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Neue Hausschrift: Eintracht Frankfurt ändert Erscheinungsbild

Eintracht Frankfurt Schriftzug, Quelle:Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt Schriftzug, Quelle:Eintracht Frankfurt

Der Bundesligist Eintracht Frankfurt hat sich eine neue Hausschrift zugelegt. Im Zuge der Umstellung auf die neue Typo, mit der insbesondere Überschriften dargestellt werden, hat der frisch gebackene Europa-League-Sieger auch sein Logo angepasst.

Wer die Website des Vereins besucht oder ein Abonnement der Social-Media-Kanäle von Eintracht Frankfurt ist, wird einige Veränderungen bemerken. Eine neue Hausschrift namens Eintracht Display Headline sorgt für einen veränderten Look. Mit der kursiven Schriftart werden fortan Überschriften gesetzt. Auch im Vereinslogo kommt diese neue Schrift seit wenigen Tagen zum Einsatz, wenn gleich in einer nicht-kursiven Variante. Das kreisrunde Vereinsemblem mit Adler bleibt in seiner Form unverändert.

Eintracht Frankfurt Schriftzug, Quelle:Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt Schriftzug, Quelle:Eintracht Frankfurt

Seit Januar dieses Jahres wird die Schrift Eintracht Display Headline bereits im vereinseigenen Klubmagazin verwendet. Seit etwa zwei Wochen ist der Verein nunmehr dabei, Anwendungen und Medien auf die neue Hausschrift umzustellen, darunter die Website sowie Bildbeiträge für Instagram & Co.. Der neue Corporate Font Eintracht Display Headline kommt ergänzend zur Schrift Eintracht Sans zum Einsatz. Letztgenannte Schrift nutzt der Verein schon längere Zeit innerhalb seines Corporate Designs.

Eintracht Frankfurt Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Eintracht Frankfurt, Bildmontage: dt

Das veränderte Erscheinungsbild von Eintracht Frankfurt zeigt sich auch beim Vereinslogo. Bei der im Logo enthaltenen Wortmarke kommt anstelle der Schriftart Univers nunmehr die neue Hausschrift Eintracht Display zum Einsatz. Fortan ist die Wortmarke zudem durchgängig in Versalien gesetzt.

Bislang war die Bezeichnung „Eintracht“ in Gemischtschreibweise angelegt und zudem deutlich größer und fetter dargestellt als das darunter stehende Wort „FRANKFURT.“ Diese Darstellung wurde vom Verein seit Ende der 1980er-Jahre auch auf den Trikots genutzt. Dies änderte sich allerdings mit der Saison 2019/2020. Ob die neue Hausschrift zukünftig auch auf Trikots zu sehen sein wird, ist derzeit noch offen (siehe Edit vom 21.09.).

Kommentar

In den letzten Jahren haben zahlreiche Bundesligavereine ihr visuelles Erscheinungsbild angepasst und in diesem Zusammenhang auch neue Hausschriften implementiert, so etwa Fortuna Düsseldorf, Hertha BSC, und Mainz 05. Geplante oder durchgeführte Anpassungen am Vereinsemblem sorgen insbesondere im Umfeld des Fußballsports regelmäßig für hitzige Debatten, siehe Arminia Bielefeld oder auch Leeds United. Was viele Vereine allerdings nicht davon abhält ihr Logo zu ändern, teilweise sogar umfassend. Beispiele: Venezia FC, FC Metz, FC Nantes, Juventus Turin. Allerdings muss man gar nicht einmal das Logo anfassen, um ein verändertes visuelles Erscheinungsbild zu erzielen. Eine neue Hausschrift, eine andere grafische Ausdrucksform, eine neujustierte Bildsprache sowie ein veränderter Umgang mit den Vereinsfarben sind hierfür viel entscheidender als das Logo selbst.

Will eine Marke weiterhin als attraktiv und modern angesehen werden, muss sie sich verändern. Das ist unerlässlich, denn schließlich ändert sich auch die Wahrnehmung der Menschen in Bezug auf Design. Veränderung ist die einzige Konstante. Deshalb ist es wichtig all diese visuellen Gestaltungselemente von Zeit zu Zeit anzupassen und weiter zu entwickeln.

Auch Eintracht Frankfurt entwickelt sich im Visuellen weiter, was gut ist. Kursive fette Headlines, wie sie die Eintracht verwendet, sind ein probates Mittel, um Dynamik zu transportieren, siehe Logos von Logistikunternehmen wie DHL, Hermes, u.v.a.. Eigenständig und identitätsstiftend sind innerhalb der neuen Hausschrift insbesondere die Buchstaben A, Y, J und R, wobei das A aufgrund seiner Form mit linksseitigem serifen-ähnlichen Anstrich heraus sticht. Eine grafische Anleihe, wie man sie in gebrochenen Schriften findet, und die der neuen Wortmarke eine traditionelle Note verleiht, ohne dabei altbacken zu wirken, so jedenfalls meine Wahrnehmung. Im Vergleich dazu wirkt die in ultrafetten Lettern der Univers gesetzte Wortmarke schwerfällig und träge.

