Überspringen zu Hauptinhalt

Neuer Markenauftritt für Leki

Leki Logo
Leki Logo, Quelle: Leki

Der Outdoor-Ausrüster Leki vollzieht derzeit ein Rebranding. Erstmals seit 33 Jahren wurde in diesem Zuge auch das Markenlogo modifiziert.

Leki, eine Marke der im schwäbischen Kirchheim/Teck ansässigen Leki Lenhart GmbH, ist vor allem als Hersteller von Ski- und Trekking-Stöcken bekannt. Die Ursprünge des heutigen Sportartikelproduzenten liegen im Jahr 1948, als Karl Lenhart in Dettingen unter Teck einen Holzverarbeitungsbetrieb gründete. 1970 wurde die Produktion auf die Fertigung kompletter Skistöcke aus Aluminium und Composite umgestellt. Über die Jahre wurde das Sortiment um Sporthandschuhe, Bekleidungs-Accessoires sowie Camping-Artikel erweitert. Der Name Leki steht für Lenhart in Kirchheim.

Seit wenigen Tagen präsentiert sich Outdoor-Ausrüster mit einem neuen Branding und mit veränderten Markenlogo. Wie Leki auf der jüngst relaunchten Website bekannt gab, sei die Weiterentwicklung der Marke eine logische Evolution und bringe mehr Fokussierung auf das Wesentliche.

Statement des Unternehmens zum Redesign

„Der neue Markenauftritt von LEKI fokussiert die Kernwerte der Marke Innovation und Emotionalisierung“, erklärt Michael Brechtelsbauer, International Sales & Marketing Director Leki. „Die größte Herausforderung bei der Neugestaltung des Markenauftritts war es nicht, einen neuen Look zu entwickeln. Sie bestand darin dutzende Entscheider in der LEKI Family mitzunehmen und für den neuen Weg zu begeistern“, wie Brechtelsbauer weiter berichtet. Jennifer Hiller, Head of Design bei Leki, zum Logoredesign: „Gemeinsam mit unserer Agentur haben wir ein Logo geschaffen, das durch seine klare und akribisch ausgestaltete Linienführung unseren Anspruch an Präzision und höchster Qualität widerspiegelt. Durch die Kombination von spitzen und abgerundeten Ecken entsteht Spannung, die dem Logo genau die Eigenständigkeit und Individualität verleiht, für die es steht“.

Leki Logo – vorher und nachher
Leki Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Leki, Bildmontage: dt

Das seit Mitte der 1980er-Jahre verwendete Markenlogo erfährt ein komplettes Makeover. Die Wortmarke wurde in einer anderen Schriftart gesetzt und um einen farblich zweigeteilten Unterstrich ergänzt, von Leki als „Race ID“ bezeichnet. Im Gegensatz zu bisher sind die Buchstaben nun nicht mehr schräg gestellt. Unterstrich und Buchstaben sind, bis auf das K, im unteren Bereich abgerundet. Beim K sind Stamm und Aufstrich zu einer zur rechten Seite aufsteigenden Diagonalen verbunden.

Das Rebranding entstand in Zusammenarbeit mit der Agentur Mattweis (München). Die neue Website wurde mit der Agentur von Affenfels (Stuttgart) umgesetzt.

Kommentar

Wortmarken, bei denen die Lettern schräg gestellt bzw. kursiv gesetzt sind, finden sich überall dort, wo es gilt, Bewegung und Dynamik zu kommunizieren. Dunlop, Bridgestone, Nike, Asics, Berghaus, K2, Polar, Sigma, Reusch, KTM, Scott … alles Markenschriftzüge, bei denen sich dieses Stilmittel findet. Es gibt freilich auch viele andere Möglichkeiten, um Dynamik in einem Logo/Schriftzug zum Ausdruck zu bringen. Im neuen Leki-Logo ist es die ungewöhnliche Form des K, dessen Stamm und Aufstrich eine durchgehende Diagonale bilden, die der Wortmarke eine gewisse Dynamik verleiht.

Ich sehe allerdings Spielraum für Verbesserungen. Das eigenwillige „K“ wirkt recht verloren innerhalb des Schriftzugs, auch da dies der einzige Buchstabe ist, der keine Abrundung aufweist. Auch der meines Erachtens viel zu groß geratene Zeichenzwischenraum zwischen „L“ und „E“ verhindert die Homogenität der Wortmarke. Der Unterstrich, dünn und unscheinbar, entfaltet zudem kaum Wirkung. Als Bildmarke, die auch losgelöst von der Wortmarke zur Anwendung kommt, ist die „Race ID“ ungeeignet.

