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Neue visuelle Identität für Coalition Avenir Québec (CAQ)

CAQ Logo

Nicht nur hierzulande lässt sich das Entstehen neuer Parteien beobachten, zuweilen auch das Verschwinden selbiger in die Bedeutungslosigkeit. Auch in Kanadas Parteienlandschaft ist Bewegung gekommen. Vier Jahre nach ihrer Gründung legt sich die Coalition Avenir Québec (CAQ) ein neues Erscheinungsbild zu.

Während man beispielsweise der AfD, von Hans-Olaf Henkel dieser Tage als „NPD light“ bezeichnet, auch knapp zwei Jahre nach ihrer Gründung in Bezug auf ihr visuelles Erscheinungsbild einen bemerkenswert schlechten Geschmack attestieren kann, zeigt die CAQ, seit der letzten Wahl 2014 drittstärkste Kraft in der Nationalversammlung von Québec, dass sie einen ganz anderen Stil in Sachen Corporate Design verfolgt.

Vier Jahre nach der Entstehung befände sich die Partei nach wie vor im Wachstum. Man sei stolz, so ihr Gründer François Legault, über das neue Erscheinungsbild, das gezielt eine nationalistische Note vermittele. Die nach eigenen Angaben liberal-konservative Partei, die für eine größere Autonomie der Provinz Québec einsteht, ein Referendum über die Unabhängigkeit von Kanada jedoch ablehnt, verwendet fortan die Wortmarke CAQ sowie eine Darstellung der französischen Lilie (Fleur de Lys) als Erkennungszeichen. Das Liliensymbol, das auch Bestandteil der Flagge Québecs ist, wird dabei umschlossen von einer Sprechblase. Die Wortmarke „Coalition Avenir Québec“ ist gesetzt in der Schrift Brandon Grotesque.

Der Webauftritt unter coalitionavenirquebec.org wurde vor wenigen Tagen relauncht. Verantwortlich für die Kreation zeichnet die Agentur Stand MTL (Montréal).

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Dieser Beitrag hat 17 Kommentare

  1. Ich habe die CI-Verantwortlichen der AfD mal gefragt, ob ein neues Logo geplant ist. Die Frage wurde positiv beantwortet. Allerdings wartet man damit noch. Der Grund, warum man das noch nicht vollzogen hat, liegt ganz einfach daran, dass man sich erstmal etablieren möchte (Bundestagseinzug), bevor man sein Erkennungszeichen verändert. Ist doch nachvollziehbar. Ich finde es sehr schade, dass man selbst hier in diesem eigentlich unpolitischen Blog versucht, zu diskreditieren (Nennung von AfD in einem Atemzug mit NPD). Ganz schlechter Stil!

    1. Was daran nachvollziehbar sein soll, die Frage der eigenen visuellen Identität erst dann klären zu wollen, wenn man in den Bundestag eingezogen sei, erschließt sich mir nicht. Offen gesagt würde ich ein solches Argument, wenn es denn tatsächlich von Seiten der Partei formuliert worden ist, als vorgeschoben einstufen.

      Dass es in diesem Blog nicht unpolitisch zugeht, wird beispielsweise im Rahmen der Wahlplakatanalysen deutlich. Der Sache gebietet es, alle demokratischen Parteien in diesem Zusammenhang mit der mir größtmöglichen Neutralität zu behandeln. Insofern möchte ich Deine Einschätzung diesbezüglich korrigieren Frank. Design, Werbung und Gestaltung, die im Kontext Politik/Partei/Wahlkampf dazu dienen, Menschen zu beeinflussen, können niemals unpolitisch sein. Ein Umstand, den mitunter wir Gestalter selbst zu vergessen scheinen haben. Nur über die Gestaltung zu sprechen, ohne dabei auf die politische Dimension einzugehen, entspricht weder meinen Vorstellungen einer Diskussion über Design, noch würde es der Sache gerecht werden.

      Dass Du, lieber Frank, meine Kritik am Erscheinungsbild der AfD als einen Versuch wertest, die AfD zu diskreditieren, wie Du es formulierst, zeigt zunächst einmal eine gewisse Dünnhäutigkeit Deinerseits in Bezug auf diese Partei. In der Tat wäre es unpassend, würde ich als Autor in diesem Blog der AfD vorwerfen, Vorurteile gegen Ausländer hemmungslos auszubeuten, wie es beispielsweise der Parteienforscher Ulrich von Alemann in dem im Artikel verlinkten FAZ-Beitrag formuliert.

      Versprechen kann ich hingegen, sollte die AfD einmal ein neues Logo bekommen, dass es dann auch in diesem Zusammenhang, wenn also das Erscheinungsbild der Partei im Mittelpunkt steht, im dt nicht unpolitisch zugehen wird.

      1. Was daran nachvollziehbar sein soll, die Frage der eigenen visuellen Identität erst dann klären zu wollen, wenn man in den Bundestag eingezogen sei, erschließt sich mir nicht. Offen gesagt würde ich ein solches Argument, wenn es denn tatsächlich von Seiten der Partei formuliert worden ist, als vorgeschoben einstufen.

