Mobilfunkanbieter Lebara präsentiert sich im neuen Markenauftritt
Lebara hat seinen Markenauftritt umfassend überarbeitet. Auffälligste Elemente des Rebrandings sind ein neues Logo, eine überarbeitete Website sowie der neue Claim „Macht einfach SIM.“. Eine offizielle Pressemitteilung hat das Mobilfunkunternehmen dazu bislang nicht veröffentlicht; kommuniziert wurde der Relaunch zunächst über die LinkedIn-Kanäle des Unternehmens.
Lebara wurde 2001 in Großbritannien gegründet und ist heute als Mobile Virtual Network Operator (MVNO) in mehreren europäischen Märkten aktiv. Nach Unternehmensangaben betreut die Gruppe mehr als vier Millionen Kunden in neun Ländern. In Deutschland positioniert sich Lebara mit Prepaid- und Laufzeittarifen sowie einem Fokus auf transparente Mobilfunkangebote.
Nach Angaben von Lebara soll der neue Auftritt die Weiterentwicklung der Marke widerspiegeln. Das Unternehmen verweist auf den Ausbau seines Produktportfolios, digitale Services und den Anspruch, Mobilfunkangebote einfacher und transparenter zu gestalten. Der neue Claim übersetzt diese Positionierung in eine bewusst reduzierte, alltagssprachliche Botschaft.

Gestalterisch setzt das Rebranding auf eine digital ausgerichtete Markenarchitektur. Das modernisierte Erscheinungsbild soll reduzierter und flexibler als der bisherige Auftritt sein. Ziel ist eine konsistente Anwendung über digitale Touchpoints hinweg. Parallel dazu wurde die Website neu gestaltet.
Das Logo von Lebara besteht auch weiterhin aus einer in Großbuchstaben gesetzten Wortmarke. Die Schriftart ist nun jedoch eine andere: die Lettern sind weniger gerundet, dafür fetter. Blau bleibt als Primärfarbe erhalten, allerdings wechselt der Ton von einem Hellblau hin zu einem satten Ultramarinblau. Auffälliger und kräftiger ist auch die neue Hausschrift namens Lebara Sans, die künftig die Markenpräsenz von Lebara begleiten wird.
Der Marken-Relaunch ist Teil einer größeren internationalen Entwicklung. Bereits im Herbst 2025 präsentierte Lebara das neue Corporate Design zunächst in den Niederlanden. Entwickelt wurde die neue Markenidentität gemeinsam mit der niederländischen Agentur Verve, die unter anderem eine neue visuelle Systematik, eine Hausschrift und skalierbare Markenbausteine für die internationalen Märkte entwickelte. Deutschland gehört neben Frankreich, Dänemark und Großbritannien zu den Ländern, in denen das neue Erscheinungsbild nun eingeführt wird.
Kommentar
Perspektivisch verzerrte Typo begegnet einem derzeit auf allen Kanälen, dank Magenta TV und FIFA-Fußball-WM. Auch Lebara nutzt dieses typographische Stilmittel, neben anderen. Obschon sich die neue Hausschrift Lebara Sans in vielen Details von Amazons neuer Hausschrift Amazon Ember Modern unterscheidet – im Ausdruck sind sie sich nicht unähnlich: kraftvoll, selbstbewusst, zugleich humanistisch und zugänglich. Dass dieser Schrifttypus aktuell im Trend liegt, ist unverkennbar. Das Rebranding verhilft der Marke Lebara zu einem hochdynamischen, energetischen Auftritt. Das a der Lebara Sans ist so knuffig – man muss es einfach gern haben.
Der Markenname Lebara ist übrigens ein Akronym, ein aus den Namensbestandteilen der drei Firmengründer zusammengesetztes Kunstwort (Le – Rasiah Ranjith Leon, Ba – Baskaran Kandiah, Ra – Ratheesan Yoganathan).