Was hingegen nun in der Kommunikation deutlich stärker zum Ausdruck gebracht wird, ist, dass es sich bei Leki um eine deutsche Marke handelt. Spontan könnte man das Logo, etwa im Umfeld von Anzeigen, als Absender einer „Made in Germany“-Kampagne deuten.

Handwerklich wie konzeptionell erscheint mir das Redesign/Rebranding nicht konsequent genug. Als Designer wie auch als Outdoor-Fan, der seit vielen Jahren mit Stöcken von Leki unterwegs ist, würde ich meinen, dass im Rahmen des Rebrandings mehr möglich gewesen wäre.

Wenn auf einigen Fotos das Leki-Markenzeichen in gespiegelter Form abgebildet wird, lässt dies meiner Meinung nach Detailliebe vermissen. Auch die Tatsache, dass als Favicon nun das gesamte Logo verwendet wird, anstatt wie bisher lediglich der Anfangsbuchstabe, trägt nicht zur Verbesserung der Markenwahrnehmung bei. Denn auf 16 x 16 Pixelfläche bleibt von dem Logo nur noch ein indifferenter Klecks übrig. Anhand dessen wird deutlich, wie wichtig innerhalb eines Corporate Designs eine Bildmarke in ihrer Funktion als ein auf die Markenidentität verdichtetes und in ihrer Dimension komprimiertes bildhaftes Zeichen ist. Ein bildhaftes Zeichen kann natürlich auch ein Anfangsbuchstaben sein, siehe Frankfurter Allgemeine Zeitung, Telekom, Comdirect, etc.. Die Bedeutung dieser Funktion hat auch der Handschuhhersteller Reusch vor einiger Zeit erkannt, denn seit 2020 verwendet Reusch eine neu geschaffene Bildmarke, ein kleines „r“, als eigenständigen Absender und somit auch als Profilbild. Ähnliches hätte ich mir auch für das „L“ von Leki vorstellen können.

Mediengalerie

Weiterführende Links

Teilen

Dieser Beitrag hat 20 Kommentare

  1. Schwach. Sehr schwach. Wo soll ich anfangen? Das „markanteste“ Element ist hier noch der Buchstabe „K“, nur weist er keine abgerundete Ecke auf wie die restlichen drei Lettern. Zwischen dem „L“ und dem „E“ klafft ein gigantischer Leerraum, der den Schriftzug optisch in zwei Teile trennt. Und dann diese unsäglich sinnentleerte Unterstreichungslinie. Wieso ist sie so dünn? Wieso hat die zwei Farben? Und wieso ist die an zwei Ecken abgerundet? Planlosigkeit auf ganzer Linie.

  2. Es hat mehr etwas von einem mittelständischen Maschinenbauer aus dem Hunsrück als von einem Sportartikelhersteller, der für Freizeit, Sport und Spaß steht.

    1. Komisch, mir gefällts auf Anhieb. Wahrscheinlich weil es ein bisschen anders aussieht, weil das k keine Rundungen hat und weil die Linie einfach so ist wie sie ist. Einzig und allein der Abstand zwische L und E … nee, kann so bleiben.

  3. Zwiegespaltenes Ergebnis

    Das erste was auffällt, ist die „Lücke“ zwischen L und E. Hier bedarf es sicherlich noch einer Korrektur. Ja, das K ist eigenwillig und etwas forsch im Auftreten – aber es tut nichts böses.
    Spannend finde ich die Farbkombi Schwarz/Rot/Gold – zumindestens, wenn es auf neutral weißen Hintergrund – was mir als erstes aufgefallen ist.
    Ich bin gespannt, wie sich dieses Design innerhalb des Produktsortiments (Stöcke, Handschuhe etc) aussieht…

      1. Hallo Achim

        Das erste, wonach ich schaue ist die Homepage. Da ist lediglich – natürlich – das neue Logo zu sehen. Die zZt bebilderten Produkte haben noch das alte Logo drauf. Dein Link (Danke dafür) zeigt ja lediglich eine Fahne (immerhin ein Video) oder habe ich da wirklich was übersehen.

