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Neuer Markenauftritt für Reisebank

Reisebank Logo
Reisebank Logo, Quelle: Reisebank / GABC

Reisebank Logo

Die Reisebank bekommt einen neuen Markenaufrtitt. Für das zur DZ Bank gehörende Unternehmen ist das bevorstehende Rebranding die umfassendeste Anpassung des visuellen Erscheinungsbildes seit Gründung der Reisebank im Jahr 1996.

Die Reisebank AG ist eigenen Angaben zufolge Deutschlands Marktführer im Geschäft mit Reisezahlungsmitteln. Im Zuge einer schrittweisen Erweiterung des Geschäftsfeldes und Angebotes der Reisebank über reisenahe Services hinaus sei, so das Unternehmen, eine Aufwertung und Modernisierung der Außendarstellung offensichtlich geworden. Mit einem über die Jahre gewachsenen Erscheinungsbild der Reisebank sei man ästhetisch, funktional und inhaltlich an Grenzen gestoßen, sodass eine gezielte Schärfung von Markenpositionierung und Design der Reisebank anvisiert wurde. Ziel der Designevolution der Reisebank war es, „eine spürbare, mutige Verjüngung im Markenauftritt vorzunehmen, mit dem Anspruch als Marke zugänglicher, nahbarer und sympathischer aufzutreten“, so das Unternehmen.

Reisebank Logo – vorher und nachher,
Reisebank Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Reisebank/GABC, Bildmontage: dt

Mit dem nun bevorstehenden Rebranding erhält die Reisebank erstmals ein komplett neues Logo. Der Schriftzug wurde nicht nur neu gesetzt, der gesamte Aufbau, die Logoarchitektur, wurde im Rahmen des Redesigns verändert. Die nunmehr einfarbig blaue Wortmarke besteht ausschließlich aus Minuskeln.

Der abschließende Punkt der Wortmarke stehe für eine klare und einfache Kommunikation der Bank: das Zuendedenken der Services und Angebote. Zusätzlich markiere der Punkt den Ort Reisebank, an dem man als Reisender von A nach B alle Reiseservices künftig geboten bekomme, so die Macher. Die eigenwillige Form der „k“-Minuskel diene dazu, der Wortmarke Eigenständigkeit und Signifikanz zu verleihen, sowohl unter formal-ästhetischen Gesichtspunkten wie in Bezug auf die Eintragungs- und Schutzfähigkeit des Logos im markenrechtliche Sinne. Versuche, den vergleichsweise generischen Markennamen schützen zu lassen, seien in der Vergangenheit mit dem bisherigen Logo gescheitert.

Die erhöhte Flexibilität und Modularität des neuen Corporate Designs steigere die Handhabbarkeit im Einsatz über alle Touchpoints hinweg, so die für das Rebranding verantwortliche Agentur GABC (Frankfurt). Das Logo wurde gemeinsam mit Prof. Jürgen Huber (Supertype) ausgearbeitet. Es stehe für die neue Zugänglichkeit, Klarheit und Eigenständigkeit der Marke.

Reisebank Filiale
Reisebank Filiale, Quelle: GABC

Auch die Neugestaltung der rund 100 Filialen und Geschäftsstellen wurde nach der Festlegung der Corporate Design-Elemente völlig neu gedacht, so GABC. „Reisebank-Filialen zeichnen sich insbesondere durch ihre sehr zentralen aber unterschiedlichen Örtlichkeiten an Bahnhöfen, Flughäfen oder in Innenstadtlagen aus. Der Filialguide wurde mit einer großen Flexibilität entwickelt, sodass die Filialgestaltung skaliert und auf alle baulichen Gegebenheiten übersetzt werden kann. Wenige prägende Module erzeugen hierbei eine hohe Wiedererkennbarkeit und ermöglichen einen standardisierten, wirtschaftlichen Modulbaukasten. Helle Räume, klare Zonierungen, wertige und robuste Materialien und bewußt eingesetzte Holzpaneele erzeugen ein neues Filalerlebnis – nahbar, sympathisch und klar.“

Kommentar

Während die Verwendung der Farben evolutionär verändert und weiterentwickelt wird, beschreibt das Redesign des Logos eine deutliche Neupositionierung. Als nunmehr reine Wortmarke ist das Logo vom Aufbau her simpler, was Vorteile in der Anwendung mit sich bringt. Die ungewöhnliche Form insbesondere der Minuskel „k“ ist hingegen, singulär betrachtet, keinesfalls Ausdruck einer klaren, einfachen Kommunikation, im Gegenteil.

Das zunächst als „schräges“ Ypsilon wahrgenommene Schriftzeichen muss beim Erfassen erst decheffriert werden. Hierbei hilft der generische/eingängige Markenname, das Schriftzeichen logisch zu übersetzen, eben in ein „k“. Als Betrachter müssen wir also erst einmal eine kleine Hürde nehmen, um die Marke korrekt zu identifizieren. Gerade bei einer Marke, die stark über das Medium Signalisation/Lichtwerbung auf sich aufmerksam macht, ist eine schnelle und leichte Identifikation entscheidend. Wobei es allerdings zu berücksichtigen gilt, dass das Logo ja bei weitem nicht das einzige identitätsstiftende Gestaltungsmerkmal einer Marke ist. In diesem Fall ist die Gestaltung der Filliale, das Store Design,  gleichfalls ein entscheidendes hinweisgebendes Merkmal, das dabei hilft, die Marke zu erkennen. Dass Reisende im Bahnhof oder im Flughafengebäude auf der Suche nach einem Geldautomaten eben jenen nicht finden nur weil sich das Logo geändert hat, steht nicht zu befürchten.

