Neuer Markenauftritt für Engelbert Strauss

Engelbert Strauss – Logo, Quelle: Engelbert Strauss

Engelbert Strauss, 1948 im hessischen Biebergemünd gegründet, stellt derzeit auf einen neuen Markenauftritt um. Der Hersteller von Arbeitsschuhen und Berufsbekleidung sieht sich mit dem neuen Erscheinungsbild sowohl von Marke wie Unternehmen für die Zukunft gut positioniert. Auch das Logo wurde neu gestaltet.

Mit modifiziertem Markenlogo und neuem Erscheinungsbild präsentiert sich Engelbert Strauss zu Beginn des Frühjahrs 2021. Das Markenzeichen, ein weißer Vogelstrauß umgeben von einem roten Rechteck, erfährt in diesem Zuge ein Redesign und wird in seiner Formgebung vereinfacht. Eine Überarbeitung der Bildmarke war anfangs nicht geplant, wie das Unternehmen gegenüber dem dt erklärt.

Engelbert Strauss – Packaging, Quelle: Engelbert Strauss

Engelbert Strauss – Packaging, Quelle: Engelbert Strauss

Ausgangspunkt für eine Update des Corporate Designs war der Wunsch, wie Gabriel Jäckel, Referent Unternehmenskommunikation / Strategische Kommunikation bei Engelbert Strauss erläutert, zunächst einmal die Typographie auf den Prüfstand zu stellen. Hierzu habe das Unternehmen international renommierte Typographen zu einem Pitch eingeladen. In dieser Projektphase habe man gleichwohl auch die Bildmarke analysiert und die subjektive Markenwahrnehmung bei internationalen Nicht-Kennern abgefragt. Später wurden Designstudien von der Vogelstrauß-Bildmarke realisiert. Die Überprüfung der Typo führte schlussendlich zu einer umfassenden Neugestaltung des gesamten visuellen Auftritts – einem „Evolutionsschritt“, wie es seitens des Unternehmens heißt.

 

Engelbert Strauss Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Engelbert Strauss, Bildmontage: dt

Engelbert Strauss Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Engelbert Strauss, Bildmontage: dt

Das Logo bestehend aus Bildmarke und Wortmarke wurde ganz neu gestaltet. Der Vogelstrauß bleibt als Bildmarke und damit als Erkennungszeichen erhalten, allerdings wurde dessen Formgebung stark simplifiziert. Umgeben wird der in weiß angelegte Vogel, wie bisher, von einem roten Rechteck. Bei der Wortmarke, die weiterhin unterhalb der Bildmarke platziert ist, wird fortan auf die Darstellung des Vornamens verzichtet. Gesetzt ist die Wortmarke „STRAUSS“ nunmehr in Großbuchstaben. Dank der Verwendung von Versalien komme die Marke und der neue Claim „STRAUSS. WORKS.“ (zuvor „enjoy work.“) im Sponsoring voll zur Geltung, wie es seitens des Unternehmens heißt. Das Logo sei gezielt auf eine bessere Reproduzierbarkeit hin überarbeitet worden, die insbesondere im Produktdesign vielfältige neue Möglichkeiten böte.

Der neue Markenauftritt wurde in Zusammenarbeit mit dem Designbüro Holger Diehl (Frankfurt) realisiert. Die Kampagne zur Einführung des neuen Design wurde mit Jörg Zuber (München) umgesetzt.

Kommentar

Es ist gar nicht mal so unüblich, dass Unternehmen im Zuge einer Überprüfung ihrer Hausschrift den Weg hin zu einem neuen visuellen Erscheinungsbild finden. Da Corporate Design kein abgeschlossener Vorgang sondern ein kontinuierlicher Prozess ist, sollten alle wesentlichen Bestandteile der visuellen Identität regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Genau dies ist bei Engelbert Strauss nun erfolgt.

Die bisherige Bildmarke tendiert aufgrund des Detailreichtums zur Illustration. Eine Vereinfachung drängte sich also auf. Um eine Tierdarstellung in ein starkes Markenzeichen zu überführen, bedarf es einer auf das Nötigste und Wesentliche reduzierten Formgebung, siehe Puma, Qantas, Lufthansa, WWF, NBC. Denn bei einem Logo geht es nicht um eine „naturalistische Korrektheit“, sondern um Prägnanz und Merkfähigkeit.

