Tourismus Logos National Branding

National Branding – Die Tourismuslogos der Länder

Tourismus Logos National Branding

Länder agieren zunehmend wie Marken, davon zeugen auch die zuletzt im dt vorgestellten neuen Markenauftritte (Brand USA / Czech Republike it. A lot / Peru begreift sich als Marke). Beim Buhlen um die Gunst der Touristen und Investoren ist mittlerweile ein Grad an Professionalisierung erreicht, der all die Länder unter Zugzwang setzt, die bislang keinen großen Aufwand auf diesem Gebiet leisten. National Branding nimmt spürbar an Bedeutung zu. Weil das so ist, habe ich einmal eine umfangreiche Liste mit Länderlogos erstellt, die als Rechercheangebot und Inspirationsquelle gedacht ist.

Reisezielmarken (in diesem Zusammenhang meint der Begriff die Marke explizit eines Landes) entfernen sich zunehmend von der Außendarstellung der jeweiligen staatlichen Reisebehörde. Hin und wieder findet man noch Logos, die ein und das gleiche repräsentieren, die Reisebehörde als Institution und das Land als Marke; ein Spagat, der nur selten gelingt. Länder, die schon seit vielen Jahren nationale Reisemarken pflegen und die in dieser Zeit bereits mehrfach auf ein neues Logo umgestellt haben, wie zum Beispiel Norwegen, Indien oder Neuseeland, verfügen über dynamische Reisemarken, die kontinuierlich weiter entwickelt und verfeinert werden.

Wie auch sonst in der Designlandschaft, kann die Veränderung, verbunden etwa mit einer Neupositionierung, auch schon einmal einen revolutionären Schritt mit sich bringen (Tschechien). Auch darin haben sich Länder in ihrem Habitus Unternehmen angepasst. Aufgrund der nach wie vor relativ geringen Wahrnehmung von National Branding, genießen Länder vielleicht sogar mehr Freiheiten als große, börsennotierte Unternehmen. Rechenschaft ablegen über ein neuen Markenauftritt des Landes, müssen staatliche Reisebehörden nicht. Erscheinungsbilder von Ländern fungieren zuweilen im Stile von Kampagnen, bei denen nicht nur das Wording verändert wird, sondern auch die Gestaltung. Anders als ein Unternehmen, das sich durch seine Corporate Identity definiert, lässt sich die Identität eines Landes, von der sich das Corporate Design „logisch“ ableiten ließe, nicht so einfach bestimmen. Die meisten  Erscheinungsbilder von Ländern sind vor allem eines, visualisiertes Wunschdenken. Ein von außen übergestülptes, zumeist buntes Etwas, das möglichst positive Assoziation beim Rezipienten auslösen soll. Nicht allen Ländern gelingt die Inszenierung, wie der Blick auf die nachfolgend verlinkte Sammlung verdeutlicht.

Die Sammlung: Mit derzeit 128 Länderlogos ist dies die größte Sammlung ihrer Art im Netz. Den Umweg über Google & Co oder BrandsoftheWorld kann man sich also sparen. Alphabetisch sortiert sowie nach Kontinenten gruppiert, umfasst die Sammlung alle Logos, die im Sinne einer Reisezielmarke ein Land nach außen darstellen. Neben solch einer Reisezielmarke verfügt jedes aufgeführte Land zusätzlich über ein hoheitliches Signets, das die jeweilige Regierung repräsentiert. Diese Signets sind jedoch nicht in der Sammlung enthalten. Aufgelistet finden sich alle derzeit im Erscheinungsbild der Länder tatsächlich implementierten Logos. Logos, die noch nicht oder nicht mehr im Einsatz sind, etwa wie das 2007 von Landor gestaltete Italia-Logo (Screenshot), sind nicht gelistet. Sobald ein Redesign stattfindet, wird die Liste dementsprechend aktualisiert. Länder, die weder über eine Reisemarke verfügen, noch über ein Logo der Reisebehörde, welches innerhalb von Marketing-Aktivitäten zum Einsatz kommt (ja, so etwas gibts), sind nicht aufgelistet. Zumeist handelt es sich hierbei um afrikanische Staaten.

Wenn wir schon einmal derart viele Logos an einer Stelle zusammen haben, darf eine Abstimmung zum schönsten und besten Länderlogo natürlich nicht fehlen. Auch diese findet sich hier. Und nun viel Spaß mit den Tourismuslogos der Länder!

21 Kommentare zu “National Branding – Die Tourismuslogos der Länder

  1. Dänemark, Tschechien und Ägypten sind ganz geil. Deutschland erkenne ich überhaupt nicht und bei Rumämien denke ich an Meer und Palmen, aber nicht an Rumänien.

    Ins Wiki komme ich leider derzeit nicht, das ist wohl down!?

    EDIT: Ah, nun klappt es mit dem Wiki. Wunderbar :)

  2. Dänemark liegt auch für mich ganz klar vorn: sympathisch durch und durch.

    Allerdings liegen mir auch die anderen skandinavischen Vertreter, wie zum Beispiel Finland. Also entweder treffen sie ihre Zielgruppe sehr gut oder ich bin von vornherein parteiisch durch meine Reiseziel-Vorliebe für diese Länder….?

  3. Also wenn ich pro Kontinent meinen Favoriten nehme, dann wie folgt:

    Europa: Wales (mir gefällt gerade das Spiel mit Figur-Grund-Terennung, dass hier nicht sofort erkennbar ist, um welche Form es sich handelt – hat ein wenig was geheimnisvolles)

    Afrika: Egypt (schöne Kalligraphie, die auch handgemacht aussieht und den Bezug zur Geschichte sogar in den verschiedenen Sprachen konsequent einhält).

    Asien: Jordan (sehr schöne Verbindung zwischen moderner Typo und alter Ornamentik zu einer Einheit, die noch dazu für ein Tourismus-Logo eher ungewöhnlich aber dennoch passend wirkt)

    Ozeanien: 100% Pure New Zealand (das Logo zeigt fast ausschließlich durch seine Typo, welche Zielgruppe es ansprechen möchte: Die Liebhaber, der unberührten Natur, jedoch nicht im Schonwaschgang, sondern auch mit Ecken und Kanten – eben pur. Einzig schade, dass bei dem langen Claim die Neuseeland-Form im %-Zeichen zu kurz kommt. Vielleicht kommt aber hier irgendwann mal das Logo nur als „100%“ daher, wenn es bekannter geworden ist.)

    Nordamerika: Jamaica (so schön anders, als man sich Jamaica zuerst vorstellt. Auf der Website dann leider doch wieder in den traditionellen Farben)

    Südamerika: Peru (Nur eine Typo und doch gleich Geschichte, Kultur, Geographie UND evtl. Urlaubserinnerungen in sich vereinigt. Zusammen mit der Kampagne wohl auch insgesammt das beste Logo)

  4. Ich finde das japanische Logo sehr stilvoll. Ebenso Peru. An Südafrika mag ich die Verknüpfung des Wortes „Forwart“ mit der „pfeilförmigen“ Flagge.

    Der erste Preis für das seltsamste Logo geht an Israel. Was soll DAS denn sein???

    Und der erste Preis in der Kategorie „die meisten untergebrachten Klischees pro Quadratzentimeter“ geht an: Holland. Fehlen nur noch Gouda und Frikandel. Wobei sich andere Länder in dieser Kategorie auch viel Mühe geben …

  5. Mal in eigener Sache: Ich finde das deutsche Logo ja ganz fürchterlich für den Bereich Tourismus-Werbung. Ich glaube, dass das nur Menschen anspricht, die gerne in einem Finanzamt übernachten …

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