Mediengalerie
- „Lebara Sans“, Type, Quelle: Lebara
- Lebara Brand Design – Ad Lemons, Quelle: Verve
- Lebara Brand Design – Bus, Quelle: Verve
- Lebara Brand Design – Billboard, Quelle: Verve
- Lebara Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Lebara, Bildmontage: dt
- Lebara Logo, Quelle: Lebara
- Lebara Logo, Quelle: Lebara














Langsam kann ich dieses Ultramarinblau nicht mehr sehen, das wird aktuell gefühlt bei jedem zweiten Rebranding eingesetzt, wahlweise in Kombination mit einem Cyan-hellbau oder – wie hier – mit einem kräftigen pink.
Die Anwendung der perspektivisch verzerrten Typo finde ich hier richtig gut gelöst. Selbstbewusst, aber nicht beliebig. Für mich ist das der Punkt, an dem das Stilmittel funktioniert: Es bleibt lesbar und trägt Energie, statt nur Effekt zu sein. Bei vielen anderen Marken, die gerade auf denselben Zug aufspringen, kippt das schnell ins Beliebige – hier sitzt es IMHO.
Den Ultramarin-Überdruss (@Marius) kann ich nachvollziehen, würde hier aber nicht so hart sehen: Digital ist das schlicht eine geile Farbe – kontraststark, klar, trägt auf dem Display. Das vorherige Zartblau war hübsch, hatte auf Weiß aber kaum Kontrast (auch im Druck) und zusammen mit der jetzt fetteren, kompakteren Schrift gewinnt die Wortmarke spürbar an Lesbarkeit und Präsenz.
Das alte Logo wirkt im direkten Vergleich fast ein bisschen zaghaft. Einziger Wermutstropfen, unrecht hat Marius ja nicht: Die Farbe ist eben gerade überall. Aber „im Trend” und „funktional richtig” schließen sich nicht aus. Hier ist es eine Weiterentwicklung in meinen Augen und kein Hype Train.
Kleine Randbeobachtung: Beim Lesen hat mir AdSense direkt eine Lebara-Anzeige im neuen Branding ausgespielt:

Zum Claim: „Sinn machen“ gibt es im Deutschen nicht.
Macht schon Sinn, ist nämlich mittlerweile als umgangssprachlicher Gebrauch in Deutschland anerkannt und darf sich meiner Meinung nach auch gern so sprachlich verewigen, weil es verständlich und einfach ist.
Die Behauptung, „Sinn machen“ gebe es im Deutschen nicht, hält sich hartnäckig. Gerade im Hinblick auf Markenkommunikation erscheint die Aussage merkwürdig, schließlich wird Markenkommunikation maßgeblich durch Umgangssprache beeinflusst. Ich finde das Thema super spannend. Ein Gedankenanstoß.
Sebastian Sick hatte in einem 2003 veröffentlichten Artikel im Zwiebelfisch erklärt, und damit wohl entscheidend zur Verbreitung dieser Behauptung beigetragen, die Redewendung „das macht Sinn“ sei ein Anglizismus und eine Abwandlung des englischen Ausdrucks „that makes sense“. Bis heute konnte diese These nicht belegt werden. Der Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg argumentierte seinerzeit, dass es keinen belastbaren historischen Beleg dafür gibt, dass die Wendung als Lehnübersetzung aus dem Englischen entstanden wäre. Auch mithilfe von KI-Sprachmodellen lässt sich keinerlei historischer Beleg finden.
„Machen“ leitet sich etymologisch von „kneten“ und „zusammenfügen“ ab (Backstube: Brot machen). Der Ursprung liegt im Handwerk. Abstrakta wie Angst, Ärger, Erfahrung, Unterschied, Eindruck, Pause oder Sinn lassen sich nicht kneten und anfassen, und dennoch sind Verbindungen mit dem Verb „machen“ fester Bestandteil des deutschen Sprachsystems.
„Machen“ ist ein extrem produktives Verb, zudem hat es unterschiedliche Bedeutungen (polysem). Und diese Bedeutungsebenen besaß es teilweise auch schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts, noch bevor der Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache größer und stärker wurde. Die Bedeutung des Verbs hat sich über Jahrhunderte erheblich erweitert und umfasst längst auch abstrakte Sachverhalte wie Angst, Mut oder Sinn, worauf der Lebara-Claim „Macht SIM“ anspielt.
