen.

Die Formverwandtschaft, die das kleine „v“ im Logo der Verbraucherzentrale mit einem Häkchen aufweist, ist offensichtlich. Einige Marken, darunter Parship, Verizon und Norton, setzen auf eine Häkchen-Symbolik im Logo (bzw. haben darauf gesetzt). Auch bei der Verbraucherzentrale wurde im Rahmen des Designprozesses darüber nachgedacht, die Häkchen-Symbolik im Markenlogo zu verwenden, wie ein Eintrag im Markenregister nahelegt (Registriernummer 302024120887, Screenshot). Letztendlich entschied man sich für das gleichschenklige „v“.

Die richtige Wahl? Wie bewerten dt-Leser den neuen Markenauftritt?

Mediengalerie

Weiterführende Links

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 23 Kommentare

  1. Das neue Design wirkt auf mich auf den ersten Blick rundum erstmal stimmig, allerdings leider auch beliebig und austauschbar. So wie es aussieht, könnte es auch ein Unternehmen aus dem Gesundheits-, Medizin-, sozialen Bereich oder auch die Bahn sein. Mir fehlt hier der Charakter, das Außergewöhnliche, etwas, das hängen bleibt.
    Richtig bewusst ist mir das erst mit dem Hinweis auf das Häkchen als mögliche Bildmarke geworden. Auch wenn diese vielleicht noch nicht ideal umgesetzt ist, versprüht sie für mich mehr Charakter als das gewählte V im Kreis.
    Ebenso die Abkehr von der DIN finde ich in diesem Zusammenhang schade, da diese wie fast keine andere Schriftart für Standards und Vorgaben steht. Auch in Zeiten, in denen beliebte Webfonts (wie die Nunito) immer häufiger zum Einsatz kommen, geht man mit dieser Schriftentscheidung einen weiteren Schritt in Richtung Beliebigkeit. Im direkten Vergleich und auch im Kontext der Verbraucherzentralen finde ich die DIN die deutlich passendere und charakterstärkere Schrift. Aber vermutlich ist die Abkehr mit Lizenzkosten verbunden. Dass die Script-Font nun verschwunden ist, finde ich allerdings begrüßenswert.
    Aus meiner Sicht wäre es besser gewesen, etwas von der alten Marke zu übernehmen (z. B. die DIN) oder eine Bildmarke mit etwas mehr Charakter zu entwickeln. Schade, da wäre mehr drin gewesen.

  2. Was mir sofort ins Auge gestochen ist: Das „v“ in der Kreisfläche ist nicht mittig, sondern leicht nach rechts versetzt. Ich frage mich, warum?

    Wenn das eine optische Zentrierung sein soll, wirkt sie meiner Meinung nach weder notwendig noch überzeugend. Gerade weil das „v“ symmetrisch wirkt, hätte man es einfach exakt zentrieren oder zumindest spiegeln können – das hätte mehr Ruhe und Präzision vermittelt.

    Interessant, dass dieser Punkt im Artikel (und offenbar auch im Gestaltungsprozess) nicht angesprochen wird. Für ein so simples Zeichen wie dieses finde ich solche kleinen Unsauberkeiten ziemlich auffällig.

    Oder übersehe ich etwas?

    1. Ja, das ist mir auch sofort negativ aufgefallen, dass das v nicht mittig ist. Ich denke, hier wurde wahrscheinlich einfach unsauber gearbeitet. Schon traurig, bei so einem einfachen Logo.

    2. Danke Theo.
      In der Tat sitzt das „v“ nicht horizontal mittig im Kreis. Ich werde einmal bei der Pressestelle nachfragen, inwieweit die Verschiebung aus der geometrischen Mitte intendiert ist. Ich sehe bei diesem Zeichen ebenfalls keine Notwendigkeit das „v“ nach rechts zu verschieben.

      1. Die Pressestelle teilt mir auf Anfrage mit:

        Im Rahmen der Logoentwicklung – bestehend aus Wort- und Bildmarke – wurde das „V“ innerhalb des Icons bewusst leicht nach rechts verschoben. Diese Anpassung dient der optischen Zentrierung in der Gesamtkombination mit der Wortmarke und sorgt für eine ausgewogene, harmonische Wahrnehmung. Auch in der alleinstehenden Verwendung der Bildmarke wurde diese Positionierung beibehalten. Hintergrund ist, dass das Bildelement insbesondere im digitalen Einsatz (z. B. in Social-Media-Profilen) häufig zusammen mit Text dargestellt wird. Die leichte Verschiebung unterstützt auch hier die visuelle ausgeglichene Gesamtwirkung.