        Mir geht es ja auch nur darum, dass dieses Logo später auf unterschiedlichsten Oberflächen vervielfältigt wird… da wird´s ja auch spannend :-)

        1. Richtig, erst anhand von Anwendungsbeispielen lässt sich eine belastbarere Aussage über die Gestaltung oder auch über die Praktikabilität eines Logos treffen. Deshalb bin ich auch immer bemüht im Rahmen eines Beitrags entsprechendes Bildmaterial zu recherchieren und einzubinden. Da der dt-Beitrag Abbildungen von Stöcken, Caps und anderen Anwendungen enthält, frage ich mich lediglich, ob diese womöglich von Dir übersehen wurden?

      2. Yep – ich habe die Bilder der Anwendungsbeispiele wirklich übersehen. Dennoch – das neue Logo ist auf deren Homepage uneinheitlich verwendet worden. Aber das wird ja noch…

        Mea maxima culpa
        Uwe

  4. Frage an die Profis hier… dass L und E nicht gut zusammenpassen seh‘ sogar ich als Amateur, aber was machen Profis in einem solchen Fall? Einfach das L verkürzen? Irgendwas in den Zwischenraum reinbasteln?

    1. Wie schön, dass es im Design vielerlei Möglichkeiten gibt, unterschiedlich große Zeichenzwischenräume optisch auszugleichen. :-)

      Gerade bei in Versalien gesetzten Wortmarken mit Lettern wie dem L, V, T, Z oder C gilt es die in der jeweiligen Schriftart eingebundenen Zeichenzwischenräume nachträglich und händisch anzupassen, um die Darstellung der Lettern auf eine zusammengehörige Wortmarke hin zu optimieren. Und natürlich können dann nicht nur die Zeichenzwischenräume angepasst werden, sondern auch die Lettern selbst und deren Dickte. In einem langen Text erleichtern unterschiedlich große Schriftzeichen und Zwischenräume das Lesen. In einem Logo, einer Wortmarke gilt es jedoch diese Lettern zu einer auch visuell ansprechenden Einheit zu verbinden. So wird sichergestellt, dass keine unschönen „Löcher“ entstehen.

      Die nachfolgend aufgeführten exemplarischen Lösungsansätze sind zum Teil nicht als Ideal zu verstehen, allerdings ist der Gesamteindruck der jeweiligen Wortmarke, im Vergleich zu Leki, homogener.

      Logos, beginnend mit L

      Hier einige Lösungen:

      1. Zeichenzwischenräume generell vergrößern. Wenn die Zeichenzwischenräume insgesamt größer sind, gleichen sich unterschiedlich große Räume an und werden somit fürs Auge als weniger auffällig/störend erkannt (siehe Louis Vuitton, Leoni, Langnese).

      2. Dickte anpassen. Ein gängiges Mittel, das oft bei Wortmarken angewandt wird, in dem ein L enthalten ist, da dies bei diesem Letter noch vergleichsweise einfach möglich ist. In diesem Fall wird der Querstrich (Fuß) in der Breite gekürzt (Louis Vuitton, Leoni, Lego)

      3. Schreibweise ändern. Stark unterschiedlich große Zeichenzwischenräume, wie sie vor allem bei Versalien vorkommen, lassen sich auch umschiffen, indem man eine Schreibweise in Kleinbuchstaben wählt (logitech).

      4. Schreibweisen kombinieren. Anstatt Zeichen durchgehend in Versalien oder in Minuskeln zu setzen, oder aber anstatt eine klassische Gemischtschreibweise zu nutzen, lassen sich Wortmarken auch dahingehend modulieren, dass Minuskeln auf Versalhöhe angeglichen werden. Auch dadurch lassen sich ungünstige Zwischenräume vermeiden. Gleichzeitig wird aufgrund dieser Besonderheit ein anderer Fokus gesetzt (Levis).

      5. Scriptuale Schriftart wählen. In Scriptfonts nehmen wir unterschiedlich große Zeichenzwischenräume anders wahr, denn sie werden aufgrund des handschriftlichen Duktus nicht sofort als Loch/Lücke/Fehler angesehen, sondern eher als Ausdruck einer persönlichen Note. Da hierbei zudem oftmals der Anfangsbuchstabe L eine Betonung erfährt und somit fokussiert wird, fallen Zwischenräume optisch weniger auf (Linde, Leica, Lindt).