Der kompaktere Logoaufbau erleichtert die Handhabe und verbessert die Prägnanz. Das ist sicherlich ein Plus. In der bisherigen Form wäre es schwerlich möglich gewesen, wie beim aktuell von Engelbert Strauss durchgeführten „Farmers Cup“, die Logoform mit einem Traktor in den Boden zu pflügen. Allerdings verliert der Vogelstrauß im Zuge der Vereinfachung auf eine abstraktere Form an Eleganz.

Die neue Form wirkt nun sehr technisch. Ich sehe zwei Kolben, die senkrecht in ein ovales Pumpengehäuse ragen. Eine solche Assoziation mit Technikbezug kann in diesem Fall, da das Unternehmen vor allem Kunden in den Bereichen Handwerk, Industrie und Dienstleistung bedient, durchaus hilfreich sein. Spontan kommen mir Logos wie das von Würth und von Bosch oder auch das frühe Markenzeichen von Reebook in den Sinn, da diese ähnlich technisch angelegt sind. Sollte sich Engelbert Strauss später einmal, so wie derzeit viele andere Unternehmen, stärker in Richtung Lifestyle positionieren, dürfte das neue Zeichen aufgrund seines vergleichsweise streng wirkenden technischen Charakters allerdings eher ein Hemmschuh sein. „Marke ist Metamorphose“ – dessen ist man sich auch bei Engelbert Strauss bewusst. Gut so. Dementsprechend wird man sicherlich zu gegebener Zeit am visuellen Markenprofil nachjustieren.

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30 Kommentare zu “Neuer Markenauftritt für Engelbert Strauss

  1. Ich würde es eher als Evolutionssprung und nicht als Schritt bezeichnen, so oder so aber eine gelungene Umsetzung. Klar, der Strauß ist nun sehr reduziert und mutet wahnsinnig technisch an, in Hinblick auf den Fokus „Workwear“ finde ich das aber absolut schlüssig und vermutlich auch wesentlich einfacher in vielfältigen Formen reproduzierbar. Der Schriftzug STRAUSS ist okay, ich persönlich hätte wohl eine Schriftart mit „robusterem“ S gewählt, einfach um nochmals ein solides Element reinzubringen – damit meine ich ein S mit geraden Enden um die Horizontale zu betonen (das hätte dann noch einen Ansatz von früher mitgenommen). Dass das Logo nun weniger Lifestyle transportiert, finde ich gut und richtig. Der Fokus liegt auf Arbeitsbekleidung, das vermittelt ganz andere Werte als Lifestyle, diese sind den Fans der Marke meines Erachtens sehr wichtig und somit wäre ein „Aufweichen“ durch Lifestyle-Allüren fehl am Platz. Dass die Marke jetzt schon den Weg gefunden hat, dass Leute diese auch gerne in der Freizeit tragen, zeigt dass das Konzept aufgeht, auch ohne das Thema Lifestyle im Fokus zu haben. „Strauss works“ ist somit nicht nur passend formuliert und kommuniziert, sondern schlichtweg auch gelebt!
    Mich überrascht der Verzicht auf das Engelbert etwas, denn jede*r Fan und Nutzer*in der Marke den ich kenne, verwendet ausschließlich Engelbert Strauss und niemals Strauss als Bezeichnung – das fiel mir seit jeher auf, denn das Engelbertmacht es sperriger, aber irgendwie auch merkfähiger. Darauf hätte ich auch im Logo nicht verzichtet.

  2. Mir ist das neue Logo irgendwie zu rundlich. Mehr Pute als Strauss.

    Und ich habe überlegt, auf welcher Autobahnbaustelle ich es schon mal gesehen habe. Zugegeben, etwas weit hergeholt, aber es war nun mal mein erster Gedanke:
    https://max-boegl.de/images/template/logo.png

    Auch mir fehlt der Engelbert. Das gehört einfach dazu. Es ist ja nicht so, dass man im Sprachgebrauch bereits darauf verzichtet hätte. Da hätte mich das Weglassen von “Benz” bei Mercedes weniger überrascht.

  3. Da waren die Gestalter innen von dem Gockel wohl Wu-Tang Clan Fans

    Der Strauß ist formell gesehen dilettantisch. Der Negativraum teilt das Tier ganz unglücklich in drei Teile, die Stelzen sehen aus wie die Flossen einer Seerobbe, der Kopf wie die Fahne auf dem Golfplatz.

    • Hahaha, genau das dachte ich auch beim ersten Blick: Wu-Tang-Clan! Und dann sah ich noch ein verzerrtes H, und eine Parkuhr. Die Fahne seh ich jetzt auch. Der Strauss ist grauenhaft. Alles andere find ich sehr Ok, und unterschreibe ich. Aber der Strauss ist einfach nicht schön.