Deshalb stellt die angesprochene kleine Hürde in Bezug auf die Rezeption der Schriftzeichen auch kein kritisches Problem dar. Was ich mich jedoch frage, ist, ob sich die Wortmarke nicht auch dahingehend modellieren hätte lassen, dass zwischen der gewählten Form und der Marke auch ein inhaltlicher Bezug entsteht. So wie beispielsweise im FedEx-Schriftzug ein Pfeil eingebettet ist, um einen Bezug zum Transportgewerbe herzustellen. Im kleinen „k“ mit eingeschobenem Punkt als Ersatz für dessen Schenkel fehlt mir persönlich der Bezug zur Marke. Davon abgesehen eine, wie ich finde, sinnvolle Weiterentwicklung und gelungene Schärfung der Markenidentität. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Postbank ebenfalls Gelb und Blau als Corporate Farben verwendet, hätte man vielleicht auch darüber nachdenken können, der Reisebank auch über die Farbgebung zu noch mehr Eigenständigkeit zu verhelfen.

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Dieser Beitrag hat 10 Kommentare

  1. Auch wenn der Gelbton ein anderer ist, würde ich sowohl die Werbung als auch die abgebildete Filiale zuerst als Postbank identifizieren, bevor mir auffällt, dass es die Reisebank ist.

  2. Das zunächst als „schräges“ Ypsilon wahrgenommene Schriftzeichen muss beim Erfassen dechiffriert werden.

    Und nicht nur das. Das Wortbild ist gestört ausgerechnet an der unauffälligsten Stelle im Wort: die „-bank“ ist das Anhängsel im Namen, an dessen Ende der befriedigende Abschluss zu erwarten wäre.

    In krassem Gegensatz die beinahe geniale visuelle Form. Wäre ich Analphabet, wäre ich begeistert.

    Andererseits. Schleift sich ein. In einem Jahr irritierts mich nicht mehr.

  3. Was ich im Kommentar finde fehlt, ist die moralische Bewertung. Die Reisebank ist mir noch nie als Bankfiliale aufgefallen, sondern als Betreiber unverschämt teurer Geldautomaten an Orten, wo man womöglich mal Bargeld braucht, aber keine Geldautomaten der eignen Bankgesellschaft vorhanden sind.

    Die Reisebank ist daher für mich eher ein ziemlich unsympathischer Laden, der durch diesen locker-sympathischen Schriftzug mit Kniff irgendwie freundlicher rüberkommt, als das Unternehmen als solches ist.

    Auch wenn es hier nicht um ökologische Ansätze geht, aber irgendwie fühlt es sich für mich trotzdem komisch an, das Redesign.

  4. Ein kaputt-designtes k steht nicht für »klare Kommunikation« und auch nicht für »Zuendedenken«, schließlich wird hier dem Wort reisebank das Ende ein bisschen weggenommen.
    Und aus einem Punkt rauszulesen, dass man bei der Bank zukünftig mehr als nur Bank-Leistungen bekommt, ist bestenfalls Marketing-Optimismus.

    Andererseits, so ähnlich wie Wolf-Dieter: Schleift sich ein. Gibt Schlimmeres. Und in vier Jahren dann das Re-Branding.

  5. Mich erinnert das kleine k ein wenig an ein halbes Flugzeug. wie es manchmal sehr vereinfachend als Symbol dargestellt wird. Aber vielleicht ist dieses auch eine Überinterpretation.

  6. Cool, ein Unternehmen, das für Reisen, die in Zukunft kaum noch stattfinden, Bargeld bereitstellen, das kaum noch gebraucht wird.

    Da ist das verkorkste Logo vermutlich das kleinste Problem.

  7. Ich finde den neuen Auftritt richtig gut geworden. Eine vollkommen sinnvolle Evolution. Der Vergleich zum alten Design zeigt, wie wichtig das war. Das neue Logo ist sauber und lesen kann ich es auch.

  8. Zum Thema inhaltlicher Bezug: bevor ich den Artikel gelesen habe, dachte ich das k wäre ein Mensch, der ein Geldstück einwirft (nur in ganz verschobenen Dimensionen) – angelehnt an die Idee des Logos von La Caixa (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/4/48/Caixabank_logo.svg/1200px-Caixabank_logo.svg.png) von Juan Miró. Auch die Sparkasse hat ein wunderbares Logo mit dem Geldstück, das in eine Spardose kommt. Aber diese Interpretation wurde dann weggeschwafelt – und käme auch ästhetisch in keiner Weise an die beiden genannten Arbeiten ran.
    Und nach dem lesen des Artikels sehe ich eher ein Phallus-Symbol – auch wenn es vielleicht nicht in die Top 10 der Phallic Logo Awards kommt.

  9. „Den K-Schenkel haben wir weggelassen, damit wir das Logo schützen lassen können, ohne die Änderung wollte man es uns nicht eintragen lassen, also mussten wir irgendwas, egal was, ändern.“ – Ist das nicht die traurigste Begründung aller Zeiten für ein Logodesign?

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