      6. Wortmarken zu Bildmarken ausbauen. Gewissermaßen die Königsdisziplin. Wortmarken, die nicht nur einen Namen als generischen Schriftzug abbilden (wie so viele Modemarken), sondern darüber hinaus in kreativer Weise wie ein Bild wirken, bleiben haften und brennen sich ein. Lettern lassen sich dahingehend gestalten, dass etwas ganz neues und eigenständiges entsteht. Bei solch einer umfassenden De- und Neukonstruktion von Schriftzeichen zu einer Wortmarke werden alle Aspekte der Logogestaltung gleichermaßen berücksichtigt, auch die Zwischenräume (lyft).

      1. DANKE Achim :) Als jemand, der zwar interessiert an Design und Gestaltung ist, aber das nicht studiert hat, ist es interessant mal eine Erklärung zu hören was man alles machen kann. Jetzt wo ich die Beispiele von dir sehe denk ich mir „Ist doch klar, so viele Möglichkeiten!“, aber selbst stand ich vor dem LEKI Logo und dachte mir „Hm, irgendwas passt da nicht.“

        Ich weiß dass dein Blog an Profis gerichtet ist, aber eine Serie „Design für Interessierte erklärt“ fänd ich superspannend!

        Ansonsten schließe ich mich erzdeebee an und nominiere den Kommentar für „ausgezeichnet Kommentiert“ :)

        1. Dank Dir Florian.
          Die Serie „Design für Interessierte erklärt“ läuft seit 2006. Denn so lange gibt es das dt schon :-)
          Mein Ziel war es schon immer, Kommunikationsdesignthemen so aufzubereiten, dass sich dadurch ein breites Publikum angesprochen fühlt, Profis, Designinteressierte und eben auch Laien. Auch deshalb enden die allermeisten Beiträge mit einem Kommentar, indem ich versuche Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und die Dinge einzuordnen. Fachsimpeln unter Kollegen ist schön und gut, Austausch mit Leuten, die keine Design-nahe Ausbildung erhalten haben, ist besser. Denn Kommunikationsdesign adressiert nun einmal mehrheitlich jene, die von Corporate Design, User-Centered-Design oder beispielsweise generativer Gestaltung keinen blassen Schimmer haben. Deshalb gefällt mir am allerbesten, wenn zwischen allen ein konstruktiver und fairer Diskurs entsteht.

  5. Das mit dem „Made in Germany“ kommt im Logo nicht rüber und hat da meiner Meinung nach auch nichts zu suchen. Das kann woanders transportiert werden. Ansonsten muss ich mich den vorherigen Kommentaren anschließen. Es ist ein Rückschritt. Stattdessen hätte man beim starken, dynamischen Grundeindruck des alten Logos bleiben sollen und lediglich die Typo und die Farben etwas spannender gestalten können. „Anders“ macht nur Sinn, wenn es besser ist.

  6. Ich habe das Vorschaubild gesehen und mich gefragt welche Firma das ist. Dabei habe ich Skistöcke und weiteres von LEKI im Keller. Mir ist nicht in den Sinn gekommen, dass das eine/diese Sportmarke ist.
    Das bisherige Logo ist keine Augenweide und bietet wenig Eigenständigkeit – doch es wäre eine sehr gute Basis gewesen, um daraus ein Redesign zu schaffen, dass die bisherige Dynamik aufgreift und Wiedererkennungswert schafft.
    Das neue Logo ist langsam, schwerfällig und gleichzeitig fragil. Keine Eigenschaften die die Produkte von LEKI haben sollten.
    Wenn die neue Farbwahl ein „Made in Germany“ gleich mittransportieren soll, finde ich das gut und auch passend, das hätte man auch mit dem bisherigen Logo als Schmuckelement machen können.
    Und nein das soll kein früher war alles besser sein, sondern das alte Logo war nicht so schlecht, dass man es komplett über den Haufen werfen muss.
    Die Werbeanzeigen gefallen mir gut. Die Cap auch, allerdings sehe ich da keine Verbindung zur LEKI-Marke.

  7. Da das Thema „Made in Germany“ jetzt mehrmals angesprochen wurde, kurz nur folgendes, auch um Missverständnisse zu vermeiden. Dass aufgrund der Farbwahl ein „Made in Germany“-Look entsteht, ist in erster Linie eine Zuschreibung meinerseits. Ob dieser Stil intendiert ist, dazu liegen mir keine Informationen vor.

  8. An der Stockschlaufe kann man auch sehr gut sehen, dass die Typo auch mal als „LEXI“ gelesen werden kann. Und am Cap wird deutlich, dass es für das Logo keine gute einfarbige Variante gibt, obwohl es auf Produkten sicher meist einfarbig eingesetzt wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

An den Anfang scrollen