Netzeitung – Relaunch

Netzeitung Relaunch

Sieben Jahre nach der Gründung hat sich die Netzeitung ein neues Aussehen verpasst. Nachdem kürzlich erst die Website von N24 erneuert wurde, nahm sich Exozet nun ein weiteres Nachrichtenportal zur Brust. Von der Berliner Agentur stammt nun auch das Design für die neue Netzeitung, die sich seit dem 13. Februar im Netz mit einem grünen Header den Lesern präsentiert.

Neues Logo

Die, als typografisches Zitat auf eine Zeitung angelegte Wortmarke hat ausgedient. Aus der in Großbuchstaben gesetzten Serifenschrift wurde eine serifenlose Type, die nun ausschließlich Minuskeln in sich führt. Sowohl der Header, aber vor allem das Logo erscheinen jedoch zu klein. Die wichtige vertrauensbildende Aufgabe, die das Logo als Absender der Site bewältigen muss, könnte etwas mehr Unterstützung vertragen. Wäre der grüne Header nicht, würde das Logo gnadenlos untergehen. Irgendwo zwischen der alten und der neuen Größe dürfte die Wahrheit liegen.

Mach 2

Auch der Auftritt der Netzeitung ist nun zweispaltig angelegt und ist mit einer horizontalen Hauptnavigation ausgestattet. Im vorausgewähltem Reiter „Aktuelles“ kann man dank Rollover direkt in die dritte Navigationsebene z.B. „Sport > Bundesliga“ einsteigen. Die Position innerhalb der Website wird anschließend sauber in der Navigationsleiste und mit Hilfe des Brotkrumenpfades kenntlich gemacht. Jeder findet sich zurecht.

Farbkonzept

Schriftklassen und das Farbkonzept wirken ausgewogen und gut gewählt. Blau ist die Standard-Link-Farbe, grau sind Subheadlines, schwarz ist der Fließtext und Braun kommt in Versalien gesetzten Modulüberschriften zum Einsatz. Lediglich auf Detailseiten wird die blaue Link-Farbe in Bezug auf die Usability „missbraucht“, um auch den nicht verlinkten Seitentitel darzustellen. In solchen Fällen muss man immer abwägen: Hält man sich an eine stringente Zuordnung von Farbe und hinterlegter Funktion, um den Nutzer bestmöglich zu führen oder bricht man in diesem Fall mit dem Farbkonzept zugunsten eines subjektiven Empfindens. Man entschied sich für letzteres.

Unterscheidbar trotz Schablone

Wenn immer mehr Portale nach dem Schablonenprinzip auf einen zweispaltigen Aufbau umstellen, ist die Bedeutung eines schlüssigen, und vor allem einem individuellem Farbkonzept umso größer. Der grüne Header ist sicherlich solch eine Stilnote. Die Aufbereitung der Inhalte zeigt eine hohe Deckungsgleichheit mit dem Erscheinungsbild der Sueddeutschen, eine Verwandschaft, die sich allerdings keinesfalls nachteilig auswirkt. Ob man das Weitblick-Karussell im Kopf der Marginalspalte nutzt, muss jeder für sich selbst entscheiden. In einem Nachrichtenportal wirkt solch ein spielerisches zudem animiertes Element doch eher unpassend. Auch den „Makel“ der geringen Gesamtbreite von 800 Pixeln teilt der neue Auftritt mit vielen anderen Nachrichtenseiten. Wer die großzügige Bemaßung von z.B. „DER TAGESPIEGEL“ einmal schätzen gelernt hat, spürt sofort, wenn fast 200 Pixel weniger zur Verfügung stehen.

Die liebe Werbung

Ohne Werbung geht es nicht, ist schon klar. Wenn aber auf Detailseiten der Anteil von Werbung im Verhältnis zum Inhalt bei 60:40 liegt, darf dies schon einmal kritisch angemerkt werden. Kaum ein Nachrichtenportal platziert mehr Werbemittel. Fünf Werbeflächen neben einem 700-Zeichen zählenden Artikel dürften nicht nur mir negativ auffallen. So, und nun wieder den Adblocker aktiviert.

Ansonsten eine Umstellung, die viele Verbesserungen mit sich bringt und auch viele neue Leser für sich gewinnen dürfte. Übrigens empfinden (nur) knapp die Hälfte der Leser den Relaunch als gelungen. So zumindest besagt es die kleine Umfrage, die man geschaltet hat.

Danke an Felix, der den Relaunch als Erster bemerkt hat.

15 Kommentare zu “Netzeitung – Relaunch

  1. Also, ich halte das neue Logo für misslungen. Das ist so ein Mode-Schriftzug, der nach ein paar Jahren wieder einem neuen Logo weichen muss.

    Das vorangegangene Logo war wegen seiner Schlichtheit realtiv zeitlos und wirkte gleichzeitig um ein vielfaches seriöser, als dieses dahingeklatschte neue Ding. Grafiker mag sowas vielleicht ansprechen, ich aber erschrecke immer erstmal und überlege, ob ich auf der richtigen Seite gelandet bin.

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