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Neue visuelle Identität für belgische Partei Groen

Groen Logo
Groen Logo, Quelle: Groen

Die belgische Partei Groen, unter der aktuellen Regierung De Croo eine von insgesamt sieben Koalitionspartnern, hat sich eine neue visuelle Identität zugelegt. Die Anpassung des Erscheinungsbildes geht mit einer Neuausrichtung der Partei einher.

Groen, die flämische Schwesterpartei der wallonischen Ecolo, wurde 2003 unter dem Namen „Groen!“ gegründet. Aktuell stellt die Partei zwei Minister innerhalb der Regierung. Personell verjüngt, inhaltlich neu ausgerichtet und visuell aufgefrischt möchte man die Partei breiter aufstellen. Bislang wird die Partei von vielen Menschen als eine Ein-Themen-Partei (klimabewusste urbane Elite) wahrgenommen. „Grün ist mehr als grün. Grün wird breiter, offener, umfangreicher, vielfältiger, … kurz: bunter. Das neue Erscheinungsbild und das neue Logo sind ein formaler Abschluss eines großen inhaltlichen Prozesses und runden unsere Erfrischung.“, so die beiden Co-Vorsitzenden Nadia Naji und Jeremie Vaneeckhout.

Auszug der Pressemeldung

Die Klimakrise ist die Herausforderung unserer Zeit, daher konzentriert sich Groen weiterhin auf Natur, Umwelt und Klima, der DNA der Grünen. Gleichzeitig kommen Gesundheit, Wohlbefinden und der Kampf gegen Ungleichheit als Schwerpunkte hinzu. Deshalb ist Grün ab sofort mehr als Grün.

Groen Logo – vorher und nachher
Groen Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Groen, Bildmontage: dt

Der bisherige Logo wurde 2012 im Zuge der Umbenennung des Parteinamens von „Groen!“ in „Groen“ eingeführt. Mit dem aktuellen Redesign wird das Logo auf eine multicolore Darstellung umgestellt. Neben Grün enthält das Parteilogo nun auch weitere Farben. Dabei fließen die für die Lettern der Wortmarke gewählten Farben grün, blau, lila, rosa und gelb wie bei einem Regenbogen ineinander über. Eine einfarbig schwarze bzw. weiße Darstellung ist gleichwohl ebenfalls vorgesehen. Im Rahmen des Redesigns wurden zahlreiche andere wesentliche CD-Elemente angepasst, darunter die Typo, die Bildsprache sowie der Illustrationsstil.

Entstanden ist das Corporate Design in Zusammenarbeit mit Duke and Grace (Brüssel).

Kommentar

Dass Markenidentitäten heutzutage auf Basis intensiv leuchtender RGB-Farben konzipiert und gestaltet werden (anstatt wie früher mit Hilfe von CMYK-Tönen), lässt sich fast an jedem im dt neu vorgestellten Redesign ablesen, so auch in diesem Fall. Bei der Partei Groen bringt die Umstellung auf ein Regenbogen-ähnliches Farbspektrum zugleich eine politische Dimension mit sich, gelten diese seit Jahrzehnten als Zeichen für Toleranz und Akzeptanz  – überdies stehen sie symbolisch für die Lesben- und Schwulenbewegung, siehe Regenbogenfahne.

Auch der Korpus, welcher die Wortmarke umgibt, scheint mit seinen vier unterschiedlich geformten Ecken dem Konzept der Veranschaulichung von Inklusion und Teilhabe unterschiedlicher Gesellschaftsgruppen zu folgen.

Insgesamt ein erfrischendes und eigenständiges visuelles Konzept. In jedem Fall moderner als bisher.

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Dieser Beitrag hat 9 Kommentare

  1. Ohne zu wissen um was es geht, fand ich das Logo schon auf den ersten Blick echt cool. Ein bisschen erinnert es mich an einen Streaming-Dienst aber das muss ja nichts Schlechtes sein. :D Auf jeden Fall ein interessanter Ansatz, den ich 100mal besser finde, als deren altes Groupon-Logo.

    Gibt es eigentlich irgendwelche Forschungen dazu, ob Parteien auch mit so bunten Logos funktionieren? Oder ist das vielleicht zu crazy, um das wichtige Thema „Politik“ abzubilden? Schafft so ein Logo das notwendige Vertrauen bei den Wähler*innen?

    1. Warum wirken sie nicht stimmig? GROEN ist eingebettet in einem gestalterischen Rahmen, der Dreidimensionalität darstellt. Der Name kommt von links unten und geht nach rechts oben.