        Ich bin so ziemlich das Gegenteil eines Anhängers dieser Partei, aber ich finde es aus deren Sicht absolut logisch, dass eine Logoüberarbeitung (und da hängt dann ja noch viel mehr dran) derzeit nicht passiert. Was da derzeit von den Parteimitgliedern, Anhängern und Sympathisanten an selbstgestaltetem Material durchs Netz wabert sieht halt so selbstgebastelt aus wie das, was von der Parteispitze selber optisch produziert wird. Mehr „Volksnähe“ geht doch gar nicht! Ein „von oben“ angesagte, professionellere Gestaltungslinie würde da doch dann wieder einen Graben ziehen; am besten dann noch mit der Diskussion, was das neue Logo gekostet hat. Nee, danke – aus AfD-Sicht machen die das genau richtig, glaube ich. Wenn das wirklich nicht einfach Unvermögen ist, halte ich das sogar für kalkuliert. Ergo: Der jetzige Stand der „visuellen Identität“ passt für die perfekt.

      2. Die Kritik am Erscheinungsbild werte ich gar nicht als Diskreditierung, sondern diese Verbindung mit der NPD. Da spielt auch der Umstand keine Rolle, dass es sich um ein Zitat handelt.

      3. In diesem Fall ist es dann tatsächlich so, wie Moritz es schreibt, dass Sie publizistische Grundsätze in Abrede stellen oder zumindest dass diese Ihnen nicht geläufig sind, denn natürlich bedeutet ein Textverweis als Zitat nicht, dass man sich mit der Meinung des entsprechenden Verfassers gemein macht.

        In diesem Beitrag hier im dt stellt das Zitat einen tagesaktuellen Bezug zur AfD her, einer Partei, die, gleichsam wie die CAQ, erst vor wenigen Jahren gegründet wurde.

      4. Nazi bleibt Nazi. Egal wie der Parteiname lautet. Es geht um den Inhalt. Das hat nichts mit Diskreditierung zu tun. Das sind Tatsachen. Genau so wie die AfD keine Diskussionen zulässt lass ich diese Tatsache auch ohne Diskussion hier stehen. Nochmal: Nazi bleibt Nazi.

    2. Ich finde es ernsthaft zum Kotzen, wenn irgendwelche Leute dem Autoren einer Seite das Recht absprechen, eine Meinung oder eine Einschätzung zu äußern, mit der Begründung, es sein ja eine „unpolitische Seite“. Also a) haben sie ja wohl kaum zu entscheiden was das Design-Tagebuch für eine Seite ist, und b) ist das doch nur ein äußerst armseliger Versuch die Meinung des Autoren als ungültig abzuwerten. Eine Meinung die einem nicht passt einfach als schlechten Stil oder als unpassend, uninformiert oder was weiß ich zu bezeichnen, das ist bei AfD-Fans irgendwie sehr populär.

    3. Frank,

      wo im politischen Spektrum würden Sie die AFD denn einordnen? Denn abgesehen von der neutralen Position eines Zitierenden gegenüber dem Zitat und der Tatsache dass selbiges Zitat von einem dem „Links sein“ unverdächtigen Mitbegründer dieser Partei abgegeben wurde, erscheint mir diese Verortung doch recht treffend und ich Frage mich, ob es irgendeine andere Partei gibt, der ihre eigene und selbst gewählte Rolle im politischen Spektrum so peinlich ist, dass sie sie regelmässig verleugnen muss.

  2. Ich glaube, in Stilfrage sind AfD und ihre Anhänger nicht so wirklich die Experten … In diesen Tagen der zunehmenden Menschenverachtung und des Wiedererstarkens von Rassismus und Chauvinismus kann man nicht unpolitisch bleiben, da muss man Stellung beziehen …

    Aber nun zu CAQ: m.E. ein in sich stimmiger und moderner Auftritt für eine politische Partei.
    Die Sprechblase mit Lilie funktioniert wunderbar und hat natürlich einen sehr hohen Wiedererkennungswert … Einzig das gewählte Blau ist so gar nicht mein Fall, zu indifferent, zu klinisch … irgendwie nichtssagend.

  3. Schlechter Stil?*
    Sehe ich nicht so.

    Wo steht das, dass dies Schaffrinas Meinung sei. Er hat lediglich neutral zitiert, ohne das Zitat zu bewerten. Herr Henkel, der von ihm zitiert wurde, hat die AfD in einem Zusammenhang mit der NPD eine NPD-light genannt.

    Seit wann darf man nicht mehr zitieren?
    Das wirft ja einiges an demokratischen und publizistischen Übereinkünften und Grundsätzen über den Haufen.

    Rechtsverständnis im Argen? Anderes Beispiel: Es gibt ja heutzutage auch Leute, die es als Kampfbegriff „Zensur“ nennen, wenn ihre Kommentare nicht freigeschaltet werden. Zensur ist undemokratische staatliche Bevormundung und staatliche Beschneidung der Meinungs- und Redefreiheit. Während nicht freischalten oder löschen jedoch das selbstverständliche Hausrecht jedes Blogs ist.

    *(„Nennung von AfD in einem Atemzug mit NPD). Ganz schlechter Stil!“)

  4. „Das Liliensymbol (…) wird dabei umschlossen von einer Sprechblase.“ Oder auch als „Q“ lesbar. Ist ja der „Ersatz“ für das Q in „CAQ“. ;)

  5. Warum nutzen die eigentlich ein helleres Blau als das in der Flagge genutzte? Eher nicht so „nationalistisch“…

Kommentare sind geschlossen.

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