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McDonald’s ist einfach grün

McDonald's Logo (2011)
McDonald's Logo (2011)

Als ich dieser Tage beim Zappen zwischen den Kanälen die letzten Sekunden eines Werbespots von McDonald’s aufschnappte, dachte ich gleich, irgend etwas ist anders. Kurz im Netz nachgeschaut und tatsächlich: am Ende des Spots erscheint das Markenzeichen von McDonald’s innerhalb einer grünen quadratischen Fläche. Was zunächst einmal trivial erscheint, ist gewissermaßen der krönende visuelle Abschluss einer Neupositionierung, die seit vielen Jahren im Gange ist und die für eine als Burgerbräter bekannte Marke fast schon einer Quadratur des Kreises gleichkommt.

Ganz so neu ist die grüne Logokachel von McDonald’s nicht mehr. Bereits vor gut eineinhalb Jahren kam im Zuge der Neugestaltung der Filialen im Bereich der Außenwerbung eine solche „jägergrüne“ Kachel erstmalig zum Einsatz. Neu ist allerdings, dass diese nun auch in den Werbespots zu sehen ist. Man darf davon ausgehen, dass in naher Zukunft weitere Medien angepasst werden. McDonald’s wird grün.

Seit geraumer Zeit ist McDonald’s darum bemüht, nicht auf Hamburger, Pommes und Ketchup reduziert zu werden. Insofern ist die Abkehr von einem rot-gelben Erscheinungsbild nur folgerichtig. Hinter dem nun grünen Label stecken freilich die klassischen, weitestgehend unveränderten McDonald’s-Produkte wie Hamburger, Cheeseburger und BigMäc, die nach wie vor die Hauptumsatzträger darstellen. Nun könnte man sagen: klarer Fall von Greenwashing! Aber ganz so…

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 49 Kommentare

  1. In Frankreich ist das Grün schon vor ca. einem halben Jahr erstmals aufgetaucht. In Deutschland passt es zur aktuellen politischen Stimmung, nachedem “Die Grünen” jetzt auch was zu sagen haben ;-)

  2. @gericoach: Dafür braucht es kein Mäcces-Dressing.
    Natürlich werden die Produkte nicht grün. Wieso auch. Ich geh nicht zum Mäcces, um Soja zu futtern, sondern um mir ein paar Burger o.ä. rein zuziehen. Und das mit dem Wissen, dass diese Burger sicherlich nicht sonderlich wenig Kalorien haben.
    Wer Fast-Food isst, sollte sich halt nicht über Kalorien oder Fett beschweren.

  3. @Benny: so ganz verstehe ich Deinen Beitrag nicht…Basis meiner Argumente war der anscheinende Versuch von McD, ein gesünderes, grüneres Image aufzubauen, was mit der Produktkette im völligen Wiederspruch steht. Aber schön, dass Du gerne Burger isst, haben wir das auch endlich klargestellt :o))

    @Marc Spreen: McD hat schon Ende 2009 angekündigt, auf grün zu schwenken.

    Holger Beeck, Vizechef McDonald’s Deutschland, zur Financial Times Deutschland (FTD): “Der Farbwechsel sei auch als Bekenntnis und Respekt vor der Umwelt zu werten.”
    Die Deutschlandtochter von McDonald’s gilt im US-Konzern als Vorreiter für Neuerungen, etwa im Design oder beim Produktangebot.

  4. # 33

    Und seit dem wir Popeye kennen, wissen wir auch, dass Spinat gesund ist und Bären-Kräfte verleiht ! )

    Bin der gleichen Meinung, dass diese neue Logo-Komposition sehr stark nach App aussieht. Aber gut! Manch einer findet es schick. Mich stört es nicht, da ich immer noch meinen Cheeseburger, Hamburger, Big Mac, Royal TS und meine Pommes bei McDonalds bekommen werde. Letztendlich interessiert nur das Produkt und das soll gut schmecken.

  5. […] Was im Agenturverbund entstanden ist, wirkt hölzern, uninspiriert, austauschbar, wenig einladend und als sei es der kleinste gemeinsame Nenner. Die McDonald’s-Wortmarke und in Helvetica gesetzte Produktnamen verschiedenfarbig und dreizeilig auf weiße Becher und den braunen Tüten gedruckt, erzeugt nicht eben ein Maximum an Eigenständigkeit und Wiedererkennbarkeit. Wirklich identitätsstiftend wirkt in diesem Gewand lediglich das „Golden Arches“-Logo, was dann doch etwas wenig ist für ein Corporate Design. Wenn im neuen Verpackungsdesign die Marke kaum zu erkennen ist, liegt dies auch daran, dass McDonald’s im Zuge seiner markenstrategischen Neupositionierung über die Jahre ihre ursprüngliche Hausfarbe Rot abhanden gekommen ist. […]

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