  4. Mir fehlt der Engelbert auch, verstehe aber, warum man auf ihn verzichtet hat: Wohin mit den vielen Buchstaben? Wenn schon Reduktion, dann konsequent, sowohl beim Logo als auch beim Namen. Die technische Anmutung hat mich zuerst auch gestört, aber vielleicht wird das nach einiger Zeit gar nicht mehr wahrgenommen. Der Strauß hat auch ein bisschen was vom Road Runner. Der alte Strauß jedenfalls ging gar nicht mehr, die Schrift ebenfalls. Das neue Logo ist sehr eigenständig und korreliert gut mit der Schrift. Absolut passend für Funktionskleidung.

    • Auf der Homepage wird der Schritt ja mit dem internationalen Auftritt und der vermutlichen Sperrigkeit des deutschen “Engelbert” begründet. Zitat: ” STRAUSS . Geht solo leicht von den Lippen. Versteht man auch in Übersee.”

  5. Ich werde das alte Logo vermissen. Es machte sich auf der Kleidung gut und sah in den verschiedenen Varianten (eingestickt, in Knöpfe gestanzt, auf Kunststoffteilen haptisch hervorgehoben – gerne auch mal in halbierter Form) immer schön aus. Auf mich wirkte es sehr wertig, ein solch detailiertes Logo auf diese Weise gekonnt in den Stoff miteinzubeziehen (auch wenn natürlich die gestickte Form bereits eine vereinfachte Abwandlung darstellt). In den jüngeren Katalogen besaß das rote Quadrat auch andere, gedecktere Farben, was mehr Variabilität hineinbrachte und weniger aufsetzte.

    Anfreunden kann ich mich damit, da es in der Tat verdeutlicht, dass es sich vorrangig um echte Arbeitskleidung handelt. Das “Aufweichen” als Lifestyle-Marke ist nämlich ebenfalls eine Befürchtung von mir, als jemand, der besonders die Eignung und Norm-Einhaltung der Produkte für ihre ursprünglichen Zwecke schätzt. In den Pop-Up-Stores dagegen war die Aufmachung bereits voll auf “Wochenend-Partnerlook für Vater und Sohn” ausgerichtet.

    Kleine Ergänzung noch: In den Katalogen kann man erkennen, dass das neue Logo zuerst bei der E-Sport-Kollektion angewendet wurde und zwar bevor das Logo den gesamten Markenauftritt übernahm. Ich hielt es erst für eine Variante speziell für diese Produktnische andersartiger ‘Arbeitskleidung’.

    Hin und wieder sehe ich Arbeitskleidung von “Krähe” – die Silhouette eines ebenfalls zur Seite schauenden, weißen Rabenvogels in einem roten Kreis. Wenn das mal kein Zufall ist…

  6. Generell hätte ich am bisherigen Logo nichts auszusetzen gehabt. Dass der Vogel nun sehr technisch/reduziert rüber kommt, musste nicht sein, finde es aber jetzt auch nicht schrecklich. Und ja, es passt vielleicht auch besser zur Zielgruppe. Hier kann man sich dran gewöhnen.

    Was mir aber im Onlineshop bereits aufgefallen ist: Der neue Strauß wird nun auf der Kleidung oft (oder sogar immer?) ohne die rote Grundfläche dargestellt. Das ist meiner Meinung nach der größte Nachteil am neuen Design. Bisher konnte man von Weitem rein durch das leuchtend rote Quadrat die Marke erkennen. Dies empfand ich niemals als störend, sondern immer als Qualitätssiegel. Bezweifle, dass der alleinstehende weiße Strauß den gleichen Effekt erzielen kann. Ob das nicht ungewollt die Qualität im optischen Sinne beeinträchtigt?

    Über den Namen und das entfallene “Engelbert” konnte ich mir noch keine abschließende Meinung bilden. Generell war der Name zwar immer etwas “sperrig” aber dennnoch problemlos einzuprägen. Bisher war mir nicht klar, dass es tatsächlich “nur” ein Vorname war. (Konnte mir bisher auch eine Partnerscheift zweier Begründer vorstellen.) Von daher ist der Wegfall sicherlich leichter umzusetzen.