        1. Danke Achim fürs Nachhaken bei der Pressestelle!

          Die Begründung ist nachvollziehbar – zumindest auf dem Papier. Für mich klingt es dennoch ein wenig so, als würde sich die Agentur hier gerade um Kopf und Kragen argumentieren.

          Denn wenn man dieser Logik folgt, müsste man ja jedes Logo mit ähnlichem Aufbau grundsätzlich leicht nach rechts versetzen – nur für den Fall, dass irgendwo mal Text daneben steht. Das kommt mir ein wenig weit hergeholt vor.

          Gerade bei so einem minimalistischen Zeichen fällt jede Unsauberkeit auf. Und in der alleinstehenden Variante wirkt das „V“ eben einfach nicht mittig – und das stört. Der Versuch, alles gleichzeitig auszugleichen, führt dazu, dass nichts ganz perfekt ist – weder mit noch ohne Wortmarke.

          Trotzdem spannend, dass das so offen kommuniziert wird – danke dafür!

          1. Klingt für mich auch wie eine sehr sonderbare Begründung. Wahrscheinlich hat die Verbraucherzentrale bei der Agentur nachgehakt und die mussten jetzt mit »Designersprech« deren Fehler kaschieren. Als ob diese paar Pixel irgendwas ausgleichen würden auf der horizontalen Achse.

    1. Danke Florian. Das fehlende „Jahr“ wurde nachträglich ergänzt.

      Da sich die von Dir beschienene Ähnlichkeit einzig auf die Verwendung eines abgerundeten, roten „v“ als Gestaltungselement erstreckt, von der roten Farbe einmal abgesehen, halte ich die Aussage, das Logo der Verbraucherzentrale ähnele dem des RVF, für zu weit gegriffen. Sowohl im Aufbau wie auch in Bezug auf den jeweiligen Ausdruck sind beide Zeichen sehr verschieden.
      Aber klar: je einfacher eine Formgebung, umso wahrscheinlicher ist, dass die Form bereits anderweitig Verwendung findet.

  3. Die Formverwandtschaft, die das kleine „v“ im Logo der Verbraucherzentrale mit einem Häkchen aufweist, ist offensichtlich.

    Wäre ich ehrlich gesagt nie drauf gekommen, denn ein Häkchen zeichnet sich klar dadurch aus, dass eine Strichseite länger ist als die andere.

    1. Zwischen einem Häkchen und einem V, egal ob groß oder klein, bestehen viele Gemeinsamkeiten.

      Beide Zeichen …
      – haben einen kaligraphischen Ursprung
      – beruhen auf der Form eines offenen Winkels
      – bestehen lediglich aus einem Anstrich und einem Abstrich
      – bestehen aus zwei Strichen, die im spitzen Winkel aufeinandertreffen
      – verfügen über eine ähnliche Symmetrie (vertikale Achse)

      Das Häkchen stammt zudem vermutlich aus dem antiken Rom. Dort wurde der Buchstabe V – abgeleitet vom lateinischen Wort „veritas“ (Wahrheit) – verwendet, um bei Wahlen, Listen oder Überprüfungen etwas als wahr, korrekt oder bestätigt zu kennzeichnen. Im Laufe der Zeit hat sich aus dem geschriebenen V das Häkchen entwickelt, mit einem, der Handschrift folgend, längeren Abstrich.

  4. Da das V nicht mittig positioniert ist: Offensichtlich steckt doch noch mehr von dem verworfenen “Hakenlogo” in der Finalversion als beabsichtigt…
    Trotzdem gut, dass sie das Hakenlogo verworfen haben. Durch den zerstückelten Kreis wirkt es unruhig. So, wie es nun genutzt wird, ist es die bessere Wahl!

    In den Anwendungsbeispielen wird das V in gedrehter Form auch als Pfeil verwendet, was ich für eine nette Spielerei und ein schönes zusätzliches Designelement halte.
    In meiner Wahrnehmung wird das Logo somit auch konsequenterweise zu einem Pfeil nach unten, was bei mir ankommt als “Wenn es von oben auf dich drauf drückt, …”.

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