Um die unterschiedlichen Bedeutungen von „machen“ zu veranschaulichen: Eine andere Person kann höchstens einen Reiz setzen oder eine Situation schaffen, auf die der Betroffene mit Angst reagiert. Jemand anderes kann diesen inneren emotionalen Zustand, der im Gehirn des Betroffen entsteht, allerdings nicht machen. Dennoch ist der Ausdruck „Angst machen“ weit verbreitet. „Machen“ meint hier weniger die vom Handwerklichen abgeleitete ursprüngliche Bedeutung, als vielmehr „herbeiführen“. Mit „Erfahrung machen“ ist hingegen gemeint, dass wir eine Erkenntnis erlangen und Wissen erwerben. Das Prinzip – Abstraktum in Verbindung mit „machen“ – ist dasselbe. Dass ausgerechnet die Redewendung „Sinn machen“ oftmals als kein gutes Deutsch angesehen wird, ist bemerkenswert, wie ich finde.
Ein gewisser Einfluss des Englischen ist auch bei „Sinn machen“ denkbar, doch dass dies ein Anglizismus ist, ist nicht belegt. In jedem Fall ist „Sinn machen“ Teil der deutschen Sprache.
Es wäre möglich, so (m)eine Hypothese, dass diese Formulierung, so wie viele andere Wörter und Formulierungen auch, Ausdruck sprachlicher Ökonomie ist. Innerhalb der Linguistik ist das Ökonomieprinzip gut dokumentiert: Sprecher bevorzugen häufig Formen, die mit geringerem artikulatorischem oder kognitivem Aufwand dieselbe Bedeutung vermitteln. „Macht Sinn“ ist verständlich. Dabei hat es eine Silbe weniger als „ergibt Sinn“ – von Sprachpuristen häufig als eine „richtige“ Formulierung angeführt. Allerdings klingt „ergibt Sinn“ etwas gestelzt und akademisch, was im Kontext Alltagssprache unpassend, ungünstig sein kann. „Machen“ vermittelt Bodenständigkeit. Diese Faktoren könnten erklären, weshalb „Sinn machen“ (bevorzugt) verwendet wird, im Übrigen nicht nur in der Alltagssprache/Umgangssprache, sondern auch in anderen Sprachkontexten (Nachrichten, Literatur).
Markenkommunikation nutzt gezielt Mittel der Alltagssprache, wie ich kürzlich bereits im Zusammenhang mit dem Et-Zeichen geschrieben hatte. Markenclaims wie „Ich liebe es“ (McDonald’s), „Ich bin doch nicht blöd“ (Mediamarkt) oder „Mach mal Pause!“(Nestle/KitKat) greifen auf sprachliche Formulierungen zurück, die entweder bereits Teil des allgemeinen Sprachgebrauchs waren oder sich aus alltäglichen sprachlichen Mustern ableiten ließen. Dass der Markenclaim von Lebara – „Macht einfach SIM“ – an Alltagssprache andockt, macht absolut Sinn!
Thema Verzerrung: Wer war schneller?

Ist es relevant, wer »schneller war«? Es ist doch unerheblich, ob es Lebara, die Telekom, Airtasker oder Philippe Apeloig mit seinem Chicago-Poster für das Musee d’Orsay (1987) war.
Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, wird feststellen, dass es typografische Inszenierungen durch Verzerrung schon sehr lange gibt. Mag sein, dass es momentan gehäufter auftritt (nicht zuletzt, weil sich das Ganze hervorragend für Bewegtbild eignet). Aber um deine Frage zu beantworten: keine von beiden Brands.
Es ist natürlich nicht relevant. Ich wollte damit nur sagen, dass es in der Tat öfter genutzt wird gerade. Es war das erste, was mir dabei durch den Kopf ging.
Aber dann doch einmal zum Redesign:
Das Logo an sich finde ich nicht so toll, da mich die übriggebliebene äußere Rundung des L stört, auch wenn diese in der Anwendung erklärt wird. Ich finde es so halt austauschbarer.
Gestaltung gesamt: Die gefällt mir besser, da will ich nicht viel meckern.
„Es war das erste, was mir dabei durch den Kopf ging“ – die im Artikelkommentar einleitende Aussage bestätigend ;-)