  7. Kann mir einer erklären warum es in den Display-Anzeigen immer “Straus. Works” ist? Also mit dem Punkt. Das macht aus meiner Sicht keinen Sinn – es ist nicht der Abschluss noch ist es Teil des Logomarke STRAUSS (Schlusspunkt mit Absicht hinausgezögert um Missverständnisse zu vermeiden).

  8. Viele der Vorredner haben den entfallenen „Engelbert“ und die gewöhnungsbedürftige Stilisierung angesprochen. Von einer behutsamen Weiterentwicklung kann man hier kaum sprechen.

    Ich erlebe in meinem Umfeld, und das sind nicht die Großkunden eine starke Bindung zur Marke. Man muss da schon von Fans reden. In der bisherigen Zielgruppe steht die Marke sehr gut da, der bisherige Vogel wurde mit Stolz getragen. Für diese Zielgruppe kann das Redesign nicht gedacht sein.

    Alleine die Verwendung des Vornamens hat es erlaubt eine Persönliche Bindung aufzubauen. Man hat beim „Engelbert“ Strauss gekauft, nicht bei einer Firma. Man hat ein persönliches Geschäft gemacht, genau das was die bisherige Zielgruppe schätzt.

    Die neue Anmutung wirkt, als wolle man expandieren. Beim Aufbau des internationalen hilft der einfachere Name und das einfachere Signet sicherlich. Dazu findet sich im Text aber kein Hinweis.

  9. Ich kann zwar die Entwicklung hin zur vereinfachten Form (und Namen) nachvollziehen und gutheißen, das Signet selbst aber halte ich für ziemlich verunglückt! Nicht weil es so simpel ist, sondern weil es, als archetypische und stilisierte Abbildung des Vogels, nicht sehr gut funktioniert.
    Die Wutang-Assoziation liegt leider auf der Hand, das mag vlt. nur einen Teil einer Generation betreffen, aber das hätte man umschiffen sollen und können – ich bin sicher, dass das dem Zeichen nur geholfen hätte: gerade die Binnen-Aussparungen an Bein- und Halsansatz machen die für sich stehenden Formen von Fuss und Bein viel zu wichtig, sie lassen das Zeichen in willkürlich geformte Einzelteile zerfallen, statt einem Strauß sehe ich drei Teile, zwei davon sind ziemlich unbeholfen und nicht wirklich attraktiv geformt.

    Klar, man wird sich gewöhnen, aber große Kunst ist der Brio-Strauß mit den Seehundpatschern nicht geworden. Schade eigentlich.

  10. Auch wenn ich sowas nicht höre, ich hab auch erstmal an Wu Tang gedacht. :D
    Prinzipiell find ichs nicht schlecht, aber diese Dreiteilung und die merkwürdigen Beine sind für mich ich nicht so gelungen.

  11. Wer mal in den Flagship-Stores von ES war, weiß, dass man sich dort bereits sehr stark Richtung Lifestyle positioniert und präsentiert. Aus direkter Quelle weiß ich auch, dass ES das Ziel hat, dass es “cool” ist, die Sachen auch in der Freizeit zu tragen, was bereits durchaus passiert, zumindest hier im ländlichen Umfeld. Insofern ist das sehr technische Logo wohl eher kontraproduktiv. Die Lässigkeit und auch das gewisse Augenzwinkern des alten Logos fehlt nun komplett. Im Hinblick auf digitale Anwendungen nachvollziehbar, das ganze ist aber irgendwie uncharmant. Auch die Typografie mag mir nicht gefallen. Moderner vielleicht, aber der Wiedererkennungswert geht vollkommmen verloren. Insgesamt eher durchwachsen oder vielleicht sogar schade.

  12. Warum sollten die ihre Produkte nicht auch auf alltagstaugliche Kleidung erweitern? Ist doch nur richtig, für ein Unternehmen, das wachsen will. Die „Fans“ scheinen das ja auch zu wollen und zu mögen. Bei anderen funktioniert das auch. Beispiel Dickies und Carhartt.

    Beim Strauß ist für meinen Geschmack zu viel reduziert worden. Er wirkt auf mich jetzt plump und unförmig und ich sehe da auch eher drei einzelne weiße Formen, die man gar nicht richtig beschreiben oder benennen kann. Dass manche da das Wu-Tang-W, eine Golfplatzfahne, Seehundflossen oder Kolben und Pumpengehäuse sehen, zeigt dass man alles Mögliche darin sehen kann, wobei man doch eigentlich einen Strauß sehen soll. Dass der Vogel jetzt besser als vorher zu Arbeitskleidung passt, weil er technischer wirkt, kann ich für mich nicht bestätigen. Muss er technisch wirken, weil man die Kleidung in Berufen trägt, die Technikbezug haben? Das ist doch nicht unbedingt relevant, solange das Logo merkfähig ist und das war es vorher auch schon. Ich finde ein paar kleine Anpassungen am alten Strauß hätten es auch getan und Charakter und etwas Sympathisches wären vielleicht erhalten geblieben.

