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Marken, die es nicht mehr gibt

Marken, die es nicht mehr gibt
Marken, die es nicht mehr gibt

Marken, die es nicht mehr gibt

Ein wenig Wehmut kommt schon auf, wenn man sich die kleine Sammlung toter Marken anschaut. Mein erster Plattenspieler war von Dual. Ich hatte ihn in den 80igern sogar zum “Scratchen” als DJ missbraucht und dass obwohl die Modelle von Technics damals viel besser und angesagter waren. Aber das nur am Rande.

Die bereits im Jahre 1906 von den Gebrüdern Steidinger gegründete Firma Dual, zuletzt ein Tochterunternehmen von Nordmende, musste schließlich 1982 hervorgerufen durch die Einführung der Compact Disc (CD) in die Insolvenz. Jede hier dargestellte Marke erzählt eine Geschichte. Oftmals sogar in den Anfängen eine sehr erfolgreiche. Doch Firmenübernahmen, Insolvenzen oder Änderungen in der Konzernstrategie besiegelten allesamt ihr Ende.

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Consors war mit dabei, als 1996 mit der Emission der T-Aktie eine gänzlich neue Aktienkultur in Deutschland entstand. Im Freundes- und Bekanntenkreis, selbst an Stammtischen wurde plötzlich über Charts, Emissionspreise und Dividenden genauso selbstverständlich diskutiert, wie über Fußball. Viele die damals ihr erstes Depot eröffneten, taten dies bei der ehemaligen Tochter der Schmidtbank. Aber die Konkurrenz schlief nicht. Um sich gegenüber der Comdirect, der DAB und anderen Anbietern abzuheben wurden für Fernsehspots sogar einige Schauspieler engagiert. Consors war crossmedial überall präsent. Es sollte alles nicht helfen. Die Muttergesellschaft kam 2002 ins Schlingern. Von der Marke existiert nur noch der Name als Teil der Cortal Consors Bank, welche wiederum ein Unternehmen der französischen BNP Paribas ist.

2002 entschied man in der Führungsetage des Group-3D-Konsortiums die furios gestartete Mobilfunkmarke Quam aufzugeben. Mit einem Schlag gingen alle Lampen aus. Übrigens auch bei seinem damaligen Testimonial Sven Hannawald (sollte es da einen Zusammenhang geben?). Im November 2005 gab es schließlich Pressemeldungen, in denen zu lesen war, dass Quam eventuell neu belebt werden soll. Telefonica könne das O2-Netz nutzen und die Marke wieder auferstehen lassen.

Vielleicht ist alles eine Frage der Zeit, wie zuletzt mit der Automarke Bugatti, die mehr als 50 Jahre nur in Museen zu finden war und der seit 2001 vom Volkswagen Konzern neues Leben eingehaucht wird. Lange Zeit “tot geglaubte” Marken wie Afri Cola oder Tri Top zeigen, dass die Wiederbelebung in Form von Retro- oder Revivialmarken durchaus sinnvoll ist und erfolgversprechend sein kann. Stefan Fuhrken vom MarkenBlog.de sieht den Reiz solcher Marken vor allem im Bekanntheitsgrad, die sie sehr wertvoll auch für einen Weiterverkauf macht. Deshalb werden “tote” Marken grundsätzlich auch im Markenregister weitergeführt, auch wenn sie nicht in Verwendung sind.

Ob Einkaufenstouren bei Hertie, erste Computererlebnisse mit Nixdorf oder Aktienkäufe mit Consors, alles sind nur noch Erinnerungen. Manchmal vermisse ich den freundlich kitschigen Gesang: “Hier ist Dea, hier tanken sie auf!” aus der Fernseh- und Radiowerbung. Wer weiß, vielleicht kann ich ja in ein paar Jahren wieder bei Dea tanken und mit Quam telefonieren.

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 21 Kommentare

  1. DEA LEBT!
    Ich tanke mehrmals wöchentlich bei DEA…
    Die letzte DEA-Tanke steht bei mir daheim in Haltern am See (https://de.wikipedia.org/wiki/Haltern_am_See). Damit sichert Shell sich die Markenrechte lt. wikipedia.

    interessant ist, wie RWE für seinen Autostrom in den Werbespots die alten Charactere und Melodien der DEA-Werbung von früherwieder aufgreift!

  2. Auf der Suche nach einer Warnlampe fürs Auto bin ich auf eine Modell von DAIMON gestossen – 70er Jahre. Auch eine Marke, die es nicht mehr gibt, dabei ist der Firmengründer laut Wikipedia sogar der Erfinder der Trockenbatterie. An das Logo kann ich mich noch sehr gut erinnern; auch daran, dass DAIMON immer so etwas anhaftete, eine Billigmarke zu sein – zumindest in meiner damaligen kindlichen Wahrnehmung…

  3. […] Manch Ostalgiker wird den Schritt möglicherweise bedauern. Als jemand, der in Nordrhein-Westfalen aufgewachsen ist (wo Grafschafter Goldsaft auf dem Frühstückstisch stand), hält sich mein Bedauern in Grenzen, zumal der bisherige Markenauftritt von Zörbiger recht abgestaubt gewesen ist. Davon abgesehen besteht im Kontext Ostalgie ein hohes Maße an Verklärung, wie ich meine. Früher war’s nicht besser, schon gar nicht alles. Eine Marke, die heute und die auch noch in zehn, zwanzig Jahren Käufer finden will, muss raus aus der Mottenkiste der Geschichte, muss Attraktivität ausstrahlen, gerade gegenüber jüngeren Käuferschichten, und sie muss wandelbar sein. Denn: wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit irgendwann gehen. […]

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