#Edit 21.09.2022:

Zwischenzeitlich hat die Pressestelle des Vereins auf meine Anfrage reagiert. Hier das Statement.

dt: Seit kurzem verwendet die SGE in Überschriften die Schriftart Eintracht Display Headline. Auch für das Logo wird eine neue Schrift verwendet. Was hat es damit auf sich?

Pressestelle Eintracht Frankfurt: Wir haben uns vor rund zwei Jahren dazu entschlossen, eine eigene Schriftart zu entwickeln – die Eintracht Font. Die von ihnen genannte Eintracht Display Headline ist nur einer von vielen Schriftschnitten und vorrangig für Überschriften geeignet. Hinzu kommen die Eintracht Sans und Eintracht Serif als Schnitte für Fließtexte. Bei unserer Schriftart handelt es sich um eine Variable Font. Dementsprechend können wir die Schnitte für unterschiedliche Anwendungsbereiche skalieren und sind entsprechend flexibel. Im Schriftschnitt Eintracht Display Headline wird das charakteristische A automatisch intelligent eingesetzt, sodass es nicht mit dem benachbarten Buchstaben kollidiert und die optimale Lesbarkeit gewährleistet wird.

Die Schriftart basiert auf der Univers – eine von uns bereits sehr lange genutzte Schriftfamilie. Dementsprechend sollte hier kein umfassendes Rebranding stattfinden, sondern lediglich eine Individualisierung von etwas Bewährtem. Für uns ist das Logo der Eintracht der Adler, der die Wiedererkennung und Werte des Vereins symbolisiert. Die Wort-Bild-Marke wurde bereits in den letzten Jahren immer seltener genutzt.

dt: Warum wurde im Zuge der Einführung einer neuen Hausschrift auch das Logo geändert?

Pressestelle Eintracht Frankfurt: Der Grund für die Überarbeitung des Logos war vor allem die Gleichgewichtung der Worte Eintracht und Frankfurt, die für uns in der Bedeutung auf einer Ebene stehen und eine starke Einheit bilden.

dt: Auf den Spielertrikots kommen derzeit weder die Franfurt Sans/Franfurt Serif, noch die Frankfurt Display Headline zur Anwendung. Ist denn geplant eine der neuen Hausschriften zukünftig auch für die Beflockung der Spielerkleidung zu verwenden?

Pressestelle Eintracht Frankfurt: Ein Trikot wird mit ca. 2-3 Saisons Vorlauf in die Produktion gegeben, ebenso wie die Beflockung für mehrere Saison festgelegt wird. Daher kommt hier unsere Schrift noch nicht zum Einsatz, im Gegensatz zu der Trainingskleidung, auf der sie schon zu sehen ist. Sobald wir die Möglichkeit haben, werden wir die Schrift entsprechend anpassen.#

Noch der Hinweis: Wer für die Gestaltung der Schriften verantwortlich ist und ob in diesem Zusammenhang mit externen Partnern/Agenturen kooperiert wurde, lässt sich an dieser Stelle nicht sagen. Trotz mehrfacher Anfragen hat die Pressestelle hierzu keine Angaben gemacht.

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Dieser Beitrag hat 33 Kommentare

  1. Leider fehlen da Verweise auf das, was Fußball im allgemeinen und die Eintracht im besonderen auszeichen: Hitlergrüße, Leuchtspuren auf Menschen und Gewaltexzesse.

    Ich hätte also noch irgendwo ein Hakenkreuz dezent angedeutet.

    1. na ja, das “A” mit der anleihe an gebrochene schriften und das “R”, das in richtung heraldig geht, gehen dann doch schon in die “richtige” richtung.
      das war jedenfalls, losgelöst von ihrem kommentar, meine erste assoziation.

  2. Ein Blick in die Metadaten (Font-Table im Webfont) verrät, dass „Alexander Roth & Sherpa Design“ als Designer genannt sind und „www.neuefoundry.com“ als Hersteller-URL.

    Ist eventuell ein Easteregg, aber in der Name-Table auf der ID 256 steht „Schnabel-A“. Die Name-IDs ab 256 sind nicht vordefiniert, also für bestimmte Inhalte vorgesehen, sondern für schriftartspezifische Names reserviert, z. B. für Layoutfunktionen einer Schriftart. Die Assoziation mit gebrochener Schrift liegt bei dem Anstrich nahe, konzeptuelle Herleitung scheint aber der Adler zu sein. Dieser Verweis durch eine schräge Slab-Serife funktioniert meiner Meinung nach bei der Aufrechten besser. In der Kursiven sieht der Anstrich eben wie eine kursive Slab-Serife aus.

    Fonttechnisch ist im Übrigen das Standard-A ohne Serife. Das Schnabel-A ist als Font-Feature „Contextual Alternates“ eingebettet, muss also als OpenType-Feature erst aktiviert werden.

  3. Der Font ist mir etwas zu aggressiv in seinem Erscheinungsbild. Die Anlehnung an alte dt. Groteskschrift ist zuviel. Tradition kann man auch anders vermitteln. Alles in allem ist die Wahl des Fonts nachvollziehbar aber wenig bemüht und noch weniger gewagt und nicht zeitgemäß. Leider funktioniert es.

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