  13. So kann man tolle Kleidungsstücke auch verschandeln. Bei der Arbeit mag es egal sein, aber ich trage so etwas auch privat und dann geht es gar nicht :-(

  14. Solange Firmen unter “Emotional Branding” verstehen, dem Ding verlogen ein Herzchen auf zu pappen …
    https://www.designtagebuch.de/emotionen-pur-mit-marken-mitten-ins-herz/

    Die alte Vogel-Strauß-Vignette und der ‘Engelbert’ dazu, das war authentisch-emotional.
    Jetzt ist mit dem plump reduzierten Vogel und dem Fehlen des ‘Engelbert’ ein kühles, technisches Branding daraus geworden. Der markenstrategische Hintergrund warum scheint unklar.

    Als Designer mag ich es nicht soo sehr. Ich habe da noch einige Fragen.

    Als emotionaler Kunde – und das bin ich auch – überzeugt T-Shirt, Schuhe, Arbeitshose, auch stolz Mini-Arbeitshose für den ganz Kleinen, welcher als Waldkindergartenkind draußen robuste Klamotten braucht, bestellt habend, bin ich über die Änderung entsetzt.

  15. Ich bin nun seit Jahren treuer Käufer und stolzer Träger der Marke Engelbert Strauss.
    Quasi 70% in meinem Kleiderschrank sind Textilien der Marke und ich ahbe auch keinen Kauf bereut.
    Als jahrelanger Fan und stolzer träger der Marke möchte und muss ich leider sagen,
    dass ich über das Re-Branding doch sehr fassungslos bin.

    Deshalb hier meine vielleicht emotionale aber auch die Menschen in meinem Umfeld vertretende Kritik:

    Im allgemeinen steht Engelbert Strauss für detailreiche Arbeitskleidung mit dem besonderen Blick dafür, worauf es den Endkunden, also uns Handwerkern und Angestellten ankommt.
    Abwechslungsreich, leicht zu reinigen, stilvoll, strapazierfähig und höchst funktional mit Taschen, Lüftungen, Dehnungskanten usw.
    Selbst die Schraubenschlüsselchen und anderen kleinen Werkzeuge an den Taschenzippern waren und sind hier Sinnbild und Wiederspiegelung des Detailreichtumes der Marke für Arbeitskleidung, die eben NICHT nur grobe Klamotten produziert, sondern einen Blick für das Detail hat.

    Eben genau DAS war im alten Logo zu sehen und zu erkennen, weshalb ich dieses auch gerne getragen habe und weiterhin trage.

    Nun kann ich nur hoffen, dass die neuen Textilien nicht alle mit dem neuen Logo versehen sind,
    denn dieses will weder ich noch meine Familie tragen. Es wirkt billig, grob und schlächtig.
    Ich hoffe man kann die Textilien zukünftig auch ohne Logo bestellen.

    Was die Designer hier vereinfacht nennen ist in den meisten Augen verbilligt, passend zur Wühltheke im nächsten Discountermarkt. Sorry aber das war leider nichts.

    • Herzlichen Dank für den Kommentar! Ich finde gar nicht mal, dass die Kritik emotional geraten ist, sondern sachlich und konstruktiv. Als solche ist sie gold wert, sowohl als Beitrag ihm Rahmen der Diskussion, wie auch für das betreffende Unternehmen.

      Diese und andere Kommentare verstärken meinen Eindruck, dass innerhalb des Designprozesses die Rezeption des Logos aus Kundensicht wie auch aus externer Sicht womöglich zu kurz gekommen ist.

  16. Where is Engelbert? Soooo schade! Fand das alte Logo schöner und wertiger. Ich finde auch, dass es eher wie ein Puter als ein Strauss aussieht.

    • Schon. Entweder wie ein flatternder Puter. Oder Pfau mit sehr stämmigen, großen Paddel-Füßen.

      Oder wie ein durch das mittige Loch einer riesigen Beilagsscheibe/Unterlegscheibe https://de.wikipedia.org/wiki/Unterlegscheibe#/media/Datei:Unterlegscheiben_dolo280.jpg
      durchgestopftes Huhn-Hundespielzeug.

