Museumsbesuch in Zeiten der Corona-Krise – digital und virtuell

Bauhaus-Archiv, Quelle: RBB

Zumindest dieses Wochenende noch müssen die meisten Museen, Ausstellungen und Galerien in Deutschland geschlossen bleiben. Einige Tage werden sich die Besucher noch bis zur Wiedereröffnung gedulden müssen. Wer bereits heute einen Blick in die Museen werfen möchte, dem seien die folgenden Angebote mit Themenbezug Design/Grafik empfohlen.

Seit Mitte März sind aufgrund der Coronavirus-Krise deutschlandweit alle Museen geschlossen. Gestern nun hat sich die Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder auf weitere Lockerungen verständigt, sodass auch Museen, unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften, schon bald wieder öffnen können. Wann genau dies der Fall sein wird, entscheiden die Städte in Abstimmung mit den Ländern. Die Berliner Museen dürfen etwa grundsätzlich ab dem 4. Maiab dem 4. Mai wieder öffnen. In München, dem laut RKI von der Coronavirus-Epidemie deutschlandweit am stärksten betroffenen Stadtkreis/Landkreis, wird es hingegen wohl noch etwas länger dauern.

Viele Museen haben die Krise zum Anlass genommen, ihre Präsenz und ihre Angebote in den digitalen Medien auszubauen, um so den Menschen Alternativen zum analogen Museumsbesuch zu bieten. Spielarten der digitalen Kunst- und Kulturvermittlung sind etwa Digitorials, virtuelle 360°-Rundgänge und auch geführte Touren per Video. Um dem im Zuge der Massenquarantäne erfahrenen kulturellen wie intellektuellen Abbau keinen weiteren Vorschub zu leisten, bietet sich, in Vorfreude auf die Wiedereröffnung, schon einmal ein virtueller Besuch an. Hier einige Tipps für Designinteressierte:

Ausstellung „Marken:Zeichen“ im Staatliche Museen zu Berlin

Marken:Zeichen. Das Grafische Atelier Stankowski + Duschek (virtueller 360°-Rundgang)

Anfang März wurden im dt Tickets für diese Ausstellung verlost – im entsprechenden Beitrag gibt es die Detailinfos zur Ausstellung. Im Zuge der Schließung hat die Museumsleitung kurzerhand einen virtuellen Rundgang ins Netz gestellt, sodass Interessierte nun auch auf dem digitalen Wege die Werke des Ateliers Stankowski + Duschek besichtigen können. Zu vielen der insgesamt 300 Exponate gibt es Detailansichten und -beschreibungen.

Virtuelle Tour durchs Bauhaus-Archiv

Bauhaus-Archiv 360°-Museumstour

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hat unter dem Motto „Der RBB macht Museum“ eine Vielzahl an 360°-Touren produziert, um auf digitalem Wege durch aktuelle Ausstellungen der Region zu führen. Mit dabei sind beispielsweise das Alte Museum, das Museum Barberini in Potsdam, die Alte Nationalgalerie und auch das Bauhaus-Archiv. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von 360°-Videos, in denen verantwortliche Kuratoren durch die Ausstellungen führen.

Städel Museum – Digitorials

Das Städel Museum, in Frankfurt am Main beheimatet, gilt als eines der bedeutendsten deutschen Kunstmuseen. Bereits seit vielen Jahren setzt das Museum, vor dem Hintergrund des digitalen Wandels und der damit verbundenen Transformation innerhalb der Gesellschaft, auf neue Wege der Kunstvermittlung. Belohnt wurden die Bemühungen schon 2015, als das Digitorial über den Künstler Claude Monet mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet wurde (ich selbst war in diesem Jahr Teil der Jury). Wer es weniger mit dem Impressionismus dafür mehr mit der Grafik hält, dem sei das Digitorial über Victor Vasarely empfohlen.

Museum of Urban and Contemporary Art (MUCA)

Das MUCA, 2016 in München gegründet, möchte Streetart in die Kunstgeschichte einschreiben und eine Brücke zwischen dem internationalen Fachpublikum, Künstlern und der Öffentlichkeit schlagen, so die Eigendarstellung. Es ist Deutschlands erstes Museum für Street Art.

The Museum of the World

Die englischsprachige, interaktive Erlebniswelt „The Museum of the World“ vom British Museum, entstanden in Kooperation mit dem Google Cultural Institute, zeichnet sich durch ihren originären explorativen Zugang aus. Vom eigenen Sofa/Sessel/Bürostuhl aus können Besucher verschiedene Kulturen aus Nord-, Mittel- und Südamerika, vom afrikanischen Kontinent, aus Europa, Asien und Ozeanien entdecken.

4 Kommentare zu “Museumsbesuch in Zeiten der Corona-Krise – digital und virtuell

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