  2. Ich staune über die positiven Kommentare. Die Farbkombination finde ich persönlich grauenhaft, auch wenn die Regenbogenidee für eine grüne Partei nachvollziehbar sein mag und die politische Aussage „von jetzt ist grün mehr als grün“ damit umgesetzt wird. Aber die bunte Regenbogenflagge ist für mich ehrlich gesagt auch nicht Ausfluss gestalterischer Hochkultur sondern im Grunde genommen nur die ziemlich banale Umsetzung eines Anspruchs von Vielfalt. Kommt noch die eigenwillige Grundform hinzu: Eine spitze Ecke, eine runde, eine schräg abgeschnittene, eine schräg abgerundete. Auch das mag als Ausdruck von Vielfalt gelesen werden, für mich ist es eine ziemlich verkopfte Idee, die zu einer völlig unförmigen und kaum zu deutenden Gesamtform führt. Zu allem Überfluss hängt die Schrift auch noch eigenartig schwebend oben rechts im Signet, man atmet gleichsam erleichtert auf, dass das G nicht aus Versehen mit der schräg abgerundeten Ecke angeschnitten wurde. Ob das alte Logo für eine Partei besser war, vermag ich als Nichtfachmann nicht recht beurteilen, aber das bläuliche Grün war für meine Begriffe wie die Schrifttype durchaus eigenständig. Die Grundform sah dagegen auch für mich mehr nach Drive-in und Fastfood aus und entsprang vermutlich wirklich eher der Mode vergangener Zeiten, aber unter dem Strich war das meines Erachtens stimmiger und seriöser als die Neufassung.

  3. „Auch der Korpus, welcher die Wortmarke umgibt, scheint mit seinen vier unterschiedlich geformten Ecken dem Konzept der Veranschaulichung von Inklusion und Teilhabe unterschiedlicher Gesellschaftsgruppen zu folgen.“

    Schöner hat noch niemand einen eingefärbten Schlagschatten beschrieben :D

    1. :-) Danke schön für die Blumen.
      Allerdings entspricht die Darstellung meines Erachtens nicht wirklich einem Schlagschatten. Charakteristisch für einen Schlagschatten-Effekt ist ja doch, dass dieser, in der Regel eine natürliche Lichtquelle simulierend, nach schräg links oder rechts unten verläuft und in dunklen Farbtönen angelegt ist. Die Umrandung bei der GROEN-Wortmarke, von mir als Korpus bezeichnet, ist jedoch auch nach oben deutlich ausgeprägt. Die Gestaltung ist eher das Ergebnis einer isometrischen Projektion.

      Hier ein Beispiel einer Darstellung einer Wortmarke, die isometrisch ausgerichtet ist. Diese Wortmarke verfügt obendrein über einen Schlagschatten.

      Typo Isometric Effect, Quelle: Spoon Graphics Typo Isometric Effect, Quelle: Spoon Graphics

      Wie man so etwas gestaltet, wird in diesem Video-Tutorial erklärt.

  4. Beim wiederholten Draufsehen erkenne ich nun tatsächlich auch die isometrische Darstellung. Gut finde ich die trotzdem nicht, gerade weil sie – zumindest bei mir – einfach nicht funktioniert. Das liegt vermutlich zum einen daran, dass der Schriftzug vor der isometrischen Projektion nur oben und rechts eine schmale Umrandung bekommen hat, unten und links beginnt die Projektion dagegen direkt an den Buchstaben. Zum anderen ziehen sich die Farbverläufe über das Signet, als wenn es kein Vorne, Unten und keine Seite gäbe. Deswegen habe ich die Isometrie auch zuerst in der schwarzen Fassung erkannt, in der farbigen ist das für mich einfach nicht stimmig gelöst.

    1. > unten und links beginnt die Projektion dagegen direkt an den Buchstaben

      Nicht ganz – der Schriftzug steht auf einer Grundfläche, die rundum einen Satzspiegel hat. Unten und links allerdings etwas schmaler. Diese (virtuelle) Grundfläche wurde 45° nach unten links dupliziert. Allerdings ist es strenggenommen keine isometrische Perspektive, die ‚hintere‘ Form wurde ein wenig verjüngt, bzw. die Ecken wurden etwas nach innen gezogen: oben links etwas runter, unten rechts etwas nach links, sodass die jeweiligen Kanten da von 45° abweichen. Außerdem wurden letztere leicht gerundet.

      Die Ecken lassen sich nicht geometrisch exakt rekonstruieren, Ich denke, die Gestalter sind irgendwann von der Grundkonstruktion abgewichen und haben das Logo als ganzes betrachtet und noch frei dran rumgezupft. Ist ja auch ok, auch wenn der Reinzeichner das gar nicht mag ;)) Der Farbverlauf löst diese perspektivische Form tatsächlich soweit auf, dass man die Dreidimensionalität nicht mehr auf Anhieb erkennt. Gewollt disruptiv oder einfach ungeschickt gestaltet?

      (Früher™ konnte man hier Bilder einbinden; ich finde die Funktion nicht mehr – übersehe ich etwas?)

      Die Farben finde ich etwas misslungen. Ich kann verstehen, dass man nicht einfach den klassischen Regenbogen reproduzieren wollte, der zwar eine lobenswerte Message transportiert, aber als Gestaltungselement doch etwas abgegriffen wirkt. Ich finde aber den gewählten Farbverlauf nicht sehr harmonisch. Mein erster Eindruck war der von einem in der Sonne ausgeblichenem Vierfarbdruck (Rot fehlt); ein bisschen kränklich, wie das Schillern von verdorbenem Fleisch … ich denke, etwas frischer hätten die Farben noch sein können, ohne dass es zu knallig geworden wäre.

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