      Das innere Bild der Beilagsscheibe – ich handwerke, schraube zuweilen, deswegen hab ich ja u. a. Engelbert-Strauss-Sachen gekauft, sic – war das erste, das sich mir beim erstmaligen Betrachten aufdrängte- und ich kann nix mehr dagegen machen, zuhilf.

  17. Versalien mit einem T dabei … STRAUSS … die typografische Umsetzung machen die Betriebssysteme iOS macOS Android Windows schon automatisch besser. Und was soll der Fischschwanz unten an diesem Ding?

  18. Oh mein Gott: früher habe ich im Logo eine Nase mit Mund gesehen, aus dem ein Teil der Zunge kommt.

    Jetzt sehe ich auf den ersten Blick eine Balletttänzerin oder eine Pute die Ballett tanzt. Auf den zweiten Blick Wu-Tang Clan. Schreckliches Redesign.

  19. Ich finde man kann zwischen den Zeilen lesen, dass es anfangs beim Redesign vor allem um Optimierungen ging, wenig um Neudenken. Das muss man meiner Meinung auch nicht, gerade als eine Marke die sich schon seit Jahren auf dem Markt befindet.

    Was mich allerdings ein wenig stutzig macht ist das Vorgehen im Projekt. Einerseits wird gesagt “Hierzu habe das Unternehmen international renommierte Typographen zu einem Pitch eingeladen.” gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass durch einer weiteren Befragung plötzlich eine Unsicherheit ausgebrochen ist, weil sowohl die externe Beratung als auch die Befragung ergeben haben, dass man altbackend wirkt. Plötzlich drängt sich der interne Wunsch auf ein komplettes Redesign abzuarbeiten, damit man schnell wieder modern wirkt.

    Das Ergebnis lässt durchblicken, dass nie ganzheitlich über die Marke und die Identität nachgedacht wurde. Man war der Meinung in dem man nur ein wenig “hier und da” ausbessert und es wieder zusammenfügt, kann man die Marke wieder schnell “modern” erscheinen lassen. Am deutlichsten wird es beim digitalen Auftritt. Hier hat man die Chance verpasst seine Produktdarstellung und Präsentation der heutigen Zeit entsprechend (technologisch & designtechnisch) auf die notwendige Stufe zu heben. Die Resultate sprechen für sich: Langweilige neue Landingpages, schlechte Benutzerführung im Onlineshop, keine mutigen Print-Kommunikate und eine Corporate Language die sehr uneinheitlich erscheint. Das überarbeitete Logo mit seiner neuen Formsprache wirkt gerade bei den neuen physischen Produkte (Neuer Helm, Schuhe, …) wie ein Fremdkörper, weil beide Objekte oft eine andere Sprache sprechen.

    Natürlich ist es einfach als ausstehender Designer jetzt Fehler zu finden und rum zu stänkern (wer sucht der findet …), doch man könnte die ganzen handwerklichen Fehler verzeihen, wenn man die Chance genutzt hätte um die Marke mit mutigen Ideen und Lösungsansätzen weiterzudenken. So bleibt leider die Marke inhaltlich stehen und hat sich lediglich ein anderes Outfit angezogen.

  20. Grundsätzlich sind die Schritte ja alle nachvollziehbar und richtig gedacht. Die alte Typo wirkte schon dramatisch aus der Zeit gefallen. Das neue Signet finde ich leider nicht gelungen. Es sieht aus, als wären die Formen des Originalstrausses strikt abstrahiert worden. Dieser war ja aber selbst schon eine Abstraktion und daraus ergeben sich nun komplett abstruse Formen, wie der Hals-Noppel und die Robbenflosse, die sich eindeutig zur Originalform zurückverfolgen lassen. Auch das ehemals aufgeplusterte Federkleid macht so keinen Sinn mehr, es sieht aus wie aufgespannte Flügel im Mini-Format, oder eben Wu-Tang.

    Es wäre sinnvoll gewesen, nochmal einen Schritt zurück zu gehen und zu überlegen, wie sich ein schön abstrahierter Strauss darstellen lässt, ohne ganz eng an der Originalform zu kleben.

    Bemerkenswert finde ich den Mut des Unternehmens. Hier geht es ja nicht “um ein paar Visitkarten und Office-Beschilderung” sondern um tausende Artikel, auf denen das neue Logo in unterschiedlichster Form platziert wird.

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